Tanja Grandits – Tanja vegetarisch

1. Eckdaten

Titel: Tanja vegetarisch – Grüne Lieblingsrezepte für jeden Tag

Autorin: Tanja Grandits

Verlag: AT Verlag

Erscheinungsjahr: 2020

2. Inhalt und Konzept

  • Beschreibung des Konzepts
    Dieses Buch ist ein Liebesbrief – an gutes Essen, ans Kochen, an das Leben. Und vor allem: an Emma. Tanja Grandits widmet „Tanja vegetarisch“ ihrer Tochter, und das merkt man auf jeder einzelnen Seite. Es ist kein nüchternes Rezeptsammelsurium, sondern ein sehr persönliches, kulinarisches Album. Die Gerichte erzählen Geschichten von gemeinsamen Stunden, von Vertrauen und von dem tiefen Wunsch, Genuss, Respekt und Achtsamkeit als Werte weiterzugeben.

    „Gutes Essen ermöglicht es einem, gut zu denken, gute Ideen zu haben und richtig zu handeln“, schreibt Tanja – und das ist für sie keine Floskel, sondern eine Überzeugung, die in jedem Rezept spürbar wird. Für sie ist Kochen nicht bloß Beruf, sondern Berufung. Und was für ein Glück, dass sie diese Leidenschaft in einem Buch mit uns teilt – auf eine warme, nahbare und sehr sympathische Weise.

    Die Rezepte sind frisch, saisonal, farbenfroh – ein Fest für alle Sinne! Emma, inzwischen Teenagerin, hat einen erfrischend ehrlichen Text beigesteuert: Sie schwärmt für knackige Gartentomaten, liebt Kapern über alles, isst Salat am liebsten crunchy und überlässt das Kochen meist gern Mama. Wer will es ihr verdenken? Denn was Tanja auf den Tisch bringt, ist nicht nur aromatisch fein komponiert, sondern auch Ausdruck von Fürsorge und Kreativität.

    So gesehen ist „Tanja vegetarisch“ ein Familienbuch – und gleichzeitig ein kulinarischer Wegweiser für alle, die mit Freude, Sorgfalt und einem guten Gefühl essen und kochen wollen.

  • Besonderheiten des Buches
    Das Buch ist eine Liebeserklärung ans vegetarische Kochen: Das Buch ist durch und durch persönlich – geschrieben „Für Emma“ und damit auch für alle, die gutes Essen als Teil eines liebevollen Lebens sehen. Die über 300 Seiten stecken voller Inspiration: Umfangreich, aber nie überladen – jedes Rezept bekommt seinen Raum.
    Alle Rezepte sind bebildert und die Fotografien von Lukas Lienhard sind nicht bloß Deko, sondern transportieren Stimmung, Atmosphäre und Lust aufs Nachkochen.
    Und besonders hervorzuheben sind die ungewöhnlichen und raffinierten Kombinationen: Tanja Grandits kombiniert Farben, Aromen und Texturen auf einzigartige Weise – ohne unnötiges Chichi, aber mit großem Effekt. Dabei stehen saisonale und frische Zutaten im Fokus: besonders Gemüse aus dem eigenen Garten spielt eine große Rolle – authentisch, regional, nah am Leben. Das „Schatzkammer“-Kapitel liefert Rezepte für Dressings, Pestos, Öle, Fonds – für alle, die gern etwas auf Vorrat haben oder ihrem Gericht das gewisse Etwas verleihen wollen.
  • Struktur des Buches
    „Tanja vegetarisch“ ist in zehn thematisch sortierte Kapitel unterteilt – und jedes einzelne ist eine kleine kulinarische Liebeserklärung. Tanja Grandits gibt jedem Abschnitt eine persönliche Einleitung mit – da geht’s um morgendliche Rituale, die Philosophie der Suppe oder die Ursprünglichkeit des Ofens. Und genau das macht dieses Buch so besonders: Es ist nicht nur ein Rezeptbuch, sondern ein sehr persönliches Küchenjournal – mit Platz für  Gedanken und ganz viel Geschmack.

    Die Kapitel im Überblick:

    1. Frühstück

    Los geht’s mit einem stillen Start in den Tag. Mohn-French-Toast, Kokos-Milchreis und „Grüne Shakshuka mit Schwarzkümmel“ geben Energie mit Gefühl – „wie Flügel, die einen mühelos tragen“, sagt Tanja und meint damit besonders ihren morgendlichen Matcha Latte (Rezept S. 12). Besonders schön auch : das „Apfel-Haselnuss-Müsli mit Kamillenäpfeln“ (S. 26) oder die „Rosmarinrösti mit Avocadosalsa“ (S. 44).

    2. Snacks und Sandwiches

    Hier zeigt sich Tanja als Meisterin der kleinen Gesten. Ein gutes Sandwich ist für sie eine ehrliche, direkte Botschaft – am liebsten mit selbstgebackenem Brot, Bergkäse, eingelegten Zwiebeln und einem Hauch Fantasie. Hier locken u.a. das „Gebratene Labneh-Sandwich mit gebratenen Curryblättern“ (S. 48) oder das „Ziegenkäse-Sommerrollen mit Chili-Zimt-Sirup“ (S. 74)!

    3. Salate

    Salat ist für Tanja kein Nebendarsteller, sondern Ausdruck von Balance und Persönlichkeit. Mit Zutaten wie Miso, karamellisierten Zwiebeln, geröstetem Sesam und Fenchelblüten wird hier jeder Teller zum Kunstwerk. Besonders charmant: „Brokkolisalat mit Kichererbsen und Erdnüssen“ (S. 86) oder der „Blaukraut-Grapefruit-Salat mit Dill“ (S. 90).

    4. Suppen

    Eine Suppe, eine Kelle, eine Schüssel – mehr braucht es nicht für Glück, findet Tanja. Ob cremig, klar, würzig oder mild: Suppen sind für sie der Inbegriff von Wärme und Fürsorge. Wie wär’s mit der „Gerösteten Cherrytomaten-Suppe mit Kurkuma“ (S. 119) oder der feinen „Kräuterbouillon mit Kokosfädle und Soja-Ei“ (S. 126) als Einstieg?

    5. Hülsenfrüchte

    Linsen, Bohnen, Kichererbsen – kleine Kraftpakete, groß im Geschmack. Tanja verbindet hier Kindheitserinnerungen (Linsen mit Spätzle!) mit moderner Leichtigkeit. Besonders lecker klingen die „Oliven-Falafel mit Rosmarin-Sellerie-Püree“ (S. 142)  oder die „Petersilien-Kichererbsen-Frittata“ (S. 154).

    6. Gemüse und Kartoffeln

    Hier schlägt das saisonale Herz des Buches. Blumenkohl, Ofengemüse, Rüben und Knollen – alles dreht sich um Frische, Erdverbundenheit und Vielfalt. Ein Highlight: der „Geröstete Blumenkohl mit Sesam“ (S. 160) oder der „Ofen-Fenchel mit Zitronenjoghurt“ (S. 170).

    7. Reis und Pasta

    Comfort Food vom Feinsten! Ob gebratener Reis („Tomaten-Fried-Rice mit Thymian“, S. 200), „Emmas Avocado-Spaghetti mit Zitronen-Gremolata“ (S. 206) oder „Malz-Gnocchi mit Balsamico-Auberginen“ (S. 218): Hier wird geschlemmt, was das Herz wärmt. Besonders toll für Teenager mit großem Hunger – so wie Emma. Schau mal auf S. 222: „Quarkravioli mit Randen“ (Rote Bete) – eine echte Farbexplosion!

    8. Aus dem Ofen

    Was aus dem Ofen kommt, berührt Tanja besonders. Der Ursprung des Kochens liegt im Feuer. Es ist nicht nur praktisch, weil es wenig Aufwand und Zeit erfordert, sondern auch emotional: Die Ofentür geht auf, der Duft zieht durchs Haus – Glücksmomente garantiert. Mein Tipp: „Zwiebelkuchen mit Kapern und Rosmarin“ (S. 236), „Feta-Spinat-Torte“ (S. 232) und die „Schokoladen-Cookies mit Fleur de Sel“ (S. 256).

    9. Desserts und Käse

    Emma liebt das Klassische, Tanja liebt Matcha – also gibt’s „Emmas Lieblingsdessert Crème brûlée“ in zwei Versionen (S. 268). Und auch sonst hat dieses Kapitel alles, was man für ein süßes Ende braucht: „Ofen-Pfirsiche mit Rosmarin und Pistazien“ (S. 270), Eisvariationen, „Schokoladenmousse und -crumble mit Lavendeljoghurt“ (S. 278), „Burrata mit Basilikumhonig“ (S. 296) oder ein göttliches Kumquat-Kompott mit Safran-Mascarpone (S. 288).

    10. Die Schatzkammer

    Hier geht’s um Basics mit persönlicher Note: Kräutersalze, Öle, Dressings, Fonds. Emma hat mit ihrer Liebe zu Kräutersalz sogar ein eigenes Gewürz inspiriert: „Mamimare“ heißen die vielen verschiedenen Kreationen im Hause Grandits nun. Auch für dich ist garantiert was dabei – von „Bärlauch-Erdnuss-Pesto“ (S. 308) über Chilisirup (S. 314)  bis zum „Fenchel-Mix-Gewürz“ (S. 328).

3. Zielgruppe:

Wer „Tanja vegetarisch“ in die Hand nimmt, spürt sofort: Dieses Buch ist für Menschen gemacht, die mit Herz kochen – nicht unbedingt mit Profi-Messer und Pinzette. Es richtet sich an alle, die Gemüse lieben, Vielfalt schätzen und Lust haben, Neues zu entdecken. Ganz egal, ob man schon lange vegetarisch lebt oder erst dabei ist, die pflanzliche Küche für sich zu entdecken: Hier wird jede*r fündig, der oder die mit Neugier und Genuss an den Herd tritt.

Besonders gut passt das Buch zu Menschen, die sich sagen: „Ich hab keine Lust auf Langeweile auf dem Teller – aber ich will auch nicht stundenlang in der Küche stehen.“ Denn genau das schafft Tanja Grandits: Sie verbindet Raffinesse mit Alltagstauglichkeit. Ihre Rezepte sind klar, nachvollziehbar und mit einer Prise Experimentierfreude gewürzt – und zwar genau so viel, dass auch Anfänger*innen mit ein bisschen Lust auf Aromenreise sofort loslegen können.

Was mir besonders gefällt: Das Buch spricht auch diejenigen an, die schon viele vegetarische Rezepte kennen, aber neue Impulse suchen. Dampfnudel trifft auf Rosmarin, Mais auf Salbei – Tanja kombiniert, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört, und schafft daraus echte Wow-Gerichte. Wer also gerne mal die ausgetretenen Pfade verlässt, wird hier mit offenen Armen empfangen.

Kurzum: Dieses Buch ist für alle, die Gemüse nicht als Pflichtprogramm sehen, sondern als Bühne für Geschmack, Farbe und Kreativität. Ob allein, mit Kind, mit Freunden oder als Geschenk für den Lieblingsmenschen – Tanja vegetarisch passt zu allen, die mit Freude kochen und mit Liebe essen.

4. Rezepte und Vielfalt

  • Anzahl der Rezepte: über 100
  • Vielfalt der Gerichte:
    Ganz große Bühne! Von Granola und Porridge über Gemüse aus dem Ofen, Salate, Pestos, Chutneys, sommerliche Tomatenhochgenüsse, selbstgemachtes Eis und Kuchen und Kekse – es ist wirklich für jede Jahreszeit, jede Stimmung und jeden Appetit etwas dabei. Und weil Tanja Grandits mit Farben, Texturen und Aromen jongliert wie andere mit Kochlöffeln, wird es garantiert nie langweilig. Es gibt kein „Füllmaterial“, keine langweiligen Beilagen-Alibis, sondern durchdachte, kreative und wunderschön komponierte Gerichte von Frühstück bis Dessert.

    Was mich besonders begeistert hat, ist die Kombinationsfreude: Hier treffen klassische Zutaten auf kreative Gewürzideen.  Viele Gerichte lassen sich super als leichtes Mittagessen oder Abendessen zubereiten, andere laden zum gemütlichen Wochenend-Kochen ein. Das Buch denkt auch praktisch: Wer gerne vorbereitet, wird in der „Schatzkammer“ fündig – mit Pestos, Fonds, Ölen und Dressings, die sich hervorragend und schnell für Gerichte kombinieren lassen. Und wer einfach mal loskochen will, findet auch schnelle Ideen mit wenigen Zutaten. Egal ob süß oder salzig, warm oder kalt, Hauptgericht oder kleines Extra – Tanja Grandits beweist mit jedem Rezept: Vegetarisch zu kochen heißt nicht, sich einzuschränken, sondern sich kulinarisch richtig auszutoben.

  • Originalität und Kreativität
    Wenn eins beim Durchblättern sofort auffällt, dann ist es Tanjas ganz eigene Handschrift: Diese Küche ist mutig, farbenfroh und durch und durch kreativ – ohne jemals abgehoben zu wirken. Sie nimmt vertraute Zutaten und verpasst ihnen einen aromatischen Twist, der überrascht, aber nie überfordert. Ihre Gerichte haben immer Tiefe und Idee – es geht nicht nur um den Geschmack, sondern auch um Textur, Optik, Temperatur, Duft. Man merkt, dass sie aus der Sterneküche kommt – aber sie holt uns alle mit ins Boot. Kein Chichi, keine Show – sondern pure Freude am Kochen und eine ordentliche Portion Aromenkunst.

    Kurz: Wer sich gerne von neuen Ideen inspirieren lässt, wird mit diesem Buch eine kulinarische Spielwiese finden. Und wer sonst beim Wort „Kreativküche“ zusammenzuckt, kann hier beruhigt sein: Es wird nicht abgedreht, sondern einfach nur richtig gut.

5. Schwierigkeitsgrad

Du musst keine Spitzenköchin sein, um mit „Tanja vegetarisch“ glücklich zu werden – aber du solltest Lust haben, dich einzulassen: auf gute Zutaten, auf neue Kombinationen und auf liebevolle Zubereitung. Denn obwohl die Autorin aus der Sternegastronomie kommt, bleibt sie in ihren Rezepten angenehm bodenständig.

Die Anleitungen sind klar und gut strukturiert, sodass auch weniger erfahrene Köch*innen gut damit zurechtkommen. Zutatenlisten sind übersichtlich, die Arbeitsschritte nachvollziehbar, und oft reichen wenige Handgriffe, um ein kleines Geschmacksfeuerwerk zu zaubern. Es gibt keine komplizierten Techniken oder stundenlange Vorbereitungen – höchstens mal eine Gewürzmischung, die man vorab kurz herstellen muss.

Was mir gefallen hat: Die Rezepte lassen sich wunderbar dem eigenen Können anpassen. Wer es einfach mag, startet mit einem Salat oder einem Gericht aus dem Ofen – da kann wenig schiefgehen. Wer etwas mehr spielen möchte, wagt sich an hausgemachte Spätzle oder an die selbst gemachten Dressings und Fonds aus der Schatzkammer.

Fazit: Das Buch ist absolut anfängertauglich, macht aber auch Fortgeschrittenen Freude, weil es Raum für Kreativität und Aromen-Entdeckungen lässt. Kein Druck, kein Perfektionsanspruch – sondern Kochen mit Herz und Verstand.

6. Fotografie und Design

  • Bildqualität
    Die Fotografie von Lukas Lienhard ist ein echter Augenschmaus – ruhig, stilvoll, hochwertig. Die meisten Gerichte sind von oben aufgenommen, was ihnen eine grafische, fast meditative Klarheit verleiht. Zwischendurch werden Zutaten inszeniert – pur, schlicht, aber mit viel Liebe zum Detail. Besonders charmant: Immer wieder tauchen Bilder von Tanja Grandits und ihrer Tochter Emma auf – beim Ernten im Garten, beim Kochen, beim Zusammensitzen auf der Couch mit Hund. Diese homestoryhaften Momente verleihen dem Buch eine warme, persönliche Atmosphäre. Man hat das Gefühl, nicht nur in Tanjas Küche, sondern auch ein bisschen in ihrem Leben zu blättern. Die Farbgestaltung ist bewusst zurückhaltend gewählt: gedeckte Töne, graue und helle Hintergründe, hier und da ein anthrazitfarbener Kontrast. Kein Foodporn, keine lauten Farben – dafür ganz viel Stil, Tiefe und Ruhe.
  • Layout und Gestaltung
    Für das Layout zeichnet sich Sanna Andrée-Müller verantwortlich.Die Gestaltung ist modern, stilvoll und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Neben der übersichtlichen Rezeptstruktur sorgen kleine grafische Elemente – abstrahierte Gewürze, stilisiertes Geschirr oder Zutaten – für charmante visuelle Akzente.

    Auch die Farbgestaltung ist besonders gelungen und unterstützt die ruhige, elegante Anmutung des Buches. Das Cover kommt in einem edlen, zurückhaltenden Patina-Grün daher – hell, aber mit Tiefe. Im Inneren dominieren ein dunkles Currygelb (in den Rezeptüberschriften und Kapiteleinleitungen) sowie schwarz auf weißem Grund für den Fließtext. Diese Farbwahl schafft klare Konturen, gute Lesbarkeit und eine ruhige Gesamtwirkung – ohne je langweilig zu wirken.
    Der Aufbau folgt einem durchdachten Schema: linke Seite Rezept, rechte Seite Foto. Die Rezepte sind logisch und angenehm gegliedert – mit Zutatenliste, Zubereitung und einer kleinen, oft sehr persönlichen Einleitung. So bleibt alles übersichtlich und ansprechend – ganz gleich, ob man nur mal schnell was nachschlagen oder sich genüsslich inspirieren lassen will.

  • Nutzung der Bilder
    Jedes einzelne Rezept wird durch ein Foto begleitet – das ist Gold wert. Denn so bekommt man eine ganz klare Vorstellung davon, wie das fertige Gericht aussehen kann – oder wie einzelne Zutaten harmonieren. Die Bilder sind nicht bloß schön, sondern auch hilfreich – sie geben Orientierung und Inspiration zugleich. Die Kombination aus klaren Fotos, persönlicher Bildsprache und dezentem Grafikdesign macht dieses Buch zu einem echten Hingucker, ohne aufdringlich zu sein. Ein schöner Nebeneffekt: Es sieht auch noch toll aus auf dem Küchentisch – oder auf dem Coffee Table.

7. Sprache und Anleitungen

Was beim ersten Durchblättern auffällt: Die Texte sind klar, schnörkellos und angenehm zu lesen – auf den Punkt, aber nie trocken. Dafür sorgt David Schnapp, der die Redaktion übernommen und ganze Arbeit geleistet hat. Die Sprache ist präzise und gleichzeitig nahbar, mit kurzen, klaren Sätzen, die genau das vermitteln, was man fürs Nachkochen wissen muss – nicht mehr und nicht weniger.

Die Rezepte sind nachvollziehbar aufgebaut, logisch gegliedert und verständlich formuliert. Ob man schon viel Kocherfahrung mitbringt oder einfach loslegen will – die Anleitungen holen alle gut ab. Ich habe beim Lesen (und Nachkochen) keinen einzigen Stolperstein entdeckt. Keine unnötigen Fachbegriffe, keine unklaren Mengenangaben, keine verwirrenden Zubereitungsschritte – alles sitzt.

Besonders angenehm: Die Einleitungen zu den Rezepten sind oft sehr persönlich gehalten. Mal gibt es einen kurzen Tipp, mal eine kleine persönliche Geschichte, mal eine charmante Erklärung zu einer ungewöhnlichen Zutat. Das macht das Buch nicht nur nützlich, sondern auch richtig lesenswert – ein Küchenbuch, das man auch mal einfach so auf der Couch durchblättert. Kurzum: Hier schreibt (und kocht) jemand, der will, dass man sich wohlfühlt – am Herd und beim Lesen.

8. Besonderheiten

„Tanja vegetarisch“ ist kein klassisches Kochbuch, das einfach Rezepte aneinanderreiht – es ist ein sehr persönliches, liebevoll gestaltetes Gesamtwerk, das sich Zeit nimmt, Tiefe zulässt und dabei ganz unaufgeregt glänzt.

Ganz besonders: Die Widmung „Für Emma“. Das Buch ist ein Geschenk einer Mutter an ihre Tochter – und das spürt man auf jeder Seite. In kleinen Anmerkungen, in den Fotos aus Garten und Küche, in der Auswahl der Gerichte. Es ist ein Miteinander-Buch, ein Familienbuch – und irgendwie fühlt man sich als Leser*in eingeladen, ein Teil davon zu sein und trotzdem bleibt die Privatsphäre gewahrt. Die perfekte Balance zwischen Nähe und Distanz.

Ein echtes Highlight ist das Kapitel „Schatzkammer“, das voller Grundrezepte steckt: Pestos, Fonds, Öle, Dressings, Chutneys, Gewürzsalze. Wer gerne vorbereitet oder immer eine kleine kulinarische Geheimwaffe im Kühlschrank haben möchte, wird dieses Kapitel lieben. Mein Favorit: die selbstgemachten Kräutersalze „Mamimare“, deren Namen Emma zu diesem Buch beigesteuert hat – der Name allein macht schon gute Laune.

Auch die Gestaltung trägt zur Besonderheit bei: Die Kombination aus hochwertiger Fotografie, grafischen Elementen und einer ruhigen und gedeckten Farbwelt schafft eine fast meditative Leseatmosphäre. Man hat das Gefühl, durch ein gut kuratiertes Koch-Tagebuch zu blättern – elegant, aber nie abgehoben.

Nicht zuletzt spürt man in jedem Rezept Tanjas Haltung: Respekt vor Lebensmitteln, Liebe zum Kochen und das Vertrauen, dass gutes Essen unser Leben wirklich besser machen kann. Dieses Buch will nicht missionieren, sondern inspirieren – und das gelingt ihm auf ganzer Linie.

9. Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis des Buches: 34 Euro

Mit diesem Preis gehört „Tanja vegetarisch“ nicht zu den günstigsten Kochbüchern im Regal – aber ganz ehrlich: Es ist jeden Cent wert. Denn was man hier bekommt, ist nicht nur eine Sammlung von Rezepten, sondern ein rundum hochwertiges Gesamtpaket.

Vom stabilen Hardcover mit edlem Patina-Grün über das klare, liebevoll gestaltete Layout bis hin zu den durchgängig bebilderten Rezepten – das Buch ist haptisch und optisch ein Genuss. Es fühlt sich wertvoll an, liegt gut in der Hand, und man merkt sofort: Hier wurde mit Herzblut gearbeitet.

Inhaltlich überzeugt das Buch durch die große Rezeptvielfalt (rund 100 Stück!), die kreative Herangehensweise und die persönliche Handschrift von Tanja Grandits. Dass jede Seite mit Liebe gestaltet und professionell durchdacht ist – vom Text über die Fotografie bis hin zur Redaktion – macht das Buch zu einem echten Langzeitbegleiter, nicht zu einem One-Hit-Wonder im Bücherregal.

Auch für Einsteiger*innen lohnt sich die Investition, denn die Rezepte sind nachvollziehbar, alltagstauglich und inspirierend – und für Fortgeschrittene ist genug Raffinesse dabei, um kreativ zu werden.

Kurz gesagt: Wer gerne vegetarisch kocht, Genuss schätzt und auf der Suche nach neuen Impulsen ist, macht mit diesem Buch alles richtig.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Tanja vegetarisch“ ist für mich eines dieser seltenen Kochbücher, die einen nicht nur durch eine Saison begleiten, sondern über Jahre hinweg inspirieren. Es ist ein Buch, das nicht modisch sein will, sondern zeitlos gut – mit Haltung, Geschmack und Herz.

Was Tanja Grandits hier geschaffen hat, ist weit mehr als eine Rezeptsammlung. Es ist ein sehr persönliches, sehr liebevolles Werk, das zeigt, wie tief gutes Essen in unserem Leben verankert sein kann – als Teil der Familie, als Ausdruck von Fürsorge, als tägliche kleine Geste des Genusses. Jedes Rezept ist durchdacht, jeder Text durchdacht geschrieben, jedes Foto mit einer Ruhe gestaltet, die mich beim Blättern immer wieder innehalten lässt.

Die Vielfalt der Gerichte, die Kreativität der Kombinationen, die elegante Gestaltung – all das macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. „Tanja vegetarisch“ ist für mich ein echter LeseLust&Löffel – Liebling fürs Leben: ein Kochbuch, das nicht nur mit mir in der Küche wohnt, sondern das ich auch in zwanzig Jahren noch aufschlagen werde. LeseLust&Löffel – Lieblinge fürs Leben – das sind die Bücher, die bleiben. Die, aus denen wir immer wieder kochen. Die uns inspirieren, begleiten, erfreuen – leise, aber verlässlich. Sie glänzen nicht durch Lautstärke, sondern durch Substanz. Dieses Buch gehört ganz klar dazu: bekleckert, durchgeblättert, geliebt.
Ob man auf der Suche nach neuen vegetarischen Ideen ist, sich inspirieren lassen will oder einfach ein richtig gutes Kochbuch verschenken möchte – „Tanja vegetarisch“ ist ein Glücksgriff. Für Herz, Herd und Seele.

11. Bewertung

  • Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
  • Bewertung nach Kategorien:
    • Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
    • Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
    • Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

    • Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄
    • Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
    • Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
    • Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
    • Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Ofen-Fenchel mit Zitronenjoghurt (S. 170)
Eine tolle Gewürzmischung aus Koriandersamen, Fenchelsamen, Kreuzkümmel, schwarzem Pfeffer, Nelke, Chili und Zimt sorgt für den richtigen Pfiff.
Frischer Ingwer und Zitronenschale und -saft tun das Übrige.
Der Fenchel und die Kartoffelspalten kommen einfach in die Auflaufform, dann etwas Gemüsefond und Olivenöl dazu und ab in den Backofen.
Viel einfacher geht es kaum.
Dazu gibt es einen Joghurt mit frischem Zitronenabrieb und -saft und ein Topping aus gerösteten Pekannüssen.
Topp!
Kürbiscurry mit Kümmel und Buchweizen (S. 190)
gewürzt mit Kokos-Curry (S. 328)
Butternut, Kartoffeln, Tomaten kochen mit Buchweizen in Brühe und Kokosmilch und gewürzt wird mit Kokos-Curry, Kümmel, Petersilie und Zitrone.
Das Ganze steht nur eine gute halbe Stunde auf dem Herd und schmeckt sehr, sehr köstlich!
Am Ende kommen noch für den besonderen Crunch ein paar angeröstete Buchweizen als Topping obenauf. 😋
Zwiebelkuchen mit Kapern und Rosmarin (S. 236)
So köstlich – ein Hefeteig mit Creme Fraiche bestrichen, geschmorten Zwiebeln, die in Weißwein geköchelt haben und mit frischem Rosmarin sowie Kapern belegt.
Bergkäse darauf und nach dem Backen noch ein paar Kapern und gehackte Pistazien dazu und es ist perfekt! 🧅 🤤
Karotten-Basilikum-Puffer mit Süßkartoffelpüree (S. 166)
Die Karottenpuffer waren sehr gut und mal eine tolle Alternative zu Kartoffelpuffern. Sie werden mit Anis gewürzt – das ist mal etwas anderes und harmonierte wunderbar.
Das Püree war wirklich super und ist ins Standardrepertoire aufgenommen. Die Süßkartoffeln werden mit einer frischen Chili gekocht und später beim Stampfen mit Butter und Olivenöl auch noch mit Sojasauce und Ahornsirup aromatisiert. Sehr gut! 👍
Feta-Chicorée mit Zitrone (S. 176)
Mit Zwiebeln und Knoblauch, Orangensaft, etwas Brühe und Thymian. Dazu Zitronenscheiben, Oliven und Feta und am Ende etwas Minze darüber.
Wirklich superlecker – und ein schnelles Ofengericht. 😋
Radicchio-Risotto mit Roquefort (S. 202)
Sehr gut, muss aber wirklich alle Bestandteile haben, nichts weglassen also. Auch die Prise Kardamom unbedingt nehmen. Sehr simpel in der Zubereitung und in einer halben Stunde auf dem Tisch.
Die Kombi mit dem frischen Radicchio obenauf und den Pinienkernen und dem Roquefort, der noch nicht geschmolzen ist – perfekt! 👌

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