1. Eckdaten
Titel: „Africa made easy – 70 authentische afrikanische Rezepte“
Autorin: Ester Laub
Verlag: Christian Verlag
Erscheinungsjahr: 2025
2. Inhalt & Konzept
Beschreibung des Konzepts:
„Africa made easy“ von Ester Laub ist viel mehr als ein klassisches Kochbuch. Es ist eine kulinarische und persönliche Entdeckungsreise, die die Vielfalt und den kulturellen Reichtum des afrikanischen Kontinents auf den Tisch bringt – und das auf eine wunderbar zugängliche und lebensnahe Weise. Die gut 70 Rezepte sind so ausgewählt, dass sie sich mit gängigen Zutaten gut umsetzen lassen, auch wenn sie aus sehr unterschiedlichen Regionen stammen: von Nordafrika über Ost- und Zentralafrika bis hin zu West- und Südafrika.
Der Aufbau ist übersichtlich nach Regionen gegliedert. Jedes Kapitel enthält sowohl bekannte als auch überraschende Gerichte – von senegalesischem Yassa über kongolesisches Fumbwa bis hin zu südafrikanischem Potjiekos oder äthiopischem Misir Wot. Auch Gewürzmischungen wie Harissa, Ras el-Hanout oder afrikanisches Curry sind dabei, sodass man das aromatische Spektrum des Kontinents umfassend kennenlernen kann.
Eine Autorin, die berührt und begeistert: Ester Laub. Sie ist in Namibia geboren und aufgewachsen, und ihre persönliche Geschichte ist beeindruckend. Im Vorwort beschreibt sie sehr offen und berührend ihren Weg aus einem kleinen Dorf im Norden Namibias nach Deutschland – ein Weg voller Herausforderungen, Mut und Zielstrebigkeit. Mit ihrer Mutter als starkem Vorbild, die trotz harter Umstände alles für die Bildung ihrer Töchter tat, lernte sie früh, Verantwortung zu übernehmen.
Heute lebt Ester mit ihrer Familie in Bamberg, betreibt den Foodblog esterkocht.com und engagiert sich in einem Bildungsverein für namibische Dorfschulen. In ihrem Buch spürt man diese tiefe Verbindung zu ihrer Heimat ebenso wie ihre Leidenschaft fürs Kochen. Sie schreibt mit Wärme, Stolz und einer ansteckenden Liebe zur afrikanischen Küche – und sie schafft es, selbst weniger vertraute Zutaten und Gerichte so zu erklären, dass sie Neugier wecken statt zu überfordern.
„Africa made easy“ ist ein wunderbar zugänglicher Einstieg in die afrikanische Küche – mit viel Herzblut, kluger Struktur und kultureller Tiefe. Es lädt ein, mit offenen Sinnen zu kochen und Afrika besser zu verstehen – durch Geschmack, Geschichten und eine beeindruckende Frau, die zeigt, wie Essen Brücken schlagen kann.
Struktur des Buches:
Nach dem sehr persönlichen Vorwort folgt ein Kapitel über die „kulinarische Vielfalt Afrikas“. Dort wird erläutert, wie unterschiedlich die regionalen Einflüsse auf dem Kontinent sind – von arabisch-mediterranen Noten im Norden über indisch-ostafrikanische Aromen bis hin zu portugiesisch-französisch geprägter Küche in Zentralafrika oder Bantu-Traditionen im Süden.
Das Herzstück des Buches bildet der Rezeptteil, gegliedert in fünf große Regionen:
- Nordafrika
- Ostafrika
- Zentralafrika
- Westafrika
- Südliches Afrika
Jedes der fünf regionalen Kapitel bietet eine kleine kulinarische Rundreise, die typische Zutaten, Zubereitungsarten und Gewürztraditionen aufgreift. Der Aufbau folgt dabei einer bewährten Mischung aus Hauptgerichten, Beilagen, Gewürzmischungen und teils auch süßen Rezepten.
Nordafrika
Das erste Kapitel führt uns an die südliche Mittelmeerküste – nach Marokko, Ägypten und Libyen. Im Fokus stehen hier die Aromenvielfalt und Gewürzkultur der nordafrikanischen Küche.
Marokko bringt u.a. mit einer klassischen Gemüsetajine mit Süßkartoffeln und Karotten die typischen geschmort-würzigen Noten auf den Teller. Aber auch eine Variante mit Fisch ist zu finden. Dazu gibt es eine Version der berühmten Ras-el-Hanout-Gewürzmischung, gleich in zweifacher Ausführung. Ebenso findet sich ein Rezept für Harissa – selbstgemacht ist doch am besten!
Aus Ägypten stammen gleich mehrere Rezepte: die besonders aromatischen ägyptischen Falafel (oft mit Favabohnen statt Kichererbsen), die Gewürzmischung Dukkah, das gefüllte Fladenbrot Hawawshi mit würzigem Hackfleisch und der süße Kuchen Basbousa mit Nüssen.Libyen ist mit dem Gericht Embatten vertreten – frittierten Kartoffeltaschen, die mit Hackfleisch gefüllt und goldbraun ausgebacken werden. Ein schönes Beispiel für die einfache, aber geschmacksintensive Alltagsküche Nordafrikas.
Dieses Kapitel ist ein idealer Einstieg, weil es mit vertrauten Aromen arbeitet, aber dennoch kleine Entdeckungen bereithält – besonders durch die Gewürzmischungen und den Mix aus herzhaft und süß.
Ostafrika
Das zweite Kapitel nimmt uns mit nach Äthiopien, Somalia und in den Sudan – drei Länder mit einer faszinierenden Küchentradition, die stark durch Gewürze, Eintöpfe und spezielle Brotarten geprägt ist.
Eine zentrale Rolle spielen aromatische Eintöpfe: Etwa der vegane sudanesische Erdnusseintopf, der wunderbar cremig daherkommt, oder ein frischer sudanesischer Auberginensalat, der sich hervorragend als Beilage eignet. Ein weiteres Highlight ist der Maniok-Eintopf mit Spinat, bei dem eine in Deutschland eher selten verwendete Zutat – Maniok – in den Mittelpunkt rückt. Zu den Klassikern zählt das Kuku Paka, ein ostafrikanisches Hähnchen-Curry mit Kokosmilch, sowie der würzige Rindfleischeintopf Sega Wat, der in verschiedenen Varianten in vielen ostafrikanischen Ländern auf den Tisch kommt.
Auch Gewürze und Basics finden ihren Platz: Die äthiopische Gewürzmischung Berbere – unverzichtbar für zahlreiche Gerichte – wird ebenso vorgestellt wie die intensiv aromatische Gewürzbutter Niter Kibbeh. Als Beilagen oder zum Frühstück bietet dieses Kapitel zwei typische Brotspezialitäten: das äthiopische Teff-Injera, ein säuerlich-fluffiges Fladenbrot aus fermentiertem Teffmehl, sowie ein somalisches Pfannenbrot, das schnell gemacht ist und hervorragend zu Eintöpfen passt. Für den süßen Abschluss sorgen ostafrikanische Kokos-Reis-Pfannkuchen, sogenannte Vibibi, die mit ihrer weichen Textur und feinem Aroma ein echtes Soulfood sind.
Ostafrika überzeugt in diesem Buch mit Tiefe, Würze und Vielfalt – und vermittelt eindrucksvoll, wie vegetarische und vegane Rezepte dort ganz selbstverständlich Teil des kulinarischen Alltags sind.
Zentralafrika
Das dritte Kapitel führt uns in die Regionen Kongo, Angola, Kamerun und Äquatorial-Guinea – in eine Küche, die kräftig, deftig und zugleich abwechslungsreich ist. Hier stehen Kochbananen, Geflügel und Fisch im Mittelpunkt, oft in Kombination mit herzhaften Beilagen oder frittierten Snacks.
Ein echtes Signature Dish ist Moamba de Galinha, das Nationalgericht Angolas – traditionell mit Palmnussfruchtfleisch und viel Palmöl zubereitet. Ester Laub bietet im Buch jedoch eine angepasste, palmölfreie Variante an, die sich mit gängigen Gemüsesorten und Zutaten aus dem deutschen Supermarkt gut nachkochen lässt. So bleibt der aromatische Charakter des Gerichts erhalten, ohne dass man auf schwer erhältliche Zutaten angewiesen ist.
Aus dem Kongo kommen gegrillte Fleischspieße und das stärkehaltige Lituma, ein Brei aus gekochten Kochbananen, der oft als Beilage zu Eintöpfen serviert wird.
Kamerun ist mit dem bekannten Poulet DG vertreten – einem festlichen Hähnchengericht mit frittierten Kochbananen, Gemüse und einer würzigen Sauce.
Eine süße Spezialität aus Äquatorial-Guinea sind die Akwadu – gebackene Kochbananen, die als Dessert oder Snack serviert werden. Und auch die beliebten Chin Chin dürfen nicht fehlen: kleine frittierte Mürbeteigstückchen, die wunderbar knusprig und süß sind – perfekt als Fingerfood oder zum Kaffee.
Dieses Kapitel zeigt exemplarisch, wie stark Kochbananen das Rückgrat vieler zentralafrikanischer Rezepte bilden – in Form von Brei, Fritten oder gebackenen Stücken – und wie wichtig auch Hähnchen und Fisch als leicht verfügbare Eiweißquellen sind. Die Gerichte sind bodenständig und voller Geschmack, mit einer Balance aus Schärfe, Tiefe und wohligen Aromen.
Westafrika
In diesem Kapitel führt uns Ester Laub durch fünf Länder der westafrikanischen Küstenregion, u.a. Ghana, Gambia, Kap Verde, Elfenbeinküste, Senegal und Benin. Die Rezepte spiegeln die Vielfalt und Raffinesse der dortigen Alltagsküche – mit einem Fokus auf aromatische Eintöpfe, würzige Beilagen und traditionelle Zubereitungen, die hier alltagstauglich umgesetzt werden.
Ein schönes Beispiel für die persönliche Handschrift der Autorin ist das Rezept für Kuli Kuli, ein knuspriger Snack aus Erdnussmehl. In der Einleitung zum Rezept erzählt sie offen und sympathisch, wie viele Versuche sie gebraucht hat, um eine Version zu entwickeln, die sowohl authentisch als auch praktikabel ist.
Vegetarisch-vegan kommt Red Red daher – ein ghanaischer Bohneneintopf mit Schwarzaugenbohnen, Tomaten und scharfer Chili, der auch hierzulande gut nachkochbar ist. Ebenfalls deftig, aber mit Fleisch, ist der gambische Erdnusseintopf mit Rindfleisch, der durch Erdnussbutter seine typische sämige Konsistenz erhält.
Nicht fehlen darf natürlich das senegalische Poulet Yassa – ein Hähnchengericht mit Zitronen-Zwiebel-Sauce, das für viele das afrikanische Comfort Food schlechthin ist. Ergänzt wird es durch einen geschmorten Kabeljau in würziger Tomatensauce, der zeigt, wie präsent Fisch in den westafrikanischen Küstenregionen ist.
Gleich zwei kulinarische Grundpfeiler der westafrikanischen Küche sind hier ebenfalls vertreten: Fufu, ein weicher Brei aus Maniok und grüner Kochbanane, der zu vielen Gerichten gereicht wird, sowie der allseits beliebte Jollof Rice. Letzteren hat Ester Laub in einer Backofenvariante aufbereitet, die sowohl gelingsicher als auch besonders alltagstauglich ist – ein schöner Kniff, der zeigt, wie durchdacht das Buch auch im Detail ist.
Dieses Kapitel bietet eine besonders aromatische Reise durch Westafrika – mit Rezepten, die sowohl klassischen Erwartungen gerecht werden als auch Raum für praktische Anpassungen lassen, ohne an Authentizität zu verlieren.
Südliches Afrika
Das letzte Kapitel führt in Ester Laubs südliche Heimatregion: nach Namibia, Südafrika, Madagaskar, Zimbabwe und sogar nach Malawi. Die Rezepte zeigen hier besonders deutlich, wie sich traditionelle afrikanische Kochtechniken mit kolonialen Einflüssen – etwa der burischen Küche – verbinden.
Besonders persönlich wird es natürlich bei den Gerichten aus Namibia, dem Herkunftsland der Autorin. Hier teilt sie ein Rezept für im Ofen gebackenes Peri-Peri-Hähnchen – samt der Familienrezeptur für die würzige Soße, die dem Gericht seine Seele verleiht.
Aus Madagaskar kommen die veganen Mofo Anana – herzhafte kleine Gemüsepuffer mit asiatischen Einschlägen. Und in Zimbabwe gibt es einen wärmenden, rustikalen Kürbisbrei namens Nhopi, der einfach zuzubereiten ist und sich ideal als Beilage oder Frühstück eignet. Hier hat Ester Laub bewusst auf Zucker verzichtet.
Südafrika bringt gleich mehrere Klassiker ins Spiel: Die beliebte Milchtarte, ein zarter, vanilliger Puddingkuchen auf Mürbeteigbasis, ist ebenso dabei wie Maisbrot – ein unverzichtbares Element der südafrikanischen Tischkultur.
Natürlich darf Bobotie nicht fehlen, das südafrikanische Hackfleischgericht mit süß-würziger Note. Ester Laub bietet es in einer vegetarischen Variante mit Linsen an, die ganz ohne Fleisch, aber mit vollem Aroma daherkommt. Zudem finden sich zwei herzhafte Potjiekos-Gerichte: eines mit Lamm, das andere mit Wurst – beide traditionell in einem gusseisernen Topf geschmort, aber auch im heimischen Ofen gut umsetzbar.
Und aus Malawi rundet eine würzige Fischpfanne mit Curry und Chutney das Kapitel ab – ein leichtes, aber geschmacklich intensives Gericht, das zeigt, wie vielfältig Fisch im südlichen Afrika verarbeitet wird.
Dieses Kapitel bringt Ester Laubs Kochbuch zu einem atmosphärischen, persönlichen und kulinarisch abwechslungsreichen Abschluss – mit Gerichten, die zwischen Heimat und Einfluss, Tradition und Anpassung schwingen. Ein würdiger Schlussakkord, der noch einmal die ganze emotionale Tiefe des Buches spürbar macht.
Am Ende folgen ein nach Zutaten geordnetes Register sowie eine doppelseitige Vorstellung der Autorin und der Fotografin.
Besonderheiten des Buches
Was dieses Buch besonders macht, ist nicht nur die Vielfalt der Rezepte, sondern vor allem die Art, wie sie vermittelt werden. Ester Laub lässt ihre Leser*innen nie allein: Jedes Rezept wird ausführlich eingeleitet, oft mit persönlichen Anekdoten, kulturellen Hintergründen und Erläuterungen zur typischen Zubereitung. Dabei geht sie immer auch darauf ein, wie sie das Rezept angepasst hat, damit es mit in Deutschland erhältlichen Zutaten funktioniert – ohne seinen Charakter zu verlieren.
Ein echtes Plus sind die kleinen Infokästen, die jedes Rezept begleiten. Unter der Überschrift „Tipps & Hinweise“ findet man praktische Ergänzungen:
– Wie sich Zutaten austauschen lassen
– Welche alternativen Zubereitungsmethoden es gibt (z. B. Ofen vs. Herd oder Airfryer)
– Wie man Gerichte vorbereiten, einfrieren oder haltbar machen kann
Das macht das Buch nicht nur vielseitig, sondern auch absolut alltagstauglich – selbst für Menschen, die mit der afrikanischen Küche bisher kaum Berührungspunkte hatten.
Besonders hervorzuheben ist auch die hohe Zahl an bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Vom Verzieren des Kuchens über das Falten von Fladenbroten bis hin zur Herstellung von Saucen und Gewürzmischungen – vieles ist detailliert fotografiert und erklärt. Diese Visualisierungen geben zusätzliche Sicherheit beim Nachkochen und machen Mut, auch mal etwas völlig Neues auszuprobieren.
„Africa made easy“ macht seinem Namen damit alle Ehre – nicht durch Simplifizierung, sondern durch exzellente Begleitung. Man merkt, wie viel Erfahrung, pädagogisches Feingefühl und Begeisterung in der Umsetzung stecken.
3. Zielgruppe
„Africa made easy“ richtet sich an alle, die sich auf das kulinarische Abenteuer afrikanischer Küche einlassen möchten – ganz gleich, ob sie absolute Neulinge sind oder bereits erste Erfahrungen mit afrikanischen Rezepten gesammelt haben.
Gerade für Einsteiger*innen bietet das Buch einen idealen Zugang: Die Rezeptanleitungen sind hervorragend geschrieben, gut nachvollziehbar und mit vielen Schritt-für-Schritt-Fotos ergänzt. Selbst wer noch nie mit Maniok, Kochbananen oder Teffmehl gearbeitet hat, fühlt sich hier an die Hand genommen und sicher durch die Zubereitung geführt.
Gleichzeitig kommen auch fortgeschrittene Hobbyköch*innen und Afrika-Fans auf ihre Kosten. Denn Ester Laub geht über reine Rezeptpräsentation hinaus: Sie erklärt bei jedem Gericht ausführlich die kulturellen Hintergründe, gibt Tipps zu Zutatentausch und regionalen Alternativen und erläutert, wo es sinnvoll ist, Anpassungen vorzunehmen – ohne die Authentizität zu verlieren.
Diese Kombination macht das Buch zu einem echten Allrounder: Es ist für Anfängerinnen ebenso geeignet wie für erfahrene Köchinnen, die auf der Suche nach neuen, fundiert erklärten Rezepten aus verschiedenen Regionen Afrikas sind. Wer Lust hat, die Vielfalt des Kontinents kennenzulernen – offen, respektvoll und mit Genuss –, ist hier genau richtig.
4. Rezepte und Vielfalt
Anzahl der Rezepte
Das Buch enthält 70 Rezepte, von denen ganze 43 vegetarisch oder vegan sind – ein beachtlicher Anteil, der zeigt, wie pflanzenbasiert die afrikanische Alltagsküche in vielen Regionen von Natur aus ist.
Vielfalt der Rezepte
Die Rezeptauswahl deckt ein breites kulinarisches Spektrum ab: von Salaten über Eintöpfe, Currys und gegrillten Fleischgerichten bis hin zu Beilagen, Gewürzmischungen, Broten und süßen Speisen. Die regionale Vielfalt ist beeindruckend: Rezepte aus Nord-, Ost-, Zentral-, West- und Südafrika finden ihren Platz – von Dukkah und Injera bis zu Jollof, Bobotie oder Mofo Anana.
Dabei ist die Mischung aus Klassikern – etwa dem südafrikanischen Chakalaka, dem Bobotie, dem ghanaischen Red Red oder dem senegalesischen Poulet Yassa – und weniger bekannten Rezepten, wie dem Akwadu aus Äquatorial-Guinea oder dem sudanesischen Salata Aswad, besonders gelungen.
Originalität und Kreativität
Ester Laub gelingt es, mit ihrer Rezeptauswahl eine Lücke im deutschsprachigen Kochbuchmarkt zu schließen: Viele der vorgestellten Gerichte sind hierzulande noch kaum bekannt, obwohl sie in ihren Herkunftsländern zum kulinarischen Alltag gehören. Gleichzeitig macht sie mit ihrer persönlichen Herangehensweise und der behutsamen Modernisierung der Klassiker sowie den vielen praktischen Tipps auch komplizierter wirkende Zubereitungen zugänglich und alltagstauglich.
Ein weiteres Plus: Auch innerhalb der Kapitel finden sich stets verschiedene Rezeptarten – so kann man ein Menü komplett afrikanisch gestalten oder einzelne Elemente wie ein Würzöl, ein Brot oder ein vegetarisches Curry wunderbar in die eigene Alltagsküche integrieren.
5. Schwierigkeitsgrad
„Africa made easy“ ist ein Kochbuch, das seinem Titel alle Ehre macht – nicht durch radikale Vereinfachung, sondern durch klare, durchdachte und fein abgestimmte Anleitungen, die den Zugang zu einer vielfach noch unbekannten Küche enorm erleichtern.
Ester Laub erklärt nicht nur, was zu tun ist, sondern auch warum – und das auf zwei Ebenen: im fließenden Text, der präzise und praxisnah formuliert ist, und durch bildgestützte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die Sicherheit geben, auch wenn man eine Zutat oder Zubereitungsart zum ersten Mal ausprobiert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Umgang mit Maniok: Wer noch nie Maniok verarbeitet hat, bekommt nicht nur eine ausführliche Beschreibung, sondern wird auch visuell durch den Prozess geführt – vom Schälen über das Schneiden bis zur Zubereitung. Auch bei scheinbar simplen Dingen wie dem Frittieren von Kochbananen nimmt das Buch einen liebevoll an die Hand: Eine kleine Bildstrecke zeigt genau, wie die Banane vorbereitet, flachgedrückt, gewürzt und im Topf ausgebacken wird – mit haushaltsüblichen Mitteln, ganz ohne Spezialausrüstung.
Diese didaktische Sorgfalt zieht sich durch das gesamte Buch. Wer sich also darauf einlässt, genau zu lesen und die Schritte mitzugehen, wird schnell merken: Man muss kein*e Profi sein, um sich afrikanische Gerichte in die eigene Küche zu holen. Aber auch wer erfahrener ist, wird die Klarheit und Qualität der Anleitung schätzen – gerade weil viele Rezepte auf Zubereitungen beruhen, die hierzulande noch nicht alltäglich sind.
Fazit: Dieses Buch ist für alle geeignet, die Lust haben zu lernen – und zwar in kleinen, gelingenden Schritten.
6. Fotografie & Design
Bildqualität
Eine der ganz großen Stärken dieses Buches ist die Fotografie von Maria Vetterlein, die – wie Ester Laub selbst in der Danksagung betont – ein echter Glücksfall war. Die Bilder sind hochwertig, atmosphärisch und technisch exzellent, dabei gleichzeitig lebendig und nahbar.
Vetterlein spielt gekonnt mit Licht, Perspektive und Farben – die Gerichte sind oft farbenfroh und kunstvoll arrangiert, ohne je gestellt zu wirken. Jedes Bild lenkt den Fokus ganz klar auf das Gericht und fängt zugleich etwas vom kulturellen und persönlichen Kontext ein. Besonders gelungen ist die fotografische Balance aus Schärfe, Natürlichkeit und einem warmen, leicht matten Look, der perfekt zur Thematik passt.
Auch der persönliche Bezug kommt nicht zu kurz: Immer wieder sehen wir Ester Laub selbst – bei der Zubereitung, beim Anrichten, mit Gewürzen oder Speisen in der Hand. Diese visuelle Präsenz der Autorin unterstützt die emotionale Botschaft des Buches und verstärkt die Authentizität.
Layout
Das Layout stammt von Karla Erichson, die hier ganze Arbeit geleistet hat. Schon das Cover setzt ein klares Statement: Nicht das Essen steht im Mittelpunkt, sondern die Autorin – eine starke, inspirierende Frau, die mit ihrem Buch nicht nur Rezepte, sondern auch kulturelle Identität und Lebensgeschichte teilt.
Im Innenteil ist das Layout klar, übersichtlich und gut strukturiert. Meist ist pro Rezept eine Doppelseite vorgesehen – links das Rezept, rechts das Foto –, mit lesefreundlicher Typografie in Schwarz auf Weiß. Zutaten sind sauber gegliedert, auch bei Rezepten mit mehreren Komponenten, was das Nachkochen erleichtert.
Ein zusätzlicher Pluspunkt: Die regionale Farbgebung sorgt für Orientierung und Stimmung, ohne visuell zu überladen. So ist Ostafrika in Curry-Gelb, Zentralafrika in Terracotta-Braun gehalten, und afrikanische Muster lockern das Gesamtbild auf – dezent, aber wirkungsvoll. Auch die Kleidung von Ester Laub – oft in afrikanischen Stoffen und Kopfbedeckungen – fügt sich wunderbar ins visuelle Konzept ein.
Nutzung der Bilder
Besonders hervorzuheben ist der didaktische Einsatz von Fotografie: Viele Zubereitungsschritte – etwa das Schälen, Flachdrücken und Frittieren von Kochbananen oder der Umgang mit Maniok – sind bildlich dokumentiert, was enorm zur Nachvollziehbarkeit beiträgt. Diese Schritt-für-Schritt-Fotostrecken sind nicht nur schön anzusehen, sondern praktisch und hilfreich, gerade für weniger erfahrene Köch*innen.
Nicht jedes Rezept ist bebildert, aber das fällt im Gesamtbild kaum ins Gewicht – zumal dort, wo es wirklich nötig oder hilfreich ist, auch konsequent fotografisch unterstützt wird.
Ein kleiner Wermutstropfen ist lediglich, dass einige Rezepte nicht auf einer Doppelseite Platz finden, was beim Kochen gelegentliches Umblättern erfordert. Doch das ist dem umfangreichen, sorgfältig erklärten Text geschuldet – und daher leicht zu verzeihen.
7. Sprache & Anleitungen
Die sprachliche und didaktische Qualität dieses Buches ist herausragend. Jedes Rezept ist klar, nachvollziehbar und logisch aufgebaut – so formuliert, dass man wirklich Schritt für Schritt mitgehen kann, ohne ins Stolpern zu geraten.
Besonders beeindruckend ist dabei, dass Ester Laub nicht mit Deutsch aufgewachsen ist – und trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) ein Buch geschrieben hat, das sprachlich so präzise, lebendig und zugänglich ist. Man spürt in jedem Satz die Sorgfalt, die sie in die Beschreibung der Abläufe gelegt hat – nichts wird vorausgesetzt, aber auch nichts unnötig verkompliziert.
Schon mit der schriftlichen Anleitung allein kommt man problemlos zurecht – aber die vielen ergänzenden Fotos und Schritt-für-Schritt-Erklärungen verstärken die Wirkung zusätzlich. Die Texte lesen sich dabei flüssig, freundlich und motivierend, ohne belehrend zu sein – genau richtig, um auch beim ersten Kontakt mit der afrikanischen Küche nicht zurückzuschrecken, sondern neugierig zu bleiben.
Ein großes Lob verdient auch die redaktionelle Arbeit von Constanze Lüdicke: Es ist offensichtlich mit sehr viel Genauigkeit gearbeitet worden. Fehler in Rezepturen oder Sprache sind – zumindest in der bisherigen Durchsicht – nicht aufgefallen. Alles wirkt aus einem Guss, gut abgestimmt und sehr professionell.
8. Besonderheiten
„Africa made easy“ ist nicht nur ein weiteres Kochbuch – es ist ein Plädoyer für Offenheit, für Neugier und für das Erzählen von Geschichten durch Essen.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die Verbindung aus großer inhaltlicher Tiefe und einer absolut zugänglichen Vermittlung. Ester Laub bringt uns nicht nur afrikanische Rezepte näher, sondern sie öffnet ein Fenster in ihre Heimat, in ihre Erinnerungen, in eine Küche, die für viele hierzulande noch ein weißer Fleck ist – und tut das mit einer Wärme und Klarheit, die ihresgleichen sucht.
Besonders hervorzuheben ist die Art der Vermittlung: Mit ausführlichen Einleitungen zu jedem Rezept, mit klugen Tipps in kleinen, praxisnahen Kästen und mit einer Vielzahl an bebilderten Schritt-für-Schritt-Erklärungen schafft sie eine didaktische Dichte, wie man sie selten findet. Das Buch ist nicht nur ein Nachschlagewerk, sondern ein echtes Lernbuch – ohne je schulmeisterlich zu wirken.
Ein weiterer Pluspunkt: Die persönliche Präsenz der Autorin. Durch die Texte, durch die Bilder, durch ihre Stimme im Buch entsteht eine Verbindung zwischen Leser*in und Autorin, die weit über das Rezept hinausgeht. Man fühlt sich eingeladen – nicht nur an den Herd, sondern auch ein Stück weit ins Leben von Ester Laub.
Kurz gesagt: Dieses Buch hat Herz, Verstand und Handwerk – und es nimmt einen mit auf eine kulinarische Reise, die sowohl die Sinne als auch das Bewusstsein öffnet.
9. Preis-Leistungsverhältnis
Preis: 29,99 Euro
Mit einem Verkaufspreis von 29,99 Euro bietet „Africa made easy“ ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Was man für diesen Preis erhält, geht weit über ein klassisches Kochbuch hinaus: 70 authentische Rezepte aus fünf afrikanischen Regionen, darunter 43 vegetarische oder vegane Gerichte, ergänzt durch ausführliche kulturelle Einordnungen, persönliche Geschichten, fundierte Hintergrundinfos, exzellente Anleitungen und eine visuell wie handwerklich beeindruckende Gestaltung.
Die qualitativ hochwertige Ausstattung – vom durchdachten Layout über die brillante Fotografie bis hin zur klaren Typografie und den farblich gegliederten Regionen – zeigt, dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Dazu kommen die bebilderten Schritt-für-Schritt-Erklärungen, die nicht nur optisch ansprechend, sondern vor allem praktisch und hilfreich sind.
In Kombination mit der inhaltlichen Tiefe und der großen persönlichen Nähe zur Autorin ergibt sich ein Werk, das sowohl kulinarisch als auch kulturell ein echtes Juwel im Kochbuchregal darstellt. Für alle, die sich auf eine spannende und gut begleitete Entdeckungsreise durch die afrikanische Küche einlassen möchten, ist dieses Buch jeden Cent wert.
10. Gesamteindruck und Empfehlung
„Africa made easy“ ist weit mehr als ein Kochbuch – es ist eine Einladung, Afrika kulinarisch, kulturell und emotional zu entdecken. Ester Laub schafft es, mit diesem Werk eine Brücke zu schlagen zwischen authentischer Rezepttradition und moderner Zugänglichkeit.
Viele der Gerichte beruhen auf traditionellen Rezepten, doch die Autorin hat sie behutsam angepasst: weniger Zucker, gut erhältliche Zutaten, vegetarische Varianten, wo früher Fleisch im Mittelpunkt stand – immer mit Fingerspitzengefühl und voller Transparenz. Nichts wird verwässert, nichts versteckt. Stattdessen zeigt sie offen, wie sie Rezepte verändert – und gibt damit ein Beispiel für kulinarische Weiterentwicklung, ohne kulturelle Aneignung.
Der Spagat zwischen Authentizität und Alltagstauglichkeit gelingt ihr hervorragend – nicht zuletzt, weil sie spürbar mit Liebe, Respekt und Begeisterung für ihre Heimatküche schreibt. Man spürt in jedem Rezept, dass es ihr ein Anliegen ist, Menschen mitzunehmen, ihnen die Vielfalt Afrikas zu zeigen – mit offenen Armen und offenen Töpfen.
Das Buch überzeugt durch inhaltliche Tiefe, hervorragende Anleitungen, starke visuelle Gestaltung und eine wohltuende persönliche Note. Es ist ein Buch, das neugierig macht, Vertrauen schenkt und neue Geschmackswelten eröffnet – auch für alle, die bisher Berührungsängste mit der afrikanischen Küche hatten. Ein echtes Herzensprojekt, das Wissen, Wärme und Würze vereint – authentisch, modernisiert, zugänglich und zutiefst inspirierend.
11. Bewertung
Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄
Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
12. Nachgekocht

Wenn man das Berbere gemixt hat und die Gewürzbutter (s. beides unten) geklärt hat, ist das ein ganz schnell gemachtes Gericht, das würzig, leicht scharf und unglaublich aromatisch schmeckt. Der Fisch wird in Ingwer, Zitronensaft – und schale, Berbere, Kurkuma, Cayenne und Olivenöl mariniert. Für die Sauce, auf der er später kurz dünsten darf, werden Tomaten gehäutet und mit Zwiebel, Knoblauch und Ingwer angeschmort. Gewürzt wird mit Berbere, Kardamom, schwarzem Pfeffer, Zimt, Muskat – und als absoluter Joker: mit der Gewürzbutter. Was für eine Entdeckung! WOW!

Zufällig vegan und ganz lecker – mein erster Versuch, Maniok zuzubereiten. Dank der guten und bebilderten Anleitung im Buch war das ein Kinderspiel. Außer diesem Wurzelgemüse kommen noch Möhren und Spinat dazu sowie wenig Tomaten aus der Dose.. Gewürzt wird vielfach – natürlich kommen Zwiebel, Knoblauch und Ingwer dazu und Zucker, Kreuzkümmel, Koriander, geräuchertes Paprikapulver, Kurkuma, Kardamom, Muskatnuss, Cayenne- und schwarzer Pfeffer und frische Petersilie.

Für den Nachtisch wird eine überreife Kochbanane in einer Mischung aus Zitronen- und Orangensaft übergossen, dann kommen brauner Zucker und Kokosflocken, Zimt, Muskat, Salz sowie Butter darüber und das darf dann im Backofen schon karamellisieren. Vor dem Servieren noch etwas Honig darüber, Vanilleeis dazu – und dann still genießen!

So lecker – das Curry besteht aus dem Huhn, Zwiebel, Ingwer, Knoblauch, frischem Koriander, Tomaten und Kokosmilch; gewürzt wird außerdem mit Kurkuma, Cayenne, Koriander, Kreuzkümmel, Pfeffer und Zitronensaft. Köstlich!

“Berbere“ bedeutet übersetzt „scharf“ und mir passt es gut, dass Ester Laub die Schärfe für diese Mischung so angepasst hat, dass auch Kinder und Menschen wie ich, die nicht gerne allzu scharf essen, damit klar kommen können. 😄
Ein Teil der Gewürze wird im Ganzen in der Pfanne angeröstet und dann gemahlen und mit etwas Salz und anderen gemahlenen Gewürzen vermischt. Sehr gute Mischung!

Ein gewürztes Butterschmalz aus Äthiopien, das Gerichten den besonderen Pfiff verleiht. Vielseitig einsetzbar und unverzichtbar für das würzige Rindfleischragout, das in Äthiopien und Eritrea so beliebt ist.