Gurdeep Loyal – Flavour Heroes

For an English version of the review click here.

1. Eckdaten

Titel: „Flavour Heroes – 15 Zutaten für den ultimativen Geschmackskick“

Autor: Gurdeep Loyal

Verlag: Christian Verlag (engl. Ausg. Fourth Estate)

Erscheinungsjahr: April 2026 (engl. Ausgabe 2025)

2. Inhalt und Konzept

„Flavour Heroes“ ist Gurdeep Loyals Liebeserklärung an eine moderne Vorratskammer, die mehr kann als nur satt machen. Er zeigt, wie wenige, aber klug ausgewählte Grundzutaten den Alltag in der Küche verwandeln können – und wie viel Freude es macht, mit ihnen zu spielen. Im Mittelpunkt stehen fünfzehn aromenstarke Zutaten, die Loyal als seine persönlichen „Geschmacksheld*innen“ bezeichnet: von Harissa und Gochujang über Tamarindenpaste und Mango-Chutney bis hin zu geröstetem Sesamöl oder dunklem Ahornsirup.

Das Konzept des Buches ist klar: Wer diese Zutaten im Haus hat, hat automatisch ein Repertoire, mit dem sich gewöhnliche Gerichte in besondere verwandeln lassen – schnell, unkompliziert und voller Geschmack. Loyal versteht seine moderne Vorratskammer als eine Art Abkürzung zum Genuss: Man muss nicht lange überlegen, weil die Aromen selbst die Arbeit übernehmen.

Was dieses Buch besonders macht, ist der Blick hinter die Produkte. Loyal zeigt, wie unsere Speisekammern durch globale Lebensmittelkulturen, Migration, Reisen und digitale Märkte geprägt wurden und warum es heute so leicht ist, Zutaten aus aller Welt selbstverständlich in den Alltag zu integrieren. Die Einleitung erzählt davon mit klarem Blick, aber auch mit persönlicher Wärme. Und gerade hier wird die Verbindung zu seinem ersten Buch besonders deutlich: Beide Bücher lassen sich wunderbar als Geschwister lesen – „Mother Tongue“ als autobiografisch-kulinarischer Kulturtext, „Flavour Heroes“ als praktisches Aromakompendium für moderne Küchen. Es ist ein Buch, das Lust macht, die eigenen Gewürzregale anders zu betrachten – weniger als Lagerort, mehr als Schatzkammer. Und immer wieder blitzt das auf, was wir schon an „Mother Tongue“ so mochten: ein feines Gespür für Geschichten, Herkunft und Identität, verbunden mit echter Freude am Kochen.

Besonderheiten

„Flavour Heroes“ verbindet kulinarische Inspiration mit hohem Alltagsnutzen. Loyal schreibt über seine fünfzehn Lieblingszutaten nicht nur als Produkte, sondern als Charaktere mit eigener Persönlichkeit. Jede Zutat wird eingeführt, in ihrer Herkunft verortet, geschmacklich beschrieben und anschließend in überraschenden Kombinationen genutzt. Das Buch folgt dabei keinem strengen Regelwerk, sondern einer Haltung: Kochen darf spielerisch sein. Loyal lädt dazu ein, Aromen intuitiv zu verbinden, kulturelle Grenzen nicht zu eng zu ziehen und sich neugierig treiben zu lassen.

Diese Herangehensweise macht das Buch für moderne Köch*innen so reizvoll. Es ist weder dogmatisch noch kompliziert, sondern ermutigt, im Alltag mutiger zu würzen – und zeigt gleichzeitig, wie sich heutige Küchen selbstverständlich aus vielen kulinarischen Traditionen speisen. Gerade die Verbindung aus fundiertem Wissen, persönlicher Perspektive und einer pragmatischen Lust am Ausprobieren verleiht „Flavour Heroes“ seinen besonderen Charme. Es ist ein Buch, das sowohl die Vielfalt unserer globalisierten Esskultur feiert als auch konkrete, sofort umsetzbare Ideen liefert. Und damit ist es weit mehr als ein reines Rezeptbuch: Es ist ein kleines kulinarisches Manifest für neugieriges, modernes und unbeschwertes Kochen.

Struktur des Buches

Hinweis:
Alle Übersetzungen der Rezepttitel beziehen sich auf die englische Originalausgabe, die dieser Rezension zugrunde liegt. Die deutschsprachige Ausgabe erscheint im April 2026 im Christian Verlag und lag zum Zeitpunkt der Rezension noch nicht vor.

„Flavour Heroes“ ist in fünfzehn große Kapitel gegliedert, die jeweils einer einzelnen Zutat gewidmet sind – einer aromatischen „Heldin“ aus Gurdeep Loyals moderner Vorratskammer. Jedes Kapitel folgt einem sehr klaren Aufbau: Es beginnt mit einer kurzen, kompakten Einführung auf einer Doppelseite, in der Loyal die Zutat historisch, kulinarisch und mit wenigen Schlagworten aromatisch einordnet. Diese Mini-Essays umfassen meist nur zwei bis drei Sätze, schaffen aber erstaunlich schnell einen Eindruck davon, warum die jeweilige Zutat für ihn so prägend ist.

Anschließend folgen jeweils sechs Rezepte, die jeweils mit einem kurzen einleitenden Text versehen sind. Loyal erklärt darin, wie er auf die Komposition gekommen ist, erzählt etwas über die Herkunft einer Idee oder beschreibt, welches Zusammenspiel von Aromen das Gericht bestimmt. Die Rezepte selbst sind klassisch aufgebaut: Zuerst die Zutatenliste, klar abgesetzt, danach die ausführliche Zubereitung. Manche Rezepte erstrecken sich über zwei Seiten, was beim Nachkochen gelegentlich ein wenig unpraktisch sein kann, insgesamt aber der großzügigen Gestaltung und den großformatigen Fotos geschuldet ist.

Harissa
Das erste Kapitel widmet sich Harissa, der nordafrikanischen Chili-Würzpaste, die Loyal als aromatisch kräftigen und unglaublich vielseitigen Geschmacksbooster präsentiert. Insgesamt sechs Rezepte zeigen die Bandbreite des Gewürzes – und wie mutig und spielerisch Loyal mit Aromen arbeitet. Zur Auswahl stehen etwa eine Mangold-Harissa-Butternut-Kürbis-Lasagne, die die Schärfe und Wärme des Harissa mit Erdigkeit und Süße verbindet, oder Süßkartoffel-Kürbiskern-Gnocchi mit Harissa-Mascarpone, ein Gericht, das gleichzeitig cremig, würzig und nussig wirkt. Orientalisch angehauchte Gerichte wie Harissa-Schawarma mit Schalotten-Raita oder ein würziges Shakshuka reihen sich ebenso ein wie zwei besonders kreative, herzhafte Ideen für alle, die Fleisch und Fisch schätzen: ein im Campari und Harissa geschmorter Rinderbraten mit Sellerie-Kartoffelpüree sowie Harissa- und Rosa Pfeffer-Fischstäbchen mit Dill-Remoulade. Der Abschnitt macht sofort deutlich, wie Loyal arbeitet: nicht belehrend, sondern er ermutigt dazu, mit den Aromen zu experimentieren. Harissa wird nicht nur als „scharfes Extra“ verstanden, sondern als Zutat, die Tiefe, Wärme und Eleganz ins Kochen bringt.

Pecorino Romano
Nach der aromatischen Wucht des Harissa widmet sich das zweite Kapitel einem Klassiker der italienischen Küche: Pecorino Romano. Loyal beginnt mit einer kurzen Einordnung, in der er die Geschichte, Herstellungsweise und geschmackliche Besonderheit dieses Schafshartkäses skizziert. Sein Ursprung reicht zurück bis ins antike Rom, und auch heute noch spiegelt der Name seine Herkunft wider: „pecora“ für Schaf, „romano“ für die historische Verwurzelung. Loyal beschreibt unterschiedliche regionale Varianten aus Sardinien, Latium, Kalabrien oder der Toskana, die je nach Reifegrad von mild bis besonders kräftig reichen. Ergänzt wird das durch moderne Interpretationen, wie man sie aus Feinkostläden kennt – von Sorten mit schwarzem Pfeffer über Pistazien bis zu Varianten mit Trüffel. Die darauf folgenden sechs Rezepte überraschen mit einer für Pecorino eher ungewohnten Vielfalt. Schon das erste Rezept, ein Frühlingszwiebel-Za’atar-Pecorino-Hummus, bricht mit den Erwartungen und zeigt, wie gut der salzig-würzige Käse in mediterran-levantinischen Kombinationen funktioniert. Das Cacio e Pepe-Risotto mit Nussbutter-Zitrone setzt ebenfalls auf bekannte Aromen, führt sie aber in eine neue Textur; das cremige Risotto bekommt durch die Zitrone eine helle, frische Note, während der Pecorino die salzige Tiefe liefert. Besonders charmant ist die Auswahl an Gerichten, die Süße und Würze verbinden: Datteln mit Pecorino und Rosenwasser, die wie ein kleiner orientalisch-italienischer Gruß wirken, gehören definitiv zu den einprägsamen Ideen dieses Kapitels. Eine französische Zwiebelsuppe mit Hafer-Pecorino-Streusel zeigt wiederum Loyals Talent, Klassiker sanft, aber wirkungsvoll zu verändern. Weitere Highlights sind eine knusprig gefaltete Pfirsich-Taleggio-Pecorino-Filo-Pie, die süß-fruchtige, cremige und würzige Komponenten in einem knusprigen Gebäck vereint, und eine Apfel-Pecorino-Rosinen-Crostata aus den Abruzzen, die herzhaft und süß zugleich daherkommt. Insgesamt präsentiert dieses Kapitel Pecorino Romano nicht als bloße Pasta-Zutat, sondern als vielseitigen, überraschend wandelbaren Geschmacksgeber, der in ganz unterschiedliche Küchen hineinpasst. Genau das ist die Stärke von „Flavour Heroes“: Loyal nimmt scheinbar bekannte Zutaten und zeigt, wie viel mehr in ihnen steckt, wenn man sie aus den üblichen Rezeptschubladen befreit.

Gochujang
Das dritte Kapitel widmet sich Gochujang, der tiefroten, fermentierten Chilipaste aus Korea, die als fester Bestandteil der koreanischen Küche gilt und längst ihren Weg in internationale Vorratskammern gefunden hat. Loyal beschreibt die Paste in seinem einleitenden Kurztext als Mischung aus scharfen Chilipulvern (gochugaru), fermentierten Sojabohnen, süßem Klebreis, Gerstenmalz und Salz – ein komplexes Produkt, dessen Tiefe durch die Fermentation entsteht. Je nach Anteil von Chili und Fermentationsdauer reicht Gochujang geschmacklich von mild bis intensiv-scharf; besonders vollmundige Varianten enthalten zusätzlich eine gewisse Süße oder Umami-Noten, oft sogar MSG. Loyal erklärt außerdem zwei wichtige Varianten: Chogochujang, mit Essig angerührt und damit frischer und leichter, sowie Ssamjang, einer Mischung aus Doenjang (Sojabohnenpaste), Gochujang, Sesam, Knoblauch und Honig.
Die folgenden sechs Rezepte zeigen, wie universell Gochujang einsetzbar ist – und wie selbstverständlich Loyal koreanische Aromen in internationale Gerichte einfließen lässt. Besonders originell sind die mit Essig getränkten Pommes frites mit Gochujang-Andalouse-Sauce, die belgische Klassiker und englische Geschmacksvorlieben mit koreanischer Würze verbinden. Ebenso spannend ist das Pickled-Ginger-Thunfisch-Melt, ein warmes Sandwich mit eingelegtem Ingwer, Thunfisch und geschmolzenem Käse, das süß-scharfe und cremige Komponenten verbindet.
Das Kapitel bietet zudem einen großen Genussmoment für alle, die Fried Chicken lieben: Loyals rauchiges Buttermilch-Korean-Fried-Chicken wird durch die fermentierte Schärfe noch aromatischer und erhält eine sanfte Säure, die perfekt mit der Knusperhülle harmoniert. Wer es cremiger mag, findet in der Pastinakensuppe mit knisterndem Gochujang-Öl und Tofu-Croutons eine winterliche Schüssel voller Tiefe, Wärme und Aromenvielfalt. Ein echtes Highlight ist die Gochujang-Pasta mit Fenchelwurst, Stängel-Brokkoli und einem Parmesan-Pangrattato mit Kräutern der Provence, Knoblauch und Butter – eine dieser wundervollen Fusion-Ideen, für die man Loyal ohnehin liebt. Und natürlich darf ein Klassiker der japanisch-koreanisch inspirierten Alltagsküche nicht fehlen: Okonomiyaki, hier mit Spitzkohl, etwas Schinkenspeck und einer guten Portion Gochujang, die dem Pfannkuchen seinen charakteristischen Kick verleiht. Dieses Kapitel zeigt exemplarisch, wie es Loyal gelingt, Gochujang aus der Rolle einer „trendigen Zutat“ zu lösen und als tief verwurzelte, vielseitige Aromaquelle zu präsentieren. Die Rezepte sind verblüffend kreativ, gleichzeitig alltagstauglich – und machen sofort Lust, die Paste großzügiger zu verwenden.

Grüne Thai-Currypaste
Im vierten Kapitel widmet sich Gurdeep Loyal der grünen Thai-Currypaste – einer Zutat, die man zwar in vielen Küchen erwartet, die er jedoch in seiner typischen Art überraschend breit interpretiert. Die kurze Einleitung beschreibt die Paste als komplexes Zusammenspiel aus grünen Chilis, Thai-Basilikum, Zitronengras, Galgant, Garnelenpaste, Schalotten, Korianderwurzel, Limette, Fischsoße, Kreuzkümmel, Koriandersaat und Palmzucker. Loyal ordnet sie klar in der thailändischen Geschmackssystematik ein: ein Gleichgewicht aus Schärfe, Säure, Bitterkeit, Salz und Süße. Gleichzeitig erklärt er, wie aus dieser Paste der klassische Green Curry entsteht – aber eben nicht nur dieser. Varianten wie die schärfere rote und die milde gelbe Curry-Paste werden ebenfalls eingeordnet, ebenso vegetarische und vegane Alternativen.
Die sechs folgenden Rezepte überraschen erneut durch ihre Kombination aus Vertrautem und Unerwartetem. Ein Chicken Pad Thai mit grüner Currypaste knüpft an Bekanntes an, verlagert aber den aromatischen Schwerpunkt deutlich durch den großzügigen Einsatz von Kardamom. Sehr ungewöhnlich und kulinarisch reizvoll ist das Rezept für Garnelen, umhüllt von einer Thai-Mushroom-Duxelles, einer fein gehackten, sämigen Pilzfarce, die aromatisch zwischen Frankreich und Bangkok pendelt. Ein weiteres Highlight des Kapitels ist die geschmorte Steak-Tagliata mit einer grünen Thai-Curry-Béarnaise – ein Gericht, das zeigt, wie souverän Loyal klassische französische Techniken mit südostasiatischen Aromen verbindet. Ebenso mutig wie behaglich ist die Thai Fish Pie mit einer Haube aus knusprigen Kurkuma-Kartoffeln, ein Comfort-Food-Hybrid, der mit Limette, Galgant und Fischsoße frische Akzente setzt. Für alle, die Gemüse lieben, bietet das Kapitel eine besonders charmante Variation: grüne Thai-Curry-Aubergine-Jalapeño-Kokos-Kroketten, kleine Aroma-Bomben irgendwo zwischen Thailand, Mexiko und Südindien beheimatet. Auch eine Suppe darf wieder nicht fehlen: eine Mais- und Krabben-Chowder, die den amerikanischen Klassiker in ein thailändisch inspiriertes Aromenspektrum überführt – mit Kaffir-Limette, Kokos, Galgant und Fischsoße. Eine schöne Mischung aus Vertrautheit und neuer Würze.
Dieses Kapitel zeigt exemplarisch, wie Loyal es versteht, die thailändische Currypaste aus ihrem klassischen Kontext zu lösen und sie zu einer universell einsetzbaren Geschmackskomponente zu machen. Die Rezepte sind kreativ, zugänglich und gleichzeitig überraschend – ein gelungenes Beispiel für moderne Fusion-Küche im besten Sinne.

Yuzukoshō
Mit Yuzukoshō widmet sich Loyal einer Zutat, die außerhalb Japans noch immer als Geheimtipp gilt. In seiner kurzen Einführung erklärt er die Paste als Mischung aus aromatischer Yuzu-Schale, grünen oder roten Chilis und Salz, die anschließend fermentiert wird. Während „Yuzu“ die kleine, duftende Zitrusfrucht bezeichnet, bedeutet „koshō“ ursprünglich „Pfeffer“, wird aber regional als Sammelbegriff für fermentierte Chili-Würzpasten verwendet. Loyal beschreibt verschiedene Varianten wie rotes Yuzukoshō, das mildere rote Chilis nutzt, oder schwarzes Yuzukoshō, das mit Bambuskohle verfeinert wird. Besonders spannend ist Kanzuri, eine in Schnee gereifte, fermentierte Paste aus Niigata. Yuzukoshō wird traditionell auf Kyushu hergestellt und in Japan vor allem zu Suppen, Hotpots oder als Dip zu Sashimi gereicht. Die sechs Rezepte, die Loyal daraus entwickelt, zeigen einmal mehr, wie souverän er japanische Aromen in unterschiedlichste Küchentraditionen einwebt. Gleich das erste Rezept – Reispapier-Dumplings mit Yuzukoshō, Garnele und Erdnuss – verbindet japanische Zitrus-Schärfe mit südostasiatisch anmutenden Texturen und Aromen. Die Kombination ist frisch, leicht und überraschend vielschichtig. Es folgt eine Tomaten-Frittata, die durch Yuzukoshō einen ungewöhnlich hellen, zitronigen Schärfeakzent bekommt. Besonders alltagstauglich und herrlich aromatisch ist das Knoblauch- und Yuzukoshō-Butter-Ciabatta, das durch die fermentierte Chili-Zitrus-Paste eine luftig-scharfe Eleganz erhält. Sehr raffiniert ist auch die Lachs-Poke-Bowl mit Yuzukoshō-Tigermilch, die peruanische, japanische und kalifornische Einflüsse spielerisch zusammenführt. Die Moules Marinières mit Yuzukoshō und geräuchertem Speck zeigen wiederum, wie selbstverständlich Loyal französische Bistroküche mit japanischen Aromen verknüpft – die Yuzu-Schärfe trifft auf salzige Tiefe und leichte Rauchigkeit. Zum Abschluss gibt es Yakitori mit zitronig-scharfem Honig, ein Gericht, das die karamellisierte Süße des Honigs mit der Zitrusfrische und Schärfe des Yuzukoshō verbindet. Es ist eines dieser Rezepte, bei denen man sich fragt, warum niemand früher auf diese Kombination gekommen ist. Dieses Kapitel macht eindrücklich klar, wie vielseitig Yuzukoshō ist, und zeigt einmal mehr Loyals Gespür für Aromenkombinationen, die zugleich mutig und stimmig sind. Die Rezepte sind eine Einladung, diese Paste – die bei uns noch längst nicht in jeder Küche angekommen ist – großzügiger einzusetzen.

Tamarindenpaste
Die sechs Rezepte des Kapitels zeigen, wie vielseitig Tamarinde ist und wie souverän Loyal ihre frische Säure in unterschiedlichste Aromengerüste einbettet. Den Auftakt bildet ein grüner Mango-Tamarinden-Minze-Cashew-Salat aus Hoi An, ein herrlich leichter, vietnamesisch inspirierter Mix aus Schärfe, Säure, Cremigkeit und Kräuterfrische. Es folgt ein ungewöhnliches vegetarisches Gericht: Imli-Hasselback-Halloumi mit Kichererbsen, bei dem Tamarinde als fruchtig-säuerliche Marinade dient und den salzigen Halloumi perfekt ausbalanciert. Das dritte Rezept – fruchtig-säuerliche Teriyaki-Hackbällchen mit Pak Choi und Udon – verbindet japanische Würze mit der milden, lebendigen Säure der Tamarinde zu einer samtigen, leicht karamellisierten Sauce. Sehr spannend ist auch das Salt-and-Pepper-Paneer in Pita mit süß-sauren Rotkohl-Möhren-Salat, in dem Tamarinde Teil des Dressings ist und dem Ganzen eine zitrusartige Helligkeit verleiht. Dazu kommt frischer Koriander und  Limette: ein Rezept, das nach schnellem Alltagsfavorit klingt. Ein weiteres Highlight ist das würzige Tamarinden-Koriander-Hähnchen-Adobo, eine Variation des philippinischen Klassikers, bei dem die Tamarinde die traditionelle Essigbasis ersetzt und so einen feinfruchtigen, lebendigeren Akzent setzt. Zum Abschluss wartet ein echter Hingucker: Char-Siu-Bao Buns mit Pflaume und Tamarinde. Das Schweinefleisch wird in einer Mischung aus Pflaumensauce, Tamarindenpaste, chinesischem Fünf-Gewürz, Ketchup, braunem Zucker, Reisessig, dunkler Sojasauce, Sesamöl und geräuchertem Salz mariniert. Das Ergebnis ist süß, würzig, rauchig und gleichzeitig herrlich fruchtig.

Mango Chutney
Das Kapitel zu Mango Chutney zeigt besonders deutlich, wie sehr Loyal diese Zutat nicht als Beilage, sondern als vollwertigen Aromengeber versteht. In der Einleitung beschreibt er das klassische indische Mango Chutney als Mischung aus reifem Mangopüree, Knoblauch, Ingwer, Chili, Kreuzkümmel, Nelken, Bockshornklee und Schwarzkümmel, die mit Zucker und Essig zu einer dickflüssigen, fruchtig-würzigen Konfitüre eingekocht wird. Mild, scharf, extra-knoblauchig, mit Früchten wie Rosinen, Granatapfel oder Apfel – Loyal führt die Bandbreite an Varianten präzise aus und grenzt sie klar vom Mango Pickle ab, das mit unreifen, grünen Mangos und Senföl hergestellt wird.
Die sechs Gerichte, die er daraus entwickelt, gehören zu den farbenfrohsten und vielseitigsten im ganzen Buch. Den Auftakt macht ein zitroniges Mango-Tarka-Dal, das mit frischer Säure, fruchtiger Tiefe und knusprig angebratenen Gewürzen spielt. Die Kombination aus Mango und Dal ist überraschend harmonisch und bringt zugleich Wärme und Leichtigkeit in die Schüssel. Sehr raffiniert – und visuell ein Hingucker – ist die Mango-Tarte-Tatin mit Regenbogenwurzeln und geröstetem Knoblauch. Dank Fertigblätterteig unkompliziert, durch bunte Bete, Möhren und Pastinaken spektakulär auf dem Teller. Eines dieser typischen Loyal-Rezepte, die schneller gemacht sind, als sie aussehen. Es folgen Pizzette mit Halloumi, Mango, Zucchini und Estragon, kleine, knusprige Teiglinge zwischen Levante und Sommergarten, die Mango Chutney als fruchtige Geschmacksschicht nutzen. Ebenfalls alltagstauglich und frisch ist das Mango-Hähnchenschnitzel mit Kaffirlimetten-Smashed Peas, eine wunderbare Kombination aus Panade, Zitrusfrische und cremiger Erbse. Besonders kraftvoll kommt das Huhn nach Jaffna-Art mit Kokos-Bratensauce daher, gewürzt mit einer sri-lankischen Mischung aus Chili, Kreuzkümmel, Koriander und Kurkuma. Hier wird Mango Chutney nicht als Süße eingesetzt, sondern als aromatische Tiefe, die die Kokossauce rund und harmonisch macht. Zum Abschluss zeigt Loyal erneut seine große Lust an Fusion: knusprige Schweine-Mango-Röllchen im Bali-Stil, gefüllt mit Filoteig, Erdnüssen, Zitronengras und Mango Chutney. Außen knusprig, innen aromatisch fruchtig und würzig – ein perfektes Fingerfood. Dieses Kapitel zeigt exemplarisch, wie vielseitig Mango Chutney eingesetzt werden kann: nicht nur als Dip, sondern als Gewürztgeber, fruchtige Basis, knackiger Glanzmoment und verbindendes Element zwischen süß, salzig und würzig.

Chipotle Paste
Das nächste Kapitel widmet sich Chipotle – jenen tiefrotbraunen, geräucherten Jalapeños, die Mexikos Küche ihre unverwechselbare Mischung aus Rauch, Schärfe und Fruchtigkeit verleihen. In seiner Einführung erklärt Loyal präzise, wie die Chilis durch das Räuchern dunkel und aromatisch werden und anschließend mit Zwiebeln, Knoblauch, Essig, Tomatenkonzentrat, Salz und Gewürzen wie Kreuzkümmel und geräucherter Paprika zu einer Paste verarbeitet werden. Varianten wie Chipotle-Salsa, Chipotle in Adobo oder Chipotle-Gewürzsalze ordnet er ebenfalls klar ein – und schafft damit sofort ein Gefühl dafür, wie vielseitig diese Zutat ist.
Die sechs Rezepte, die folgen, gehören zu den herzhaftesten des ganzen Buches. Den Anfang machen Chicken Wings mit Chipotle und Hoisin-Sauce, ein Rezept, das mexikanische Raucharomen mit chinesischer Süße und Würze verbindet – sticky, würzig, scharf und unwiderstehlich. Es folgt ein eleganteres Gericht: Tigergarnelen mit Chipotle und karamellisierter Orange, bei dem die Fruchtigkeit der Zitrusfrucht die rauchige Schärfe perfekt ausbalanciert. Besonders behaglich sind die Buttermilch-Scones mit Käse, Chipotle und Fenchelsaat, die knusprige Ränder, weiche Mitte und eine leise Schärfe vereinen – ein kleines, aber intensives Gebäck. Danach wird es deftig mit einem Nacho-Blumenkohl-Gratin mit Jalapeño-Relish, das sich wie Tex-Mex-Comfort-Food anfühlt und das Chipotle-Aroma als warmen Unterton trägt. Sehr würzig kommt das Kreuzkümmel-Knoblauch-Huhn mit Chipotle-Remoulade daher, ein Gericht, das im Zusammenspiel von Knoblauch, Cumin und Rauchschärfe eine unglaubliche Tiefe entwickelt. Und zum Abschluss zeigt Loyal nochmal seine Liebe zur Fusion-Küche: Knuspriger Reis mit Chipotle-Koftas und Tahini-Sauce, ein Gericht zwischen Nahost, Mexiko und moderner Streetfood-Küche. Dieses Kapitel zeigt eindrucksvoll, wie gut Chipotle in völlig unterschiedlichen Aromensystemen funktioniert – von chinesisch und mexikanisch über Nahost bis mediterran. Loyal nutzt die Paste nicht als Schärfespender, sondern als vollwertigen Aromenträger, der eine warme, rauchige Erdigkeit in jedes Gericht bringt.

Geröstetes Sesamöl
Im neunten Kapitel widmet sich Gurdeep Loyal dem gerösteten Sesamöl – einer Zutat, die schon in kleinsten Mengen Tiefe, Wärme und eine unverwechselbare Nussigkeit ins Essen bringt. In seiner Einführung erklärt er die Unterschiede zwischen hellem, nur leicht angeröstetem Sesamöl und dunkleren, fast kaffeebraunen Varianten mit intensiver Rauchigkeit. Auch schwarzes Sesamöl, das aus schwarzen Sesamsorten gepresst wird, ordnet er ein und zeigt, wie unterschiedlich die Aromaprofile sein können. Die sechs Rezepte, die folgen, sind ein kleines Feuerwerk an Ideen und zeigen eindrücklich, wie breit einsetzbar Sesamöl ist. Den Anfang macht ein Sesam-Garnelen-Cocktail auf Tostadas mit geröstetem Mais, ein Spiel aus Süße, Rauch, Crunch und maritimer Frische – ein Sommergericht, das sofort nach Ferien schmeckt. Ebenso verführerisch ist das Sesam-Chicken-Parmigiana, bei dem das nussige Sesamöl die tomatige Fülle und die käsige Knusperkruste perfekt ausbalanciert. Wundervoll brunchtauglich sind die Blaubeer-Sesam-Pfannkuchen mit Apple-Pie-Butter, die warme Gewürze, Frucht und Nussigkeit miteinander verweben. Dass Sesamöl auch in der Patisserie funktioniert, zeigt Loyal mit seinem Blutorangen-Sesam-Marzipan-Polentakuchen, der süß, fruchtig, nussig und durch die Polenta angenehm kernig ist. Besonders spannend ist der mit Salznote versehene Sesam-Basque-Cheesecake, eine mutige, aber sehr gelungene Abwandlung des baskischen Klassikers, bei dem die Röstaromen des Sesamöls auf cremige, salzige Tiefe treffen. Zum Abschluss wartet ein Dessert, das sofort Lust macht, den Löffel zu holen: Dame Blanche mit Sesam-Kaffee-Toffee, ein Eisbecher mit warmem, nussig-kaffeeigem Karamell, das durch das Sesamöl eine unverwechselbare Aromatiefe erhält. Dieses Kapitel zeigt eindrucksvoll, wie viel mehr geröstetes Sesamöl leisten kann, wenn man es nicht nur als asiatisches Würzöl versteht, sondern als universelles Aromawerkzeug, das Süßes und Herzhaftes gleichermaßen veredelt.

Miso
Spätestens mit dem europäischen Fermentationsboom der letzten Jahre ist Miso auch hier zum festen Küchenbegleiter geworden. Die japanische Paste aus fermentierten Sojabohnen und Getreide – mild als weißes Miso, vollmundig als gelbes, tief und salzig als rotes oder braunes Miso – ist längst mehr als ein Nischenprodukt. In seiner Einleitung erklärt Loyal die feinen Unterschiede der verschiedenen Sorten und beschreibt, wie längere Reifung die Aromen dunkler, runder und komplexer macht. Besonders deutlich wird dabei, dass Miso, ähnlich wie ein guter Käse, immer weiter an Tiefe gewinnt, je länger es fermentiert. Versionen mit Algen, Chili, Dashi oder Pflaume verorten die Paste zusätzlich im breiten japanischen Würzspektrum. Die sechs Rezepte, die Loyal aus dieser Zutat entwickelt, spiegeln die Vielseitigkeit des Miso eindrucksvoll wider. Den Anfang macht ein geradezu luxuriöses Kabeljaufilet aus dem Ofen mit Miso, Senf, Cornichons und Queller, bei dem die salzig-umamiartige Tiefe des Miso auf Senfschärfe und die zarte Meerigkeit des Quellers trifft. Ein wunderschönes Gericht, das gleichzeitig rustikal und elegant wirkt.
Sehr aromatisch und alltagstauglich ist das Hähnchen aus dem Backofen mit Miso, Garam Masala und Fenchel, das indische Wärme, japanische Umami-Noten und mediterrane Frische verbindet. Dass Miso in cremigen Gerichten ebenso stark ist, zeigt das Hühnerfrikassee mit Miso-Pilzen, das den klassischen Weißweinsaucen-Ton in eine kräftigere, rundere Geschmacksdimension hebt. Ein echtes Highlight ist das klebrige Zitronengras-Miso-Lamm mit frischem Karottensalat, das mit süß-scharfer Glasur, Kräutern und Zitrusfrische arbeitet. Hier zeigt sich Loyals großes Talent für Fusion: Die Kombination wirkt weder bemüht noch überladen, sondern absolut stimmig. In der Patisserie beweist Loyal dann erneut Mut und Feingefühl. Der Miso-Ganache-Fudge-Kuchen ist ein tiefdunkles, weiches, fast trüffelartiges Stück Schokoladenglück, dessen Umami-Note kaum als solche erkennbar ist, aber die Süße perfekt ausbalanciert. Und die Butterscotch-Miso-Cookies mit kandierter Zitrone bringen all das, was moderne Backkunst ausmacht: karamellige Wärme, salzige Tiefe, Zitrusfrische und ein Hauch Ferment. Dieses Kapitel zeigt sehr schön, wie selbstverständlich Miso heute in Küchen weit über Japan hinaus eingesetzt werden kann. Loyal nutzt die Paste nicht als exotische Note, sondern als stilbildenden Aromenträger – ein universelles Werkzeug, das in herzhaften wie süßen Rezepten Tiefe, Wärme und Komplexität schenkt.

’Nduja
Im elften Kapitel widmet sich Gurdeep Loyal der feurig-roten, streichzarten ’Nduja aus Kalabrien – einer fermentierten, scharf gewürzten Schweinewurst, deren Tiefe und Cremigkeit sie zu einem unvergleichlichen Aromabooster macht. Loyal beschreibt in der Einleitung, wie Backe, Nacken, Schulter und Bauch des Schweins mit reichlich Fett, getrockneten kalabrischen Chilis, Kräutern und Salz vermengt, leicht geräuchert und über Wochen bis Monate gereift werden. Dass man ’Nduja sowohl frisch in der Hülle als auch in Gläsern findet, erwähnt er ebenso wie Alternativen wie die mallorquinische Sobrasada und sogar vegane Varianten (die ich übrigens am liebsten verwende). Das erste Rezept dieses Kapitels ist ein Nata-’Nduja-Ratatouille, das eigentlich weniger klassisches Ratatouille als vielmehr ein liebevolles Crossover aus Ratatouille und Caponata ist. Die Gemüsebasis entspricht der provenzalischen Tradition – Zucchini, Auberginen, Paprika, Tomaten –, doch Essig, Kapern, Rosinen und Honig verankern das Gericht klar in der sizilianischen Caponata-Welt. Die portugiesische „Nata“, die ursprünglich vorgesehen war, wird im Rezept durch Mascarpone ersetzt und verleiht dem Ganzen eine unglaubliche Cremigkeit, die perfekt mit der Chili-Wärme der ’Nduja harmoniert.
Sehr opulent und herrlich herbstlich ist das Mac & Cheese mit ’Nduja und Roquefort, ein Gericht, das Tradition und moderne Schärfe gemeinsam auf den Punkt bringt. Die Cremigkeit des Roqueforts trifft auf die Schärfe der ’Nduja, und zusammen entsteht eine Sauce, die warm, würzig und ungemein luxuriös wirkt. Elegant mediterran geht es weiter mit dem Kabeljau mit gerösteten Mandeln und ’Nduja auf Orzo mit Kapern und Zucchini. Ein Gericht, das in der Kombination aus Meer, Nussigkeit und Chili eine beeindruckend harmonische Tiefe entwickelt. Die ’Nduja verschmilzt hier fast wie eine Würzbutter mit Fisch und Pasta. Für alle, die Meeresfrüchte lieben, gibt es ’Nduja-Crab Cakes mit gerösteter Ananas-Salsa – ein Gericht, das die Süße der Frucht, die leichte Säure des Ananassaftes und die Schärfe der ’Nduja perfekt ausbalanciert. Ein Rezept, das sofort nach Sommer schmeckt. Sehr spannend ist auch Chicken Marbella mit ’Nduja und eingelegten Walnüssen. Der Klassiker der US-amerikanischen jüdischen Küche wird hier mutig weitergedacht: süß-säuerliche Aromen treffen auf Chili-Würze und die leicht bittere, spannende Note eingelegter Walnüsse. Ergebnis: ein Gericht voller Tiefe und Komplexität. Zum Abschluss warten ’Nduja-Gruyère-Cornbread-Muffins, die herrlich saftig und würzig zugleich sind. Die salzige Schärfe der ’Nduja, die cremige Kraft des Gruyère und die typische Körnigkeit des Maisbrots ergeben ein kleines, unglaublich aromatisches Gebäck, das perfekt zum Aperitivo passt.

Kalabrische Chili-Paste
Wie die ’Nduja stammt auch die kalabrische Chili-Paste aus dem tiefen Süden Italiens. In seiner Einleitung beschreibt Loyal sehr anschaulich, wie die traditionsreiche crema di peperoncino entsteht: aus sonnengetrockneten diavoletti rossi, die mit Olivenöl und Salz entweder grob gehackt – dann sieht man die feurigen Stückchen noch im Öl – oder zu einer glatten, scharlachroten Paste püriert werden. Es gibt Varianten mit Basilikum, Fenchelsamen oder Knoblauch, und auch ganze kalabrische Chilis in Essig-Öl-Lake sind vielerorts erhältlich. Entscheidend bleibt: Die Paste ist intensiv, aber fruchtig, scharf, aber nie eindimensional. Die sechs Gerichte, die Loyal daraus entwickelt, zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig diese Chili-Paste eingesetzt werden kann. Den Auftakt macht geschlagener Feta mit kalabrischer Chili-Honig-Butter – ein cremig-scharfer Dip, der Süße, Schärfe und Salzigkeit so klug verbindet, dass man sofort Brot eintauchen möchte. Sehr mediterran wird es bei den Piemonteser Paprika mit kalabrischer Chili und Fenchel. Die süßen, im Ofen gegarten Paprikaschoten bekommen durch die Chili-Paste und die süßlich-warmen Fenchelsamen einen eleganten Kick, der die traditionelle piemontesische Küche fein erweitert. Für die herzhaft-knusprige Ecke sorgen Möhren-Salbei-Latkes mit kalabrischem Chiliöl – ein herrlicher Mix aus jüdischer Tradition, italienischer Schärfe und aromatischer Kräuterwürze. Die Latkes wirken sowohl vertraut als auch überraschend. Besonders alltagstauglich und zugleich raffiniert ist der Caesar Salad mit Calabrese-Hähnchen und Riesen-Croûtons. Die Chili-Paste würzt das Hähnchen mit einer Mischung aus Wärme, Fruchtigkeit und angenehmer Schärfe, die perfekt zu der cremigen Anchovi-Note des Caesar Dressings passt. Rustikal und herzhaft wird es mit den Toulouse-Würsten mit Linsen in kalabrischer Chili-Oregano-Sauce. Hier trifft französische Bistroküche auf süditalienische Schärfe – und das Ergebnis ist ein wunderbar erdiges, tiefes Gericht, das an kühlen Abenden Gold wert ist. Zum Abschluss kommt ein echtes Comfort Food: zerbrochene Lasagne mit Short-Rib-Ragù alla Calabrese. Das Ragù wird mit der Chili-Paste auf eine neue aromatische Ebene gehoben – fruchtig, scharf, tomatig und warm –, und die zerbrochenen Lasagneplatten, die einfach mitgekocht werden im Topf, machen das ganze Gericht rustikal und herrlich unkompliziert. Dieses Kapitel vermittelt deutlich, dass kalabrische Chili-Paste weit mehr ist als nur Schärfe: Sie sorgt für Fruchtigkeit, Tiefe und aromatische Wärme – und Loyal zeigt eindrucksvoll, wie gut diese Zutat die Grenzen zwischen italienischer Tradition, amerikanischer Comfort-Küche und modernen Fusion-Ideen überwindet.

Dunkel geröstete Erdnussbutter
Dunkel geröstete Erdnussbutter ist die große Schwester der klassischen Peanut Butter: tiefer, nussiger, röstiger und aromatisch deutlich komplexer. In der Einleitung beschreibt Loyal, wie die Erdnüsse dafür bis zu einem schokoladenbraunen Ton geröstet werden, bevor sie zu einer Creme verarbeitet werden. Je stärker die Röstung, desto intensiver das Aroma – und desto weniger Süße braucht es. Produkte mit 95 % Erdnussanteil sind hier die erste Wahl. Varianten mit Kakao, Chili, Zimt oder Datteln sind inzwischen verbreitet, jedoch findet man dunkel geröstete Erdnussbutter selten im stationären Handel. Über gut sortierte Onlineshops ist sie jedoch problemlos erhältlich. Die Rezepte dieses Kapitels zeigen eindrucksvoll, dass diese Butter weit mehr kann als Brotaufstrich sein. Den Anfang macht verkohlter Lauch mit rauchiger Erdnuss-Romesco, ein Gericht, in dem Röstaromen auf Röstaromen treffen: der süß-schwarze Geschmack des gegrillten Lauchs, die Paprika-Haselnuss-Anmutung der Romesco – nur dass hier Erdnüsse an die Stelle der klassischen Mandeln treten und alles noch wärmer und tiefer machen. Sehr mediterran-fusioniert geht es weiter mit Pappardelle mit getrockneten Tomaten, Blumenkohl, Erdnuss und Oliven. Das ist eines dieser typischen Loyal-Gerichte, die vertraut wirken, aber durch eine einzige ungewöhnliche Zutat – hier die Erdnuss – plötzlich völlig neu schmecken. Erdnuss in ihrer vielleicht ikonischsten Form erscheint beim Singapur-Satay-Hähnchen mit gerösteter Erdnusssauce, das mit viel Schalotten, Kashmiri-Chili, Zitronengras und Fisch- und Sojasauce arbeitet. Die dunkel geröstete Nuss sorgt dafür, dass die Sauce noch satter und würziger wird als bei klassischem Satay. Ähnlich überraschend ist das mexikanische Baja-Fish-Taco mit Erdnuss-Salsa-Macha. Die Salsa, normalerweise eine Chili-Öl-Nuss-Sauce, bekommt hier durch die dunkel gerösteten Erdnüsse Körper, Wärme und eine rauchige Tiefe, die dem frittierten oder gebratenen Fisch eine fantastische Erdigkeit verleiht.
In den süßen Bereich springt Loyal mit einem amerikanischen Klassiker: Peanut-Butter-Pie mit zimtigem Cerealienboden. Die Kombination aus salziger Erdnussbutter, cremiger Füllung und knuspriger, zimtiger Basis ist ein perfekter Brückenschlag zwischen Nostalgie und moderner Aromenküche. Zum Abschluss wartet ein Dessert, das man so wahrscheinlich noch nie gesehen hat: Schwarze-Johannisbeer-„PBJ“-Puddingtörtchen. Es ist eine Neuinterpretation des Peanut-Butter-&-Jelly-Sandwiches, mit samtigem Vanillepudding, säuerlich-fruchtiger Beerenfüllung und einer dezenten Erdnussnote. Es schmeckt wie das Erwachsenwerden eines Kindheitsklassikers.
Dieses Kapitel zeigt sehr klar, wie wandelbar dunkel geröstete Erdnussbutter ist – Loyal nutzt sie nie als Gag, sondern als Aromenträger, der Verbindungslinien zwischen so unterschiedlichen Küchen wie Mexiko, Südostasien und Italien zieht.

Espressopulver
Instant-Espressopulver fristet in vielen Küchen (wenn überhaupt) ein stilles Dasein – meist als Notfallkaffee oder Backzutat. Loyal zeigt in diesem Kapitel eindrucksvoll, dass diese hochkonzentrierte, dehydrierte Form von Espresso ein viel größeres Aromenpotenzial besitzt. In seiner Einleitung erklärt er, wie aus grob gemahlenen, dunkel gerösteten Bohnen zunächst ein intensiver Espresso extrahiert und dann vollständig getrocknet wird. Gute Produkte bestehen aus sortenreinem, fair gehandeltem Kaffee; starkes Instantkaffeepulver kann zur Not als Ersatz dienen. Auch Espresso-Sirupe erwähnt er als Option. Dass dieses Pulver weit mehr kann als Schokoladenkuchen vertiefen, beweist Loyal schon im ersten Rezept: Lachs mit Kopi-Sambal-Glasur und Pistazien-Dukkah. Die Glasur – eine Mischung aus Espressopulver, Sambal Oelek, Kecap Manis, Ingwer, Knoblauch, Sesamöl und Honig – ist eine malaiisch-inspirierte Umami-Bombe, die den Lachs dunkel glänzen lässt und eine karamellige Schärfe mit Kaffeenoten kombiniert. Das Dukkah erhält durch geräuchertes Paprikapulver eine dezente Rauchigkeit, die den Fisch wundervoll erdet.
Amerikanisches Barbecue trifft Koffein-Kick bei den BBQ-Pork-Carnitas mit Kaffee-Cola-Glasur. Hier nutzt Loyal das Espressopulver zusammen mit Cola, Gewürzen und dunklem Zucker, um ein Ragù zu schaffen, das gleichzeitig tief, süß, würzig und koffeinhaltig ist. Die Inspiration hat er aus San Francisco mitgebracht.
Wesentlich verspielter, fast schon kindlich neugierig, wird es bei der Brown-Toast- & Malzkaffee-Swirl-Eiscreme. Loyal übersetzt seine Freude an außergewöhnlichen Frühstückskombinationen in eine Eiscreme, die geröstetes Toastbrot, Malzkaffee und Espresso miteinander marmoriert. Das klingt verrückt – schmeckt aber nach Nostalgie, knusprigem Frühstück und cremiger Kaffee-Eleganz. Ein aufwendigeres Projekt und ein echtes Schaustück ist das Kardamom-Kaffee-Orangen-Nougat. Die Kombination aus orientalischen Gewürzen, Zitrusfrische und dunkler Kaffeenote schafft ein Nougat, das gleichzeitig warm, herb, floral und süß ist – eine Leckerei, bei der man die Einflüsse verschiedener Küchen wunderbar schmeckt. Wer es unkomplizierter mag, findet in den Maraschino-Cappuccino-Trüffeln ein süßes Vergnügen, das Espresso, weiße Schokolade, Sahne und Maraschino miteinander verbindet. Ein kleiner, luxuriöser Happen, perfekt zum Kaffee oder als Mitbringsel. Zum Abschluss des Kapitels zeigt Loyal noch einmal, wie sehr Kaffee und Schokolade sich gegenseitig verstärken: Treacle-Mocca-Brownies mit weißer Schokolade. Die Mischung aus Melasse (Treacle), Espresso, Kakao und heller Schokolade macht diese Brownies dunkel, saftig und komplex – ein Dessert, das gleichzeitig tief und leuchtend schmeckt. Dieses Kapitel ist eines der überraschendsten des gesamten Buches: Es zeigt, dass Instant-Espressopulver nicht nur eine Abkürzung ist, sondern ein vollwertiger Geschmacksverstärker, der herzhaften Gerichten Tiefe, Fischglasuren Charakter, Desserts Struktur und Saucen Eleganz verleiht.

Dunkler Ahornsirup
Der Abschluss dieses Kapitels – und des gesamten Buches – gehört einem der tiefsten, aromatischsten Süßmittel überhaupt: dunklem Ahornsirup. In der Einleitung erklärt Loyal, wie der Sirup aus dem aufsteigenden Saft nordamerikanischer Ahornarten hergestellt wird – Rot-, Schwarz- und Zuckerahorn – und wie aus 40 Litern Saft nur ein einziger Liter Sirup wird. Früh im Jahr geerntete Sorten („Light Golden“, „Amber“, in Deutschland Grad A und selten zu finden AA für den ganz hellen) sind zarter und milder, während spätere („Dark“, Grad B) deutlich kräftiger, runder und karamelliger schmecken. Die „Very Dark“-Qualitäten (Grad C) entwickeln schließlich ein intensives Aroma nach verbranntem Toffee und dunklem Karamell. Dunkler Ahornsirup ist damit nicht nur Süße, sondern ein echter Geschmacksverstärker – und Loyal nutzt ihn genau so. Den Beginn macht ein Gericht, das man selten so sieht: Ahornsirup-Gewürz-Hähnchen mit Balsamico-gerösteten Trauben. Die warme Gewürzmischung, der dunkle Sirup und die süß-säuerlichen Trauben schaffen ein Aroma, das zwischen elegant und wohlig-winterlich pendelt. Ein Gericht voller Tiefe, aber mit überraschender Leichtigkeit. Sehr zeitgemäß und nährstoffreich ist der knusprige Grünkohl mit Butterbohnen und salzigem Zitronen-Ahorn-Dressing – ein heller, frischer, würziger Salat, bei dem die Ahornnote nicht dominiert, sondern eine subtile Karamell-Wärme einbringt. Mit den Ahornsirup-Chorizo-Egg-Muffins beweist Loyal erneut, wie gut Süße, Fett und Schärfe zusammenarbeiten. Der Sirup rundet die pikante Chorizo ab und verleiht dem Ganzen einen Hauch von Brunch-Luxus. Ideal für Meal Prep – oder als „grab and go“-Frühstück. Süß und opulent wird es beim Sauternes-Erdbeer-Tiramisu mit Ahornsirup-Mascarpone. Der französischer Dessertwein bringt Honignoten und Säure, der dunkle Ahornsirup sorgt für Struktur und Tiefe. Ein Dessert, das klassische italienische Cremigkeit mit französischer Eleganz verschmilzt. Sehr charmant ist auch der Rhabarber-Passionsfrucht-Schichtdessert mit Ahornsirup-Crumble, der zwischen fruchtiger Säure, cremiger Süße und knusprigem Topping spielt. Ein Dessert, das gleichzeitig leicht und luxuriös schmeckt. Zum Abschluss wird es erdiger und festlicher: Pekan-Cognac-Karottenkuchen mit Ahorn-Glasur. Die nussige Erdigkeit der Pekannüsse, die Wärme des Cognacs und die dunkle Süße des Ahornsirups machen diesen Carrot Cake zu einer erwachsenen, tiefen Variante des Klassikers. Mit diesem letzten Kapitel zeigt Loyal noch einmal, wie universell einsetzbar selbst eine stark charaktervolle Zutat wie dunkler Ahornsirup sein kann. Ob in Salaten, Frühstücksgerichten, Desserts oder herzhaften Gerichten: Der Sirup verbindet, vertieft und wärmt – und ist damit ein würdiger Schlusspunkt des Buches.

3. Zielgruppe

„Flavour Heroes“ richtet sich an eine genuss- und experimentierfreudige Zielgruppe, die Lust hat, sich kulinarisch weiterzuentwickeln – ohne dass das Kochen selbst kompliziert wird. Die Rezepte sind handwerklich überraschend zugänglich: klare Abläufe, überschaubare Arbeitsschritte, keine übermäßig langen Zutatenlisten. Dennoch erfordern viele Gerichte eine gewisse Offenheit für mutige Aromenkombinationen und ein Grundverständnis dafür, wie Geschmäcker zusammenspielen. Wer Freude daran hat, Gewohntes neu zu denken – oder mit einer einzelnen Zutat ganze Gerichte in eine neue Richtung zu lenken –, wird in diesem Buch sofort aufblühen.

Besonders angesprochen fühlen sich:

  • Fortgeschrittene Hobbyköch*innen, die bereits sicher in der Alltagsküche sind und nun gezielt nach Inspiration suchen, wie man durch einzelne Komponenten große geschmackliche Wirkung erzielt.
  • Neugierige, die die Zutaten aus dem Vorrat als kreatives Spielfeld begreifen, denen es Freude macht, einmal quer durch die kulinarische Welt zu reisen: Asien, Levante, Süditalien, Mexiko, Nordamerika. Die Vielfalt der Aromen verlangt nicht technisches Können, sondern Mut, Lust und Offenheit.
  • Moderne Genießer*innen mit Lust auf globales Kochen, die sich in verschiedenen kulinarischen Traditionen zu Hause fühlen – oder sich dorthin vorwagen wollen. Loyal führt dabei leichtfüßig durch Fusion-Gerichte, ohne je beliebig zu werden.
  • Menschen, die geschmacklich „fortgeschritten“ sind, weil sie bereits ein Gefühl dafür haben, wie Säure, Süße, Schärfe, Fett und Umami sich gegenseitig ausbalancieren. Dieses Gespür ist hilfreich, auch wenn die Rezepte selbst nicht schwierig sind.
  • Alle, die ihren Vorratsschrank bewusst weiterdenken möchten und Freude daran haben, mit einzelnen Zutaten Geschmacksvolumen aufzudrehen. Das Buch eignet sich ideal für alle, die ihren Vorratsschrank aufbessern und gezielt Aromabooster integrieren wollen.
  • Nicht zuletzt: Fans von Gurdeep Loyal, die sein erstes Buch „Mother Tongue“ bereits schätzen. „Flavour Heroes“ baut diese Handschrift weiter aus – klarer, moderner, experimentierfreudiger. Für viele wird es das Buch sein, zu dem man immer wieder zurückkehrt.

4. Rezepte und Vielfalt

Anzahl der Rezepte
„Flavour Heroes“ umfasst 90 Rezepte, aufgeteilt in 15 Kapitel mit jeweils sechs Gerichten, die alle rund um eine einzelne Vorrats-Zutat entwickelt sind. Dieser streng strukturierte Aufbau sorgt zugleich für Orientierung und Überraschung: Man weiß, was kommt – und ist doch jedes Mal verblüfft, wie weit Loyal geschmacklich geht.

Vielfalt der Rezept
Die Rezeptpalette ist beeindruckend breit gefächert. Sie reicht von:

  • Suppen, Salaten und Bowls
  • schnellen Alltagsgerichten
  • Ofengerichten, Currys, Pastagerichten und Pfannengerichten
  • Snacks, Imbissen und Streetfood
  • bis hin zu Desserts, Torten, Cookies, Kuchen, Eis und süßen Kleinigkeiten

Kaum ein Kochbuch schafft es, Kochen mit solchen Aromengebern derart vielseitig zu zeigen – von Korea bis Italien, von Mexiko bis Japan, von Nordamerika bis nach Südostasien. Man findet unkomplizierte Feierabendgerichte ebenso wie kleine Wow-Momente für Gäste. Obwohl die Aromen oft intensiv und komplex sind, bleibt die Auswahl an Proteinen eher leicht:

  • viel Geflügel (Huhn)
  • viel Fisch und Meeresfrüchte
  • wenig Schwein
  • sehr wenig Rindfleisch
  • vegetarische Gerichte sind klar ausgewiesen (mit einem V) und eher in der Minderheit, dafür aber oft besonders kreativ und aromatisch

Gerade Fans von Gemüse, Hülsenfrüchten und modernem Fusion-Food werden allerdings über die gesamte Bandbreite hinweg glücklich – auch ohne dezidiert vegetarischen Schwerpunkt.

Die Rezepte sind nicht schwierig, aber sie verlangen Neugier, Offenheit und ein Gespür für Aromen. Wer Freude daran hat, Klassiker zu verwandeln oder ungewöhnliche Pairings auszuprobieren, wird an diesem Buch nicht vorbeikommen.

Originalität und Kreativität
Die Originalität verdient eine eigene Würdigung: Gurdeep Loyal besitzt eine kulinarische Handschrift, die ihn mühelos in die Reihe moderner Innovatoren stellt. Es muss nicht immer Ottolenghi sein – hier hat jemand eine eigene, mutige, spielerische Stimme, die gleichzeitig präzise und zugänglich bleibt. Er kombiniert Aromen, Kulturen und Techniken auf eine Weise, die immer stimmig wirkt – selbst dann, wenn man die Rezepttitel zweimal liest, weil sie zunächst ungewöhnlich erscheinen. Beim Blättern läuft einem regelmäßig das Wasser im Mund zusammen; es macht schlicht Freude, sich durch die Vielfalt inspirieren zu lassen.

5. Schwierigkeitsgrad

Die meisten Rezepte in „Flavour Heroes“ sind erstaunlich unkompliziert. Obwohl die Aromen oft komplex klingen, bleibt die Zubereitung in der Regel gut machbar, selbst für ambitionierte Hobbyköch*innen ohne Profi-Erfahrung. Loyal arbeitet mit klaren Abläufen, logisch strukturierten Arbeitsschritten und überschaubaren Zubereitungszeiten – viele Gerichte sind echte Alltagsküchenfreund*innen.

Einige Rezepte verlangen etwas mehr Sorgfalt oder technisches Feingefühl, etwa das Herstellen eines Nougats oder das exakte Temperieren von Zutaten. Hier kann ein Küchenthermometer hilfreich sein – bleibt aber die absolute Ausnahme. Die größte Herausforderung liegt weniger im Kochen selbst, sondern manchmal in der Beschaffung der Zutaten. Viele der 15 Geschmacksbooster  sind für neugierige Köch*innen zwar kein Neuland mehr, aber im klassischen Supermarkt nicht immer vorrätig. In Zeiten des Onlinehandels, gut sortierter Bio-Märkte und Asia-Läden relativiert sich das allerdings deutlich. Wer Lust hat, seinen Vorratsschrank ein wenig zu erweitern, wird schnell fündig.

Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad also leicht bis moderat, mit gelegentlichen Ausreißern nach oben, aber stets in einem Rahmen, der gut beherrschbar bleibt – selbst für weniger geübte Köch*innen, solange die Neugier größer ist als die Unsicherheit.

6. Fotografie und Design

Die Gestaltung von „Flavour Heroes“ verbindet stilvolle Foodfotografie mit einem klaren, modernen Layout, das die 15 Geschmacksbooster farblich wie inhaltlich perfekt in Szene setzt. Vieles ist sehr gelungen – manches fordert allerdings inzwischen definitiv die Lesebrille heraus.

Bildqualität
Die Bildwelt von „Flavour Heroes“ ist durchgehend hochwertig, ästhetisch und stilistisch sehr klar definiert. Die Fotografien von Patricia Niven tragen einen leichten Retro-Film-Filter, der dem Buch eine warme, moderne Nostalgie verleiht. Viele Aufnahmen sind aus der Vogelperspektive fotografiert, was Struktur und Farben der Gerichte hervorragend betont. Häufig taucht auch Gurdeep Loyal in Ausschnitten im Bild auf, was den Rezepten unaufdringlich eine persönliche, fast schon alltägliche Lebendigkeit gibt. Alles wirkt appetitlich, zugänglich und sorgfältig durchgestylt – ein atmosphärischer roter Faden, der sich zuverlässig durch das gesamte Buch zieht.

Layout
Das Layout ist klassisch, klar und funktional aufgebaut – allerdings mit einer Einschränkung: Die sehr kleine Schriftgröße ist für Leser*innen mit nicht mehr ganz jungen Augen eine echte Herausforderung. Ohne Lesebrille wird es schwer. Das mag dem jüngeren Zielpublikum geschuldet sein, ändert aber nichts daran, dass das Druckbild an Grenzen stößt.

Ansonsten ist das Layout äußerst stimmig: Auf einen präzisen Titel folgen eine kurze Einleitung, eine übersichtliche Zutatenliste und danach die Zubereitungsschritte, die jeweils gut durch Absätze strukturiert sind. Manchmal muss man fürs Weiterlesen umblättern – etwas unpraktisch, aber im Alltag verkraftbar. Die Schriftsetzung ist klassisch gehalten: schwarze Schrift, weißer Grund, klare Serifenschrift, kein unnötiger Schnickschnack.

Die grafische Gesamtkonzeption – gestaltet von Emily Lapworth – ist geschmackvoll, modern und durchgängig konsistent.

Nutzung der Bilder
Nicht jedes Rezept ist bebildert, was in einem Buch, das ansonsten so stark visuell aufgestellt ist, ein kleines Bedauern hinterlässt. Die verwendeten Bilder sind dafür umso stärker: ästhetisch, appetitlich, atmosphärisch. Zwischendurch sorgen Doppelseiten, die mehrere Gerichte auf einmal zeigen, für Dynamik und ein schönes rhythmisches Blättern.

Besonders gelungen sind die Kapitel- bzw. Zutaten-Doppelseiten: Jede der 15 Vorratszutaten wird mit einer farblich an das Cover angelehnten Seite eingeleitet – inklusive kurzer Erklärung und ergänzendem Foodfoto. Das schafft Orientierung, Struktur und visuelle Wiedererkennung.

Didaktische Schritt-für-Schritt-Fotografien oder Bildstrecken, die Zubereitungstechniken zeigen, gibt es nicht – hier setzt das Buch bewusst auf Stil statt auf Lehrbildlichkeit.

7. Sprache und Anleitungen

Die Sprache von Gurdeep Loyal ist eine seiner größten Stärken. Seine kurzen Einleitungen zu den Rezepten sind persönlich, nahbar und angenehm unprätentiös. Er schreibt, als würde ein guter Freund neben einem stehen – jemand, der viel weiß, aber nichts davon zur Schau stellt. Dieser freundliche, offene Ton zieht sich durch das gesamte Buch und schafft sofort Vertrauen. Loyal erzählt kleine Anekdoten, verrät Herkunftsgeschichten einzelner Gerichte oder Zutaten und gibt beiläufig Wissen weiter, ohne jemals belehrend zu wirken.

Gerade diese Mischung macht die Texte so sympathisch: Er ist geerdet, großzügig mit seinem Know-how und erwartet nie, dass man etwas „schon wissen müsse“. Stattdessen vermittelt er Neues mit der Selbstverständlichkeit und Wärme eines Menschen, der einfach Freude daran hat, andere mitzunehmen.

Die Rezeptanleitungen selbst sind hervorragend aufgebaut. Die Sätze sind klar, präzise und angenehm ungekünstelt. Selbst komplexere Abläufe wirken logisch, Schritt für Schritt nachvollziehbar und gut strukturiert. Loyal führt die Leser*innen souverän durch den Kochprozess, ohne jemals bevormundend oder technisch abgehoben zu wirken. Das macht die Rezepte erstaunlich gelingsicher — auch dann, wenn die Aromenkombinationen anspruchsvoll oder die Methode ungewohnt erscheint.

Sein Schreibstil verkörpert genau das, was das Buch so wertvoll macht: große kulinarische Fantasie, vermittelt in einer Sprache, die zum Mitmachen ermutigt. Wer sich auf seine Rezepte einlässt, fühlt sich begleitet statt angeleitet — ein seltener Ton in modernen Kochbüchern.

8. Besonderheiten

Die große Besonderheit von „Flavour Heroes“ liegt zweifellos im Konzept selbst: 15 Zutaten, die nicht selbstverständlich in deutschen Vorratskammern stehen, werden hier zu den eigentlichen Protagonisten. Statt umständlich oder elitär wirkt dieses Konzept bei Gurdeep Loyal jedoch erstaunlich zugänglich. Er führt die Leser*innen sanft an jede dieser Zutaten heran, erklärt Herkunft, Geschmacksprofil, Varianten und Einsatzmöglichkeiten so klar und freundlich, dass man sofort Lust bekommt, sie in die eigene Küche zu holen.

Das Besondere ist dabei nicht nur die Auswahl der Zutaten, sondern vor allem, was Loyal daraus macht. Die Kombinationen, die er entwickelt, sind mutig, durchdacht und dennoch nie abgehoben. Seine Art des Food Pairings zeigt eine Sensibilität, die nicht einfach nur „Fusion“ ist, sondern echtes kulinarisches Handwerk: Er verbindet Aromen und Techniken verschiedener Küchen so stimmig, dass sich neue Geschmacksräume öffnen, ohne dass die Gerichte bemüht wirken.

Bemerkenswert ist auch seine Fähigkeit, aus den Zutaten Gerichte zu entwickeln, die beeindruckend, aber alltagstauglich sind. Viele Rezepte haben dieses „Oh wow!“-Element, funktionieren aber trotzdem am Abend nach der Arbeit. Loyal beweist damit, wie viel kulinarisches Potenzial in Zutaten steckt, die häufig unterschätzt oder zu eindimensional eingesetzt werden.

Eine weitere Besonderheit ist der rote Faden aus persönlichem Erzählen, globaler Küche und modernem Aroma-Wissen. „Flavour Heroes“ ist kein rein funktionales Kochbuch, sondern vermittelt ein Lebensgefühl: neugierig, offen, modern, weltoffen und voller Genussfreude. Genau diese Mischung macht es zu etwas Besonderem.

Und schließlich sticht hervor, dass Loyal nicht versucht, traditionelle Küchen eins zu eins nachzubauen, sondern Resonanzen schafft: Vertrautes trifft auf Neues, Klassiker werden weitergedacht, Grenzen werden mit Respekt überschritten. So entstehen Gerichte, die in ihrer Originalität und aromatischen Tiefe an große Namen der modernen Küche erinnern – ohne dass Loyal jemals seine eigene Stimme verliert.

Zusammengefasst: Die Besonderheit dieses Buches liegt darin, wie selbstverständlich es komplexe Aromen, ungewöhnliche Zutaten und moderne Rezeptideen mit einer warmen, zugänglichen Sprache zu einem Kochbuch verbindet, das zum Experimentieren einlädt und gleichzeitig Bodenhaftung behält.

9. Preis-Leistungsverhältnis

Preis: 34,99 Euro

Mit einem Preis von 34,99 Euro bietet „Flavour Heroes“ ein ausgesprochen starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Schon rein quantitativ bekommt man mit 90 Rezepten eine außergewöhnlich große Bandbreite an Ideen, die sich in ihrer Kreativität, Modernität und kulinarischen Tiefe deutlich vom Durchschnitt abheben. Hinzu kommt die Qualität des Buches selbst: das moderne, klare Design, die hochwertige Ausstattung, die exzellenten Foodfotos und die stilvolle Gestaltung, die den Charakter des Buches perfekt widerspiegelt. Allein die fotografische und grafische Umsetzung macht das Buch zu einem Objekt, das man gerne zur Hand nimmt. Der eigentliche Wert liegt jedoch im konzeptionellen Ansatz: 15 Zutaten aus dem Vorrat, die zu echten „Aromenhelden“ werden, dazu eine Vielzahl ungewöhnlicher, aber alltagstauglicher Rezeptideen – das ist ein inspirierender Fundus, aus dem man nicht nur einzelne Rezepte, sondern eine ganze neue Art des Kochens mitnehmen kann. Für unter 35 Euro bekommt man damit ein Kochbuch, das sowohl kulinarisch anspruchsvoll als auch praktisch nutzbar ist, das den Vorratsschrank öffnet, den Horizont erweitert und eine Fülle von Anregungen bietet, die weit über ein einzelnes Rezept hinausreichen. Kurz: Ein sehr fairer Preis für ein Buch, das inhaltlich wie gestalterisch mit deutlich teureren Titeln mithalten kann – und das garantiert lange im eigenen Küchenregal bleiben wird.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Flavour Heroes“ ist eines dieser Kochbücher, das sofort Lust macht, die eigene Küche neu zu denken. Gurdeep Loyal zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie viel kulinarisches Potenzial in einem bewusst zusammengestellten Vorratsschrank steckt – und wie man aus einzelnen, oft unterschätzten Zutaten Gerichte komponieren kann, die überraschen, begeistern und lange nachklingen.

Was das Buch so besonders macht, ist die warmherzige, nahbare Stimme des Autors, gepaart mit einer beeindruckenden Aromensensibilität. Loyal kocht global, modern und selbstbewusst – ohne jemals prätentiös oder belehrend zu wirken. Seine Rezepte haben Tiefe, aber nicht Schwere; Mut, aber keine Überforderung; Kreativität, aber immer mit Bodenhaftung. Beim Blättern spürt man diese gewisse Loyal-Magie: Man liest ein Rezept und denkt „Wow, darauf wäre ich nie gekommen“ – und gleichzeitig „Das kann ich machen.“

Die Gerichte sind vielseitig, überraschend und durchweg inspirierend. Von japanischen Umami-Welten über kalabrische Schärfe bis hin zu mexikanischer Würze und britisch-indischen Einflüssen – Loyal verwebt Küchenstile zu einer harmonischen, modernen Aromenküche, die genau im Hier und Jetzt verankert ist. Und das alles, ohne dass die Rezepte kompliziert oder elitär daherkommen. Wer gerne kocht, neugierig ist und Lust hat, den eigenen Geschmacksradius zu erweitern, wird dieses Buch lieben. Es eignet sich für ambitionierte Alltagsköchinnen ebenso wie für kulinarische Abenteurerinnen, für Pantry-Fans genauso wie für alle, die frischen Ideen hinterherjagen. Und wer Gurdeep Loyals Erstlingswerk „Mother Tongue“ mochte, bekommt hier die perfekte Ergänzung: persönlicher, strukturiert, experimentierfreudig und gleichzeitig absolut alltagstauglich.

Kurz: Eine große Empfehlung für alle, die Aromen lieben und sich gerne überraschen lassen. „Flavour Heroes“ gehört definitiv zu meinen LeseLust-&-Löffel-Lieblingen des Jahres – und wird im Regal ganz vorne stehen bleiben.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Kabeljau mit gerösteten Mandeln und ‘Nduja auf Kapern-Zucchini-Orzo (S. 179)
Schnell und einfach zubereitet und statt Backofen habe ich den Airfryer für den Fisch genutzt: Das dauerte keine 10 Minuten. Der Kabeljau bekommt eine raffinierte Auflage aus reichlich ‘Nduja (hier habe ich veganes genommen), angerösteten Mandelblättchen, die einen tollen Biss geben, angerösteter Fenchelsaat, grob gestoßenem schwarzen Pfeffer, Panko und Knoblauch. Absolut göttliche Kombi mit dem Fisch! 
Der Orzo ist nicht minder raffiniert und geht blitzschnell: er wird gekocht, Zucchini in Streifen geschnitten, Kapern und Anchovies gehackt. In Butter mit etwas Olivenöl werden zunächst die Anchovies aufgelöst, dann dürfen die Kapern dazu, dann kurz die Zucchinistreifen, schließlich der gekochte Orzo. Dann wird nur noch mit Zitronenschale und -saft gewürzt und einer Handvoll frischen Basilikums.
Sind das nicht ein paar viele dominante Aromen werdet ihr euch vielleicht fragen? Und da kann man nur antworten: JA! JA! JA! 😄
Das war nicht zu viel – es harmonierte prächtig und man schmeckte immer wieder was „Neues“ auf der Zunge und hätte vermutlich nicht alle Komponenten benennen können, weil sie so stimmig verschmolzen sind.
Mango-Hühnerschnitzel mit Kaffirlimetten-Erbsenpüree (S. 116)
Das Hühnchen wird flachgeklopft und darf in einer Marinade aus Mango Chutney, Knoblauch, Worcestershire Sauce und Apfelessig ziehen, bevor es über eine Panierstraße (wobei dem Panko am Ende auch noch Schwarzkümmelsaat und Sesam zugesetzt sind) in eine Pfanne voller Öl wandert und schnell fertig gebraten wird. 
Die Erbsen werden kurz gekocht. Kaffirlimettenblätter und Minzblätter werden mit Zitronensaft und -schale fein gemixt und in Butter-/Ölgemisch angebraten, dann kommen Frühlingszwiebeln dazu und schließlich die Erbsen, die dann noch gestampft werden. 
Serviert wird mit Zitrone und Mango Chutney. Echtes Comfort-Food und der Klassiker „mushy peas“ fein neu interpretiert. Ganz toll! 😋 👌🤩
Lasagne mit Mangold, Harissa-Butternutkürbis und Manchego (S. 19)
Eine sehr schöne Veggie-Variante und auch gar nicht sooo aufwändig. Der Mangold wird mit roter Zwiebel und reichlich Knoblauch angeschmort und darf dann abkühlen. Der Butternut wird fein gehobelt und dann mit eine Paste aus Harissa, Worcestershire Sauce und Tomatenmark bestrichen. Eine Hälfte dieser Paste kommt in die Hälfte des Ricottas. Die andere Hälfte wiederum davon kommt zum Mangold – zusammen mit gehacktem Basilikum, dem geriebenem Manchego und einem Ei. 
Dann wird geschichtet: es beginnt mit Kürbis, dann kommt Tomatenpassata einfach aus dem Glas darauf, eine Schicht Lasagneblätter (da würde ich die frischen unbedingt empfehlen). Auf diese kommt dann der Manchego-Mangold Mix, dann gleich wieder eine Schicht Pasta und dann beginnt wieder alles von vorn. Auf die letzte Lasagneschicht kommt die Ricotta-Harissa-Creme. On top kommt dann noch geriebener Mozzarella. Zunächst kommt die Lasagne abgedeckt in den Ofen. Die letzten 20 Minuten darf sie dann Farbe annehmen.
Schöne, angenehme Schärfe und wirklich mal was anderes.😋
Rauchiges Buttermilch-Korean Fried Chicken (S. 55)
Das Hühnchen wird am besten am Vortag in Buttermilch eingelegt, die mit Rauchsalz, geräuchertem Paprikapulver und Zwiebelpulver gewürzt wird. Am nächsten Tag darf es gut abtropfen und wird dann in einer Mehlmischung aus Mehl, Kartoffelmehl und Maisstärke sowie Backpulver mehliert, dann noch mal in der Buttermilch gewälzt und noch mal mehliert und dann in reichlich Fett in der Pfanne zügig ausgebacken. Gut abtropfen lassen und dann in er sehr schönen Sauce aus Gochujang, Tomatenketchup, Sojasauce, braunem Zucker, Senf, Ingwer, Knoblauch und Sesamöl wälzen und mit Sesam und Frühlingszwiebeln bestreut servieren. 🤤
Hühnerfrikassée mit Miso Pilzen (S. 161)
Dieses besondere Frikassée wird mit Hähnchenbrust mit Haut und Knochen gemacht, die eingeschnitten und gesalzen und gepfeffert angebraten wird. Dann wird sie aus der Pfanne genommen, die Pilze haben nun ihren Auftritt – gebraten wird alles immer wieder unter der Zugabe von reichlich Butter und Olivenöl. Wenn die Pilze sich vom Volumen her halbiert haben, dann kommt ordentlich Miso und noch mehr Knoblauch in Scheiben dazu. Und schließlich noch Zwiebel- und Staudenselleriewürfel, die schön glasig werden dürfen, bevor mit frischem Thymian und Muskat gewürzt wird. Dann darf auch das Huhn zurück in den Topf. Weißwein angießen und einkochen lassen, Hühnerbrühe angießen, Deckel drauf und 10 Minuten köcheln lassen. Crème fraîche mit Eigelb, etwas Maisstärke und reichlich abgeriebener Zitronenschale vermischen und einrühren und dick-cremig einkochen lassen – dann nur noch Zitronensaft dazu, gut abschmecken und genießen.
Sehr schöne Variante eines meiner Leibgerichte!
Pappardelle mit sonnengetrockneten Tomaten, Blumenkohl, Erdnüssen und Olive (S. 206)
Auf die Kombi wäre ich so nie gekommen – die Basis erinnert ein wenig an Caponata, aber die Kombi mit Erdnüssen schien mir ein Wagnis. Doch auch hier funktionierte das Zusammenspiel perfekt: Rosinen, Blumenkohl und Paste aus sonnengetrockneten Tomaten (gibt es im italienischen Supermarkt, zur Not geht auch Tomatenmark) ergeben die Gemüsebasis. Zwiebeln, Knoblauch, Basilikum werden angebraten und dann dunkel geröstete Erdnussbutter dazugegeben, etwas Zitronenschale und Weißweinessig sorgen für etwas Säure. Anschließend wird alles mit etwas Kochwasser von der Pasta sämig gerührt – die Pappardelle oder Malfadine kommen abgetropft in die Sauce, dann wird das Gemüse untergehoben und alles verbindet sich mit etwas Parmesan on top zu einem kleinen Aromenfeuerwerk – mega köstlich!! 😋

Hinterlasse einen Kommentar