Letitia Clark – Amore al Limone

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1. Eckdaten

Titel: Amore al limone (engl. Originaltitel: For the Love of Lemons)

Autorin: Letitia Clark

Verlag: ZS Verlag, (englische Ausgabe Hardie Grant Books (UK))

Erscheinungsjahr: April 2026 (engl. Ausgabe Mai 2025)

Für den Kochbuch-Check wurde die englische Originalausgabe genutzt.

2. Inhalt und Konzept

„For the Love of Lemons“ (‚Aus Liebe zur Zitrone‘) oder ist keine nüchterne Rezeptsammlung, sondern ein Tagebuch voller besonderer Momente, Erinnerungen und Ideen. Es ist durchzogen von Geschichten, Aromen, Zitronenzesten – und ganz viel Herz. Letitia Clark verbindet persönliche Episoden mit fundiertem Wissen, mediterrane Lebensfreude mit interessanter Hintergrundinformation. Schon beim Lesen entfaltet sich das Buch wie ein Zitronenbaum im Frühling: üppig, leuchtend, betörend.

Der zweite Teil der Einleitung – „Lost in Lemons“ („Verloren in Zitronen“) und  „A Squeeze of History“ („Ein Spritzer Geschichte“) überschrieben – ist eine kleine Zitronen-Enzyklopädie, die uns Leser*innen tief eintauchen lässt in die Geschichte und Mythologie der Zitrusfrucht: vom biblischen Etrog bis zum Amalfi-Zitronenhandel, von arabischen Bewässerungssystemen auf Sizilien bis hin zu Kindheitserinnerungen an „poor man’s pudding“ („Arme-Leute-Pudding“) – eine Zucker-Zitronen-Stulle, die Clark an ihre Oma erinnert.

Das Buch folgt dabei keiner linearen Rezeptlogik, sondern einer sinnlichen Dramaturgie. Jeder Abschnitt ist wie ein Spaziergang durch einen Zitronenhain mit Aussicht aufs Meer: mal historisch, mal poetisch, mal ganz pragmatisch (wie beim charmanten Werkzeugkasten „A Lemon Toolkit“ („Ein Zitronen-Werkzeugkasten“) – in dem sie ihre liebsten Küchenhelfer vorstellt – inklusive Schwärmerei für Muslin, Zitronenzesten und Microplane-Reiben).

Besonderheiten des Buches
Was mich bei der Lektüre besonders berührt hat: Letitia Clark nimmt uns nicht nur mit in ihre sardische Küche, sondern in ihr ganz persönliches Zitronenuniversum. Da ist Platz für Archimboldo und Virginia Woolf, für Straßenmärkte in Amalfi, sizilianische Cedri, kitschige Keramikzitronen, Zitronen im Kaffee (!) und Zitronen auf den Bildern von Magritte. All das ergibt ein feinsinnig komponiertes Mosaik aus Kulturgeschichte, Alltagsbeobachtung und kulinarischem Know-how.

Das Kapitel „Lost in Lemons“ („Verloren in Zitronen“)  ist ein kleines Juwel für sich: eine Hommage an die Ursprünge der Zitrone, aber auch an die Kraft von Gerüchen, Texturen und Erinnerungen. Ich hab’s beim Lesen fast gerochen: die Amalfi-Zitronen mit dicker Schale, der Duft von Limoncello, das florale Aroma in der Luft sizilianischer Gärten.

Ein echtes Highlight: Die Mischung aus erzählendem Stil und fundierter Recherche – man merkt, dass Letitia Clark nicht nur Köchin ist, sondern auch Autorin mit einem Gespür für Sprache, Rhythmus und Atmosphäre. Dieses Buch ist kein Nachschlagewerk. Es macht Zitronen erlebbar.

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Ein Löffel Küchenpoesie
Manche Kochbücher erzählen nicht nur, wie man kocht – sie flüstern, wie es sich anfühlt. Zwischen Rezept und Randnotiz blitzen manchmal kleine literarische Kostbarkeiten auf: eine Erinnerung, ein Geruch, ein Gedanke, der hängenbleibt. In dieser Rubrik sammle ich genau solche Momente – atmosphärisch, liebevoll, poetisch. Worte zum Schmecken, Szenen zum Innehalten. Für „For the Love of Lemons“ ist es die Geschichte vom Kaffee mit Zitrone – ein stiller Zauber inmitten von Sonne, Nonna-Nostalgie und sizilianischem Lebensgefühl.

Kaffee, Zitrone & eine kleine Zauberei
In diesem sehr persönlichen Textabschnitt erzählt Letitia Clark keine Geschichte im klassischen Sinn – sie schenkt uns vielmehr einen Einblick in jene magischen Alltagsmomente, in denen Kulinarik, Kultur und Intuition miteinander verschmelzen. Es ist kein Rezept, sondern ein Erzählmoment. Ein Flüstern aus dem Süden Italiens.

Clark berichtet von einem ‚consiglio‘, einem typisch italienischen, halb geflüsterten, halb beschworenen Rat, der oft beiläufig in einem Laden, an einem Marktstand oder zwischen zwei Sätzen mitgegeben wird – voller Lebensklugheit, ohne didaktischen Ton. In diesem Fall geht es um eine unscheinbare, aber kraftvolle Geste: Zitrone im Kaffee. Nicht als Zutat im klassischen Sinn, sondern als Duft, als Idee, als Verbindung zwischen Menschen, Orten und Ritualen.

Sie erzählt von einer Begegnung mit einer Ladenbesitzerin in Massa Lubrense an der Amalfiküste – einer Frau, die ihr mit verschwörerischer Stimme verriet: „Wusstest du, dass wir hier unseren Kaffee mit Zitrone trinken?“ Es ist dieser kleine Satz, der für Clark zur Chiffre wird. Für italienische Lebenskunst, für einen Rhythmus, in dem Kaffee nicht nur ein Getränk ist, sondern ein Zaubertrank für den Übergang zwischen Nacht und Tag.

Letitia bereitet am nächsten Morgen einen Sorrento Lemon Moka zu – sie legt einen Streifen Zitronenschale in den Filter ihrer Moka-Kanne, lässt ihn langsam das Kaffeearoma durchdringen, trinkt den Kaffee mit Ricotta und Honig zu Steinofenbrot auf einer Terrasse voller Morgensonne und zirpender Zikaden. Es ist ein Moment voller Poesie: voller Duft und Frische, wärmend und kühlend, erdend und aufbauend zugleich – ein „flüssiger Widerspruch“, wie sie selbst schreibt. Dieser Kaffee könne jeden Kopfschmerz heilen, hat ihr die alte Frau anvertraut. An diesem Morgen weiß sie, dass er selbst im übertragenen Sinne Kopfschmerzen heilen kann.

Was Letitia Clark hier auf einer halben Seite entfaltet, ist keine Anekdote – es ist ein Lebensgefühl. Und es ist genau dieser Blick auf das Kulinarische, der „Lost in Lemons“ so besonders macht: nicht die Rezepte allein, sondern die Geschichten, die sie umkreisen. Die Sprache des Alltags, die Kunst des Moments, und die Weisheit, die in einem Löffel Zitrone liegen kann.

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  • Struktur des Buches
    Bevor man auch nur ein einziges Rezept nachkocht, nimmt einen „For the Love of Lemons“ an die Hand – und führt liebevoll durch die Welt der Zutaten, die Letitia Clark besonders am Herzen liegen. Das Kapitel „A Note on Recipes“ („Hinweise zu den Rezepten“) ist wie ein kleiner Einkaufszettel mit Fußnoten – persönlich, alltagstauglich und mit dem Blick fürs Detail.
    Hier schreibt Letitia nicht in trockenen Tabellen, sondern in ihrem typischen, erzählerischen Stil über die Zutaten, die sich wie ein gelber Faden durch das Buch ziehen. Und sie macht das so warmherzig und kenntnisreich, dass man selbst beim Lesen über Zitronengrößen oder italienisches Backpulver ein kleines bisschen klüger und sehr viel neugieriger wird. Da geht es zum Beispiel um:

    Zitronen: Ihre sardischen Zitronen sind groß, dickschalig und meist unbehandelt – perfekt also für Schale, Saft und Aroma. Weil nicht jede*r solche Exemplare zur Hand hat, gibt sie Tipps zur Anpassung: Wer englische (oder eben deutsche) Supermarkt-Zitronen verwendet, sollte besser zwei nehmen – und bitte samt Blatt, wenn möglich. Ich liebe solche Hinweise. Sie sind hilfreich und machen sofort Lust, sich die beste verfügbare Frucht zu suchen.


    Backpulver: Auch hier gibt’s eine kleine Kulturgeschichte dazu: Italienisches Backpulver kommt in süß duftenden Tütchen (gern mit Engeln drauf!) und ist oft mit Vanille aromatisiert. Wer das nicht hat, darf improvisieren – entweder mit Vanilleextrakt oder eben pur.


    Pecorino: In Sardinien selbstverständlich – dort nimmt man pecorino sardo, nicht den salzigeren pecorino romano. Wer letzteres verwendet, soll am besten noch etwas Parmesan zugeben, um die Balance zu halten.


Diese Seite zeigt exemplarisch, wie Letitia Clark arbeitet: persönlich, präzise und mit viel Gespür für die kleinen Unterschiede. Sie denkt für ihre Leser*innen mit – und schafft einen Einstieg in ihre Zitronenwelt, der neugierig macht, statt zu überfordern. Für mich ist das kein bloßer „Zutatenhinweis“ – es ist ein kleiner Kurs in Zitronenküche, serviert mit Augenzwinkern und Erfahrung.

Das Buch in sechs große Hauptkapitel gegliedert, die jeweils sofort ohne große Einführung mit den Rezepten beginnen, dafür ist jedem Rezept ein kurzer Text vorangestellt und es finden sich im ganzen Buch immer wieder Doppelseiten mit kurzen Texten zu Besonderem der Zitrone. Wir starten mit den Kapiteln:

  1. Salted Lemons („Salzige  Zitronen“)

    Herzhaft, aromatisch, sonnengelb: Das erste Kapitel von „For the Love of Lemons“ macht sofort klar: Zitrone kann viel mehr als Dressing. Letitia Clark führt uns mit leichter Hand durch eine abwechslungsreiche Auswahl an Vorspeisen, Salaten, warmen Gerichten und Pasta – und serviert dabei eine Zitrus-Liebe, die von Sardinien bis Marrakesch reicht.


     Auf der Ich-will-das-sofort-nachkochen-Liste stehen unter anderem: in Zitrone marinierte Oliven mit Feta und Knoblauch, frittierte Artischocken mit Zitronenscheiben, Pizzette mit Zitrone, Wurst und Fenchel, eine zitronige Minestrone und – ganz großes Kino – ein sahniger Fenchel-Zitronen-Pecorino-Auflauf, der klingt wie ein Sardinienurlaub im Ofenformat. Was dabei gleich auffällt: Die Kombination aus Zitrone und Fenchel ist eine ihrer liebsten. Und ja – sie funktioniert! Ob im Salat, Auflauf oder im cremigen Fenchel-Zitronen-Risotto, diese Paarung bringt eine Balance aus Süße, Aniswürze und heller Säure, die jedes Gericht zum Strahlen bringt.


    Natürlich dürfen Pasta-Gerichte nicht fehlen. Und was für welche! Schon beim Durchblättern lief mir das Wasser im Mund zusammen: Safran-Tagliatelle mit frischen Tomaten und Zitrone, sahnige Zitronen-Linguine, eine überraschend raffinierte Zitronen-Zucchini-Carbonara und – Klassiker-Alarm – Spaghetti mit Thunfisch und Zitrone oder Pasta mit einem Zitronen-Mandel-Minz-Pesto. Alles mit wenigen Zutaten, aber maximalem Geschmack.


    Auch an Fisch- und Fleischgerichte hat Letitia gedacht:



    • Carpaccio vom Wolfsbarsch mit Zitrusfrüchten

    • Gebackene Sardinen mit Zitrone und Parmesan

    • Stockfisch in gewürzter Tomatensauce mit Kapern und Zitrone

    • Gegrillter Tintenfisch mit Zitrone, Chili, Rucola und Agrodolce-Dressing

    • Fleischbällchen mit Schweinehack, Zitrone und Fenchel

    • Tagine mit Huhn, Honig und eingelegten Zitronen

    • Geschmortes Hühnerfleisch mit Artischocken, Safran und Zitrone



    Eingestreut ist eine Notiz zu 
    „Zitronen in Salaten und Zitronen an grünen Gemüsen“ – ein kleiner Ausflug in die Welt von Dressing, Zesten und (grünem) Gemüse. Letitia erklärt darin, wie eine Prise Schale oder ein Spritzer Saft selbst das schlichteste Blattgemüse veredeln kann. Sie schreibt über die Balance zwischen Säure und Salz, über die duftende Frische geriebener Zitronenschale, die sie wie ein Gewürz verwendet und die über gekochte und rohe Gemüse gestreut, diesen plötzlich eine neue Leichtigkeit verpasst. 


  2. Lost in Leaves („Verloren in Blättern“)

    Dieses Kapitel ist ein kleines Geschenk an alle, die das Glück haben, einen Zitronenbaum im Topf zu besitzen – oder gelegentlich an frische Zitronenblätter kommen. Denn hier dreht sich alles um das, was sonst oft unbeachtet bleibt: die Blätter. Zart, grün, duftend – und in der Küche ein wunderbar aromatischer Schatz.


    Lost in Leaves ist das kürzeste Kapitel des Buches, aber vielleicht auch das sinnlichste. Es enthält nur drei Rezepte, aber die haben es in sich. Denn Letitia Clark zeigt, wie Zitronenblätter ihre Magie entfalten, wenn sie sanft gegrillt, gebraten oder gebacken werden. Die Blätter selbst werden nicht gegessen, sondern dienen als aromatische Hülle oder Aromengeber in der Marinade – und genau darin liegt ihr Zauber.


    Gegrillter Mozzarella in Zitronenblättern ist eines dieser Gerichte, das duftet, bevor es schmeckt – und dann alles erfüllt, was man sich von einer warmen Käsevorspeise wünscht: schmelzend, würzig, mit einem Hauch von mediterraner Zitrusnote.


    Ähnlich köstlich und etwas kräftiger im Aroma: Gebratener Ziegenkäse mit Zitronenblättern – die perfekte Kombination aus cremiger Fülle und herbem Duft und süß-saurem Anklang durch Zitronensaft und Honig. Wie gemacht für einen Spätsommerabend mit einem Glas Weißwein.


    Und dann kommt mein Favorit: Gebackenes, paniertes Zitronenblatt-Huhn – außen knusprig, innen saftig, mit einer überraschenden Tiefe im Aroma, die das Gericht weit über den Tellerrand hinaushebt.


    Wer frische Zitronenblätter hat (oder einen Baum auf dem Balkon), sollte dieses Kapitel nicht überblättern. Es ist eine Einladung zum Entdecken, zum Experimentieren – und zum ganzheitlichen Kochen mit der ganzen Pflanze.



  3. Sweet Lemons („Süße Zitronen“)
    Jetzt wird’s süß – und wie! Dieses Kapitel ist ein Fest für alle, die beim Wort Zitrone nicht nur an Säure, sondern an Frische, Leichtigkeit und sonnige Süße denken. Sweet Lemons ist eine Liebeserklärung an die zarte Seite der Zitrusfrucht – an Kuchen, Cremes, Sorbets und süße Erinnerungen, die nach Sommer schmecken.


    Und wer Letitia Clark kennt – spätestens seit ihrem Buch „La Vita è Dolce“ –, der weiß: Diese Frau hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Gebäck und Süßspeisen. Sie kombiniert Handwerk mit Sinnlichkeit, italienische Tradition mit britischer Patissier-Eleganz. Und sie schafft es, Desserts zu zaubern, die gleichzeitig tief verwurzelt und herrlich leichtfüßig sind. Für mich ist sie hier ganz in ihrem Element – und schlichtweg eine Meisterin ihres Fachs. Die Auswahl reicht von ganz einfachen Keksen bis zu spektakulären Schichttorten – und Letitia Clark versteht es wie keine Zweite, klassische Aromen mit mediterraner Nonchalance zu verbinden. Ihr Stil: wenig Chi-Chi, viel Geschmack, immer authentisch.


    Ein kleiner Auszug gefällig?



    • Weiche und knusprige Zitronen-Mandel-Kekse

    • Zitronenriegel mit Polentateig und Olivenöl-Curd (ja, Olivenöl im Curd – grandios!)

    • Leicht salziges Zitronen-Lavendel-Mürbegebäck

    • Süße Brötchen mit Zitronen-Holunderblüten-Glasur

    • Teekuchen mit Zitrone, Olivenöl und Fenchelsamen

    • Zitronen-Joghurt-Grießkuchen mit Holunderblütensirup

    • Zitronen-Kokoscreme-Kuchen

    • Zitronen-Mandel-Schichttorte

    • Zitronen-Panna-Cotta mit Erdbeeren

    • Zitronen-Tiramisù

    • Mousse aus Zitrone, Mascarpone und weißer Schokolade

    • Mandel-Pistazien-Zitronen-Eis

    • Sorbets mit Wildfenchel, Melone, Basilikum, Birne… und immer Zitrone


    Auch die britischen Wurzeln der Autorin blitzen auf charmante Weise durch: Etwa bei den kleinen, elegant angerichteten Triflettes, einer Pavlova mit Zitronen-Olivenöl-Curd, oder beim Sussex Pond Pudding, ein klassisches britisches Dessert, bei dem eine ganze Zitrone in einen mit braunem Zucker gefüllten Teigmantel gewickelt und langsam gegart wird. Warm, buttrig, karamellig – und herrlich nostalgisch.


    Zwischen den Rezepten bietet das Kapitel auch wieder in Notizen fundierte Einblicke in die kulinarischen Einsatzmöglichkeiten der Zitrone – insbesondere ihrer feineren Bestandteile:
    „A Zest for Life“ kann man als „Schale fürs Leben“ übersetzen, es ist aber auch eine Redewendung, die einfach „Lebensfreude“ bedeutet. In dieser Notiz  beleuchtet sie die Verwendung von Zitronenabrieb (Zeste) in süßen und herzhaften Gerichten. Clark erklärt, wie die ätherischen Öle in der Schale Aromen verstärken, besonders in Kombination mit Käse, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchten. Sie plädiert für großzügigen Einsatz beim Backen – ähnlich selbstverständlich wie Vanille – und gibt praktische Hinweise zur Dosierung und Kombination.


    „A Zest for Life“ beleuchtet die Verwendung von Zitronenabrieb (Zeste) in süßen und herzhaften Gerichten. Clark erklärt, wie die ätherischen Öle in der Schale Aromen verstärken, besonders in Kombination mit Käse, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchten. Sie plädiert für großzügigen Einsatz beim Backen – ähnlich selbstverständlich wie Vanille – und gibt praktische Hinweise zur Dosierung und Kombination. In weiteren kurzen Abschnitten geht sie auf verschiedene Einsatzmöglichkeiten ein – z. B. bei rohem Fleisch wie Carpaccio, gegrilltem Fisch, frittierten Speisen oder kräftigen Käsesorten. Auch das Poaching (Garen) und Mazerieren von Früchten mit Zitronensaft wird als einfache, aber wirkungsvolle Technik beschrieben.   In weiteren kurzen Abschnitten geht sie auf verschiedene Einsatzmöglichkeiten ein – z. B. bei rohem Fleisch wie Carpaccio, gegrilltem Fisch, frittierten Speisen oder kräftigen Käsesorten. Auch das Poaching (Garen) und Mazerieren von Früchten mit Zitronensaft wird als einfache, aber wirkungsvolle Technik beschrieben. In weiteren kurzen Abschnitten geht sie auf verschiedene Einsatzmöglichkeiten ein – z. B. bei rohem Fleisch wie Carpaccio, gegrilltem Fisch, frittierten Speisen oder kräftigen Käsesorten. Auch das Poaching (Garen) und Mazerieren von Früchten mit Zitronensaft wird als einfache, aber wirkungsvolle Technik beschrieben.
    „Lemon Flowers“ – „Zitronenblüten“: Auf einer eigenen Seite erklärt Letitia Clark die kulinarische Nutzung von Zitronenblüten. Ob als kandierte Löffelsüßigkeit, in Joghurtcremes oder als aromatische Dekoration – Blüten aus der Zitrusfamilie bringen nicht nur Duft, sondern auch visuelle Finesse ins Spiel. Besonders in Sardinien, wo Clark lebt, werden sie traditionell geschätzt. 


  4. A Squeeze of Lemon („Ein Spritzer Zitrone“)

    Dieses Kapitel ist eine kleine Liebeserklärung an das Würzen mit Zitrone. Clark widmet sich hier keinen vollständigen Hauptgerichten, sondern präsentiert sechs begleitende oder ergänzende Rezepte – etwa für eine aromatisierte Buttermischung, zitronige Dressings und Saucen, Toppings für Gemüse oder Fleisch und ein zitroniges Kartoffel-Fenchel-Püree, die jedes Essen aufwerten können.


    Dazwischen gestreut finden sich erneut zwei erläuternde Einschübe, die das Kapitel strukturieren und tiefer verankern:


    Lemon in the Kitchen („Zitrone in der Küche“)
    Letitia Clark beschreibt hier die Zitrone als das vermutlich wichtigste Würzmittel in ihrer sardischen Küche – gleich nach Olivenöl und Salz. Sie zitiert dabei auch die britische Kochbuchikone Elizabeth David und zeigt auf, wie stark die Zitrone als Geschmacksträger, aber auch als Stimmungsaufheller fungiert. Besonders spannend ist ihr Vergleich der Zitrone mit anderen „sauren“ Gewürzen wie Essig oder Sumach – und ihre klare Positionierung: eine kleine Prise Zitronenschale oder ein Spritzer Saft reichen oft schon, um ein ganzes Gericht zum Leuchten zu bringen.


    „Lemon Juice in Salads“ („Zitronensaft in Salaten“)
    Dieser Text ist eine Anleitung zur klugen Verwendung von Zitronensaft in Salaten – nicht nur als Alternative zu Essig, sondern als echte kulinarische Strategie. Clark vergleicht hier sehr genau die Aromen und Wirkungsweisen verschiedener Säurequellen und zeigt, wie Zitronensaft Gemüse auf subtile Weise verfeinert, ohne es zu überdecken. Besonders spannend sind ihre Gedanken zur Kombination von Zitrone mit rohen Fenchelknollen, verschiedenen Kräutern und Bitterstoffen wie Rucola oder Chicorée – alles mit dem Ziel, Frische und Tiefe auszubalancieren.


    Das Kapitel ist in seiner Kürze ein echtes Konzentrat an Wissen und Raffinesse – keine große Rezeptsammlung, aber ein Ideenfundus für all jene, die schon beim Kochen gern mit dem Löffel probieren, nachwürzen und verfeinern. Es zeigt sehr schön, wie viel Wirkung in einem einzigen Spritzer Zitrone liegen kann.


  5. Lemon Drops („Zitronentropfen“)

    In diesem eher schmalen, aber interessanten Kapitel finden sich vier erfrischende Getränke mit Zitrone: eine Lavendel-Honig-Limonade, eine Rosen-Himbeer-Limonade, ein Amaretto Sour sowie ein aromatisierter Espresso mit Zitrone – letzterer eine Hommage an italienische Alltagsgewohnheiten und einfacher zubereitet als in der Einleitung benannt. 


    Inhaltlich ergänzt wird das Kapitel durch den Essay „Lemon Aid“, ein doppeldeutiges Wortspiel, das sowohl auf die englische Limonade (lemonade) als auch auf die heilende Wirkung von Zitronen anspielt. Der Text beleuchtet die Zitrone als Heilpflanze, beschreibt ihre medizinische Wirkung – etwa bei Erkältungen, als Verdauungshilfe oder zur Vitamin-C-Zufuhr – und führt ihre Geschichte als „natürliches Heilmittel“ bis zurück zur Behandlung von Skorbut auf See.


    Zudem werden die vier „P“ der Frucht benannt: peel, pith, pulp und pips (Schale, Kerngehäuse, Fruchtfleisch, Kerne). Besonders die ätherischen Öle im Zitronenöl, das beim Aufritzen der Schale freigesetzt wird, erhalten Aufmerksamkeit – sie gelten als beruhigend und stimmungsaufhellend. Auch dass die Zitrone beim Einkochen als natürliches Geliermittel dient, wird erwähnt. Der abschließende Abschnitt ‚A Lemon a Day…‘ erinnert schließlich an das morgendliche Zitronenwasser – ein Hausmittel, das für viele zur täglichen Routine gehört.


  6. Lemon Jars („Zitronen im Glas“)

    Das letzte Kapitel des Buches ist kurz, aber unverzichtbar für alle, die Zitronen nicht nur frisch verwenden, sondern haltbar machen möchten. Es enthält vier Rezepte: zwei Varianten für eingelegte Zitronen – klassisch und in einer schnellen Version –, ein Zucchini-Ingwer-Zitronen-Chutney sowie ein Rezept für Lemon Curd, das in keinem britisch geprägten Haushalt fehlen darf.


    Einen besonderen Zusatz bildet der Einschub „A Lemon in the Hand – Practical Uses“ – „Eine Zitrone zur Hand – praktische Einsatzmöglichkeiten“. Hier wird die Zitrone nicht als Zutat, sondern als Hausmittel vorgestellt. Letitia Clark beschreibt, wie Zitronensaft und -schalen zum Reinigen, Parfümieren und Desinfizieren eingesetzt werden können – sei es zum Entkalken, zum Neutralisieren von Gerüchen oder zur schonenden Reinigung von Küchenoberflächen. Auch die ätherischen Öle der Zitrone, insbesondere Limonen, werden erwähnt und ihre antibakteriellen und pflegenden Eigenschaften hervorgehoben.


    So rundet das Kapitel den kulinarischen Bogen ab: von der Verwendung der Zitrone in süßen und herzhaften Speisen bis hin zu ihrer traditionellen Rolle als Konservierungsmittel und als natürlicher Haushaltshelfer.


3. Zielgruppe

„For the Love of Lemons“ ist für alle, die Lust auf einfache, aromatische Küche mit mediterraner Seele haben – ganz egal, ob sie täglich am Herd stehen oder nur ab und zu sonntags zum Kochlöffel greifen. Die Rezepte sind unkompliziert, gut erklärt und gelingsicher. Keine wilden Techniken, keine Spezialgeräte, keine schwer beschaffbaren Zutaten – Zitronen vorausgesetzt, versteht sich und die sollte man natürlich gerne mögen.

Bis auf die gelegentlich eingesetzten Zitronenblätter oder -blüten (für die man sich mit etwas Glück im Garten, Biomarkt oder beim Zitronenbäumchen auf dem Balkon behelfen kann), ist alles problemlos zu bekommen. Letitia Clark schreibt in einer Sprache, die ermutigt und inspiriert – nicht belehrt. Auch wer kein Profi ist, kommt hier gut zurecht. Und wer schon etwas geübter ist, findet viele charmante Impulse für die kleine Alltagsveredelung à la Italien.

Ob Hobbykoch, Genussmensch, Fan der mediterranen Küche oder einfach verliebt in die Zitrone: Dieses Buch ist ein Volltreffer für alle, die mit wenig Aufwand viel Aroma auf den Teller bringen möchten – und dabei ein bisschen von der italienischen Leichtigkeit mit serviert bekommen wollen.

4. Rezepte und Vielfalt

  • Anzahl der Rezepte: über 70
    Mit über dieser Anzahl ist „For the Love of Lemons“ angenehm prall gefüllt, ohne überladen zu wirken. Es gibt viel zu entdecken, aber man fühlt sich nie erschlagen. Die Auswahl ist so gestaltet, dass man sich durch das Buch kochen kann – Kapitel für Kapitel, Tag für Tag – ohne Langeweile, aber auch ohne Stress.
  • Vielfalt der Gerichte
    Letitia Clark zeigt, wie vielseitig die Zitrone sein kann – und das wirklich in allen denkbaren Facetten. Es gibt:
    – Vorspeisen und Snacks, von eingelegten Oliven bis zu frittierten Artischocken
    – Pasta & warme Gerichte, von zitroniger Carbonara bis zu Huhn mit Artischocken
    – Fisch & Fleisch, fein, aromatisch, aber immer zugänglich
    – Salate, Pürees, Toppings & Dressings
    – Desserts & süßes Backwerk, vom Kekstraum bis zur Mandeltorte
    – Eingelegtes & Konserviertes
    – Erfrischende Getränke & Eis
    Der überwiegende Teil der Rezepte ist vegetarisch.
    Und dazwischen immer wieder Einschübe, Hinweise, Textminiaturen – mal kulinarisch-praktisch, mal fast essayistisch. Das macht das Buch nicht nur vielseitig auf dem Teller, sondern auch im Lesegefühl.
  • Originalität & Kreativität
    Was dieses Buch besonders macht, ist nicht die Exotik, sondern die Perspektive. Clark kombiniert vertraute Zutaten mit überraschenden Ideen. Da wird Lemon Curd mit Olivenöl gemacht, Fenchel mit Zitrone in Sahne gebettet, Pasta mit Minze und Mandeln serviert oder Zitronenblüten kandiert.
    Sie schöpft aus der sardischen und britischen Küche, ohne sich sklavisch an deren Regeln zu halten – das schafft Freiraum, Vertrauen und vor allem: Lust aufs Selbermachen. Es ist kein Show-Off-Buch. Kein Buch zum Angeben. Sondern eines zum Verwenden, Verlieben und Wiederöffnen.

5. Schwierigkeitsgrad

Die Rezepte in „For the Love of Lemons“ sind durchweg gut zugänglich und einfach umsetzbar. Viele Gerichte kommen mit wenigen Zutaten aus und sind in kurzer Zeit zubereitet – perfekt für den Feierabend, das Wochenendfrühstück oder den schnellen Genuss zwischendurch. Wer mit Kochen grundsätzlich vertraut ist, wird sich hier pudelwohl fühlen. Aber auch Einsteiger*innen müssen sich nicht fürchten: Die Anleitungen sind fehlerfrei, klar gegliedert und immer nachvollziehbar.

Letitia Clark schreibt in einem Ton, der motiviert und nie überfordert. Sie gibt Tipps, macht Mut zur Intuition und lässt Raum für Variationen. Besonders angenehm: Es gibt keine hochtrabenden Techniken, keine überambitionierten Anforderungen – und wenn doch mal ein Detail wichtig ist, erklärt sie es auf Augenhöhe.

Ein rundum einsteigerfreundliches Buch, das trotzdem auch Fortgeschrittene nicht unterfordert – genau die richtige Balance zwischen alltagstauglich und raffiniert.

6. Fotografie und Design

  • Bildqualität

    Die Fotografien stammen von Charlotte Bland, das Styling übernahm Alice Adams Carosi – und man spürt sofort: Hier steckt ein Gespür für Atmosphäre, Licht und Stimmung drin. Viele der Bilder wirken wie aus einem italienischen Sommertraum: gedämpfte Farben, mediterrane Kulisse, ein Hauch Retrofilter – ganz so, als würde man durch ein Urlaubsfotoalbum blättern, das nach Meersalz und Zitronen duftet.


    Immer wieder gibt es diese wunderbar arrangierten Stilleben mit Zitronen – mal aufgeschnitten auf einem Teller, mal ganz für sich inszeniert, mal als beiläufiges Detail auf einer karierten Tischdecke. Das Essen wird meist von oben oder leicht schräg fotografiert – so, als würde man sich gerade dazusetzen dürfen. Einige wenige, aber umso stärkere Bilder zeigen Letitia Clark selbst und ihre Familie – beim Kochen, beim Lachen, beim Leben. Das alles wirkt authentisch, unaufgeregt und sehr nahbar.


  • Layout und Gestaltung

    Für das Layout zeichnet Emma Wells vom Studio Nic+Lou verantwortlich – wie schon bei „Sebze“ von Özlem Warren. Und man erkennt ihre Handschrift sofort: grafisch durchdacht, klar strukturiert und mit viel Liebe zum Detail.


    Das gesamte Buch lebt vom Zusammenspiel aus Zitronengelb, Azurblau und sanften Akzenten in Rosa, Hellrot und Orange – alles ist fein aufeinander abgestimmt. Die Kapiteltrenner sind keine plakativen Designelemente, sondern grafisch zarte Wellen, Linien und Ornamentmuster, die die Zitronenthematik aufgreifen, ohne aufdringlich zu wirken. Die Seitenhintergründe in einem sehr hellen, abgetönten Gelb verleihen dem Buch eine warme, sonnige Grundstimmung, ohne den Text zu stören.


    Die Rezepte sind auf einer Doppelseite platziert, die Zutaten- und Zubereitungsteile klar getrennt, mit klassischer, gut lesbarer Schrift – funktional und ästhetisch zugleich.


  • Nutzung der Bilder 

    Nicht jedes Rezept ist bebildert – etwa 10 Prozent der Rezepte kommen ohne Foto aus. Das stört allerdings kaum, denn die Bildsprache ist so stimmig, dass sie das Gesamtgefühl wunderbar trägt. Die Fotos erzählen nicht nur, was gekocht wird, sondern wie es sich anfühlt, es zu essen. Die Zitrone steht visuell wie inhaltlich im Mittelpunkt – als Symbol, als Zutat, als Stilmittel.


7. Sprache und Anleitungen

Letitia Clark schreibt klar, präzise und gleichzeitig mit viel Wärme und Persönlichkeit. Ihre Sprache hat etwas Musikalisches – sie fließt, ohne zu verkitschen, sie informiert, ohne zu belehren. Es ist ein Ton, der einen mitnimmt, der Vertrauen schafft, der motiviert.

Die Anleitungen sind fehlerfrei, übersichtlich und strukturiert – meist in einem Fließtextstil mit klaren Absätzen, dabei aber nie langatmig. Die Schritte sind logisch aufgebaut, Zutaten und Zubereitung gut getrennt, Hinweise zur Vorbereitung oder zu Varianten oft beiläufig, aber hilfreich eingebaut. Man hat beim Lesen das Gefühl, Letitia steht neben einem in der Küche – mit einer Mischung aus Ruhe, Leichtigkeit und Erfahrung.

Besonders schön: Zwischentöne und Erklärungen fließen ganz natürlich ein. Sie erklärt nicht, weil sie muss, sondern weil sie will – weil sie das Kochen liebt und teilen möchte, was sie über Aromen, Zutaten und Techniken weiß. Genau dadurch fühlt sich das Buch so zugänglich an – und gleichzeitig so inspirierend.

Kurz gesagt: eine Sprache, die Lust macht aufs Nachkochen, Nachdenken und Nachspüren.

8. Besonderheiten

„For the Love of Lemons“ ist mehr als nur ein Zitronen-Kochbuch. Es ist eine Liebeserklärung an die Frucht, die Küche, das Leben – und an all die kleinen Rituale, Gerüche und Gesten, die Kochen zu einem sinnlichen Erlebnis machen.

Was dieses Buch besonders macht:

  • Die Mischung aus Rezept und Erzählung – Letitia Clark streut persönliche Erinnerungen, kulturelle Reflexionen und kulinarische Anekdoten so geschickt zwischen die Rezepte, dass sich alles wie aus einem Guss liest. Man lernt nicht nur zu kochen, sondern begreift, warum sie gerade so kocht.
  • Die kleinen Einschübe – Ob „Lemon Aid“, „A Zest for Life“ oder „A Lemon in the Hand“: Diese kleinen Textinseln vermitteln Wissen, Geschichte und Alltagskultur rund um die Zitrone, ohne je belehrend zu wirken. Sie geben dem Buch Tiefe – und einen leisen, nachhallenden Ton.
  • Die visuelle und grafische Sprache – Farben, Bilder, Layout: Alles ist aufeinander abgestimmt, atmosphärisch und zugleich modern. Es fühlt sich an wie ein Urlaub auf Papier – und macht einfach glücklich.
  • Die Balance zwischen britischer und italienischer Kochtradition – Clark verwebt ihre Wurzeln mit ihrer Wahlheimat Sardinien. So entstehen ganz eigene Rezeptideen, die man nicht in jedem Kochbuch findet: Zitronen-Pavlova mit Olivenöl, Ravioli mit Zitronenpudding oder der Sussex Pond Pudding.
  • Die Breite der Zitrusverwendung – Hier geht’s nicht nur um Saft und Schale, sondern auch um Blüten, Blätter, eingelegte Schalen, Zitronenwasser, Curd, Sorbets, Essenzen – kurz: Zitrone in allen denkbaren Aggregatszuständen.

9. Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis des Buches:  28 GBP , im deutschen Buchhandel derzeit ab 34,90 Euro

Der Preis ist absolut gerechtfertigt. Schon das Cover ist ein kleines Kunstwerk, und was sich dahinter verbirgt, ist nicht nur ein Rezeptfundus, sondern auch ein Stück mediterrane Lebensfreude zwischen zwei Buchdeckeln.

Man bekommt:

  • über 70 Rezepte, die wirklich alltagstauglich sind,
  • eine durchkomponierte Gestaltung, die Freude macht und inspiriert,
  • stimmungsvolle Fotografie, die den Ton des Buches trägt,
  • und nicht zuletzt: kluge Texte, die Wissen, Emotion und Atmosphäre verbinden.

Dazu kommen Zutaten, die in der Regel leicht zu beschaffen sind, eine zugängliche Sprache und eine sehr hochwertige Ausstattung – vom Papier über den Druck bis zum Layout. Kein billiger Trendtitel, sondern ein Buch, das man gerne immer wieder aufschlägt. Und: Es altert nicht.

Ein Buch zum Kochen, Schmökern, Verschenken – und Behalten.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„For the Love of Lemons“ ist eines dieser Kochbücher, bei denen man schon nach den ersten Seiten weiß: Das wird ein Lieblingsbuch. Nicht, weil es laut schreit oder mit Effekten um sich wirft – sondern weil es leise, warmherzig und durchdacht daherkommt. Es ist ein Buch, das du auf dem Küchentisch liegen lassen willst, weil es schön ist. Und das du in die Hand nimmst, wenn du nicht nur Hunger, sondern auch Sehnsucht hast.

Letitia Clark schafft es, der Zitrone eine Stimme zu geben. Sie erzählt nicht nur, wie man mit ihr kocht – sie zeigt, warum es sich lohnt. Ihre Rezepte sind machbar, köstlich, mediterran mit einem Hauch britischer Eigenwilligkeit, ihre Texte klug, sinnlich und manchmal fast schon literarisch. Man spürt: Da schreibt jemand, der das Leben schmecken kann.

Wer dieses Buch liest, bekommt mehr als Rezepte: Man bekommt eine Einladung, die eigene Küche in ein kleines Zitronenparadies zu verwandeln. Und das mit einer Leichtigkeit, die nie gekünstelt wirkt. Für mich ein echtes Herzensbuch – sonnig, klug und wunderschön gemacht.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄 

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Frühlings-Fregola-Salat (S. 69)
Ein köstlicher Salat mit Fregola, Erbsen und Zucchini (hier im Spiralschneider geschnitten und eingekürzt). Gewürzt wird mit Minze, Dill und Petersilie, abgeriebener Zitronenschale und viel Zitronensaft. Reichlich Olivenöl und Salz noch dazu – that‘s it.
Serviert wird mit gerösteten Mandelblättchen und einigen Klecksen Ricotta. Einfach perfekt. Hier gab es dazu gebratenes Kabeljaufilet. Letitia Clark empfiehlt Fisch oder Hühnchen dazu. Lecker!
Burrata mit zitronigem Frühlingsgemüse und Pistazien-Pesto (S. 47)
So schmeckt der Frühling – und das Auge sieht nur Maigrün! 💚🙂
Im Mittelpunkt steht Burrata und welches Gemüse man nimmt und welches Dressing – das ist wunderbar wandelbar und Letitia macht verschiedene Vorschläge dazu in der Einleitung zum Rezept. In ihrer Version kommen alle Gemüse (Spargel, Fava (Dicke) Bohnen, Erbsen) roh auf den Teller. Ich habe alles leicht blanchiert. Jeder, wie er mag! ☺️
Dazu kommen noch Rucola und gehackte Kräuter: Minze, Basilikum und Petersilie. Alles wird mit reichlich Zitronensaft, Olivenöl und Zitronenabrieb und Salz vermengt. Die Burrata bekommt ein Pistazien-Pesto als Dressing, das Letitia Clark lieber mit etwas mehr Biss mag und deshalb nur mit dem Messer hackt. So habe ich es auch gemacht – es besteht aus Pistazien, wenig Knoblauch, Minze und Basilikum, Parmesan, Zitronenabrieb und -saft und natürlich Olivenöl.
Herrliche Kombination! 🌿
Zitronen-Kokosnusscreme-Kuchen (S. 136)
Ein sehr gehaltvoller, saftiger Kuchen, der beweist, wie gut Zitronen und Kokosnüsse harmonieren. In den Teig kommen die Schalen von zwei großen Zitronen und eine halbe Dose Coconut Cream. Das alleine wäre schon köstlich, wird aber noch getoppt von einer Creme aus Mascarpone und wiederum Kokoscreme sowie Zucker und Vanilleextrakt (hier habe ich selbstgemachten Vanillezucker verwendet). Sehr köstlich!
Zitronen-Fenchel Risotto (S. 89) 
Ein schön leichtes und frisches Risotto – nicht so mächtig und Zitronensaft und -schale sorgen für feine Säure. Kann man gut auch noch mit Garnelen oder Langusten verfeinern. Ein schönes Sommer Essen! 🍋 😋

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