Björn Freitag – Einfach und köstlich vegetarisch

1. Eckdaten

Titel: Einfach und köstlich – vegetarisch: Lieblingsrezepte für jeden Tag

Autor: Björn Freitag mit Co-Autor Thomas Mudersbach

Verlag: Becker Joest Volk Verlag

Erscheinungsjahr:  2022

2. Inhalt und Konzept

  • Beschreibung des Konzepts:

„Einfach und köstlich – vegetarisch“ versammelt über 70 vegetarische Lieblingsrezepte aus der beliebten WDR-Sendung, die Björn Freitag seit über einer Dekade moderiert. Gemeinsam mit der Redaktion und seinem Co-Autor Thomas Mudersbach entwickelte er für das Buch Rezepte, die alltagstauglich, schnell und dabei raffiniert sind – sei es für die Familienküche, für Gäste oder den Feierabend. Der Fokus liegt auf saisonaler Frische, hoher Produktqualität und überraschend unkomplizierter Zubereitung. Das Motto: moderne vegetarische Küche, die glücklich macht – ohne Verzicht, mit viel Geschmack.

Im Vorwort schreibt Freitag persönlich über seine wachsende Begeisterung für die vegetarische Küche, nicht zuletzt inspiriert durch seine Frau. Er betont, dass vegetarisches Essen kein bloßer Verzicht ist, sondern Genuss mit Pfiff – wenn man auf hochwertige Zutaten und kreative Kombinationen setzt.

Besonderes Augenmerk gilt dabei:

  • der Herkunft und Qualität der Zutaten (z. B. kaltgepresstes Olivenöl, hochwertige Pflanzenöle für Dressings),
  • der praktischen Umsetzbarkeit für den Alltag,
  • dem bewussten Umgang mit gesunder, frischer Küche ohne dogmatischen Anspruch.

Besonderheiten des Buches:

Die Gerichte sind häufig vom saisonalen Marktangebot inspiriert und viele Rezepte bieten Kombinationen aus heimischen Klassikern mit internationalen Akzenten. Einen guten Service gibt es vom Verlag – es gibt ein Online-Angebot, das die Abstimmung auf die individuellen Bedürfnisse ermöglicht.
Die Gerichte wirken nie langweilig – auch Klassiker wie Sauerkraut oder Tortelloni bekommen durch ungewöhnliche Präsentation oder raffinierte Begleiter einen neuen Dreh. Bei nicht wenigen Rezepten merkt man, dass Björn Freitag ein Sternekoch ist – aber einer, der sein Handwerk so übersetzen kann, dass man sich als ganz normale Hobbyköchin in der eigenen Küche trotzdem sicher fühlt. Genau das macht für mich den großen Charme dieses Buches aus: Es ist raffiniert – aber nicht abgehoben. Alltagsnah – aber niemals banal.

• Struktur des Buches:

Das Buch folgt nicht der klassischen Menüabfolge, sondern ist thematisch in sechs praxisnahe Kapitel gegliedert:

  • Familienküche
    Dieses Kapitel liegt Björn Freitag besonders am Herzen. Er versteht Familienküche nicht nur als Rezepte für Kinder, sondern als gemeinschaftliches Kochen und Essen – mit Kindern, mit Freunden oder generationenübergreifend. Es geht um gemeinsames Vorbereiten, Ausprobieren und Erleben. Kinder lernen dabei spielerisch die Grundlagen gesunder Ernährung und es ist spannend zu sehen, wie sich ihr Geschmack mit der Zeit entwickelt.
    Die Rezepte sind abwechslungsreich und familienfreundlich, mit einem Mix aus Klassikern und neuen Ideen:
    Mangold-Kartoffelpfanne mit scharfer Tomatensalsa, Süße Maultaschen mit Apfelnuss-Zimtfüllung und Karamellsoße, Kräuter-Käse-Frittata, Makkaroni-Auflauf mit Frühlingszwiebeln und Kräuterbéchamel, Kurkuma-Butterreis mit Brokkoli, kreative Salatvariationen, Aprikosen-Quiche mit Sauerrahm-Dip oder Birnen im Backteig mit Holunderblütensirup.
  • Feierabendküche
    In diesem Kapitel zeigt Björn Freitag, dass gutes Essen nach einem langen Tag nicht kompliziert sein muss. Sein Anspruch: Frisch kochen – mit wenig Zeit, ohne teures Equipment, aber mit maximalem Geschmack. Im Vorwort zu diesem Abschnitt motiviert er gerade Kochskeptiker*innen zum Ausprobieren und verspricht, dass selbst einfache Gerichte Fertigessen und Lieferdienste geschmacklich weit hinter sich lassen.
    Die Rezepte sind schnell gemacht, benötigen meist nur wenige Zutaten und bleiben dennoch raffiniert, wie z.B.:
    Romanesco mit gebratenem Chicorée in Pfefferrahmsauce, Orecchiette mit Grünkohl und roter Zwiebel-Konfitüre, Nudeln mit Kräuterpesto und Kohlrabi, Bohnenfrikadellen mit asiatischem Weißkohl-Radieschen-Salat oder ein süßer Grießbrei mit Kirschragout.
    Hier ist nichts 08/15, sondern clever kombinierte Feierabendküche, die auch ohne großen Aufwand zufrieden macht – und Lust auf mehr vegetarische Abende macht.
  • Sommerküche

    Der Sommer ist für Björn Freitag kulinarisch gesehen die schönste Zeit des Jahres – nicht nur wegen Sonne und Wärme, sondern vor allem wegen des saisonalen Überflusses an aromatischen Zutaten. Von Mai bis September schöpft er aus dem Vollen: Spargel, Bärlauch, Mairübchen, Frühkartoffeln, Beeren, grüne und dicke Bohnen – das alles ist für ihn Inspirationsquelle für besonders leichte, frische und aromenstarke Gerichte.
    In diesem Kapitel spiegelt sich das sommerliche Lebensgefühl wider: unkompliziert, bunt, manchmal fast mediterran, dabei aber immer mit Bodenhaftung. Die Rezepte zeigen, wie sich saisonale Gemüse- und Obstsorten mit wenigen Zutaten kreativ in Szene setzen lassen – oft kalt, leicht, zum Vorbereiten oder zum Mitnehmen ins Grüne.
    Auf dem sommerlichen Speiseplan stehen u. a.:
    Tomaten-Brot-Salat, Kohlrabi-Kartoffelbällchen mit Senfsoße und Salat, eine feine Quiche mit Zucchini und Pecorino, Wurzelsalat mit gerösteten Kernen, Smörrebröd mit Räucherfrischkäse, Preiselbeeren und Radieschen, Spargelsalat mit Olivenmayonnaise und Parmesanbröckchen, Sommerliche Weißkraut-Rollen, Beeren-Sorbet mit beschwipsten Johannisbeeren, Ingwer-Limettencreme mit Schokoraspeln und ein kerniges Nussbrot mit Dip-Variationen.
    Diese Gerichte machen Lust auf Picknick, Balkonabende und laue Gartenfeste – und zeigen, wie elegant und unkompliziert vegetarischer Sommergenuss sein kann.

  • Festliche Küche
    Feiertage sind kulinarisch oft festgelegt: Braten, üppige Beilagen, Klassiker, die „immer so waren“. Doch Björn Freitag lädt in diesem Kapitel dazu ein, genau hier neue Wege zu gehen – nicht aus Prinzip, sondern aus Lust auf kreative Abwechslung. Seine Botschaft: Vegetarische Küche kann auch an besonderen Tagen glänzen, überraschen und Menschen begeistern, selbst wenn sie sonst eher fleischlastige Festtagsrituale pflegen.
    Mit seiner Erfahrung aus der Spitzengastronomie und seiner Offenheit für neue Geschmäcker zeigt Freitag, wie man mit wenigen, aber ausgesuchten Zutaten besondere Gerichte zaubert, die elegant, raffiniert und doch zugänglich sind. Die vorgestellten Rezepte eignen sich sowohl für festliche Menüs als auch für ein „besonderes Essen mal zwischendurch“ – wenn man Freund*innen oder Familie mit etwas anderem verwöhnen möchte.
    Im festlichen Repertoire finden sich:
    Sauerkraut-Tortellini im Pilzsud, Spargel aus der Backtüte mit Estragon-Zabaione und Ofenkartoffeln, gebratener Portobello mit Rotkohlsalat, Crespelle mit Mangold-Kartoffelfüllung und Frischkäsedip, Kräuterdampfnudeln mit Beurre blanc, eine winterlich-würzige Lebkuchen-Pannacotta mit Rotweinpflaumen und sogar ein Pumpernickel-Eis.
    Wer bisher dachte, festlich sei zwangsläufig fleischlastig, wird hier eines Besseren belehrt. Diese Gerichte beweisen: Vegetarische Küche kann feierlich, tiefgründig und unvergesslich sein – ganz ohne Verzicht, aber mit jeder Menge Stil.
  • Internationale Küche
    Die kulinarische Vielfalt rund um den Globus ist für Björn Freitag eine nie versiegende Inspirationsquelle. In diesem Kapitel lädt er ein zu einer Reise durch die Aromen der Welt – von Fernost über den Mittelmeerraum bis hin zur nordischen Küche. Dabei geht es ihm nicht um Authentizität bis ins Letzte, sondern um kreative Annäherungen, die alltagstauglich bleiben und zugleich den Reiz des Neuen auf den Teller bringen.
    Im dazugehörigen Text macht Freitag deutlich, wie spannend es ist, über den eigenen kulinarischen Tellerrand hinauszublicken – und wie einfach das oft geht. Seine Empfehlung: offen sein, Neues probieren und sich ruhig auch mal an ungewöhnliche Zutaten oder Kombinationen wagen.
    Die Rezeptauswahl spiegelt genau diese Entdeckerfreude wider:
    Asiatische Gemüsesuppe mit Buchweizennudeln, Indisches Curry mit Süßkartoffeln und Aubergine, Spanische Tortilla mit grünem Salat, Risoni mit Gorgonzola-Schaum, Birnen und Zwiebeln, Ziegentopfenkuchen mit Rotweinfeigen sowie ein Oliven-Risotto mit geschmortem Spargel.
    Ob herzhaft und aromatisch, cremig und würzig oder leicht und zitronig – hier treffen internationale Impulse auf die Handschrift eines Kochs, der weiß, wie man große Wirkung mit überschaubarem Aufwand erzielt. Das Ergebnis: Gerichte, die kulinarische Neugier wecken, aber immer mit beiden Beinen in der heimischen Küche stehen.
  • Heimatküche
    Für Björn Freitag ist die Heimatküche mehr als nur kulinarische Nostalgie – sie ist ein zentrales Thema, das ihn über viele Jahre in seiner WDR-Sendung „Einfach und köstlich“ begleitet hat: Klassiker vom Niederrhein bis ins Sauerland, und viele Gerichte dieser Regionen sind ursprünglich fleischlastig. Umso spannender ist seine Herangehensweise in diesem Kapitel: inspiriert durch seine vegetarisch lebende Frau Anna interpretiert er traditionelle Rezepte neu – fleischlos, aber mit voller Geschmackstiefe.
    Ziel ist es, den vertrauten Charakter der Gerichte zu bewahren und gleichzeitig zu zeigen, wie vielfältig, genussvoll und „typisch“ auch eine moderne, vegetarische Heimatküche sein kann. Dabei werden nicht etwa Ersatzprodukte verwendet, sondern regionale Zutaten in ihrer besten Form kreativ kombiniert. So entsteht eine Küche, die sowohl für Kennerinnen als auch für Neuentdeckerinnen funktioniert – vertraut, aber frisch.
    Zu den Gerichten zählen z. B.:
    Bratkartoffelsalat mit Endivie, klassische Kartoffelsuppe, Omelett mit Pilzen und Wildkräutersalat, Spitzkohl aus dem Schmortopf mit Kümmeldressing, Kartoffel-Ackerbohnenstampf mit geschmortem Stielmus, Verlorene Eier mit Senfsoße und gebratenen Pilzen, Wirsingrouladen mit vegetarischer Bratensoße, Rote Bete in der Salzkruste mit Birnen-Balsamico-Dressing, Graupenrisotto mit Blumenkohl und Erbsen sowie Apfel im Schlafrock mit Vanillesoße oder kleine Karotten-Nuss-Küchlein.
    Diese Gerichte verbinden Regionalität mit Kreativität – und zeigen, wie tief Heimatgefühl auch in der vegetarischen Küche verankert sein kann.

Ergänzt wird das Ganze durch ein „Basics“-Kapitel mit Grundrezepten und kleinen Helfern wie Fonds, Mayonnaisen oder Dressings. So ergibt sich ein flexibles, vielfältig einsetzbares Alltagskochbuch mit einem klaren, aber nicht dogmatischen Fokus auf vegetarischen Genuss.

3. Zielgruppe

Dieses Buch richtet sich an alle, die unkomplizierte, moderne vegetarische Küche in ihren Alltag integrieren möchten – ganz ohne missionarischen Eifer, dafür mit viel Lust auf Genuss. Besonders angesprochen fühlen dürfen sich:

  • Einsteiger*innen in die vegetarische Küche, die sich einfache, aber besondere Gerichte wünschen, die gelingen und schmecken.
  • Flexitarier*innen, die ihren Fleischkonsum bewusst reduzieren wollen, ohne auf Vielfalt zu verzichten.
  • Fans der WDR-Sendung „Einfach und köstlich“, die die Rezepte aus dem Fernsehen nachkochen möchten – jetzt rein vegetarisch.
  • Berufstätige und Menschen mit wenig Zeit, die sich schnelle Feierabendrezepte und alltagstaugliche Ideen wünschen.
  • Hobbyköch*innen mit Anspruch, die bei wenigen, aber hochwertigen Zutaten nicht sparen wollen, sondern auf Qualität und Frische setzen.

Die Rezepte sind so angelegt, dass sie sowohl im Familienalltag als auch beim Kochen für Gäste funktionieren. Die Tonalität des Buches ist bewusst inklusiv: Hier geht es nicht um Verzicht oder strenge Ernährungsregeln – sondern um alltagstauglichen Genuss mit Pfiff. Auch wer sich bisher wenig mit vegetarischer Küche beschäftigt hat, wird hier nicht abgeschreckt, sondern inspiriert.

4. Rezepte und Vielfalt

• Anzahl der Rezepte: über 70

• Vielfalt der Gerichte:

Die Rezeptauswahl ist ausgesprochen vielseitig und deckt eine breite Palette ab: von bodenständigen Heimatklassikern über kreative Feierabendgerichte bis hin zu sommerlich-leichten Ideen und Festtagsgerichten. Auch Liebhaber internationaler Aromen kommen auf ihre Kosten. Neben Hauptgerichten finden sich auch kleinere Gerichte, Frühstücksideen, Desserts, Salate, Eintöpfe, gefüllte Teigwaren, Ofengerichte und sogar Eis – das sorgt für Abwechslung quer durchs Jahr.

• Originalität und Kreativität:

Björn Freitag bleibt seiner Handschrift treu: unkompliziert, überraschend und alltagstauglich. Viele Gerichte sind kreativ überarbeitete Klassiker oder Kombinationen aus regionaler Bodenständigkeit und internationalen Einflüssen. Spannend ist, dass traditionelle Komponenten wie Stielmus, Graupen oder Ackerbohnen ein zeitgemäßes Update erhalten.

Die Kombinationen sind oft unkonventionell – aber dabei nie abgehoben. Auch ansprechende vegetarische Alternativen zu sonst fleischlastigen Festgerichten sind Teil des Konzepts. Immer wieder sorgt ein besonderes Topping, ein ausgefallenes Dressing oder ein kleiner Twist für den kulinarischen Aha-Effekt.

5. Schwierigkeitsgrad

Die Rezepte in „Einfach und köstlich – vegetarisch“ sind so konzipiert, dass sie auch von weniger erfahrenen Hobbyköch*innen problemlos umgesetzt werden können. Björn Freitag legt bewusst Wert auf eine zugängliche, alltagstaugliche Küche, die ohne Spezial-Equipment, seltene Zutaten oder komplizierte Techniken auskommt. Viele Gerichte bestehen aus wenigen, gut erhältlichen Zutaten und lassen sich mit einer normalen Küchenausstattung zubereiten.

Gleichzeitig bieten manche Rezepte kleine Raffinessen – etwa ein besonderes Topping, eine ausgefallene Sauce oder eine ungewöhnliche Zubereitung – die auch geübtere Köch*innen ansprechen und inspirieren. Die Balance stimmt: einfache Basics, spannende Feierabendgerichte, aber auch festliche Teller mit Anspruch – alles mit klaren Anleitungen, die Schritt für Schritt durch den Kochprozess führen. Kurz gesagt: Einsteigerfreundlich, aber nicht langweilig. Alltagstauglich, aber nicht banal. Kreativ, aber immer machbar.

6. Fotografie und Design

• Bildqualität:

Die Foodfotografie stammt von Hubertus Schüler, assistiert von Benedikt Obermeier, mit Stefan Mungenast als verantwortlichem Foodstylisten – ein erfahrenes Team, das hier durchweg überzeugende Arbeit leistet. Die Fotos sind professionell, dabei angenehm ungekünstelt, und präsentieren die Gerichte stets appetitlich und mit klarem Fokus auf das Wesentliche. Die überwiegende Aufnahme aus der Vogelperspektive sorgt für Übersichtlichkeit und macht die Rezeptkomponenten gut erkennbar. Die Gerichte wirken dadurch nahbar und einladend – man hat direkt Lust, selbst loszulegen.

• Layout und Gestaltung:

Das Buch ist klar, hell und sehr strukturiert gestaltet – typisch Becker Joest Volk Verlag. Die Foodfotos stehen fast immer auf hellgrauem Untergrund, häufig kombiniert mit hellen Tellern und schlichtem Geschirr, was dem Essen die Hauptrolle überlässt. Der Gesamteindruck ist luftig, aufgeräumt und hochwertig.

Jedes Rezept nimmt eine Doppelseite ein: auf der einen Seite das Rezept mit Zutaten und Zubereitung, auf der anderen das begleitende Foodfoto. Die Zubereitungsschritte sind durch farbige Punkte gegliedert, was die Lesbarkeit verbessert und die Umsetzung beim Kochen erleichtert. Die Kapitel werden jeweils durch eine persönliche Einführung von Björn Freitag eröffnet, was den Lesefluss zusätzlich auflockert.

• Nutzung der Bilder:

Jedes Gericht ist bebildert, was nicht nur visuelle Orientierung bietet, sondern auch die Vielfalt und Attraktivität der Rezepte unterstreicht. Insgesamt ist die visuelle Begleitung äußerst konsequent und hochwertig umgesetzt – jede Rezeptkategorie ist fotografisch präsent, das erhöht nicht nur den Nutzwert, sondern motiviert auch zum Ausprobieren.

7. Sprache und Anleitungen

Die Rezepte in „Einfach und köstlich – vegetarisch“ zeichnen sich durch eine klare, präzise und zugleich unaufgeregte Sprache aus. Es wird auf den Punkt formuliert, ohne unnötige Schnörkel – so bleibt der Fokus stets auf dem Wesentlichen: dem Kochen.

Ein großes Lob gebührt dabei dem Rezeptlektorat von Birgit Wüller und dem Schlusslektorat von Doreen Köstler. Ihre Arbeit sorgt für eine durchgängig hohe sprachliche Qualität: Die Anleitungen sind logisch aufgebaut, gut nachvollziehbar und vermeiden Wiederholungen ebenso wie Unklarheiten. Auch sprachlich wirken sie angenehm zurückhaltend und sachlich – und damit genau richtig für ein Kochbuch, das alltagstauglich sein will, ohne banal zu wirken.

Die Zubereitungsschritte sind übersichtlich gegliedert – oft in nummerierten oder durch farbige Punkte voneinander abgesetzten Absätzen. So findet man sich auch während des Kochens schnell wieder zurecht, selbst wenn man nur mit halbem Auge auf die Seite schielt. Die Mengenangaben sind präzise und nachvollziehbar, unnötige Zutatenlisten werden vermieden, und bislang lassen sich keine groben handwerklichen oder inhaltlichen Fehler erkennen – das spricht für die Sorgfalt, mit der hier gearbeitet wurde.

Insgesamt ist die sprachliche und strukturelle Umsetzung ein echtes Plus dieses Buches – durchdacht, professionell und absolut kochfreundlich.

8. Besonderheiten

Ein echtes Plus dieses Buches ist der digitale Service, den der Becker Joest Volk Verlag allen seinen Kochbuchtiteln beilegt – so auch „Einfach und köstlich – vegetarisch“. Über die Website http://www.mengenrechner.de lassen sich alle Rezepte individuell anpassen – etwa auf die gewünschte Anzahl an Portionen, Haushaltsgrößen oder auch einzelne Zutaten. Die personalisierte Einkaufsliste kann direkt per E-Mail ans eigene Smartphone geschickt oder online bearbeitet werden – Zutaten lassen sich mit einem Klick streichen, ergänzen oder ersetzen.

Besonders nützlich ist dabei der integrierte Rezept- und Zutatenfilter: Rezepte lassen sich gezielt nach veganen, vegetarischen, glutenfreien, laktosefreien oder auch verfügbaren Zutaten im Vorratsschrank filtern – eine echte Alltagshilfe, wenn es schnell gehen soll oder man gezielt kocht. Favoriten können gespeichert, Einkaufslisten zusammengestellt und später wieder aufgerufen werden.

Hinzu kommt ein persönlicher Ernährungsassistent, mit dem sich Rezepte nach Kalorien, Kohlenhydraten, Fett- oder Eiweißgehalt sortieren lassen. Wer möchte, kann seinen täglichen Nährstoffbedarf hinterlegen und den Kalorienverbrauch im Blick behalten. Auch ein Tagesprotokoll mit Nährwertbilanz ist möglich. Wichtig dabei: Dieser Service ist kein exklusives Extra dieses Buches, sondern ein genereller Bestandteil der Kochbücher des Becker Joest Volk Verlags. Dennoch ist es erwähnenswert, wie konsequent hier digitale und analoge Kochwelten zusammengedacht werden – ein klarer Mehrwert für Nutzer*innen, die gerne gut organisiert kochen.

Neben diesem funktionalen Extra glänzt das Buch auch durch seine durchgängige Bebilderung, seine sorgfältige sprachliche Ausarbeitung dank gutem Lektorat – sowie durch seine thematisch kluge Kapitelstruktur, die sich am Alltag orientiert, ohne dabei beliebig zu wirken.

9. Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis des Buches: 32 Euro

Mit einem Ladenpreis von 32 Euro bewegt sich „Einfach und köstlich – vegetarisch“ im gehobenen mittleren Segment der Kochbuchpreise – völlig zu Recht. Denn was man dafür bekommt, ist ein rundum hochwertiges Gesamtpaket: über 70 durchdachte, alltagstaugliche Rezepte, fast durchgehend bebildert, mit strukturierter Gestaltung, einem funktionierenden Online-Service und einem professionellen Lektorat.

Besonders wertvoll ist die Kombination aus Verlässlichkeit und Vielseitigkeit: Die Rezepte funktionieren, sind klar gegliedert, verständlich formuliert und lassen sich ohne Spezialzubehör oder schwer erhältliche Zutaten umsetzen. Gleichzeitig bieten sie genug Raffinesse und kreative Impulse, um auch über den Alltag hinaus zu überzeugen.

Hinzu kommt die digitale Ergänzung durch den Mengenrechner des Verlags, der das Buch nicht nur zu einem ästhetischen, sondern auch zu einem praktischen Küchenhelfer macht – ganz ohne zusätzliche App.

Die hochwertige Ausstattung des Buches – festes Papier, stabiles Hardcover, klare Typografie, großzügiges Layout – rundet den positiven Gesamteindruck ab. Kurz gesagt: Ein Preis, der in Relation zur Leistung absolut gerechtfertigt ist.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Einfach und köstlich – vegetarisch“ ist ein durch und durch gelungenes Kochbuch für alle, die ihre Alltagsküche erweitern, bereichern und vielleicht auch ein Stück weit umdenken möchten. Björn Freitag zeigt hier mit spürbarer Freude und Bodenhaftung, wie vielfältig, unkompliziert und gleichzeitig raffiniert vegetarisches Kochen sein kann – ganz ohne Dogma, dafür mit einer großen Portion Lust am Genuss.

Die Struktur des Buches ist klar und alltagsnah, die Rezeptauswahl breit gefächert – von klassischer Heimatküche über sommerliche Leichtgerichte bis hin zu überraschend festlichen vegetarischen Menüs. Die Anleitungen sind präzise, das Layout benutzerfreundlich, und die Bilder machen Lust, sofort den Herd anzuwerfen.

Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen, aber feinen Ideen, die Björn Freitag immer wieder einstreut – sei es ein ungewöhnliches Topping, ein kluges Gewürz oder eine neue Kombination vertrauter Zutaten. Auch die enge Verzahnung von Buch und Online-Mengenrechner zeigt, wie durchdacht hier gearbeitet wurde.

Wer ein vegetarisches Kochbuch sucht, das sich im Alltag bewährt, aber gleichzeitig genug kulinarische Inspiration bietet, um über den Tellerrand zu schauen, ist mit diesem Titel bestens beraten. Es ist ein Buch, das mitdenkt – und das man gern und oft zur Hand nimmt.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄 

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Spargel aus der Backtüte mit Estragon-Zabaione und Ofenkartoffeln (S.81)
Spargel aus dem Pergament im Ofen gebacken ist immer herrlich aromatisch – hier wird er noch Zitrone aromatisiert und ansonsten kommen nur etwas Olivenöl, Butter und Salz dazu. Die neuen Kartoffel werden ebenfalls ganz puristisch nur mit Olivenöl und Salz im Ofen gebacken. Dazu kommt eine Zabaione aus Eigelb, Weißwein, Balsamico bianco, Estragon und Salz. Der Thermomix hat hier das Schlagen übernommen, deswegen war die gesamte Zubereitung ganz easy und das Ergebnis fantastisch. Am Ende kommt noch eine frische Kräutermischung über das Gericht aus Estragon, Basilikum, Petersilie und Schnittlauch. So schmeckt der Frühling. 🌿😋
Sellerieschnitzel mit rauchiger Barbecue-Sauce und Gurkensalat (S. 44 / 156)
Ganz schnell gemacht – für die Mango-Barbecue-Sauce
werden Zwiebeln mit Zucker in Öl karamellisiert und dann dürfen erst Gewürze (Curry, Piment und Paprika rosenscharf) und dann Tomatenmark mit anschwitzen, bevor mit Branntweinessig und Wasser abgelöscht wird. Das Ganze darf dann einkochen und wird dabei noch mit etwas Rauchsalz gewürzt. Zum Schluss kommen noch Mangowürfel in die Sauce und dürfen auch noch kurz mit kochen.
Der Gurkensalat bekommt ein Dressing aus Oliven-, Sesamöl, Balsamico bianco, Sojasauce und frisch geriebenem Ingwer sowie frischem Koriander. Der hat hier leider den 🐌 auch extrem gut geschmeckt und so musste ich auf den benannten Ersatz, Dill, ausweichen.
Die Selleriescheiben werden mit Salz eingerieben und dürfen dann zum Wasser ziehen kurz ruhen, bevor sie über die Panierstraße in die Pfanne wandern. Sie waren herrlich kross und würzig und ein Spritzer Zitronensaft hat ihnen noch einmal extra Wumms gegeben. Sehr lecker! 😋 Und die Sauce passte super, insgesamt ein schön leichtes Abendessen!
Wirsingrouladen (S. 140)
Mir scheint es, als hätte Björn Freitag in allen TV-Formaten, die er beim WDR macht, diese Rouladen schon mal vorgestellt. Wenn das kein Beleg für die Qualität ist! 😄
Die Beigaben variieren und auch für die Herstellung gibt es zwei Varianten – entweder arbeitet er mit selbstgemachtem Kloßteig oder mit gekauftem (wie ich hier auch) und je nachdem werden auch erst Serviettenknödel daraus gemacht oder im Falle des gekauften, gleich alles zusammengerührt für die Füllung. 
Außer den Kartoffeln kommen noch Fetakäse, Petersilie und Eier in die Fülle. Gewürzt wird mit Muskat, Salz und Pfeffer. 
In dem Buch gibt es dazu vegetarische Bratensauce. Die habe ich auch schon gemacht, mit vielen roten Zwiebeln, Sternanis, Pflaumenmus und dunklem Bier. 
Aus einer Weihnachtssendung, die er mit Frank Buchholz gemacht hat, stammt das Rezept für die Zwiebelsauce, die er dort zur Roulade gemacht hat und die beim Weihnachtsmenü als Vorspeise gereicht wurde. Sie ist auch sooooo lecker und einfach gemacht: Zwiebeln anschwitzen, Kümmel, Salz, Pfeffer, Sojasauce dazu und Weißwein, Brühe, Milch und Sahne. Für die Bindung sorgen Mehl und Butter und am Ende wird püriert – sehr gut!
Kartoffel-Ackerbohnen-Stampf mit geschmortem Stielmus (S. 135)
Stielmus (oder auch Rübstiel genannt) muss mindestens einmal im Frühjahr auf den Tisch. Die Kombi mit Stampfkartoffeln ist klassisch – Ackerbohnen dazu zu nehmen war mir neu, ebenso wie die Bohne als solche. Also auf die Suche gemacht und bestellt. Man kann damit auch backen (schau dazu in den Kochbuch-Check von „Gesund und schlank mit Brot“ hier). Überhaupt scheint es wünschenswert zu sein, dass sie wieder mehr angebaut wird. Sie schmeckte wunderbar und passte gut zum Stielmus. 
Auf das Essen traf der Buchtitel perfekt zu: Einfach und köstlich! 😋
Oliven-Risotto mit geschmortem Spargel (S. 119) 
Das Risotto wird erstmal klassisch zubereitet (allerdings mit Gemüsebrühe), es darf noch etwas Zitronenzeste mit dazu und es wird mit Zitronensaft abgeschmeckt, bevor kleingeschnittene schwarze Oliven und etwas Olivenpaste untergerührt werden. 
Der Spargel bekommt ebenfalls Säure von der Zitrone, wird aber ansonsten nur mit Salz im Olivenöl geschmort. Vor dem Servieren noch etwas Rucola on top – und fertig ist die perfekte Kombi. Das war wirklich richtig gut. 

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