Über

Ein gutes Kochbuch muss nicht besser sein als ein anderes – es muss das beste Kochbuch für seine eigene Idee sein.

Dieser Satz beschreibt am besten, wie ich heute Kochbücher betrachte und bewerte.

Denn ein Brotbackbuch verfolgt andere Ziele als ein veganes Alltagskochbuch. Ein opulenter Bildband stellt andere Ansprüche als ein kleines Kochbuch für den Feierabend. Deshalb interessiert mich nicht, welches Buch das „beste“ ist. Mich interessiert, ob ein Kochbuch das Versprechen einlöst, das es seinen Leser*innen gibt.

Jedes Kochbuch hat – oder sollte zumindest haben – eine eigene Idee, eine klare Zielgruppe und einen erkennbaren Anspruch. Genau daran lasse ich es messen. Mich interessiert, ob ein Buch seinem eigenen Konzept treu bleibt und die Aufgabe erfüllt, die es sich selbst gestellt hat. Denn nicht jedes Kochbuch scheitert an einzelnen Rezepten – manchmal fehlt schon der rote Faden, der aus einer Rezeptsammlung ein überzeugendes Kochbuch macht.

Deshalb findest du bei LeseLust&Löffel keine Ranglisten nach dem Motto „Dieses Buch ist besser als jenes“. Stattdessen versuche ich herauszuarbeiten, für wen ein Kochbuch geschrieben wurde, was es besonders macht und ob Konzept, Rezepte, Gestaltung und Sprache als Gesamtwerk überzeugen.

Mit jeder Rezension möchte ich Orientierung geben. Ich werde häufig gefragt: „Welches ist das beste Griechenland-Kochbuch?“ oder „Welches Backbuch kannst du empfehlen?“ Meine Antwort beginnt fast immer mit einer Gegenfrage. Denn bevor ich ein Kochbuch empfehle, möchte ich wissen, was jemand sucht. Geht es um traditionelle Familienrezepte oder moderne Küche? Um schnelle Alltagsgerichte oder kulinarische Entdeckungen? Um den Einstieg oder um neue Inspiration für erfahrene Hobbyköch*innen?

Ich bin überzeugt: Es gibt nur selten das beste Kochbuch. Es gibt aber sehr oft das passende Kochbuch.

Genau deshalb versuche ich in meinen Rezensionen nicht nur zu bewerten, sondern zu analysieren. Ich schaue auf das Konzept eines Buches, auf seine Zielgruppe, die Nachkochbarkeit der Rezepte, die Qualität der Anleitungen, die Gestaltung, die Fotografie und darauf, ob Preis und Leistung in einem stimmigen Verhältnis stehen. Erst aus diesem Gesamtbild entsteht meine Bewertung.

Jedes Jahr erscheinen Hunderte neuer Kochbücher. Natürlich kann ich nur einen kleinen Teil davon vorstellen. Meine Auswahl ist deshalb nie vollständig und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie spiegelt vielmehr meine Neugier wider: Ich rezensiere die Bücher, deren Thema, Küche oder Konzept mich begeistern, überraschen oder besonders interessant erscheinen. So entsteht nach und nach eine Sammlung von Empfehlungen, die hoffentlich auch anderen Lust macht, Neues zu entdecken.

Mein Ziel ist es, Leser*innen dabei zu helfen, das Kochbuch zu finden, das wirklich zu ihnen passt – nicht das, das gerade am lautesten beworben wird oder auf den meisten Bestenlisten steht.

Hinter LeseLust&Löffel stehe ich, Denise. Beruflich arbeite ich als Leiterin eines Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen. Vielleicht erklärt das auch, warum ich Dinge gern strukturiere, analysiere und nachvollziehbar bewerte.

Seit vielen Jahren begleiten mich Kochbücher weit über die Küche hinaus. Kochbücher faszinieren mich, weil sie weit mehr sind als Rezeptsammlungen: Sie erzählen von Menschen, Regionen und Traditionen, spiegeln Zeitgeist wider und eröffnen immer wieder neue kulinarische Perspektiven.

Heute rezensiere ich regelmäßig Neuerscheinungen, bin Jurorin beim Deutschen Kochbuchpreis und freue mich besonders, wenn ich Leser*innen dabei helfen kann, genau das Kochbuch zu finden, das zu ihnen passt.