1. Eckdaten
Titel: Come a casa – Traditionelle Lieblingsrezepte aus meiner italienischen Heimat
Autorin: Serena Loddo
Verlag: Becker Joest Volk Verlag
Erscheinungsjahr: 2025
2. Inhalt und Konzept
• Beschreibung des Konzepts
„Come a casa“ ist kein Kochbuch, das man einfach nur aufschlägt, um schnell ein Rezept für heute Abend zu finden – es ist ein kulinarischer Erzählband, der die Leser*innen zunächst mit einem Espresso (oder einem Glas Cannonau) an den Küchentisch der Autorin setzt, bevor es überhaupt ans Kochen geht.
Serena Loddo nimmt uns in den ersten Kapiteln mit auf eine Reise durch ihr Leben zwischen Deutschland und Sardinien: von Sommern bei Nonna Rosa über das Gründungsabenteuer ihrer Pasta-Manufaktur bis hin zu ihrer Küchenphilosophie, die Genuss, Achtsamkeit und Einfachheit verbindet.
Dabei erzählt sie nicht nüchtern, sondern so, dass man sofort das Salz in der Luft und den Duft von Olivenholz in der Nase hat. Viele Passagen sind kleine Liebeserklärungen – an ihre Familie, an Sardinien, an das gemeinsame Essen.
Loddo kocht nach italienischem Prinzip „a occhio“ – nach Augenmaß, Gefühl und Erfahrung. Diese Haltung zieht sich durchs ganze Buch: Die Rezepte sind als Inspiration gedacht, nicht als Gesetzestexte. Wer Knoblauch nicht mag, ersetzt ihn. Wer Chili liebt, fügt sie hinzu. Die Botschaft: Trau dich, deinem eigenen Geschmack zu folgen!
• Struktur des Buches
Das Buch gliedert sich klar in zwei Teile –
Teil 1: Ein umfangreicher Erzähl- und Inspirationsteil mit Themen wie:
- Genuss, Gesundheit und Achtsamkeit in der Küche
- Die Magie der Einfachheit und Sardiniens entschleunigter Lebensstil
- Saisonale Rituale wie Oliven- und Mandelernte (fast schon kleine Reportagen)
- Essen als kulturelle Identität und Familientradition
- Praktische Exkurse zu Vorratshaltung, Einkauf und unverzichtbaren Basics
Diese Abschnitte sind gespickt mit Zitaten, Redewendungen und persönlichen Anekdoten – vom „Pasta braucht Gesellschaft“ bis zu „Un filo d’olio corregge tutto“ (Ein Hauch Öl richtet alles).
Teil 2: Der Rezeptteil – klassisch, klar und dennoch mit persönlicher Note strukturiert:
- Antipasti e Sottoli – Antipasti und Eingelegtes
Hier finden sich Klassiker wie marinierte Oliven, Vitello tonnato, aber auch sardische Spezialitäten wie Coccoi prena – Sardische Teigkörbchen mit verschiedenen Füllungen oder Ungewöhnlicheres wie Oktopussalat mit Kartoffeln. - Zuppe, Minestre e Stufati – Suppen und Eintöpfe
Klassische Eintöpfe, wie Minestrone in Varianten oder auch solche mit Hülsenfrüchten sind hier gelistet, ebenso wie Kraftbrühen und Creme-Suppen. Gemüse steht im Mittelpunkt. - Pasta, Ravioli e Gnocchi
Auch hier zeigt Serena Loddo ihre Interpretationen der Klassiker (z.B. Pasta cacio e pepe oder alla Norma, aber auch wieder sardische Besonderheiten wie die Culurgiones ogliastrini (Teigtaschen nach sardischer Art), Gnocchi sardi oder Fregola sardi alle verdure. - Sughi e Pesti – Saucen und Pesto
Das klassische Ragú darf hier ebenso wenig fehlen wie Tomatensaucen in Variationen und natürlich Basilikumpesto. Pesto gibt es aber auch mit Paprika und Tomaten. - Portate Principali – Hauptgerichte
Auch hier der bewährte Mix aus Klassikern wie z.B. Hackfleischbällchen in Tomatensauce, Saltimbocca alla Romana und Parmigiana mit Auberginen und (sardischen) Spezialitäten und Eigenkreationen wie die hervorragende Lasagna bianca mit sardischem Hirtenbrot statt Pasta. Der Fokus liegt hier klar, dem klassischen italienischen Menüaufbau folgend, auf Fleisch- und Fischgerichten. - Spuntini e Contorni – Snacks und Beilagen
Hier findet sich alles, was schnell im Ofen oder der Pfanne zuzubereiten ist: Omeletts, gebackenes Gemüse, Gemüsepuffer, schnelle, sättigende Salate. - Pane – Brot
Sardisches Hirtenbrot in Variation findet sich neben Klassikern wie Focaccia und Kartoffelbrot – ein kleines, aber feines Kapitel. - Dolci – Desserts
Zum Schluss kann noch einmal die ganze italienische Dessertkultur aufgeblättert werden: vom klassischen Tiramisù über eine Variante mit Pistazien hin zu Panna cotta mit Himbeeren und Zitronensorbet. Auch ein Rezept für eine sardische Gebäck-Spezialität – Pardule sarde (Sardische Ricotta-Rosen) – darf hier nicht fehlen.
Der Aufbau der Rezepte folgt einer klaren Struktur
- Italienischer (oft auch sardischer) Originaltitel plus deutscher Rezeptname
- Kurze Einleitung mit persönlicher Note
- Zutatenliste und klare Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Zusatztipps zu Varianten, Lagerung oder besonderen Kniffen
- Kennzeichnungen zu vegetarisch, vegan, gluten- oder laktosefrei
Die Gestaltung ist großzügig, mit farbigen Hervorhebungen und vielen stimmungsvollen Bildern – mal vom fertigen Gericht, mal aus dem Alltag in Küche, Laden oder von der Insel. Und da, wo es im Rezept anspruchsvoller wird, auch gerne mit einer Bilderstrecke zur Erläuterung oder dem QR-Code zur Videoanleitung. Perfetto!
Ob es um das meditative Aufräumen nach dem Kochen, den Wert einer langen Mittagspause oder das Teilen der Olivenernte geht – „Come a casa“ vermittelt, dass Kochen weit mehr ist als Nahrungszubereitung. Es ist Gemeinschaft, Identität und ein Stück Lebenskunst. Dieses Buch lädt dazu ein, nicht nur Rezepte nachzukochen, sondern sich das Lebensgefühl dahinter nach Hause zu holen.
• Besonderheiten des Buches
„Come a casa“ lebt nicht nur von den Rezepten, sondern vor allem von den liebevoll gestalteten Exkursen und Begriffserklärungen, die das Buch zu einem persönlichen Küchenkompendium machen:
- „Die kleine Extra-Luxus-Liste“: Eine Handvoll ausgewählter Zutaten, die Gerichte aufwerten – von Pecorino bis frischen Tomaten, von Zitronen bis Chili. Ergänzt um kleine Tipps, wie man sie lagert oder selbst anbaut.
- „Kleiner Begriffsexkurs“: Ein Glossar kulinarischer Begriffe und Redewendungen aus der italienischen Küche, von quanto basta („so viel wie nötig“) über fare la scarpetta (mit Brot die Soße auftunken) bis rosolare (anbraten, bis es goldbraun ist). Diese Mini-Lektionen vermitteln nicht nur Kochtechniken, sondern auch Esskultur.
- Persönliche Anekdoten: Viele Exkurse sind gespickt mit Kindheitserinnerungen, humorvollen Einschüben oder kleinen Lebensweisheiten aus Sardinien.
- Saison- und Alltagstipps: Immer wieder fließen Hinweise ein, wie man Zutaten flexibel ersetzt, Reste sinnvoll nutzt oder Gerichte an die Jahreszeit anpasst.
- QR-Codes mit Videoclips: Zahlreiche Rezepte enthalten QR-Codes, die zu kurzen, praxisnahen Videos führen, in denen die Zubereitung Schritt für Schritt gezeigt wird – besonders hilfreich für visuelle Lerntypen.
- Persönliche Begrüßung per Video: Schon zu Beginn lädt Serena Loddo die Leser*innen in einem sympathischen, sehr persönlichen Begrüßungsvideo an ihren Küchentisch ein. Darin kündigt sie auch eine passende Spotify-Playlist an – die im Buch selbst allerdings nicht auf Anhieb zu finden ist (vielleicht gut versteckt oder überblättert?!).
Durch diese Extras fühlt sich das Buch wie eine Mischung aus Rezeptschatz, Küchentagebuch, Kochschule und kulinarischem Sprachkurs an – ideal für alle, die nicht nur nachkochen, sondern in die Kultur eintauchen wollen.
3. Zielgruppe
„Come a casa“ ist ein Kochbuch, das gleich mehrere Türen öffnet – und damit sehr unterschiedliche Leser*innen abholt.
- Für Italien-Kochbuch-Sammler*innen: Auch wer schon eine beachtliche Bibliothek an italienischen Kochbüchern im Regal hat, wird hier Neues entdecken. Serena Loddo bringt nicht nur Klassiker auf den Tisch, sondern auch eigene Rezeptentwicklungen und sardische Spezialitäten, die man in der deutschsprachigen Kochbuchwelt nur selten findet.
- Für Einsteiger*innen und Neugierige: Wer gerade erst beginnt, sich mit der italienischen Küche auseinanderzusetzen – vielleicht, weil er Loddo über Social Media kennt – findet hier einen idealen Einstieg. Denn neben kulinarischen Perlen wie Culurgiones oder Pane Carasau fehlen auch vertraute Klassiker nicht: Pasta al pomodoro, Minestrone oder Tiramisu geben Sicherheit und machen Lust auf mehr.
- Für eine jüngere Community: Loddo erreicht mit ihrer Pasta-Manufaktur und über Instagram & Co. eine Generation, die Kochen oft digital begleitet. QR-Codes zu Videoclips holen diese Leser*innen genau dort ab und machen das Buch besonders zugänglich.
Kurzum: „Come a casa“ ist ein Buch für alle, die italienisch kochen und genießen wollen – egal, ob sie schon lange in die Cucina verliebt sind oder gerade erst anfangen. Jede*r wird hier etwas Neues finden, sei es ein Rezept, eine Geschichte oder eine Haltung zum Kochen.
4. Rezepte und Vielfalt
• Anzahl der Rezepte
Mit 86 Rezepten ist „Come a casa“ ein übersichtlich gehaltener, dafür sehr sorgfältig zusammengestellter Band. Statt Masse bietet Loddo eine bewusst kuratierte Auswahl, die einen Bogen von Vorspeisen über Pasta, Brot und Hauptgerichte bis zu Dolci schlägt.
• Vielfalt der Rezepte
Die Bandbreite ist groß:
- Traditionelle italienische Klassiker wie Minestrone, Tiramisu oder Pesto Genovese sorgen für Vertrautheit.
- Regionale sardische Spezialitäten wie Culurgiones, Pardule oder Pane Carasau eröffnen eine kulinarische Welt, die in deutschen Kochbüchern selten so präsent ist.
- Vegetarische und vegane Optionen ziehen sich durch alle Kapitel; dazu gibt es gluten- und laktosefreie Varianten, sodass viele Ernährungsformen berücksichtigt sind.
Damit deckt Loddo Alltagstaugliches und Festliches gleichermaßen ab – Rezepte, die sich für ein schnelles Abendessen eignen, genauso wie Gerichte für große Tavolata-Runden.
• Originalität und Kreativität
Das Besondere an Come a casa liegt im Mix:
- Loddo bringt nicht nur überlieferte Familienrezepte auf den Tisch, sondern auch eigene Entwicklungen, die italienische Tradition modern interpretieren.
- Immer wieder finden sich kleine kreative Kniffe, etwa beim Würzen, bei der Teigführung oder bei der Präsentation – wie bei den Ricotta-Rosen, die aus einem Dessert ein kleines Kunstwerk machen.
- Gleichzeitig hält sie an Einfachheit und Alltagstauglichkeit fest: Kreativ ja, aber nie abgehoben.
So entsteht eine Sammlung, die sowohl alteingesessene Italien-Fans wie auch Neulinge inspiriert – mit Gerichten, die man nachkochen möchte und auch kann.
5. Schwierigkeitsgrad
Serena Loddo kocht nach dem Prinzip „a occhio“ – nach Augenmaß und Intuition. Trotzdem sind die Rezepte in „Come a casa“ so beschrieben, dass man ihnen gut folgen kann.
Die meisten Gerichte bewegen sich im Bereich leicht bis mittel: Suppen, Antipasti, einfache Pasta-Saucen oder Focaccia lassen sich auch von weniger geübten Hobbyköch*innen problemlos umsetzen.
Für etwas geübtere Hände gibt es aber auch Herausforderungen, die ein wenig Fingerspitzengefühl und Geduld verlangen – etwa beim kunstvollen Falten der Culurgiones oder bei den Ricotta-Rosen, die fast schon kleine Konditorei-Arbeiten sind. Diese Rezepte sind keine Hexerei, fordern aber eine Portion Übung und Sorgfalt.
Damit trifft das Buch eine gute Balance: alltagstauglich genug für Anfänger*innen, abwechslungsreich und spannend genug für Fortgeschrittene. Wer Freude am Kochen hat und Lust, sich auch mal auf ein etwas aufwendigeres Projekt einzulassen, wird hier bestens aufgehoben sein.
6. Fotografie und Design
• Bildqualität
Die Fotografien sind durchweg hochwertig und wirken professionell und zugleich atmosphärisch nahbar. Kein Wunder: Für das Essen selbst stand mit Hubertus Schüler der langjährige Haus- und Hoffotograf des Becker Joest Volk Verlags hinter der Kamera. Seine Handschrift erkennt man sofort – klare Bildsprache, natürliche Farben, appetitliche Lichtführung. Ergänzt wird das durch die Reportagefotos von Daniel Tortomasi, dem Ehemann der Autorin. Er hat das Geschehen rund ums Kochen, Einkaufen und Genießen eingefangen – mal intim, mal landschaftlich weit, immer stimmungsvoll.
Die Bildgestaltung folgt dem Prinzip „weniger ist mehr“. Bei den Food-Fotos steht das Gericht im Mittelpunkt: meist aus der Vogelperspektive aufgenommen, schlicht inszeniert mit neutralem Geschirr, klaren Decken und ohne dekoratives Beiwerk. Das lässt die Speisen wirken – pur, frisch und unwiderstehlich. Verantwortlich zeichnet sich hier Stefan Mungenast, der das Foodstyling übernommen hat. Dazwischen lockern Reportagebilder den Fluss auf: Szenen vom Markt, Zutaten im Rohzustand, die Autorin bei der Zubereitung, Impressionen aus einem Italien wie im Bilderbuch.
• Layout und Gestaltung
Für das Layout zeichnet Justyna Schwertner (Grafik) und Caroline Mohr (Buchgestaltung) verantwortlich, die einen tollen Job gemacht haben. Das Cover wirkt fast ein wenig nostalgisch – man könnte sagen: mit einem Hauch Kitsch – und ruft sofort Bilder einer heilen, italienischen „guten alten Zeit“ hervor. Genau diesen Aspekt nimmt das Buch auch innen auf, schafft es aber durch klare Typografie, modernes Druckbild und die unprätentiöse Fotografie gleichzeitig, einen frischen, zeitgemäßen Eindruck zu hinterlassen.
Das Schriftbild ist schwarz auf weißem Grund, ergänzt durch abgesetzte Überschriften in einem warmen Orangeton. Alles ist wunderbar übersichtlich gestaltet – gerade beim Nachkochen ein echter Pluspunkt. Ein kleiner Wermutstropfen: Manche Rezepte laufen über zwei Seiten, sodass man beim Kochen umblättern muss. Das ist in der Praxis etwas unpraktisch, fällt aber eher unter „Jammern auf hohem Niveau“. Insgesamt ergibt sich ein sehr stimmiges, durchdachtes Layout, das in Bild und Text eine klare Linie verfolgt.
• Nutzung der Bilder
Die Fotografien sind nicht bloß Beiwerk, sondern führen durch das Buch wie ein roter Faden. Jede Rezeptseite lebt von mindestens einem Food-Foto, das Lust aufs Nachkochen macht. Dazwischen schaffen die Reportagebilder Atmosphäre und verleihen Authentizität: Man hat das Gefühl, direkt neben Serena Loddo in ihrer Küche oder auf einem sardischen Marktplatz zu stehen. Diese Kombination aus präziser Food-Fotografie und erzählerischer Reportage macht das Buch zu einem echten Augenschmaus – visuell abwechslungsreich, dabei aber immer stilistisch kohärent.
7. Sprache und Anleitungen
Schon beim ersten Durchblättern fällt auf: hier hat das Lektorat ganze Arbeit geleistet. Verantwortlich zeichnen sich dafür Kai Schwertner (Lektorat), Sebnem Yavuz (Fachlektorat Rezepte) und Dr. Felicitas Igel (Schlusslektorat). Diese Dreifach-Absicherung merkt man jeder Seite an: Mir ist kein einziger Fehler begegnet – weder bei Zutaten noch bei Mengen oder Abläufen. Das sorgt für Vertrauen, und genau das will man in der Küche haben.
Auch sprachlich ist das Buch ein Genuss: Alles liest sich flüssig, stimmig und ohne sperrige Fachbegriffe. Serena Loddo schafft es, ihre Rezepte so zu formulieren, dass sie zugänglich und motivierend sind – egal, ob man gerade die erste Pasta selbst knetet oder schon seit Jahren Ravioli faltet.
Besonders gelungen: Die einzelnen Arbeitsschritte sind klar gegliedert und logisch aufgebaut. Wo es komplizierter wird – etwa beim Falten der Culurgiones oder bei den Ricotta-Rosen – nimmt Loddo die Leser*innen regelrecht an die Hand. Dazu passen die Zusatzhinweise am Rand, die Varianten, Tipps oder Vereinfachungen aufzeigen.
So entsteht eine freundliche, klare Sprache, die Lust aufs Ausprobieren macht und die perfekte Balance hält: anfängerfreundlich, aber nicht banal; präzise, aber nie trocken.
8. Besonderheiten
„Come a casa“ ist nicht einfach ein weiteres italienisches Kochbuch – es hat einige Extras, die es aus der Menge hervorheben:
- Persönliche Handschrift: Serena Loddo verbindet traditionelle Rezepte mit ihrer eigenen Biografie. So entsteht ein Buch, das Kochanleitungen und Familiengeschichten gleichermaßen enthält.
- Exkurse und Küchenwissen: Kleine Einschübe erklären italienische Redewendungen, Küchentechniken oder Zutaten – vom quanto basta bis hin zur Extra-Luxus-Liste unverzichtbarer Basics.
- Atmosphärische Reportagen: Zwischen den Rezepten finden sich Fotos und Texte, die das Leben auf Sardinien, die Olivenernte oder das Flair italienischer Märkte aufgreifen. Das verleiht dem Buch erzählerische Tiefe.
- Multimediale Extras: Viele Rezepte sind mit QR-Codes versehen, die zu kurzen Videoclips führen. Dort erklärt Loddo die Arbeitsschritte anschaulich und praxisnah – ein echter Mehrwert gerade bei komplexeren Rezepten.
- Begrüßung per Video: Schon am Anfang empfängt Serena Loddo die Leser*innen persönlich via QR-Code. Sie kündigt darin auch eine passende Spotify-Playlist an – ein charmantes Detail, auch wenn diese im Buch selbst nicht sofort zu finden ist.
- Visuelle Vielfalt: Neben klassischer Food-Fotografie gibt es viele Reportagebilder, die Loddo beim Kochen, Anrichten oder Einkaufen zeigen und so Authentizität und Nähe erzeugen.
Unterm Strich: „Come a casa“ vereint Kochbuch, Erzählband und digitale Erweiterung zu einem rundum besonderen Werk, das auf mehreren Ebenen inspiriert – kulinarisch, kulturell und persönlich.
9. Preis-Leistungs-Verhältnis
Preis: 32 Euro
Mit 32 Euro liegt „Come a casa“ im oberen Mittelfeld der aktuellen Kochbuchpreise. Angesichts der hochwertigen Ausstattung – Hardcover, fast 300 Seiten, über 200 Farbfotografien – ist dieser Preis absolut gerechtfertigt.
Man bekommt nicht nur eine stattliche Rezeptsammlung, sondern auch ein sehr persönlich geschriebenen Erzählband, gespickt mit Reportagen, Küchenpoesie und multimedialen Extras wie QR-Codes zu Videoclips. Allein die Sorgfalt, die in Lektorat, Gestaltung und Fotografie geflossen ist, hebt das Buch über den Durchschnitt hinaus.
Kurz gesagt: Für 32 Euro erhält man ein rundum stimmiges Paket, das nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch und erzählerisch viel Freude macht – und mit seiner Mischung aus Tradition, persönlichem Ton und modernen Extras eindeutig mehr bietet, als der Preis vermuten lässt.
10. Gesamteindruck und Empfehlung
Serena Loddo ist mit „Come a casa“ ein stimmiges, atmosphärisches und gleichzeitig alltagstaugliches Kochbuch gelungen. Es vereint klassische italienische Küche, sardische Spezialitäten, persönliche Geschichten und moderne Extras zu einem Gesamtpaket, das man so schnell nicht wieder ins Regal zurückstellt. Es verbindet Herz, Handwerk und Heimat in idealer Balance. Es ist nicht bloß eine Sammlung italienischer Rezepte, sondern ein liebevoll erzähltes Stück Familiengeschichte, das Leser*innen direkt an ihren Tisch holt.
Was das Buch besonders macht, ist die Mischung: Einerseits die vertrauten Klassiker, die nie fehlen dürfen, andererseits sardische Spezialitäten und eigene Kreationen, die auch erfahrene Italien-Kochbuch-Sammler*innen überraschen werden. Dazu kommt die persönliche Note, die sich durch jede Seite zieht – von den kleinen Anekdoten bis hin zu den Reportagefotos, die Loddo beim Kochen, Einkaufen oder Genießen zeigen.
Die Sorgfalt in Gestaltung und Sprache, die multimedialen Extras mit QR-Codes und Videos, und die insgesamt stimmige Atmosphäre machen „Come a casa“ zu einem Buch, das man immer wieder gern in die Hand nimmt – sei es zum Nachkochen, zum Schmökern oder einfach zum Träumen vom nächsten Italien-Urlaub.
Meine Empfehlung: Dieses Buch ist ein Genuss für alle, die italienische Küche lieben – egal ob Einsteiger*innen, die erste Pasta wagen, oder erfahrene Hobbyköch*innen, die nach neuen Impulsen suchen. Ein Buch zum Verlieben, Verschenken – und unbedingt Behalten. Ein rundum gelungenes Herzenskochbuch!
11. Bewertung
Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄
Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
12. Nachgekocht

Einfach und schnell auf dem Teller und doch mal was anderes:
die Kichererbsen (aus dem Glas) werden mit Rosmarin angebraten, dann kommt noch feingehackte getrocknete Tomate dazu. Ein Teil wird zurückgehalten, der Rest mit Ricotta und etwas Olivenöl püriert, bevor es zurück in die Pfanne kommt. Etwas Nudelwasser dazu, dann die tropfnassen Fusilli, alles gut vermengen und mit den aufgehobenen Kichererbsen und Parmesan on top servieren.
Easy peasy und ganz lecker!


Peperone in padella di Stella – Stellas Pfannenpaprika (S. 237)
Das Zitronenhähnchen wird mit Hähnchenbrustinnenfilet gemacht und da es gut mehliert wird und natürlich Zitronensaft dazu kommt ist es nach gut 45 Minuten auf dem Herd butterzart. Rote Zwiebel kommt dazu und gewürzt wird bei Stella mit Paprika. Hier kam noch Rosmarin dazu. Köstlichst – ich hätte mich reinlegen können.
Das gilt auch für die Paprika, die einfach mit Knoblauch in reichlich Olivenöl langsam gebraten werden. Schöne Kombi – so schmeckt der Sommer und man fühlt sich wie in bella Italia.


So easy und fix gemacht: Eier verquirlen, Knoblauch und gehackte Petersilie unterziehen, Mehl dazu geben und einen cremigen Teig rühren. Salzen, pfeffern, kleingewürfelten Porree zugeben und geriebenen Parmesan und dann ab in die Pfanne damit und in reichlich Öl ausbacken. Soooo lecker.
Hier gab es einen Dip aus Joghurt, einem Rest Ricotta und Rayu dazu. Die Chilinote passte prima. 

Weiße Lasagne mit sardischem Hirtenbrot (S. 197)
Beim ersten Durchblättern des Buches bin ich bei diesem Rezept gleich hängen geblieben: eine interessante Lasagnevariante ohne Pasta – die wird durch das Hirtenbrot ersetzt. Das wird Lage für Lage mit Zucchini-Pesto bestrichen (das allein auch schon köstlich schmeckte). Zudem wird das Hackfleisch (nur Rind) nicht nur mit Zwiebel, Möhre und Sellerie, sondern auch noch mit reichlich Champignons gebraten. Die Béchamel ist klassisch, reichlich Parmesan auch. Das Ergebnis ist oberköstlich – wirklich eine tolle Kreation!


Auch dieses Rezept musste ich unbedingt ausprobieren. Sehr, sehr üppig – mit Mascarpone, Sahne und reichlich Pistaziencreme sowie drei Lagen Biskuit. Und es ist natürlich fantastisch gewesen.


Die Gnocchi bestehen aus Kartoffeln, Pfifferlingen (die mit Knoblauch und Petersilie angebraten werden), Pecorino (hier auch ein ein sardischer) und Semola rimacinata. Sie müssen im Kühlschrank ein bis zwei Stunden ruhen und werden dann in der Pfanne gebraten. Serena empfiehlt gebratene Zucchini mit Cocktailtomaten und Petersilie dazu. Im Kühlschrank fand sich statt Zucchini Paprika – auch sehr gut. Eine schöne Gnocchi-Variante! 😋