Filiz Penzkofer – Cook mal türkisch

1. Eckdaten

Titel: „Cook mal türkisch – Deutsch-türkische Rezepte und Geschichten“
Autorin: Filiz Penzkofer
Verlag: Gräfe und Unzer
Erscheinungsjahr: 2015

2. Inhalt und Konzept

• Beschreibung des Konzepts
Das Buch „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer ist ein modernes türkisches Kochbuch, das traditionelle Rezepte aus der Türkei mit einem frischen, kreativen Ansatz präsentiert. Penzkofer zeigt darin, wie man die vielfältige türkische Küche auf einfache Weise in den Alltag integrieren kann, ohne dabei den authentischen Geschmack zu verlieren.

Im Mittelpunkt stehen Rezepte, die leicht nachzukochen sind, sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Hobbyköche. Das Buch ist darauf ausgelegt, bekannte Gerichte wie Börek, Köfte oder Meze in einer zeitgemäßen Form zu präsentieren, dabei aber auch neue Interpretationen und moderne Zutaten zu integrieren. Penzkofer legt großen Wert auf frische, saisonale Zutaten und zeigt, wie man klassische Rezepte an heutige Essgewohnheiten anpassen kann, zum Beispiel mit vegetarischen oder leichteren Varianten.

Neben den Rezepten enthält das Buch auch persönliche Anekdoten und Geschichten, die die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und der Türkei immer mit einem Schmunzeln und einem Augenzwinkern beleuchten und auch Bedeutung der Gerichte im Alltag und in der Tradition der türkischen Kultur verdeutlichen . Zusammengefasst bietet „Cook mal türkisch“ eine Mischung aus traditionellen und modernen Rezepten, gepaart mit kulturellen Einblicken und Tipps, um türkische Gerichte in einer zeitgemäßen Küche umzusetzen.

• Struktur des Buches
Das Inhaltsverzeichnis weist drei Überschriften aus, die das Konzept widerspiegeln. Dominiert wird aber das Buch von Rezepten, in die immer wieder kurze Geschichten eingebunden werden. Die Überschriften lauten:

Vor- und hinterher
Hier erläutert die Autorin kurz, warum die Geschichten mit in das Buch aufgenommen wurden: Ihre Oma sei daran schuld, die bei der Durchsicht des Manuskripts die Notwendigkeit für die klassischen Rezepte infrage stellte und mit dem Hinweis auf ihr langes und bewegtes Leben indirekt ihre Enkelin darauf hinwies, dass die Geschichte, wie es zu dieser deutsch-türkischen Familie gekommen ist und damit zur kulturellen Begegnung möglicherweise viel spannender und keinesfalls zu vernachlässigen ist.
Auch dem Würzen widmet Penzkofer eine kurze Anmerkung und weist darauf hin, dass die Angaben dazu als Empfehlung verstanden werden soll und der individuelle Geschmack hier sehr unterschiedlich ist.
Das Glossar, in dem auch alle Zutaten erklärt werden, die bei den Rezepten mit einem Sternchen versehen sind, und natürlich das Register und das Impressum fallen unter die Rubrik „hinterher“.

Meine Rezepte
Das Herzstück des Buches ist unterteilt in die vier Kapitel „Meze“, „Halbmond-Fastfood“, „Istanbul daheim in Deutschland“ und „Paradies und Engelshaar“.

In „Meze“ finden sich Rezepte für eingelegten Schafskäse, Fetacremes, Fladenbrot, gefülltes und gebratenes Gemüse, aber auch „Turkish Sushi“ (Weinblätter mit Veggie-Hack) und klassische türkische Salate.

„Halbmond-Fastfood“ bietet Crossover, indem klassische Streetfood- und einfache Gerichte aus aller Welt in einer türkischen Variante angeboten werden, z.B. Sommerrollen türkische Art, Gözleme-Quesadillas, Halal-Bratwurst mit Sauerkraut, Toast Hatay mit gebackenem Kürbis, Lamb & Chips, aber auch rein türkische Klassiker wie Kumpir, Köfte und Pide sind hier zu finden.

„Istanbul daheim in Deutschland“ passt türkische Rezepte an deutsche Gegebenheiten an, z.B. die Çorbasi-Suppe mit Teltower Rübchen, der Lammgüveç bekommt eine Kartoffelhaube verpasst, der Bohnentopf Laugenknödel und die Köfte Spreewaldgürkchen. Daneben finden sich auch Neuinterpretationen mit typisch türkischen Zutaten, wie eine Bohnen-Joghurt-Suppe mit Popcorn oder Yufkaröllchen mit Shrimps und zitronigem Bohnenmus. Auch türkische Klassiker wie Mamas saftiges Spinat-Börek oder Manti dürfen hier nicht fehlen – im Prinzip also ein Abbild der Küchen von der türkischen Oma bis zu der breiten der in der kulinarischen Vielfalt von Berlin großgewordenen Autorin.

Das Unterkapitel „Paradies und Engelshaar“ widmet sich dem süßen Abschluss – auch hier sehr kreativ und meist im Crossover: Baklava-Strudel auf Rositsas bulgarische Art, Couscous mit roter Grütze, Kürbis-Crème-brûlée, Schwarzwälder Grießkuchen, Süße Döner und Schokoladen-Simit-Kringel sind nur einige der Kreationen. Daneben finden sich auch türkische Klassiker wie das Kadayif-Schichtdessert oder Sekerpare.

Meine Geschichten
Das dritte Kapitel listet die Geschichten auf, die immer wieder bei den Rezepten eingestreut werden – manchmal mit einem direkten Bezug, oft aber auch einfach mit Bezug auf das Leben in der multikulturell geprägten Großstadt Berlin, die Besuche in der Metropole Istanbul oder die Eigenheiten der Familienangehörigen mit ihrem ganz unterschiedlichen Hintergrund. Filiz Penzkofer kann gut erzählen. Es sind kurze, prägnante Geschichten, die einen liebevollen Blick auf die Menschen hier und da zeigen und einem immer ein Schmunzeln entlocken. Die kulturellen Unterschiede werden somit leicht, heiter und sympathisch vermittelt, ohne Pathos und mit einer Portion Selbstironie.

3. Zielgruppe
Das Buch „Cook mal türkisch“ richtet sich an eine breite Zielgruppe, insbesondere an Leser, die Interesse an der türkischen Küche und deren kulturellen Hintergründen haben. Durch die moderne und kreative Herangehensweise spricht es sowohl Menschen mit türkischem Hintergrund an, die die Gerichte ihrer Heimat neu entdecken möchten, als auch ein deutsches Publikum, das neugierig auf authentische und zugleich zeitgemäße türkische Rezepte ist.
Die Rezepte sind einfach gehalten, sodass auch Anfänger gut zurechtkommen, während erfahrenere Köche Anregungen für kreative Interpretationen türkischer Gerichte finden. Das Buch bietet nicht nur Rezepte, sondern auch Einblicke in die türkische Kultur und Familientraditionen der Autorin, was es auch für Leser interessant macht, die kulturelle Zusammenhänge und persönliche Geschichten schätzen.

4. Rezepte und Vielfalt

Anzahl der Rezepte: über 70.

Vielfalt der Gerichte
Das Buch bietet eine breite Palette an Rezepten und deckt damit viele Kategorien ab, von der Vorspeise bis zum Dessert und für jeden Ernährungsstil ist etwas dabei mit einem Schwerpunkt auf der Gemüseküche. Aber auch einige Fisch- und Fleischrezepte sind enthalten.

Originalität und Kreativität
Die Rezepte in „Cook mal türkisch“ zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Kreativität und Originalität aus, die das Buch von herkömmlichen türkischen Kochbüchern abhebt. Filiz Penzkofer kombiniert traditionelle türkische Aromen mit modernen Zutaten und internationalen Einflüssen, wodurch spannende Neukreationen entstehen. Die Kombination von Klassikern wie Börek oder Baklava mit deutschen und globalen Elementen – etwa durch die Verwendung von Sauerkraut, Laugenknödeln oder Quesadillas – verleiht den Gerichten eine frische, innovative Note. Diese kreativen Abwandlungen zeigen Penzkofers persönlichen Stil und ihr Talent, kulturelle Grenzen auf kulinarische Weise zu überbrücken. Die Rezepte laden dazu ein, sich spielerisch an die türkische Küche heranzuwagen und bieten selbst erfahrenen Köchen eine Vielzahl neuer und unerwarteter Geschmackserlebnisse.

5. Schwierigkeitsgrad
Die Rezepte sind allgemein einfach und alltagstauglich gestaltet, was sie für Anfänger zugänglich macht. Auch die variablen Würzempfehlungen und das Glossar mit Erklärungen zu den Zutaten helfen dabei, Unsicherheiten zu vermeiden. Gleichzeitig finden erfahrene Köche durch die kreativen Abwandlungen und Kombinationen (wie das „Turkish Sushi“ oder das Baklava-Strudel-Crossover) inspirierende Ideen, die über die klassische Küche hinausgehen.

6. Fotografie und Design
Bildqualität:
Die Bilder stammen von Thorsten Suedfels, dem es gut gelungen ist, die Autorin, die Berliner Alltagsszenen und auch vor allem die Gerichte farbenfroh und lebendig einzufangen.

Layout und Gestaltung:
Das Layout spiegelt gut die Grundidee des Buches wider, indem es traditionelle türkische Muster mit klarer Struktur kombiniert und mit viel Farbe arbeitet. In der Regel befinden sind Rezept und Foto auf einer Doppelseite. Das Druckbild trennt Zutaten und Zubereitung klar und ist übersichtlich gestaltet.

Nutzung der Bilder:
Die ansprechende Gestaltung der Bilder regt zum Nachkochen an. Arbeitsschritte o.ä. werden durch sie aber nicht erklärt.

7. Sprache und Anleitungen
Die Sprache in „Cook mal türkisch“ ist zugänglich und lebendig, was das Lesen angenehm macht und den interkulturellen Charme des Buches unterstreicht. Filiz Penzkofer verwendet eine klare und unkomplizierte Ausdrucksweise, die sowohl Anfänger als auch erfahrene Hobbyköche anspricht. Die Anleitungen sind präzise und gut strukturiert, sodass die Rezepte leicht nachvollziehbar sind. Die Qualität der Anleitungen zeigt sich besonders darin, dass sie Schritt für Schritt erklären, wie die Gerichte zubereitet werden, ohne unnötige Fachbegriffe oder komplizierte Techniken. Zusätzlich finden sich manchmal hilfreiche Tipps und Würzempfehlungen, die individuelle Anpassungen ermöglichen und zum Experimentieren anregen.

8. Besonderheiten
Das Besondere an diesem Buch sind zweifelsfrei die kleinen Geschichten, die aus dem Kochbuch ein interkulturelles Kleinod machen.

9. Preis-Leistungs-Verhältnis

• Preis des Buches: 19,99 Euro (leider weithin vergriffen, als EBook noch erhältlich und zweiter Hand natürlich)

Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis für dieses schön aufgemachte und fest gebundene Buch.

10. Gesamteindruck und Empfehlung
„Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer ist weit mehr als ein einfaches Kochbuch – es ist eine kulinarische Reise durch die türkische Küche, kombiniert mit einem modernen, kreativen Ansatz und einem liebevollen Einblick in die kulturelle Vielfalt zwischen Deutschland und der Türkei. Penzkofer gelingt es, die traditionelle türkische Küche auf eine frische Weise in den Alltag zu integrieren, ohne dabei an Authentizität einzubüßen. Die Rezepte sind vielfältig und einfallsreich, sodass für jeden Geschmack und Schwierigkeitsgrad etwas dabei ist, von klassischen Meze bis hin zu spannenden Crossover-Kreationen.

Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus gut verständlichen Anleitungen und humorvoll erzählten Familiengeschichten, die den kulturellen Hintergrund der Gerichte beleuchten und das Lesen zu einem Erlebnis machen. Die klaren und detaillierten Anweisungen lassen Anfänger wie Fortgeschrittene mühelos durch die Rezepte navigieren und machen Lust, die Vielfalt der türkischen Küche auszuprobieren.

„Cook mal türkisch“ ist eine ausgezeichnete Wahl für alle, die die türkische Küche kennenlernen oder neu interpretieren möchten. Es ist perfekt geeignet für Hobbyköche und interkulturell Interessierte, die Freude am Ausprobieren neuer Rezepte und Aromen haben. Die originelle Mischung aus Kochbuch und kultureller Erzählung macht dieses Buch zu einem wahren Genuss für Auge, Gaumen und Herz.

12. Bewertung

• Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄

• Bewertung nach Kategorien:

• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄

• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄

• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄

• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄

• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Lammgüveç unter der Kartoffelhaube aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU), S. 103.
Aubergine mit Süßkartoffelfüllung aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU), S. 119.
Herbstgemüse aus dem Ofen aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU). S. 122.
Kabeljau zauberhaft vermandelt aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU). S. 132
Spitzkohl-Möhren-Salat aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU). S. 41.
Tatli patates kumpir – Gefüllte Süßkartoffeln aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU) , S. 86.
Rohkostbarkeit aus Roter Bete aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU), S. 40.
Mualle – Türkisches Linsengemüse aus „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzkofer (GU), S. 109.

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