Madeleine Ankner – Bake all day

1. Eckdaten:

Titel: Bake all day – Grundlagen, Klassiker und neue Ideen von Brot über Kuchen bis Gebäck

Autorin: Madeleine Ankner

Verlag: Hölker Verlag

Erscheinungsjahr: 2026

Rezensionsexemplar – vielen Dank dafür! 

2. Inhalt und Konzept

„Bake All Day“ verfolgt einen Ansatz, der bei Backbüchern vergleichsweise selten so konsequent umgesetzt wird: Es ist kein Buch, das lediglich Rezepte sammelt, sondern eines, das systematisch in das Backen einführt. Schon im Vorwort wird deutlich, dass Madeleine Ankner Backen nicht als bloßes Abarbeiten von Anleitungen versteht, sondern als Handwerk, das man begreifen kann — und soll.

Der Aufbau macht diese Absicht sehr klar. Dem Rezeptteil geht ein ausführlicher Grundlagenteil voraus, in dem zentrale Bausteine des Backens erklärt werden: Mehl, Zucker, Fett, Eier, außerdem Ausstattung und Vorbereitung. Dabei geht es nicht um wissenschaftliche Vollständigkeit, sondern um funktionales Verständnis. Die Autorin erklärt nicht jedes Detail bis zur letzten chemischen Reaktion, sondern konzentriert sich auf genau die Zusammenhänge, die für das Gelingen in der heimischen Küche relevant sind. Gerade hierin unterscheidet sich das Buch von stärker theorieorientierten Backbüchern: Die Erklärungen bleiben zugänglich, verständlich und praxisnah. Ziel ist nicht, Fachwissen zu demonstrieren, sondern Sicherheit zu vermitteln. Ankner möchte nicht nur zeigen, wie ein Rezept funktioniert, sondern warum bestimmte Arbeitsschritte notwendig sind — etwa Ruhezeiten, Temperaturführung oder das Verhalten von Hefeteigen. Dieses Verständnis wird im weiteren Verlauf des Buches immer wieder aufgegriffen: In den Rezepten finden sich regelmäßig Hinweise, Querverweise und zusätzliche Erläuterungen, die auf den Grundlagenteil zurückführen. Der Rezeptteil ist entsprechend nicht isoliert angelegt, sondern baut sichtbar auf diesem Fundament auf. Auffällig ist dabei die didaktische Gestaltung. Komplexe Techniken — etwa Plunder- oder Brandteig — werden nicht vorausgesetzt, sondern systematisch angeleitet. Schritt-für-Schritt-Abbildungen, Zeichnungen und erklärende Einschübe begleiten die Rezepte. Dadurch werden auch auf den ersten Blick anspruchsvolle Gebäcke zugänglich.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Autorin den Anspruch verfolgt, Hemmschwellen abzubauen. Gerade klassische „Respekt-Rezepte“ wie Croissants, Hefezöpfe oder gefüllte Teilchen wirken zunächst aufwendig, werden hier jedoch in einzelne, nachvollziehbare Arbeitsschritte zerlegt. Der Fokus liegt weniger auf spektakulären Kreationen als auf reproduzierbaren Ergebnissen. Unterstützt wird das durch zahlreiche Grundrezepte (z. B. Sauerteig, Plunderteig, Brandmasse, Mürbeteig) sowie ein eigenes Kapitel zu Füllungen, Cremes und Basiskomponenten. Das Buch funktioniert dadurch gleichzeitig als Nachschlagewerk: Einzelne Elemente lassen sich unabhängig voneinander wiederverwenden.

Struktur des Buches

Die Struktur folgt einer klaren Lernlogik:

  1. Grundlagen – Zutatenkunde, Vorbereitung, Ausstattung
  2. Brot & Brötchen – Einstieg über vergleichsweise „handwerkliche“ Teige
  3. Süße Teilchen – Hefeteige und Plundergebäcke
  4. Süßes zum Kaffee – Kuchen, Tartes und feine Patisserie
  5. Grundrezepte & Basics – Teige, Cremes und Füllungen als Baukasten

Diese Reihenfolge ist nicht zufällig. Sie führt Leser*innen schrittweise von elementaren Teigprozessen hin zu komplexeren Backprojekten. Das Buch kann deshalb sowohl linear gelesen als auch punktuell genutzt werden. Wer ein Rezept nachbackt, wird regelmäßig wieder auf Techniken und Grundlagen verwiesen. Insgesamt entsteht der Eindruck eines Lehrbuchs im positiven Sinn: eines, das nicht belehrt, sondern begleitet. Die Rezepte sind dabei nicht Selbstzweck, sondern Anwendung dessen, was zuvor erklärt wurde.

Grundlagen
Ein genauer Blick in den Grundlagenteil zeigt, wie praxisorientiert das Buch angelegt ist. In den „Grundlagen“ vermittelt Madeleine Ankner zunächst elementares Wissen zu den wichtigsten Zutaten des Backens. Sie erläutert Mehlsorten und Getreidearten, geht auf Lagerung und Haltbarkeit ein und erklärt Unterschiede verschiedener Zuckersorten samt deren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten. Besonders hilfreich sind die Abschnitte zu Fetten und Emulsionen. Ankner beschreibt anschaulich, was beim Cremigschlagen von Butter und Zucker tatsächlich passiert, warum Massen gerinnen können und wie sich solche Probleme vermeiden lassen. Ebenso verständlich fällt die Erklärung der Rolle von Eiern aus: Aufbau, Proteine, Funktion im Teig sowie die Definition der Eiergrößen werden nachvollziehbar dargestellt. Sehr praxisnah ist dabei, dass sie in den Rezepten nicht nur Stückzahlen, sondern zusätzlich die exakte Grammangabe verwendet – ein Detail, das gerade beim Halbieren von Rezepten oder bei empfindlichen Teigen enorm hilfreich ist. Auch grundlegende Techniken werden erklärt: Wie man Eier richtig trennt und aufschlägt, worin der Unterschied zwischen Eischnee und Meringue besteht und auf welche Weise Teige gelockert werden können – durch Luft, Dampf oder Kohlendioxid. Dadurch entsteht ein Verständnis dafür, warum bestimmte Arbeitsschritte notwendig sind.
Ein eigenes Kapitel widmet sich außerdem der Ausstattung. Dabei wird klar zwischen unbedingt erforderlichen Utensilien und hilfreichen Ergänzungen unterschieden, getrennt nach Brot- und Teilchenbacken sowie Kuchen und Kleingebäck. Ergänzt wird dies durch praktische Hinweise vor dem eigentlichen Backen: korrektes Abwiegen, die Bedeutung der Zutaten- und Raumtemperatur, Ruhe- und Knetzeiten sowie das konsequente Kühlen bei Cremes und Sahnearbeiten. Gerade diese vermeintlich kleinen Hinweise erweisen sich als zentral. Viele Backprobleme entstehen nicht durch das Rezept selbst, sondern durch übersehene Details im Ablauf. Hier setzt das Buch an und vermittelt Sicherheit, indem es typische Fehlerquellen erklärt und verständlich begründet, worauf besonders zu achten ist.

Brot & Brötchen
Das Kapitel „Brot & Brötchen“ bildet den handwerklichen Einstieg in den Rezeptteil und wird von einem ungewöhnlich ausführlichen Theorieteil eingeleitet. Auf rund zehn Seiten erklärt Madeleine Ankner zunächst die Grundlagen des Brotbackens – beginnend bei der Frage, wie aus Mehl, Wasser und Salz überhaupt Brot entsteht. Dabei geht sie systematisch vor: Sie erläutert das Ansetzen eines Sauerteigs, die Pflege und Fütterung des Anstellguts und stellt verschiedene Triebmittel gegenüber – wilde Hefe, frische Backhefe und Trockenhefe. Bevor die eigentlichen Rezepte beginnen, folgen außerdem zentrale Basistechniken des Brotbackens. Begriffe wie Bassinage, Fenstertest, Stockgare und Stückgare werden verständlich erklärt, ebenso der Einsatz von Kochstücken und Quellstücken. Auch das Formen und Straffen von Teigen sowie das richtige Einschneiden vor dem Backen werden Schritt für Schritt erläutert. Abschließend beschreibt sie verschiedene Backmethoden – etwa Backen im Topf oder freigeschoben – und die Rolle von Dampf für Krustenbildung und Ofentrieb. Dieser Abschnitt wirkt fast wie ein kleiner Brotbackkurs im Buchformat: reich bebildert, anschaulich und so verständlich formuliert, dass auch Leser*innen ohne Vorerfahrung sofort Orientierung finden.
Im anschließenden Rezeptteil finden sich insgesamt 14 Brote und Brötchen. Sechs davon basieren auf Sauerteig, die übrigen werden mit Hefe hergestellt. Auffällig ist dabei der zurückhaltende Hefeeinsatz: Wo frische Hefe verwendet wird, arbeitet Ankner meist nur mit ein bis zwei Gramm und setzt stattdessen auf lange Reifezeiten. Gleichzeitig finden sich auch reine Sauerteigbrote ganz ohne zusätzliche Hefe. Die Auswahl deckt unterschiedliche Vorlieben ab: vom reinen Roggen- und Vollkornbrot über Mischbrote bis hin zu Dinkelgebäcken. Neben klassischen Broten wie einem Roggen-Weizen-Mischbrot oder einem Kartoffel-Walnuss-Brot gibt es auch alltagstaugliche Varianten wie Vollkorn-Buttertoast. Zwei Brötchenrezepte ergänzen das Kapitel – unkomplizierte, über Nacht gereifte Frühstücksbrötchen ohne Kneten sowie Vollkornbrötchen, bei denen sich überschüssiges Anstellgut vom Auffrischen der Sauerteige sinnvoll verwerten lässt. Darüber hinaus enthält das Kapitel auch Gebäcke mit höherem Schwierigkeitsgrad: Focaccia, Laugengebäck, französisches Baguette und ein Sternbrot mit Salbei und Parmesan. Damit reicht das Spektrum vom einfachen Alltagsbrot bis zum ambitionierten Backprojekt.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines breit angelegten Angebots, das sowohl den regelmäßigen Brotbackalltag abdeckt als auch Raum für anspruchsvollere Backvorhaben lässt — und dabei konsequent auf gelingsichere Anleitung setzt.

Süße Teilchen
Auch dem Kapitel „Süße Teilchen“ stellt Madeleine Ankner zunächst einen ausführlichen Technikteil voran. Er fällt mit etwa sieben Seiten etwas kompakter aus als beim Brotbacken, erfüllt aber eine zentrale Funktion: Er überführt die zuvor vermittelten Grundlagen in die Praxis anspruchsvollerer Teige. Im Mittelpunkt steht der Weg vom klassischen Hefeteig zum Plunderteig. Ankner erklärt Schritt für Schritt, wie Butter eingearbeitet wird, welche Rolle Temperatur und Konsistenz der Zutaten spielen und wo typische Fehlerquellen liegen. Besonders das Tourieren wird sehr anschaulich dargestellt. Sowohl einfache als auch doppelte Tour werden erläutert und zusätzlich grafisch illustriert, sodass der Ablauf nachvollziehbar wird. Fotostrecken begleiten die einzelnen Arbeitsschritte, und selbst der Umgang mit Teigresten wird thematisiert. Den Einstieg bildet folgerichtig ein ausführlich dargestelltes Grundrezept für Plunderteig. Es erstreckt sich über zwei Seiten, umfasst elf Arbeitsschritte und verdeutlicht damit bereits den handwerklichen Anspruch. Gleichzeitig nimmt die detaillierte Anleitung viel von der anfänglichen Hemmschwelle: Jeder Schritt wird begründet und visuell unterstützt, sodass auch Leser*innen ohne Vorerfahrung eine klare Orientierung erhalten.
Darauf aufbauend folgen 15 Rezepte, die ein breites Spektrum klassischer und moderner Hefeteig- und Plundergebäcke abdecken. Neben den erwartbaren Klassikern wie Croissants und Pain au Chocolat finden sich etwa Rosinenschnecken, Cheesecake-Plunder mit Himbeeren oder Plunderteilchen mit Erdbeeren und Rhabarber. Auch herzhafte Varianten sind vertreten, etwa mit Tomate, Ricotta und Basilikumcreme.Reine Hefeteiggebäcke ergänzen das Kapitel: wattig-weiche Butterzöpfe, zusätzlich mit einer gut bebilderten Anleitung zum Flechten (Zwei- und Vierstrangzopf), ein Vollkorn-Hefezopf, Pudding-Streuseltaler sowie gefüllte Krapfen, die nicht frittiert, sondern im Ofen gebacken werden. Milchhörnchen, Schokobrötchen mit Kürbis, eine Schokobabka mit Orange, Kardamomknoten mit Beerenfüllung sowie ein Bienenstich-Maritozzi und Nussherzen runden die Auswahl ab.
Das Kapitel zeigt exemplarisch die Stärke des Buches: Auch komplex wirkende Gebäcke werden nicht vereinfacht, sondern verständlich gemacht. Die Autorin reduziert die handwerkliche Herausforderung nicht, sondern zerlegt sie in nachvollziehbare Arbeitsschritte — und genau dadurch erscheinen selbst aufwendigere Projekte realistisch umsetzbar.

Süßes zum Kaffee
Das umfangreichste Kapitel des Buches widmet sich der klassischen Patisserie. Anders als in den vorherigen Abschnitten stellt Madeleine Ankner hier die Theorie nicht gesammelt voran, sondern integriert sie direkt in die jeweiligen Rezeptbereiche. Die Erklärungen erscheinen immer genau dort, wo sie benötigt werden — ein didaktisch kluger Ansatz, da Leser*innen die Informationen unmittelbar anwenden können. Den Einstieg bilden kleinere Gebäcke wie zweierlei Madeleines (Zitrone-Ingwer sowie Vanille mit brauner Butter), Spritzgebäck, Chocolate-Chip-Cookies in zwei Varianten sowie Mini-Pavlovas. Bereits hier zeigt sich, dass das Kapitel nicht ausschließlich anspruchsvolle Patisserie behandelt, sondern auch alltagstaugliche Backwaren umfasst.
Es folgt der Brandteig-Abschnitt, der zunächst die Grundlagen erläutert und ein Basisrezept für Brandmasse bereitstellt. Ankner beantwortet dabei typische Fragen — etwa, ob sich Milch oder Wasser besser eignet — und erklärt die jeweiligen Vor- und Nachteile. Auch praktische Aspekte werden berücksichtigt: Hinweise zur Aufbewahrung, zum Einfrieren und zur Weiterverarbeitung finden sich ebenso wie Schritt-für-Schritt-Erläuterungen. Darauf bauen die Rezepte auf, darunter Craquelins in verschiedenen Varianten, Zitronen-Éclairs sowie die polnische Karpatka-Torte mit roter Grütze.
Im Anschluss widmet sich das Buch dem Biskuit. Auf mehreren Seiten werden sowohl Biskuitmasse als auch Wiener Masse erklärt. Besonders hilfreich ist erneut die Angabe der Ei-Mengen in Gramm, was bei empfindlichen Massen eine präzisere Arbeitsweise ermöglicht. Ankner erläutert außerdem grundlegende Techniken wie Ein- und Zweikesselmethode, das richtige Unterheben („Melieren“) sowie wichtige Rahmenbedingungen: Raumtemperatur der Zutaten, sofortige Weiterverarbeitung, korrektes Vorheizen des Ofens und das Vermeiden unnötiger Ofenöffnungen während des Backens.
Die darauf folgenden Rezepte reichen von klassischen Biskuitzubereitungen wie Erdbeer-Biskuitkuchen oder Zitronen- und Tiramisu-Rolle über einen Schokomousse-Kuchen und Obst-Käse-Sahne-Schnitten bis hin zu einfachen Rührkuchen. Auch hier begleitet Ankner die Rezepte mit konkreten Gelinghinweisen, etwa zur richtigen Reihenfolge beim Aufschlagen von Butter, Zucker und Eiern oder zur kurzen Verarbeitung des Mehls, um saftige Ergebnisse zu erzielen.
Darüber hinaus enthält das Kapitel zahlreiche Kuchenklassiker und moderne Varianten, etwa eine Himmelstorte mit Rhabarber, Karottenkuchen mit Pistaziencrunch, Cheesecake mit Karamellganache, San-Sebastian-Cheesecake und Käsekuchen mit Streuseln.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Mürbeteigen. Die Autorin erläutert deren Grundlagen, Kühlung, Blindbacken und das korrekte Auslegen von Tarteformen anhand bebilderter Schrittfolgen. Neben Grundrezepten für Vanille- und Schokomürbeteig folgen Tartes und Tartelettes, darunter Himbeer-Tartelettes mit Mandelcreme, Johannisbeer-Tarte mit Meringue, eine Passionsfrucht-Tarte mit weißer Mousse sowie ein Apfelkuchen mit Nussstreuseln.
Mit insgesamt 24 Rezepten ist dieses Kapitel das umfangreichste des Buches. Es deckt sowohl einfache Alltagskuchen als auch anspruchsvollere Patisserie ab und zeigt zugleich deutlich den Ansatz der Autorin: Die Rezepte stehen nicht isoliert, sondern dienen als Anwendung zuvor erklärter Techniken. Dadurch entsteht weniger eine Rezeptsammlung als vielmehr ein systematischer Baukasten für typische Backwaren, die im häuslichen Alltag regelmäßig auf den Tisch kommen — insbesondere zum klassischen Sonntagskaffee.

Basics
Den Abschluss bildet das Kapitel „Basics“, das elf Grundrezepte versammelt und den Charakter des Buches als Nachschlagewerk unterstreicht. Hier bündelt Madeleine Ankner zentrale Komponenten der Backstube, die in vielen Rezepten wiederkehren und unabhängig voneinander genutzt werden können. Im Mittelpunkt stehen zunächst klassische Cremes: die Crème pâtissière (Vanille- bzw. Konditorcreme), darauf aufbauend die luftigere Crème diplomate durch untergehobene Sahne sowie Crème Chantilly, also aromatisierte Schlagsahne. Letztere bereitet sie mit Mascarpone und Vanille zu. Die Rezepte sind nicht isoliert gedacht, sondern als Bausteine für zahlreiche Gebäcke im Buch verwendbar. Ergänzt wird dies durch Grundlagen wie Nussbutter (braune Butter), die die Autorin als „Geheimwaffe“ der Backstube beschreibt. Sie erklärt dabei nicht nur die Herstellung, sondern auch die funktionalen Folgen: Durch den geringeren Wasseranteil verändert sich die Teigkonsistenz, weshalb entweder mehr Flüssigkeit oder mehr Nussbutter eingesetzt werden sollte.
Eine eigene Seite widmet sich der Ganache. Ankner erläutert die passenden Mischungsverhältnisse von Sahne und Kuvertüre je nach Schokoladensorte und beschreibt zusätzlich die Ganache montée, also die aufgeschlagene Variante. Auch typische Probleme — etwa eine geronnene Ganache — werden angesprochen und lösungsorientiert erklärt.
Sehr praxisnah sind zudem die Rezepte für Vanillezucker und selbstgemachte Vanillepaste. Gerade letztere ermöglicht es, ein häufig industriell stark verarbeitetes Produkt unkompliziert selbst herzustellen und vorrätig zu halten. Weitere Grundlagen sind Lemon Curd, Läuterzucker sowie Hinweise zum Aprikotieren und zur Eistreiche.
Damit endet das Buch inhaltlich folgerichtig: Nach den Techniken und Anwendungen folgen die elementaren Bausteine, auf die sich vieles zurückführen lässt. Abgeschlossen wird es lediglich durch Rezeptregister, kurze biografische Angaben zur Autorin und Danksagung; für Quellen und weiterführende Literatur verweist Ankner auf ihre Website.

3. Zielgruppe

„Bake All Day“ richtet sich an eine ungewöhnlich breite Zielgruppe. Das Buch ist weder ein reines Anfängerbuch noch ein spezialisiertes Werk für erfahrene Hobbybäcker*innen, sondern positioniert sich bewusst dazwischen. Ein großer Teil der Leser*innenschaft dürften Menschen sein, die bislang Respekt vor dem Backen hatten. Gerade komplexere Teige wie Hefeteig, Plunder oder Biskuit gelten häufig als fehleranfällig und führen schnell zu Frustration. Hier setzt das Buch an: Es vermittelt genau so viel Hintergrundwissen, wie zum Verständnis notwendig ist, ohne mit theoretischen Details zu überfrachten. Die Autorin erklärt nicht alles, was man über Backchemie wissen könnte, sondern das, was man wissen muss, um erfolgreich backen zu können.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich das Buch deutlich von stärker theorieorientierten Backwerken, etwa solchen, die chemische Prozesse sehr umfassend aufarbeiten. Während dort das vollständige Verständnis der Reaktionen im Mittelpunkt steht, konzentriert sich Ankner auf das praktische Gelingen. Das Wissen dient hier unmittelbar der Anwendung. Leser*innen werden Schritt für Schritt an die Hand genommen und verlieren dadurch die Hemmschwelle, sich auch an bislang gemiedene Backprojekte zu wagen. Bemerkenswert ist dabei vor allem die hohe Geling­sicherheit der Rezepte. Die Anleitungen sind präzise formuliert, mögliche Fehlerquellen werden vorab erläutert und typische Probleme antizipiert. Das verhindert Frustrationserlebnisse, die gerade Einsteiger*innen häufig vom Backen abhalten.

Gleichzeitig profitieren auch fortgeschrittene Hobbybäcker*innen. Sie finden hier nicht nur eine große Auswahl gut funktionierender Rezepte, sondern auch kompakt aufbereitete Hintergründe und praktische Hinweise, die bereits vorhandenes Erfahrungswissen strukturieren und ergänzen können. Viele werden in einzelnen Details — etwa zur Teigführung, zu Temperaturen oder zur Verarbeitung — zusätzliche Sicherheit gewinnen. Das Buch eignet sich daher besonders für Leser*innen, die ihren persönlichen „Angstteig“ überwinden möchten: Es lädt dazu ein, sich auch an anspruchsvollere Gebäcke heranzuwagen, ohne die handwerkliche Herausforderung zu vereinfachen. Stattdessen wird sie verständlich erklärt — und genau dadurch zugänglich gemacht.

4. Rezepte & Vielfalt

Die Rezepte bilden das eigentliche Herzstück des Buches — und hier zeigt sich besonders deutlich die Stärke von „Bake All Day“. Die Anleitungen sind sehr klar strukturiert und eng geführt, ohne dabei unnötig ausführlich zu werden. Ankner formuliert präzise und reduziert auf das Wesentliche. Gerade dadurch werden typische Fehlerquellen vermieden: Die Arbeitsschritte sind eindeutig, logisch aufgebaut und in einer Reihenfolge beschrieben, die dem tatsächlichen Backprozess entspricht. Bemerkenswert ist die hohe Geling­sicherheit. Die Rezepte funktionieren zuverlässig, auch wenn einzelne Vorgehensweisen von gewohnten Abläufen abweichen. Die Angaben erweisen sich als belastbar, und die präzisen Mengenangaben — etwa die zusätzlichen Grammangaben bei Eiern — erleichtern das Arbeiten erheblich, insbesondere beim Halbieren oder Anpassen von Rezepten. Solche Details tragen maßgeblich dazu bei, reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

Auffällig ist außerdem, dass die Rezepte nicht nur gut beschrieben, sondern auch didaktisch durchdacht sind. Die zuvor erläuterten Techniken werden konsequent aufgegriffen und angewendet. Dadurch entsteht keine lose Sammlung einzelner Backideen, sondern ein in sich stimmiger Aufbau: Wer mehrere Rezepte ausprobiert, entwickelt spürbar Sicherheit im Umgang mit verschiedenen Teigarten und Zubereitungsweisen. Auch inhaltlich ist die Auswahl breit angelegt. Das Buch deckt alltägliche Backwaren ebenso ab wie anspruchsvollere Projekte und verbindet klassische Gebäcke mit moderneren Varianten. Brot, Hefeteiggebäcke, Kuchen, Tartes und Patisserie stehen gleichberechtigt nebeneinander, sodass sowohl spontane Backvorhaben als auch geplante Backprojekte möglich sind. Auf Grundlage praktischer Backerfahrungen über mehrere Kapitel hinweg entsteht ein sehr klares Bild: Die Rezepte sind sorgfältig erarbeitet, zuverlässig umsetzbar und in ihrer Vielfalt überzeugend zusammengestellt. Das Buch vermittelt nicht nur Ideen, sondern vor allem Sicherheit — und genau das macht seinen besonderen Wert aus.

5. Schwierigkeitsgrad

Auf den ersten Blick enthält „Bake All Day“ zahlreiche anspruchsvolle Backprojekte. Plunderteig, Sauerteigbrote, Biskuitmassen oder Brandteig gehören zu den Zubereitungen, die in der Praxis häufig misslingen — meist nicht wegen grundsätzlicher Komplexität, sondern weil kleine Details entscheidend sind. Schon eine falsche Temperatur, zu kurze Ruhezeiten oder ein unpassender Arbeitsschritt können das Ergebnis deutlich beeinträchtigen. Genau hier setzt das Buch an. Die Autorin benennt typische Fehlerquellen konsequent im Voraus und erklärt, warum bestimmte Arbeitsschritte notwendig sind. Dadurch wird die Schwierigkeit nicht reduziert, sondern kontrollierbar gemacht. Die Rezepte bleiben handwerklich anspruchsvoll, fühlen sich beim Nacharbeiten jedoch deutlich weniger kompliziert an. Der eigentliche Anspruch liegt daher weniger in der Technik als im Zeitaufwand. Viele Gebäcke benötigen Ruhezeiten, Reifephasen oder wiederholte Arbeitsschritte, insbesondere beim Brotbacken oder beim Tourieren von Plunderteig. Geduld wird an mehreren Stellen erforderlich, und einzelne Projekte nehmen entsprechend Zeit in Anspruch. Beim ersten Durchgang wird man deshalb teilweise länger benötigen. Erfahrung im Backen ist hingegen kaum Voraussetzung. Die detaillierten Anleitungen kompensieren fehlende Routine weitgehend. Statt Vorkenntnisse zu verlangen, baut das Buch diese schrittweise auf. Gerade weil die Rezepte zuverlässig funktionieren, entstehen Erfolgserlebnisse, die dazu ermutigen, auch komplexere Backvorhaben erneut anzugehen. Insgesamt ergibt sich damit ein differenziertes Bild: Die Rezepte sind technisch ambitioniert, aber didaktisch so aufbereitet, dass sie auch ohne umfangreiche Vorerfahrung umsetzbar bleiben. Der Schwierigkeitsgrad liegt daher weniger im Können als im sorgfältigen Arbeiten und in der Bereitschaft, sich Zeit für den Prozess zu nehmen.

6. Fotografie und Design

Bildqualität
Die Fotografien prägen den Eindruck des Buches stark und orientieren sich stilistisch an hochwertigen Food-Magazinen. Die Aufnahmen zeigen Brote, Gebäck und Torten meist aus der Draufsicht oder in ruhigen Arrangements, bei denen das fertige Produkt klar im Mittelpunkt steht. Die Inszenierung ist bewusst zurückhaltend: helle und dunkle Hintergründe, wenig dekorative Ablenkung und eine reduzierte Farbpalette lassen die Backwaren selbst wirken. Dadurch erhält man eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie das Ergebnis aussehen soll.
Neben den klassischen Foodfotos haben die Abbildungen auch eine didaktische Funktion. Mehrere Fotostrecken begleiten Arbeitsschritte wie Falten, Flechten, Tourieren oder das Einarbeiten von Butter. Ergänzend gibt es klar strukturierte Schaubilder, die Abläufe nachvollziehbar darstellen. Die Bilder dienen damit nicht nur der Inspiration, sondern tatsächlich dem Verständnis der Technik.

Layout
Bemerkenswert ist, dass die Autorin selbst für Gestaltung und Fotografie verantwortlich zeichnet. Das Layout wirkt klassisch und sehr aufgeräumt. Zwei gut aufeinander abgestimmte Schriftarten — eine Serifenschrift für Überschriften und Rezepttitel, eine serifenlose für den Fließtext — sorgen für gute Lesbarkeit und klare Orientierung.
Auch die Rezeptdarstellung ist klar praxisorientiert aufgebaut. Die meisten Rezepte sind auf einer Doppelseite angeordnet. Zutatenlisten sind nach einzelnen Komponenten übersichtlich getrennt, ebenso klar vom Zubereitungsteil abgegrenzt. Dadurch lassen sich Mengenangaben und Arbeitsschritte mit einem Blick erfassen, ohne während des Backens ständig suchen oder blättern zu müssen. Nur in seltenen Ausnahmefällen überschreiten Rezepte diesen Rahmen, dann wird dennoch versucht, sie innerhalb einer zusammenhängenden Doppelseite darzustellen. Hier zeigt sich deutlich, dass das Buch aus der Anwendung heraus gedacht ist: Die Gestaltung unterstützt aktiv den Arbeitsprozess und erleichtert das schrittweise Nachbacken.
Das Farbkonzept arbeitet mit gedeckten Braun- und Braunrottönen. Die Fotografien fügen sich harmonisch in diese Palette ein, statt durch starke Farbigkeit hervorzustechen. Insgesamt entsteht ein ruhiges, konsistentes Erscheinungsbild, das die handwerkliche Ausrichtung des Buches unterstützt.

Nutzung der Bilder
Die Bilder erfüllen im Buch mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie dienen einerseits der Inspiration, andererseits aber ganz konkret als Anleitung. Gerade bei komplexeren Techniken ersetzen die Bildfolgen teilweise lange Beschreibungen und erleichtern das Nachvollziehen der Arbeitsschritte erheblich. Dadurch wird das Buch nicht nur optisch ansprechend, sondern auch praktisch nutzbar.
Abgerundet wird der hochwertige Eindruck durch die Ausstattung: Das Cover wirkt mit seinem Motiv und dem Goldschnitt edel und hochwertig. Dadurch eignet sich das Buch nicht nur als Arbeitsbuch in der Küche, sondern ebenso als dekoratives Coffee-Table-Buch.

7. Sprache und Anleitungen

Die Sprache des Buches ist auffallend klar und sachlich, ohne trocken zu wirken. Madeleine Ankner formuliert präzise und reduziert auf das Wesentliche. Die Anleitungen sind eng geführt, gleichzeitig aber nicht überladen oder unnötig ausführlich. Statt lange Erklärtexte zu verwenden, beschreibt sie die einzelnen Arbeitsschritte so konkret, dass unmittelbar klar wird, was zu tun ist.Auffällig ist, dass die Autorin nicht nur Anweisungen gibt, sondern immer wieder kurz begründet, warum ein Schritt wichtig ist. Hinweise zu Temperatur, Ruhezeiten oder Konsistenzen erscheinen genau an den Stellen, an denen sie benötigt werden. Dadurch entstehen keine nachträglichen Korrekturen, sondern ein nachvollziehbarer Arbeitsablauf. Typische Unsicherheiten beim Backen — etwa die Frage, wann ein Teig ausreichend geknetet ist, wie sich eine Masse korrekt verhält oder woran man den richtigen Zeitpunkt erkennt — werden antizipiert und im Rezepttext direkt aufgegriffen. Die Rezepte bleiben dabei übersichtlich, weil die Informationen präzise formuliert sind und nicht in umfangreiche Hintergrundkapitel ausgelagert werden müssen. Gerade diese Kombination aus Klarheit und Kürze trägt wesentlich zur Gelingsicherheit bei. Man kann sich auf die Angaben verlassen, auch wenn sie gelegentlich von gewohnten Vorgehensweisen abweichen. Die zusätzlichen Grammangaben bei empfindlichen Zutaten wie Eiern erhöhen die Genauigkeit weiter und erleichtern Anpassungen der Mengen.

Auffällig ist zudem die sprachliche Sorgfalt der Rezepttexte. Die klare Struktur und Verständlichkeit deuten auf ein sehr sorgfältiges Lektorat hin — hier hat Katharina Wind erkennbar dazu beigetragen, dass die Anleitungen präzise, konsistent und in der Praxis zuverlässig umsetzbar sind. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Anleitungen aus praktischer Erfahrung heraus geschrieben wurden: Sie führen sicher durch den Arbeitsprozess und verhindern typische Fehler, ohne den Lesefluss zu unterbrechen. Das Buch erklärt nicht nur das Backen — es begleitet es.

8. Besonderheiten

Die besondere Stärke von „Bake All Day“ liegt im didaktischen Konzept. Madeleine Ankner gelingt es, das notwendige Hintergrundwissen so aufzubereiten, dass es unmittelbar anwendbar wird. Sie beschränkt sich konsequent auf das Wesentliche und widersteht der Versuchung, theoretische Details auszubreiten, die für das praktische Backen kaum relevant wären. Das Buch verfolgt damit einen klaren Ansatz: Wissen wird nicht um seiner selbst willen vermittelt, sondern ausschließlich mit Blick auf das Gelingen. Die Autorin erklärt genau so viel, wie erforderlich ist, um Arbeitsschritte zu verstehen und nachvollziehen zu können. Dadurch entsteht Sicherheit, ohne die Leser*innen mit Fachinformationen zu überfordern.

Auffällig ist zudem der durchgehende Praxisbezug. Die Erläuterungen stehen nie isoliert, sondern beziehen sich direkt auf die konkrete Anwendung im Rezept. Techniken werden nicht nur beschrieben, sondern im nächsten Schritt angewendet und vertieft. Das Buch wirkt dadurch weniger wie eine Sammlung von Rezepten und mehr wie eine Anleitung zum Backen selbst. Bemerkenswert ist dabei die Präzision, mit der dieses Ziel umgesetzt wird. Die Hinweise greifen typische Fehlerquellen auf, erklären Zusammenhänge und führen Schritt für Schritt zu einem funktionierenden Ergebnis. Der Fokus liegt konsequent auf dem fertigen Gebäck — und genau darin liegt der eigentliche Anspruch des Buches: Es möchte nicht beeindrucken, sondern befähigen.

9. Preis-Leistungsverhältnis 

Preis: 30 Euro

Mit einem Preis von 30 Euro bewegt sich „Bake All Day“ im mittleren bis gehobenen Bereich aktueller Backbücher, wirkt in der Nutzung jedoch deutlich umfangreicher. Man erhält nicht nur eine große Anzahl sorgfältig ausgearbeiteter Rezepte, sondern zugleich ein dauerhaft nutzbares Arbeits- und Nachschlagewerk.

Gerade die Kombination aus fundiertem Grundlagenteil, anwendbaren Technikerklärungen und zuverlässig funktionierenden Rezepten rechtfertigt den Preis. Das Buch ist nicht darauf angelegt, einmal durchgeblättert zu werden, sondern immer wieder zur Hand genommen zu werden — etwa zum Nachlesen einzelner Arbeitsschritte, zur Orientierung bei Teigarten oder als Grundlage für neue Backprojekte. Hinzu kommt der hohe redaktionelle Aufwand, der in der Ausarbeitung erkennbar ist. Die Rezepte sind präzise getestet, die Mengenangaben verlässlich und die Abläufe sorgfältig strukturiert. Die durchgehende Gelingsicherheit zeigt, wie viel Sorgfalt in die Entwicklung geflossen ist. Dass die Autorin zusätzlich Gestaltung und Fotografie selbst übernommen hat, unterstreicht den handwerklichen Anspruch des Gesamtprojekts.

Insgesamt ergibt sich daher ein sehr stimmiges Verhältnis von Preis und Leistung: Für einen vergleichsweise moderaten Preis erhält man nicht nur ein schön gestaltetes Backbuch, sondern ein dauerhaft nutzbares Werkzeug für die eigene Backpraxis.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Bake All Day“ erweist sich im Gebrauch als deutlich mehr als ein klassisches Backbuch. Es verbindet fundierte Grundlagen mit konsequent anwendbaren Rezepten und schafft damit etwas, das im Bereich der Backliteratur nicht selbstverständlich ist: Es vermittelt Sicherheit. Das Buch möchte nicht beeindrucken, sondern befähigen. Die Autorin erklärt Techniken so, dass sie nachvollziehbar werden, und führt anschließend mit präzisen Anleitungen zur praktischen Umsetzung. Gerade dadurch entsteht Vertrauen in die Rezepte. Man arbeitet nicht nach Gefühl oder Zufall, sondern auf Basis eines verständlich erklärten Prozesses — und gelangt zuverlässig zu einem guten Ergebnis.

Besonders überzeugend ist, dass das Buch Hemmschwellen abbaut. Komplexe Gebäcke wie Plunder, Sauerteigbrot oder Biskuit werden nicht vereinfacht, sondern verständlich gemacht. Die Herausforderung bleibt bestehen, wirkt aber handhabbar. Wer sich bislang nicht an bestimmte Teige herangetraut hat, findet hier eine nachvollziehbare Anleitung und die notwendige Sicherheit, es zu versuchen. Damit eignet sich das Buch sowohl für Einsteiger*innen, die strukturiert in das Backen hineinfinden möchten, als auch für fortgeschrittene Hobbybäcker*innen, die ihr Erfahrungswissen festigen und erweitern wollen. Es liefert neue Rezepte, vor allem aber ein verlässliches Fundament für das eigene Backen. Insgesamt entsteht der Eindruck eines sorgfältig durchdachten Arbeitsbuches: eines, das man nicht nur liest, sondern über längere Zeit immer wieder nutzt. Genau darin liegt seine Stärke — und seine Empfehlung. Aufgrund seines klaren Konzepts, der hohen Gelingsicherheit und seines nachhaltigen Nutzwerts hat das Buch zudem das Potenzial, sich langfristig als Standardwerk in der heimischen Backküche zu etablieren — also als ein echter Klassiker, zu dem man immer wieder zurückkehrt.

11. Bewertung
Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄 (6 von 6 Löffeln)

Bewertung nach Kategorien:
– Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
– Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
– Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
– Schwierigkeitsgrad:🥄🥄🥄🥄🥄
– Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
– Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
– Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
– Preis-Leistungsverhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Karottenkuchen mit Pistazien-Crunch (S. 175)
Der Kuchen ist wunderbar saftig, aromatisch und durch den Crunch obendrauf ist es genau die richtige Mischung aus weich und knusprig. Die Cremeschicht aus Doppelrahmfrischkäse und Quark ist relativ dünn, aber es war alles stimmig auf der Gabel. Bestreut wird alles noch mit abgeriebener Orangenschale, die auch noch mal einen kleinen Kick gibt.  So ein Kuchen, von dem man eigentlich nur ein Stück probieren will … und dann doch noch einmal zugreift. 😄 Aber es sind ja nur gute Zutaten drin. 😋
Roggenvollkorn-Kasten mit Saaten (S. 67)
Ein reines Sauerteig-Vollkornbrot, überwiegend mit Roggen und vielen Saaten – gesund und lecker. Am Vorabend wird dafür Sauerteig-Anstellgut mit Roggenvollkornmehl und Wasser vermischt und das darf über Nacht reifen. Ebenso bereitet man schon einmal das Brühstück aus Saaten vor: dafür werden Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne geröstet und dann in einer Schüssel, in die auch noch Leinsamen dürfen mit heißem Wasser übergossen. Dann dürfen sie in Ruhe quellen, anschließend abtropfen und dann im Kühlschrank auf ihren Einsatz warten. Der kommt am nächsten Morgen, wenn alle Zutaten (Sauerteig, die Saaten, Wasser, Roggen- und nur wenig Dinkelvollkornmehl sowie Honig und Salz) kurz geknetet werden. Die zweite Gare dauert dann gut 2 Stunden. Und dann darf das Brot in den Ofen – mit Dampf und nach gut 50 Minuten kommt ein tolles Brot aufs Brett! Einfach und echt lecker!
Apfelkuchen mit Nuss-Streuseln (S. 195)
Ich esse so gerne, wenn nicht sogar am allerliebsten, Apfelkuchen! 🙃🍎
Und auch für diesen Klassiker hat Madeleine ein tolles Rezept! Und ich hatte noch schöne „Finkenwerder Herbstprinz“-Äpfel da… 🥰 Erst macht man einen schönen süßen Mürbeteig mit Ei, Vanille und Zucker und für die Füllung halbiert oder viertelt man die Äpfel und darauf kommt eine besondere Creme. Für die schlägt man Butter, Zucker und Zitronenschale und etwas -saft hell auf. Dann hebt man Mehl, das mit etwas Backpulver versetzt ist, unter und zieht steifgeschlagene Sahne darunter. 
Und dann kommt noch ein schöner Crunch dazu: auf der Füllung verteilt man gehackte und mit Zucker und Zimt versetzte Haselnüsse. 
Ihr könnt euch vorstellen, wie himmlisch diese einfache Kombi schmeckt?!  🤤💛
Frühstücksbrötchen (S. 75)
Tolle Sache – der Teig wird am Vorabend mit nur 1 g Hefe angesetzt, vorwiegend mit Weizenmehl und einem kleinen Anteil Roggen- und Weizenvollkornmehl. Und er wird nur gerührt (am besten mit dem dänischen Schneebesen) – man muss keine Maschine bewegen. Zweimal innerhalb der ersten zwei Stunden dehnen und falten. Ins Bett gehen… 🛌😄 Am nächsten Morgen hat sich der Teig dann verdoppelt, die Teiglinge abstechen und rundschleifen und dann noch einmal kurz gehen lassen. Backen. Fertig. ☺️
Super kross und sehr lecker. 👌

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