Michal Korkosz – Frisch aus Polen

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1.Eckdaten

Titel: Frisch aus Polen – Vegetarische Rezepte von klassisch bis kreativ
(Originaltitel: Polish’d – Modern Vegetarian Cooking from Poland)

Autor: Michal Korkosz

Verlag: Stiebner Verlag

Erscheinungsjahr: 
2024 (deutsche Ausgabe, Ersterscheinen USA 2023)

Silber in der Kategorie „Osteuropa“ beim Deutschen Kochbuchpreis 2024. Mein Urteil dazu als Mitglied der Jury: 

Das zweite Werk von Michal Korkosz überzeugt erneut. Nachdem er in „Polen vegetarisch“ typisch polnische Gerichte in vegetarischer Variante dargestellt hat, kombiniert er diesmal die klassischen Zutaten und einige Gerichte der polnischen Küche mit Gewürzen und Zubereitungsarten aus aller Welt. Dabei entstehen spannende Kreationen, wie ein „polnisches Dukkah“ oder Kopytka mit Mohn-Furikake, die geschmacklich absolut überzeugen. Sehr hilfreich ist der Aufbau nach Zubereitungsmethoden gepaart mit einleitenden Tipps und Hinweisen dazu. Korkosz ist sehr kreativ im Hinblick auf die gewählten Kombinationen und somit entsteht eine echt innovative Küche mit eigener Handschrift. Die optisch sehr ansprechende und hochwertige Ausstattung des Buches machen es zu einem Highlight.

Aber nun ins Detail:

Beschreibung des Konzepts

„Frisch aus Polen“ ist kein klassisches Länderküchenbuch – es ist eine sehr persönliche, fast poetische Hommage an das, was polnische Küche im 21. Jahrhundert sein kann: weltoffen, pflanzenbasiert, vielfältig. Michal Korkosz erzählt nicht nur kulinarisch, sondern auch biografisch. Zwischen den Zeilen spürt man seinen Wunsch, sich mit der eigenen Herkunft zu versöhnen – auf seine Weise. Dabei verwebt er Erinnerungen an Kindheit, Schulzeit und Selbstfindung mit einer neuen Vision von Genuss, die ohne Fleisch, aber nicht ohne Tiefe auskommt.

Die Gerichte sind allesamt vegetarisch, viele vegan – und bedienen sich eines breiten aromatischen Spektrums, das weit über Polen hinausreicht: Korkosz integriert Gewürzmischungen wie Dukkah und Za’atar, asiatisch inspirierte Techniken, Levante-Aromen, fermentierte Zutaten, heimische Klassiker wie Piroggen und Szarlotka – aber immer in seiner Handschrift. In der Küche geht es ihm nicht um „authentisch oder falsch“, sondern um Freiheit, Kreativität, Ausprobieren – und darum, wie man Aromen kombinieren kann, um Geschichten zu erzählen. Korkosz spricht in seiner Einführung direkt seine Leser*innen an, macht Mut zum Variieren, regt zur Improvisation an und stellt sein  Motto quasi voran: „Kochen ist keine Prüfung mit richtigen und falschen Antworten,  sondern eine Spielwiese!“ (S. 11).

Besonderheiten des Buches

  • Die Struktur des Buches orientiert sich nicht an Gängen, Zutaten oder Jahreszeiten, sondern konsequent an Zubereitungstechniken: roh, gekocht, confiert, fermentiert, frittiert etc.
  • Jedes Kapitel startet mit einem kleinen Einführungstext („Mini-Kochkurs“), in dem Korkosz die jeweilige Technik erklärt – inklusive Küchenwissen, Tipps & Tricks und ganz persönlichen Einblicken.
  • Viele Rezepte lassen sich intuitiv abwandeln – Korkosz selbst ermuntert dazu, Zutaten nach Geschmack auszutauschen und das Buch als Inspirationsquelle zu verstehen, nicht als starres Regelwerk.
  • Der Autor verknüpft polnische Tradition mit globalen Aromen und lässt die Gerichte dennoch „heimisch“ wirken – eine Art Fusion-Küche, die sich nicht anbiedert, sondern ganz natürlich entwickelt wirkt.
  • Besonders spannend: der bewusste Umgang mit Fermentation, Textur, Röstaromen, Charring oder Confieren – Techniken, die sonst eher Profis vorbehalten sind, hier aber sehr zugänglich aufbereitet werden.

Struktur des Buches

Bevor es in die Kapitel nach Zubereitungsarten geht, startet „Frisch aus Polen“ mit einem kompakten, aber sehr hilfreichen Vorwort zu typischen Zutaten. Hier werden sowohl internationale Komponenten (wie Miso, Tahin, Za’atar oder Dukkah) als auch traditionell-polnische Produkte wie Buchweizen, Sauerkraut, Quark (Twarożek), Rote Bete oder Majoran vorgestellt. Korkosz schafft hier ein Bewusstsein dafür, dass seine polnisch-vegetarische Küche ein kultureller Hybrid ist – fest verwurzelt und dennoch offen für Aromen aus aller Welt.

Das Kapitel „Roh“ eröffnet das Buch – und das mit Absicht: Der Autor wählt diesen Einstieg, weil er findet, dass rohe Gemüsegerichte ein perfekter Auftakt für ein Menü oder eine Mahlzeit sind. Gleichzeitig sieht er darin eine Bühne, um Aromen besonders klar und direkt zur Geltung zu bringen.

Sein Fokus liegt auf Frische, auf Säure, auf der Kunst, rohe Zutaten durch Öl, Zitrus, Gewürze oder Kräuter zu verwandeln – und auf der Erkenntnis, dass man beim Kochen auch mal nichts kochen muss, um Geschmack zu erzeugen.

Korkosz betont, dass rohe Zutaten durch „Kneten“ oder „Zerdrücken“ ebenfalls komplexe Aromen entwickeln können und rohes Gemüse nicht langweilig sein muss, sondern ein Startpunkt für spannende Geschmackskombinationen sein kann. Er verrät Tipps und Tricks, die sowohl für Kochanfänger*innen wie auch für versierte Hobbyköch*innen hilfreich sind. Ein paar ausgewählte Rezepte aus dem Kapitel: 

– Quetschgurken mit Räuchertofu-Walnuss-Creme, Knusperschalotten und Chili
– Zucchinicarpaccio mit gebratenen Kapern, Minze und Parmesan
– Tomaten und Physalis mit fermentiertem Caesar-Dressing und Parmesan
– Surowka aus Roter Bete und Kohlrabi mit Pistazien, Koriander und Meerrettich
– Knackiger Brokkoli mit Haselnüssen, Trauben, Äpfeln und würzigem Honigdressing

Das Kapitel „Gekocht“ dreht sich um das Kochen mit Flüssigkeit – also alles, was im Topf blubbert, köchelt, zieht oder simmert. Korkosz beschreibt das Kochen auf dem Herd als eine zutiefst emotionale, fast fürsorgliche Handlung: wärmend, tröstend, nährend. Es ist für ihn mehr als eine Technik – es ist eine Geste der Geborgenheit. Gleichzeitig zeigt er, dass diese Technik nicht altbacken oder langweilig sein muss. Ob Suppe, Piroggenfüllung, Gulasch oder Eintopf – das Kapitel ist eine Einladung, tiefgründige Aromen durch Zeit und Flüssigkeit zu entfalten.

Er betont, dass die Qualität stark vom richtigen Garpunkt abhängt – nicht zu lange, nicht zu heftig. Am Ende der Einleitung gibt es einen hilfreichen Tippkasten – von der Verwendung von Einweichwasser bis zur Kochzeitverkürzung bei Kichererbsen mit Natron – alles in lockerem Ton, aber mit echtem Mehrwert. Exemplarische Rezepte aus dem Kapitel „Gekocht“:

– Ziegenkäse-Piroggen mit Honig und Majoran
– Linsencremesuppe mit Rote-Bete-Blättern, knusprigen Kichererbsen und Dill
– Rotkohleintopf mit Miso
– Irrsinnig gute Kopytka mit Umami-Brühe, Spinat und Mohn-Furikake
– Rouladen aus Rote-Bete-Blättern mit Hirse, Pfifferlingen und Kirschtomaten

Als besonderes Feature ist in diesem Kapitel noch der „Gulaschbaukasten“ eingebunden – ein doppelseitiger Bauplan für kreatives, individuell gestaltbares Gemüse-Gulasch. Anstelle eines festen Rezepts werden hier Zutaten, Gewürze und Flüssigkeiten in logischer Kochabfolge präsentiert – von der Basis (Öl, Zwiebeln, Knoblauch), über die Aromatisierung (Tomatenmark, Gewürze), Karamellisierung und Deglacierung (z. B. mit Wodka, Weißwein oder Apfelessig), bis hin zu Einlagen (wie Bohnen, Linsen oder geröstetem Gemüse) und Flüssigkeit zum Aufgießen. Auch Frischekomponenten (Zitrus, Kräuter) und Crunch-Elemente (z. B. Polnisches Dukkah) werden systematisch aufgeführt. Der Baukasten ist nicht nur optisch schön gelöst, sondern auch kulinarisch durchdacht und sehr inspirierend. Ein großartiges Tool für alle, die ohne Rezept frei kochen wollen, aber dennoch Orientierung schätzen.

„Gedämpft“ –  Denkt man an Gemüse aus dem Dampf, dann klingt das für viele nach „Diätküche“ oder Krankenhausessen. Korkosz kennt dieses Vorurteil gut und räumt in seiner gewohnt klugen, charmanten Art damit auf. Er zeigt: Dämpfen ist eine unterschätzte Technik, die gerade durch ihre Sanftheit überzeugt. Sie bringt die natürliche Süße von Gemüse zur Geltung und erhält gleichzeitig Struktur und Farbe. Brokkoli, Lauch, Mais oder Kürbis werden im Dampf butterzart – aber niemals matschig. Das Kapitel vermittelt praxisnah:

  • welche Geräte man nutzen kann (vom simplen Topf mit Siebeinsatz bis zum Bambusdämpfer),
  • worauf man beim Dämpfen achten sollte (nicht zu oft Deckel lupfen!),
  • und wie man nach dem Garen aromatisch „nachwürzt“ – etwa mit Olivenöl, Umami-Saucen oder Kräutern.

Wichtigste Erkenntnis beim Dämpfen: auf das Würzen unter keinen Umständen verzichten, denn Dämpfen ist keine Technik der Entsagung, sondern der gezielten Veredelung. Auch Reis, Hirse und Dampfnudeln profitieren davon. Korkosz’ Ziel ist es, das Dämpfen von seinem verstaubten Image zu befreien – mit modernen Rezepten, überraschenden Kombinationen und viel Genuss. Beispielhafte Rezepte aus dem Kapitel:

– Parowańce (Dampfnudeln) mit Favabohnen, Austernpilzen und zitroniger Tahinisauce
– Salat-Tacos mit gedämpften Auberginen, Umami-Bomb-Sauce und Sesam
– Gedämpfter Lauch mit Sauerrahm, Ei im Pankomantel und grünen Chips

„Püriert & zerdrückt“ –  Püriertes Essen hat für Michal Korkosz eine tröstliche Qualität – es erinnert an Geborgenheit. Für ihn ist Pürieren kein Rückschritt zur Babybreikost, sondern eine kreative Technik, um aus wenigen Zutaten samtige, aromatisch dichte Gerichte zu schaffen – von Dips über Aufstriche bis zu Pasteten. Er betont, dass die Konsistenz entscheidend ist – und je nach gewünschtem Ergebnis empfiehlt er verschiedene Werkzeuge: Standmixer, Stabmixer, Kartoffelpresse, Gabel oder Küchenmaschine. Und: Flüssigkeiten (z. B. Olivenöl, Brühe, Sahne, Kokosmilch) spielen eine wichtige Rolle für die Textur. Exemplarische Rezepte aus dem Kapitel:

– Räuchertofu-Dip mit Pfifferlingen, Gurke und Schwarzkümmel
– Kichererbsen-Dip mit karamellisierten Zwiebeln und Petersilie
– Auberginen-Tomaten-Dip mit polnischem Dukkah
– Nudeln mit Brennnesselpesto, Radieschen und Spargel
– Frühkartoffeln auf Twaróg-Creme mit brauner Butter und Dillblüten

„Confiert“ – das ist für Korkosz eine Art kulinarische Magie. Gemüse, Pilze oder Knoblauch werden in einem Bad aus Öl, Butter oder anderem Fett bei niedriger Temperatur langsam gegart, wobei sich ihre Aromen intensivieren und oft durch Zucker oder Gewürze ergänzt werden. Diese Technik, ursprünglich aus der französischen Küche bekannt, eignet sich laut Korkosz ideal, um Gerichten Wärme, Tiefe und Raffinesse zu verleihen – egal ob als Aufstrich, Topping oder Basis für Saucen zu verleihen. Confieren ist einfach, aber eindrucksvoll – und das dabei entstehende Einlegefett ist ein köstliches Nebenprodukt. Exemplarische Rezepte dazu:

– Kirsch­tomaten­confit (ein erklärter Favorit des Autors)
– Pilzconfit mit Butter und Rosmarin
– Knoblauchconfit

Gebacken & geröstet – Für Korkosz ist der Backofen kein reines Gargerät, sondern ein kulinarisches Veredelungswerkzeug. Gemüse wird im Ofen zu etwas ganz Eigenem – knusprig, geröstet, karamellisiert, voller Röstaromen. Gerade bei Sorten wie grüne Bohnen, Rosenkohl, Sellerie, Kürbis oder Aubergine entstehen durch das Rösten Geschmackstiefen, die durch Kochen allein nicht erreichbar wären. Korkosz unterscheidet zwischen Backen und Rösten (bei höheren Temperaturen), nennt Tipps zur idealen Ofennutzung (z. B. Umluft vs. Ober-/Unterhitze), gibt Hinweise zur Platzierung im Ofen (z. B. Backblech nicht zu hoch einschieben, damit Dampf entweichen kann) und beschreibt, wie der enthaltene Zucker in Gemüse durch Hitze in ein honigartiges Aroma verwandelt wird – außen kross, innen weich. Im Polnischen fasst der Begriff „pieczenie“ all diese Techniken zusammen – und das Kapitel ist eine liebevolle Hommage an genau diese Zubereitungsart. Exemplarische Rezepte aus dem Kapitel:
– Aubergine aus dem Ofen mit Knusperbuchweizen, Minze und Sauerrahm
– Petersilienwurzel aus dem Ofen mit Whiskey-Zwiebel-Marmelade, Räucher-Twaróg und Minze
– Karamellisierter Kürbis mit Kürbiskernen und Zitronenjoghurt
– Ofenzucchini mit Pflaumen, Ingwer und Walnüssen
– Kopytka aus dem Ofen mit weißen Bohnen, Rosenkohl und polnischem Za’atar

Angebrannt, gegrillt & angebraten Hier wird es heiß – und zwar mit Absicht! Korkosz widmet sich in diesem Kapitel dem gezielten Anbraten, Grillen und „Verkohlen“ von Gemüse. Für ihn ist das die intensivste Art, Geschmack zu erzeugen: Durch hohe Temperaturen karamellisieren Zucker, Aminosäuren reagieren, Röstaromen entstehen – und damit Tiefe, Komplexität und ein Hauch von Rauch. Er unterscheidet klar: Anbrennen / Charring: schnelles, starkes Rösten in der Pfanne oder auf offener Flamme; Grillen: ideal für Gemüse mit fester Struktur – etwa Kürbis, Kohl, Lauch; Anbraten: als erster Schritt, oft kombiniert mit Fertiggaren im Ofen. Besonders schön: Korkosz beschreibt, wie ein Missgeschick – zu spät vom Herd genommene Karotten – zu einem seiner Lieblingsrezepte wurde. Das Kapitel ist eine Hommage an die Fehlerfreundlichkeit der Küche, wenn man mit Geschmack und Mut improvisiert. Und: Auch für diese Technik liefert er clevere Tipps – etwa zu Temperatur, Pfannenwahl und der Kombination mit süßem oder saurem Ausgleich. Exemplarische Rezepte aus dem Kapitel:
– Verkohlter Brokkoli mit Umamisauce, Zitronenmayo und Mohn
– Gegrillte Aprikosen mit Tomaten, Schalotten, Dillblüten und Chili-Kurkuma-Öl
– Pfannengerösteter Kohl mit Harissa, Sauerrahm und Kurkumaöl
– Suppe aus verkohltem Mais mit Buttermilch, Koriander und Chiliöl
– Karamellisierte Babykarotten mit Koriander, Physalis und zerstoßenen Pistazien.

Im Kapitel Gebraten & sautiert geht es um das, was viele kennen und lieben: Das spontane Pfannengericht, das aus dem Kühlschrank heraus entsteht – unkompliziert, schnell und voller Aromen. Korkosz schreibt offen, dass auch er nicht immer Lust zum Kochen hat – dann greift er zur Pfanne, etwas Butter oder Olivenöl, ein paar Reste, und zaubert sich etwas Köstliches. Besonders schön: Der persönliche Rückblick auf die gusseiserne Pfanne, die er von seiner Mutter zur Studienzeit bekam – sie ist Symbol für Alltag, Fürsorge und eine ganz eigene Art von Küchenpoesie. Er beschreibt, wie Gemüse durch das Braten nussige, röstige Aromen entfaltet und stellt fest, dass Pfannengerichte nicht banal sein müssen, sondern mit Wein, Butter, Kräutern oder einem besonderen Topping kulinarisch raffiniert werden können und dass sich auch Kombinationen aus verschiedenen Techniken (erst anbraten, dann garen) besonders lohnen. Im Kapitel findet sich auch ein eingeschobener Exkurs „Baukasten für Pfannengerichte“: Die doppelseitige Übersicht bietet einen kreativen Werkzeugkasten für improvisierte Abendessen. Zutaten wie Öl, Tofu, Zwiebeln, gegartes Getreide, Bohnen, Gemüse, Saucen, Toppings und Kräuter lassen sich nach Lust und Laune kombinieren – in einem klar strukturierten, spielerischen Raster. Korkosz zeigt damit, wie vielfältig Alltagsküche sein kann und dass man mit ein paar Basiszutaten ganz ohne Rezept kochen kann – improvisieren ist dabei ausdrücklich erwünscht. Ein tolles inspirierendes Extra – besonders für Menschen, die nach Feierabend schnell, gesund und aromatisch kochen möchten. Hier ein paar beispielhafte Rezepte aus dem Kapitel:
– Krosser Rosenkohl mit Miso-Bagna-Cauda, zitroniger Petersilie und Panko
– Nudeln mit karamellisierten Zwiebeln, getrockneten Tomaten, Twaróg und Zitronenpetersilie
– Knusprige Quarkklößchen mit Spargel, Senfkörnern und Zitrone

Frittiert – für viele ein Angstthema. Auch Michal Korkosz gesteht, dass er anfangs Respekt vor spritzendem Öl und heißer Pfanne hatte. Doch bald überwog der Appetit – und mit wachsender Erfahrung entdeckte er: Gut frittiertes Essen ist nicht fettig, sondern genial. Er erklärt, dass viel Öl bei hoher Temperatur (180 °C) dafür sorgt, dass sich die Oberfläche schnell verschließt und weniger Fett eindringen kann. „Richtig frittieren“ braucht aus seiner Sicht kein Fritteusenmonster – eine Pfanne mit 1,5 cm Öl reicht. Mit kleinen Tricks – wie Abtropfen auf Küchenpapier, Salz direkt nach dem Frittieren und der Wahl des richtigen Öls – wird die Sache alltagstauglich. Sein Fazit: Frittieren ist kein Tabu, sondern eine Kochtechnik voller Potenzial, wenn man sie beherrscht. Besonders schön: Der beiläufige Satz über ein Pilzschnitzel, das besser sei als das Original. Selbstbewusst, aber sympathisch. Drei Rezepte aus dem Kapitel für einen Eindruck: 
– Schnitzel aus Parasolpilzen (besser als das Original)
– Bohnenpuffer mit Romesco-Sauce
– Sellerieschnitzel mit Zucchini-Lauch-Surowka und Meerrettichsauce

Das Kapitel Aromatisiert & gebräunt feiert die unsichtbaren Heldinnen vieler Gerichte: die Sauce, die Würzbutter, das aromatisierte Öl. Für Korkosz ist es „der schönste Teil einer Mahlzeit“, wenn man mit einem Stück Brot die Sauce auftunkt. Und er hat recht: Hier steckt Tiefe, Geschmack und Genuss. Er unterscheidet: aromatisiertes Öl (mit Chili, Ingwer, Lorbeer, Knoblauch etc.) als Basis für Saucen, Dressings oder Finishings; aromatisierte Milchprodukte (z. B. Sauerrahm mit Senfkörnern) und natürlich: gebräunte Butter – mit präzisen Tipps, wie sie gelingt, ohne bitter zu werden. Korkosz macht klar: Saucen sind nicht Nebensache, sondern das Herz eines Gerichts. Fett ist Geschmacksträger – und deshalb unverzichtbar, wenn es um Tiefe und Finesse geht. Besonders schön ist der poetische Ton: Butter, die „eine wunderbar braune Sensation“ wird, wenn man sich ihr widmet. Das ist Genussphilosophie! 😊 Exemplarische Rezepte aus dem Kapitel:
– Kartoffelbrei mit Lorbeer und Kefir
– Pommes frites aus dem Ofen mit Dillgurken, Szafir-Käse und Lorbeer-Piment-Mayonnaise
– Tomaten und Pfirsiche mit Ziegenkäse, Knuspersalbei und feiner brauner Buttersauce

Fermentiert & eingelegt – für Michal Korkosz ist Fermentation kein Trend, sondern ein fest verankerter Bestandteil seiner Küche – sichtbar an den Gläsern voller kiszonki, die an seinem Küchenfenster stehen. Er beschreibt Fermentieren als lebendigen Prozess – „wie Champagner, der leicht blubbert“ (S. 193), als eine Verbindung aus Salz, Säure und Knack, der man nur schwer widerstehen kann und bezeichnet es als einen kulinarischen Glücksfall: günstig, gesund, haltbar und voller Geschmack. Er unterscheidet zwischen: Fermentation in Salzlake (z. B. für Dillgurken oder Radieschen), klassischem Einlegen mit Essig, Zucker oder Honig und dem Verfeinern von Gerichten mit fermentierten Komponenten (z. B. in Suppen oder Bowls). Zusätzlich liefert er viele hilfreiche Tipps – von der richtigen Wassertemperatur bis zum Umgang mit Kahmhefe. Dabei bleibt er stets nahbar: Auch wenn mal was schiefläuft, lohnt es sich weiterzumachen. Sein schönstes Versprechen: „Es schmeckt umso besser, versprochen!“. Ein paar Rezepte zum Lust machen:
– Fermentierte Radieschen mit Ingwer und Lorbeerblättern
– Halbsaure Dillgurken in Salzlake
– Fleischlose Klopse mit krossem Rosenkohl, eingelegten Pfifferlingen und Tahinisauce

Korkosz bekennt sich ohne Umschweife: Er liebt Süßes. Und zwar nicht nur als Nachtisch, sondern als Lebenshaltung. Seine Faustregel: „Der letzte Bissen bleibt am stärksten in Erinnerung – wenn er süß ist.“ Er beschreibt in diesem Kapitel,  wie Desserts Tage retten und Erinnerungen prägen, wie sich durch Backen Nähe, Wärme und Freude transportieren lassen und wie seine Desserts oft eine poetische Note tragen – wie die Karamell-Schicht auf dem baskischen Käsekuchen, die ihn an wunderbare Amélie aus dem gleichnamigen Film erinnert. Der Ton ist emotional, fast zärtlich: „Ich wünsche mir, dass beim Nachkochen und -backen ein Rezept aus diesem Buch dein Tag roksoszny wird.“ Roksoszny bedeutet köstlich und ist der Name seines Blogs.
Es ist ein Kapitel, das nicht nur satt, sondern glücklich macht, hier drei Rezepte daraus: 
– Gewürzkuchen mit Tomate und Pflaumenmus
-Karamellisierter baskischer Käsekuchen mit Twaróg
– Haselnuss-Cookies mit Bitterschokolade und Kłodawska-Salz

3. Zielgruppe

„Frisch aus Polen“ richtet sich an alle, die sich für vegetarische Küche mit Tiefgang und Finesse interessieren – unabhängig vom kulinarischen Erfahrungsstand. Besonders wohl fühlen sich mit diesem Buch:

  • Gemüsebegeisterte und Menschen, die Gemüse nicht als Beilage, sondern als Hauptakteur schätzen,
  • Neugierige und mutige Köch*innen, die neue Kombinationen und Zubereitungsarten für Gemüse ausprobieren möchten,
  • Polenliebhaber*innen und kulinarische Weltenbummler, die sich von Aromen, Traditionen und Erinnerungen leiten lassen,
  • Food-Nerds, die sich für Konfit-Technik, Umami-Saucen, aromatisierte Fette und selbst fermentierte Dillgurken ebenso begeistern können wie für Butterstreusel.

Das Buch ist sowohl alltagstauglich als auch ambitioniert. Wer nur „schnell nach Feierabend“ kochen möchte, wird einige Techniken vielleicht als zu aufwändig empfinden, findet aber auch Rezepte und wer sich gerne Zeit nimmt, Neues ausprobiert oder am Wochenende mit Vorfreude auf dem Markt einkauft, wird es lieben.

Besonders schön: Die Ansprache ist sehr inklusiv. Korkosz ermutigt seine Leser*innen zu kreativen Abwandlungen, stellt Varianten vor und vermittelt nie das Gefühl, man müsse sich streng ans Rezept halten. Ein Buch für Menschen, die nicht nur kochen, sondern dabei genießen, experimentieren und Neues -auch an sich – entdecken wollen.

4. Rezepte und Vielfalt 

Anzahl der Rezepte
Das Buch umfasst über 100 Rezepte, verteilt auf 12 Kapitel.

Vielfalt der Gerichte
Die Bandbreite der Gerichte ist bemerkenswert. Sie reicht von schnellen Salaten wie Surowka aus Roter Bete und Kohlrabi über aromatisierte Buttersaucen mit Pfirsichen bis hin zu fermentierten Radieschen, Dampfnudeln mit Austernpilzen und frittierten Bohnenpuffern mit Romesco-Sauce.
Du findest darin:

  • herzhafte Alltagsgerichte,
  • aufwändigere Wochenend-Projekte,
  • Begleiter wie Dips, Saucen, Öle und aromatisierte Butter,
  • und eine ordentliche Auswahl an Desserts, die von traditionell bis verspielt reicht.

Besonders auffällig ist die kluge Balance zwischen Bodenständigkeit und Raffinesse: Viele Gerichte sind regional inspiriert, dabei aber modernisiert und individuell aufgeladen. Oft tauchen osteuropäische Zutaten in neuen Kontexten auf – z. B. Twaróg im baskischen Käsekuchen oder Dillgurken als frisches Element in Suppen.

Originalität und Kreativität
Hier glänzt das Buch besonders: Korkosz gelingt es, klassisch polnische Aromen mit globaler Inspiration zu verweben, ohne dass es sich aufgesetzt anfühlt. Statt bloßer Neuinterpretationen entwickelt er komplett eigenständige Gerichte mit Wiedererkennungswert.
Beispiele:

  • Gewürzkuchen mit Tomate und Pflaumenmus,
  • Auberginen-Dip mit polnischem Dukkah,
  • Gegrillte Aprikosen mit Chili-Kurkuma-Öl,
  • Dillgurken-Melonensuppe mit Ziegenkäse und Apfel,
  • oder auch einfach: die perfekte braune Butter zur richtigen Zeit.

Das Buch ist damit mehr als eine Rezeptsammlung – es ist eine Einladung zum Neu-Denken von Gemüse, Tradition und Alltag.

5. Schwierigkeitsgrad

Die Rezepte in „Frisch aus Polen“ bewegen sich auf einem mittleren bis leicht gehobenen Niveau, sind aber immer zugänglich formuliert und nachvollziehbar aufgebaut. Was die Schwierigkeitswahrnehmung beeinflusst: Techniken wie Fermentieren, Confieren oder das Arbeiten mit Temperaturkontrasten setzen etwas Küchenroutine oder Neugier aufs Lernen voraus. Viele Rezepte bestehen aus mehreren Komponenten (z. B. Gemüse, Sauce, Topping), was die Zubereitung etwas aufwändiger macht – aber lohnend ist.
Gleichzeitig gibt es auch schnelle, alltagstaugliche Gerichte, die in 20 bis 30 Minuten gelingen – vor allem in den Kapiteln „Roh“, „Gebraten“ und „Püriert“. Korkosz nimmt seine Leser*innen dabei an die Hand, bleibt aber immer charmant und ermutigend. Es ist spürbar: Er schreibt nicht belehrend, sondern begeistert – und vermittelt das Gefühl, dass man wachsen darf beim Kochen. Besonders hilfreich dabei sind die Mini-Kochkurse, die  zu jeder Zubereitungstechnik Hintergrundwissen und praktische Tipps liefern. Zudem gibt es klare Mengenangaben, hilfreiche Hinweise zur Vorbereitung und gelegentlich Varianten.

6. Fotografie und Design

Bildqualität
Die Bildsprache in „Frisch aus Polen“ ist hochprofessionell, atmosphärisch und auf das Wesentliche konzentriert. Fast alle Fotografien stammen vom Autor selbst – Michał Korkosz ist also nicht nur Koch und Autor, sondern auch ein sehr talentierter Food-Fotograf. Nur wenige Aufnahmen ergänzte der Fotograf Mateusz Grzelak. Charakteristisch ist die Perspektive: Meistens wird aus der Vogelperspektive fotografiert, was den Fokus klar aufs Gericht lenkt. Die Farbgebung wirkt ruhig  – nur gelegentlich setzen Tischoberflächen oder Geschirr kräftige Farbakzente. Das Essen steht im Mittelpunkt, und das mit solcher Anziehungskraft, dass man am liebsten direkt zum Löffel greifen würde.

Layout und Gestaltung
Der Seitenaufbau folgt einem klassischen, sehr klaren Doppelseitenprinzip: auf der einen Seite ein Ganzbild des Gerichts, auf der anderen der Rezeptteil mit Zutatenliste, Zubereitung und oft einer kleinen Einleitung. Dazu kommen praxisnahe Tipps, die unterhalb des Textes eingefügt sind
Die Schrift ist modern, schnörkellos und klar gegliedert. Schwarze Schrift auf weißem Grund, vereinzelt mit farblich abgesetzten Akzenten – das sorgt für eine ruhige, strukturierte und sehr aufgeräumte Anmutung.

Das gesamte Buch ist grafisch durchdacht. Jedes Kapitel wird mit einer kräftig farbigen Doppelseite eingeleitet – in Tönen wie Grün, Rot oder Blau, die sich aus dem Farbkonzept des Covers ableiten. Die deutsche Ausgabe zeigt eine stilisierte Möhre auf dem Titel – als klares Statement für Frische, Struktur und Gemüsefokus. Verantwortlich für das moderne, frische Gesamtbild sind Jack Dunnington und Danai Afrati – sie haben gestalterisch hervorragende Arbeit geleistet. Das Buch wirkt dadurch: modern, jugendlich frisch, ästhetisch klar und zugleich nahbar und lebendig.

Nutzung der Bilder
Alle Rezepte sind bebildert, einige davon zusätzlich mit Zubereitungsschritten visualisiert – was nicht nur ästhetisch, sondern auch praktisch und motivierend wirkt.

7. Sprache und Anleitungen

Die Texte in „Frisch aus Polen“ sind freundlich, einladend und immer auf Augenhöhe formuliert. Michał Korkosz schreibt in einem zugänglichen, oft charmant humorvollen Ton, ohne belehrend zu wirken. Er begegnet seinen Leser*innen mit echtem Vertrauen in ihre Kochlust – und das spürt man auf jeder Seite.

Er spricht oft persönlich und immer klar strukturiert und mit einem echten Gespür dafür, was in der Küche wirklich hilft: präzise Mengen, nachvollziehbare Schritte und nützliche Hinweise, die nicht nach „Chefküche“, sondern nach Alltag auf hohem Niveau klingen.

Besonders hervorzuheben ist die exzellente Übersetzung von Katja Bechmann, der es gelungen ist, Ton, Rhythmus und Nuancen des Originals behutsam ins Deutsche zu übertragen – inklusive Wortspielen, Zwischentönen und persönlichem Stil. Das Ergebnis: ein Text, der sich flüssig, stimmig und wie aus einem Guss liest.

Auch das Lektorat unter der Leitung von Dr. Verena Stindl verdient Lob: Die Rezepte sind fehlerfrei aufgebaut, glasklar strukturiert, und auch komplexere Zubereitungsschritte lassen sich mühelos nachvollziehen.

Ein echtes Plus: Der Stiebner Verlag lebt eine vorbildliche Fehlerkultur – auf der Website gibt es zu jedem Buch eine Errata-Seite, Leser*innen werden explizit eingeladen, übersehene Fehler zu melden (inklusive E-Mail-Adresse). Das zeigt nicht nur Sorgfalt, sondern auch eine transparente, lesernahe Haltung, die man in der Verlagswelt selten so konsequent umgesetzt findet.

8. Besonderheiten

„Frisch aus Polen“ ist ein durchdachtes und stilistisch mutiges Kochbuch, das sich duch die Struktur nach Zubereitungsarten, die Aromenschulung und die Vermittlung technischen Wissens von anderen Büchern abhebt.  Es ist pädagogisch durchdacht, ohne belehrend zu sein. Die zwei Baukastensysteme unterstützen zudem kreatives Kochen.

Der Autor ist nicht nur Rezeptentwickler und Geschichtenerzähler, sondern auch (fast durchgängig) der Fotograf des Buches. Seine ästhetisch klaren, modernen Foodfotos tragen ebenso zur Eigenständigkeit des Buches bei wie seine Stimme als Autor. Ton, Stil und Haltung sind außergewöhnlich: ehrlich, offen, mit Humor und Tiefe. 

9. Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis: 29,90 Euro

Für knapp 30 Euro erhält man mit „Frisch aus Polen“ ein außergewöhnlich hochwertiges Kochbuch – sowohl inhaltlich als auch haptisch und gestalterisch. Die Papierqualität ist exzellent, das Layout modern und aufgeräumt, die Bildsprache hochwertig, und das in einem sehr stimmigen Gesamtkonzept.

Allein die Tatsache, dass jedes einzelne Rezept bebildert ist – viele sogar mit Schritt-für-Schritt-Aufnahmen – ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Dazu gibt es 100 Rezepte mit globalem Einfluss und polnischer Seele, zusätzliches Technik- und Küchenwissen in Form von Mini-Kursen, einen Baukästen für kreative Küche und eine Vielzahl an Gerichten, die Alltag und Anspruch verbinden.

Das Buch ist seinen Preis mehr als wert. Wer sich gerne mit vegetarischer Küche beschäftigt, neue Aromen entdecken oder Techniken ausprobieren will, findet hier ein Werk, das inspirationstief, praxisnah und ästhetisch überzeugend ist.

Ein modernes Standardwerk zur vegetarischen Küche mit viel Herz und Verstand – zum fairen Preis.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Frisch aus Polen“ ist ein rundum gelungenes Werk: eigenständig, liebevoll gestaltet, klug strukturiert und voller Geschmack. Es vereint Ästhetik, Rezepttiefe und persönliche Haltung auf hohem Niveau – ohne abzuheben.Ein Kochbuch, das nicht nur satt macht, sondern inspirierend wirkt, Wissen vermittelt und Haltung zeigt.

Michał Korkosz gelingt das Kunststück, polnische Traditionen mit globalen Ideen, persönlicher Geschichte und moderner Ästhetik zu verbinden – ohne Pathos, aber mit sehr viel Gefühl. Dabei verliert er nie den Blick für Alltagstauglichkeit: Viele Rezepte sind überraschend unkompliziert, andere fordern heraus, aber belohnen dafür mit echtem Tiefgang.

Ob als Geschenk, neues Lieblingsbuch oder stiller Küchenbegleiter – es hat das Zeug zum Klassiker der modernen Gemüseküche.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄 

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Buchweizengrütze mit hausgemachter Schoko-Haselnuss-Creme und Himbeeren (S. 86)
Megaköstlich – und meine erste Begegnung mit Buchweizengrütze. Für die Schoko-Nuss-Creme werden Haselnüsse mit Milch gemixt bis die Masse buttrig wird, dann wir sie mit etwas Milch erhitzt, dunkle Schokolade untergehoben und etwas Salz und Öl. Ich hatte sehr dunkle Schoki da, deswegen habe ich auch noch etwas Zucker zu gegeben. Die Himbeeren passen wunderbar dazu und auch ein paar gehackte Nüsse für den Crunch on top sollten dabei sein. Von der Schoko-Nuss-Creme bleibt reichlich über. Soll vermutlich so sein, steht aber so nicht im Rezept. 
Die Portion war insgesamt sehr reichhaltig bemessen – und ich bin eine sehr gute Esserin. 😉 Wirklich gut und ganz gesund. 😄
Frühkartoffeln und grüner Spargel mit Pfeffer-Wodka-Sauce (S. 55)
So köstlich – von Cacio e Pepe inspiriert, aber es muss nicht immer Pasta sein. 😄 Und ich hatte noch extra den Grasovka Wodka besorgt, weil ich noch in Erinnerung hatte, dass er schon ein spezielles Aroma hat. Mild und mit einer leichten Heu-Note. 
Die Zubereitung ist ganz easy: Kleine Frühkartoffeln werden gekocht, am Ende darf ganz kurz grüner Spargel in Stücken noch mitkochen. Währenddessen werden in einer Pfanne Schalottenwürfel, Knoblauchscheibchen und grob gestoßener schwarzer Pfeffer in Olivenöl angeschwitzt und dann mit reichlich Wodka abgelöscht. Der darf dann in aller Ruhe verkochen und dann geht alles flott: Sahne in die Pfanne geben, Kartoffeln und Spargel dazu und alles gut vermengen und kurz ziehen lassen bis alles schön mit der Sauce überzogen ist. Zum Schluss kommt noch reichlich Pecorino on top und darunter. 
Wirklich ganz hervorragend! 
Ofenpilze zum Niederknien (S. 119)
Ganz schnell gemacht und ein toller Geschmack.Austernpilze sind ja immer gut, wenn man Fleisch Ähnlichkeit herstellen will – hier werden sie mit Sojasauce, Öl, Honig, geräuchertem Paprikapulver, Lorbeer und Knoblauch über Nacht mariniert und dann im Ofen gebacken. Michal empfiehlt Buchweizen dazu – hier gab es Pommes Frites und Zaziki… kann man auch mal machen! 😃
Nudeln mit Brennnesselpesto, Radieschen und Spargel (S. 82)
Für das Pesto werden die Brennnesselblätter mit heißem Wasser übergossen, gut ausgedrückt und dann mit Walnüssen, Olivenöl, Zitronensaft, Schalotte, Knoblauch und Parmesan gemixt. Spargel und Radieschen werden in gebräunter Knoblauchbutter kurz in der Pfanne gebraten, dann kommt das Pesto und etwas Nudelwasser dazu und schließlich die tropfnassen Nudeln, damit sich alles schön verbindet. Etwas schwarzer Pfeffer – und natürlich noch mal Parmesan… Voilà! Köstlich!

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