Natacha Comar – Feta

1. Eckdaten

Titel: „Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“

Autorin: Natacha Comar

Verlag: LV.Buch

Erscheinungsjahr: 2026

Rezensionsexemplar – vielen Dank! 

2. Inhalt und Konzept

Themenkochbücher, die sich ganz auf eine einzige Zutat konzentrieren, bergen immer ein gewisses Risiko: Schnell kann ein solches Konzept eintönig wirken oder über die Länge eines ganzen Buches an Spannung verlieren. Gerade bei Feta liegt diese Sorge nahe, weil er mit seinem salzigen, würzigen Charakter geschmacklich sehr präsent ist und Gerichte leicht dominieren kann. „Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ widerlegt diese Befürchtung jedoch erfreulich deutlich. Natacha Comar setzt Feta in ihren Rezepten sehr unterschiedlich ein. Mal steht er klar im Mittelpunkt, mal fungiert er eher als gezielt eingesetzter Geschmacksträger, der einem Gericht Tiefe und Charakter verleiht, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Gerade diese Ausgewogenheit gehört zu den großen Stärken des Buches. Es zeigt, dass Feta keineswegs zwangsläufig für schwere oder überladene Gerichte stehen muss, sondern ebenso frisch, leicht und überraschend vielseitig eingesetzt werden kann.

Sehr gelungen ist bereits die Einleitung. Sie verbindet persönliche Verankerung mit nützlichem Grundlagenwissen und schafft so einen guten Zugang zum Thema. Dabei wird deutlich gemacht, dass die Auswahl an Feta in Griechenland selbst deutlich größer ist als das, was hierzulande meist im Supermarktregal zu finden ist. Zugleich erklärt die Autorin gut nachvollziehbar, worauf beim Kauf zu achten ist, und hebt hervor, dass echter Feta vor allem aus Schafsmilch bestehen sollte und nicht aus Kuhmilch. Auch Hinweise zur Aufbewahrung und Konservierung sind enthalten und erhöhen den praktischen Nutzen des Buches. Positiv fällt zudem auf, dass das Thema nicht dogmatisch behandelt wird: Selbst vegane Alternativen werden erwähnt, ohne abgewertet zu werden. Inhaltlich ist das Buch klar von der griechischen und allgemein mediterranen Küche inspiriert, versteht sich jedoch nicht als rein traditionelles Länderküchenbuch. Neben klassischen oder klassisch angelehnten Gerichten finden sich auch eigenständige Kreationen der Autorin. Genau darin liegt ein wesentlicher Reiz dieses Konzepts: Bekanntes wird nicht einfach nur wiederholt, sondern um neue, teils durchaus mutige Ideen ergänzt. Dass alle Rezepte vegetarisch sind, verleiht dem Buch zusätzlich Geschlossenheit und macht das Konzept in sich stimmig. Überzeugend ist auch die Gliederung des Buches. Die Rezepte sind nicht nach den üblichen Kategorien, sondern nach Zeitaufwand sortiert. Das erweist sich im Alltag als ausgesprochen praktisch, weil sich je nach verfügbarer Zeit schnell passende Gerichte finden lassen. Hinzu kommt eine saisonale Kennzeichnung der Rezepte, die den alltagsnahen und benutzerfreundlichen Charakter des Buches zusätzlich unterstreicht.

Struktur des Buches

Der Aufbau von „Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ ist klar, alltagsnah und sehr benutzerfreundlich angelegt. Statt die Rezepte klassisch nach Vorspeisen, Hauptgerichten oder Beilagen zu ordnen, wählt Natacha Comar eine Einteilung nach Zeitaufwand. Genau das erweist sich als durchdacht, weil es der tatsächlichen Nutzung eines Kochbuchs im Alltag sehr entgegenkommt: Mal muss es schnell gehen, mal ist etwas mehr Zeit vorhanden, und genau daran orientiert sich die Gliederung. Nach Vorwort und einer kurzen Einführung in die Grundlagen folgen zunächst zwei einordnende Kapitel: „Die Grundausstattung meiner Küche“ und „Meine absoluten Basics – supereinfache Grundrezepte“. Schon dieser Einstieg wirkt sinnvoll, weil er das Buch nicht sofort mit einer Fülle an Rezepten beginnen lässt, sondern zunächst die wichtigsten Zutaten, Produkte und Küchengeräte vorstellt. Dadurch entsteht gerade für Leser*innen, die sich mit griechisch inspirierter Küche oder mit dem Produkt Feta bislang weniger intensiv beschäftigt haben, ein niedrigschwelliger Zugang.

Die drei Basic-Rezepte zu Beginn unterstreichen diesen Ansatz zusätzlich. Mit sehr einfachen Zubereitungen wie Rührei mit Feta, griechischem Salat oder schlicht serviertem Feta mit Olivenöl zeigt das Buch schon früh, dass es nicht auf Effekte oder künstliche Raffinesse aus ist, sondern zunächst die Grundidee des Produkts und seines Geschmacks in den Mittelpunkt stellt. Das wirkt sympathisch und schafft eine gute Basis für die folgenden Kapitel. Der eigentliche Rezeptteil gliedert sich in fünf Abschnitte: „Express“ für Gerichte unter 20 Minuten, „Schnell“ für Rezepte unter 40 Minuten, „In aller Ruhe“ für Gerichte unter 60 Minuten sowie „Braucht etwas Zeit“ und „Mit Muße“ für Rezepte mit längerer Gesamtzeit. Besonders gelungen ist dabei, dass innerhalb der längeren Kategorien noch einmal unterschieden wird, ob vor allem die Garzeit lang ist oder ob auch die Vorbereitung selbst mehr Zeit beansprucht. Diese Differenzierung ist sinnvoll und zeigt, dass die Einteilung nicht nur dekorativ gedacht ist, sondern tatsächlichen Nutzwert hat. Insgesamt vermittelt die Struktur des Buches einen sehr zugänglichen Eindruck. Sie ist übersichtlich, praxisorientiert und unterstützt das Konzept eines alltagstauglichen vegetarischen Themenkochbuchs sehr gut. Zusätzlich verstärkt wird dieser Eindruck durch die saisonale Kennzeichnung der Rezepte, die Orientierung bietet und den Blick auf passende Zutaten im Jahreslauf lenkt. So entsteht ein Kochbuch, das nicht nur thematisch klar aufgebaut ist, sondern sich auch in der praktischen Nutzung sehr gut erschließt.

3. Zielgruppe

„Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ richtet sich an Leser*innen, die Freude an vegetarischer Alltagsküche haben und mediterrane, insbesondere griechisch inspirierte Aromen mögen. Das Buch spricht dabei nicht nur ausgesprochene Feta-Liebhaber*innen an, sondern auch alle, die ein klar aufgebautes Themenkochbuch mit praktikablen Rezepten suchen. Zwar steht Feta konzeptionell klar im Mittelpunkt, aber nicht jedes Rezept lebt davon, dass dieser Käse dominant auftritt. In vielen Gerichten übernimmt er eher die Rolle eines gezielt eingesetzten Geschmacksträgers, der Würze, Tiefe oder eine besondere salzige Note beisteuert, ohne das gesamte Gericht zu beherrschen. Gerade dadurch dürfte das Buch auch für Leser*innen interessant sein, die Feta durchaus mögen, ihn aber nicht unbedingt als Lieblingszutat betrachten. Durch die übersichtliche Gliederung nach Zeitaufwand, die verständliche Einführung ins Produkt und die einfachen Basics eignet sich das Buch auch gut für Kochanfänger*innen oder für Menschen, die sich an die griechisch-mediterrane Küche erst herantasten möchten. Unterstützt wird das zusätzlich dadurch, dass einzelne Rezepte mit Fotoanleitungen arbeiten und manche Abläufe sehr kleinschrittig beschrieben werden. Das erleichtert den Zugang und kann gerade Ungeübteren die Scheu vor neuen Zubereitungen nehmen. Gleichzeitig bietet das Buch genug Abwechslung und kreative Ideen, um auch geübtere Hobbyköch*innen zu interessieren, die Feta nicht nur in den immer gleichen Standardgerichten verwenden möchten. Besonders passend erscheint es für alle, die im Alltag unkompliziert, vegetarisch und mit viel Geschmack kochen wollen, ohne dabei aufwändige Spezialküche zu suchen. Insgesamt spricht das Buch eine erfreulich breite Zielgruppe an: von Einsteiger*innen über Alltagsköch*innen bis hin zu Leser*innen, die Lust auf ein thematisch fokussiertes, aber abwechslungsreich umgesetztes vegetarisches Kochbuch haben und natürlich alle, die Feta lieben! 

4. Rezepte und Vielfalt

Die Rezeptauswahl in „Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ erweist sich als erfreulich breit. Obwohl das Buch ein klar umrissenes Thema verfolgt, entsteht nicht der Eindruck, dass sich die Gerichte ständig wiederholen oder nur Varianten derselben Idee präsentiert werden. Stattdessen zeigt Natacha Comar, wie vielseitig sich Feta in ganz unterschiedliche Rezeptarten integrieren lässt. Das Spektrum reicht von frischen Salaten wie Gurkensalat mit weißen Bohnen und Feta oder Fenchelsalat mit Apfel, Pistazien und Feta über kleine Begleiter für eine Mezze-Tafel wie Fetacreme mit Honig oder panierte Sesam-Feta-Würfel bis hin zu zahlreichen Gemüsegerichten mit mediterraner Prägung. Hinzu kommen unkomplizierte Alltagsgerichte wie Pitas mit verschiedenen Füllungen, Kartoffelkroketten mit Feta, Erbsentaler mit Minze und Feta oder andere kleine ausgebackene Küchlein, die sich gut in eine unkomplizierte Alltagsküche einfügen.

Auch der Ofen spielt in diesem Buch eine wichtige Rolle. Gerichte wie Harissa-Ofenkarotten mit Kidneybohnen, Feta-Tomaten-Auflauf oder ein Santorinischer Nudelauflauf erweitern das Repertoire um kräftigere und sättigendere Speisen. Daneben finden sich herzhafte Gebäcke, Tartes, Quiches und Kuchen, etwa eine Blätterteigtarte mit Karottengrün, Pistazien und Picada, eine Spanakopita-Tarte mit Spinat, Ricotta und Feta oder ein Crinkle Cake mit Kürbis und Feta. Ergänzt wird das Ganze durch bekannte Gemüsegerichte wie Gefüllte Champignons mit Spinat und Feta oder Shakshuka mit Paprika und Feta, aber auch durch Suppen wie eine Blumenkohlcremesuppe mit Süßkartoffeln und Mais oder eine Wintersuppe mit Kritharaki, Zitrone und Tahin. Selbst herzhafte Muffins und ein Paprika-Feta-Kuchen finden ihren Platz. Gerade diese Mischung macht den Reiz des Buches aus. Die mediterran und griechisch inspirierte Küche wird in sehr unterschiedlichen Formen aufgegriffen: mal leicht und frisch, mal ofenwarm und sättigend, mal snackartig, mal als vollwertiges Hauptgericht. Feta erscheint dabei nicht immer in derselben Funktion. Mal ist er zentraler Bestandteil eines Gerichts, mal begleitet er eher, setzt Akzente oder bringt die entscheidende salzige Tiefe ein. Insgesamt bietet das Buch eine beachtliche Vielfalt an Zubereitungsarten, Texturen und Einsatzmöglichkeiten. Salate, Ofengerichte, Suppen, kleine Happen, Teiggebäcke, Aufläufe und Pfannengerichte stehen hier selbstverständlich nebeneinander. So gelingt es dem Buch, die mediterrane Küche in ihrer Breite abzubilden und zugleich dem Feta in ganz unterschiedlichen Rollen Raum zu geben.

5. Schwierigkeitsgrad

Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte ist insgesamt als einfach bis mittel einzustufen. Viele Gerichte sind alltagstauglich, gut zugänglich und auch für weniger geübte Köch*innen ohne Weiteres machbar. Das passt sehr gut zum gesamten Charakter des Buches, das nicht auf komplizierte Effekte oder unnötige Raffinesse setzt, sondern auf eine unkomplizierte, praktikable und zugleich geschmackvolle vegetarische Küche. Sobald einzelne Arbeitsschritte etwas anspruchsvoller werden, etwa beim Füllen, Formen oder beim Umgang mit Teigen, bietet das Buch erfreulich oft zusätzliche Hilfestellung. Gerade dort, wo mit Filoteig gearbeitet wird oder bestimmte Handgriffe nicht allen Leserinnen vertraut sein dürften, helfen Fotostrecken und kleinschrittige Erklärungen dabei, die Abläufe nachvollziehbar zu machen. Das senkt die Hemmschwelle und macht auch Rezepte zugänglich, an die sich Kochanfängerinnen sonst vielleicht nicht ohne Weiteres heranwagen würden. Nicht ganz konsequent wird dieser Ansatz allerdings an jeder Stelle durchgehalten. Beim Crinkle Cake mit Kürbis und Feta etwa wäre eine genauere visuelle oder textliche Erklärung hilfreich gewesen, insbesondere für den Arbeitsschritt, bei dem der Filoteig ziehharmonikaartig zusammengezogen in eine Form gegeben werden soll. Gerade hier hätte eine zusätzliche Veranschaulichung Unsicherheiten vermeiden können. Abgesehen davon sind die Anleitungen jedoch sehr überzeugend. Natacha Comar schreibt klar, knapp und präzise. Die einzelnen Schritte sind in kurzen, verständlichen Hauptsätzen formuliert und kommen ohne unnötige Ausschmückungen aus. Das sorgt für Übersicht, erleichtert die Orientierung während des Kochens und macht die Rezepte insgesamt sehr benutzerfreundlich. Gerade für Anfänger*innen ist das ein großer Vorteil, weil die Anleitungen nicht überfordern, sondern direkt zum Tun führen. Insgesamt ist das Buch damit auch für ungeübtere Köch*innen gut geeignet. Wer sich an die Anleitungen hält, dürfte hier in vielen Fällen zu verlässlichen und gelungenen Ergebnissen kommen.

6. Fotografie und Design

Bildqualität
Die Food-Fotografie stammt von der Autorin selbst und trägt viel zum positiven Gesamteindruck des Buches bei. Die Gerichte sind sehr ansprechend in Szene gesetzt, meist aus der Vogelperspektive fotografiert und in typisch mediterran wirkendem Geschirr arrangiert. Das erzeugt sofort eine stimmige Atmosphäre und unterstreicht den kulinarischen Charakter des Buches sehr gut. Dabei stehen nicht nur die fertigen Speisen im Mittelpunkt; gelegentlich werden auch Gemüse oder andere verarbeitete Zutaten bewusst mit ins Bild genommen. Dadurch wirken die Fotos nicht nur appetitlich, sondern auch nah an der Küche und am tatsächlichen Kochprozess. Insgesamt sind die Bilder hochwertig, einladend und sehr geeignet, Lust aufs Nachkochen zu machen.

Nutzung der Bilder
Besonders gelungen ist, dass jedes Rezept mit einem Foto des fertigen Gerichts versehen ist. Das ist beim Nachkochen ausgesprochen hilfreich, weil es Orientierung gibt und eine klare Vorstellung davon vermittelt, wie das Ergebnis aussehen kann. Hinzu kommen Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Bildform, die einen echten Mehrwert darstellen. Sie sind so kleinschrittig aufgebaut, dass sich einzelne Handgriffe gut nachvollziehen lassen. Gerade bei weniger vertrauten Arbeitsschritten oder bei Rezepten, die etwas mehr Sorgfalt verlangen, unterstützen diese Fotostrecken den praktischen Nutzen des Buches deutlich. Die Bildnutzung ist damit nicht bloß dekorativ, sondern funktional durchdacht.

Layout und Gestaltung
Das Layout von Jean-Marc Granier ist übersichtlich, klar und sehr benutzerfreundlich gestaltet. Verwendet wird überwiegend eine Serifenschrift, die bei den Zutaten durch serifenlose Elemente ergänzt wird. Dadurch entsteht ein ruhiges, gut lesbares Schriftbild mit klarer Struktur. Besonders praktisch ist der kompakte Informationsblock, der zu jedem Rezept auf einen Blick die wichtigsten Angaben bündelt: Portionszahl, Zubereitungszeit, Garzeit und passende Saison. Diese Zusammenfassung ist sehr übersichtlich gestaltet und erleichtert die Orientierung im Alltag spürbar.
Auch die Rezepte selbst sind klar gegliedert. Die Zutaten werden sinnvoll nach einzelnen Komponenten des Gerichts zusammengefasst, die Zubereitungsschritte stehen gut nachvollziehbar auf der gegenüberliegenden Seite. Teilweise werden die Rezepte durch kurze, kursiv gesetzte Einleitungen der Autorin ergänzt, die zusätzliche Hinweise oder eine kleine persönliche Einordnung geben. Insgesamt bleibt das Seitenbild dabei angenehm ruhig und aufgeräumt.
Gestalterisch setzt das Buch insgesamt eher auf Klarheit als auf verspielte Effekte. Helle Seiten, schwarze Schrift und eine zurückhaltende Grundgestaltung sorgen dafür, dass die Rezepte gut im Mittelpunkt stehen. Die Kapitel werden durch farbige Doppelseiten voneinander getrennt, die jeweils mit einem großen Food-Foto und einer kräftigen warmen Farbe arbeiten. Orange-, Rot- und Lilatöne verleihen dem Buch beim Durchblättern Lebendigkeit und visuelle Abwechslung. Auch das Cover greift den mediterranen Ursprung des Themas stimmig auf, stellt den Käse klar in den Mittelpunkt und nimmt mit seinem Blau dezent die griechische Farbwelt auf. Insgesamt wirkt das Buch sehr einladend und atmosphärisch passend gestaltet.

7. Sprache und Anleitungen

Sprachlich ist das Buch angenehm klar und präzise gehalten. Natacha Comar schreibt schnörkellos, konzentriert sich auf das Wesentliche und formuliert die einzelnen Arbeitsschritte so, dass sie sich beim Kochen sehr gut erfassen lassen. Die Anleitungen sind übersichtlich, nachvollziehbar und insgesamt ausgesprochen nutzerfreundlich. Gerade weil die Sprache nicht ausschweift, sondern direkt zur Sache kommt, bleibt die Orientierung auch während des Kochens jederzeit gut erhalten. Auch inhaltlich erweisen sich die Rezepte als erfreulich verlässlich. Rezeptfehler oder unstimmige Abläufe fallen nicht auf, sodass sich den Anleitungen grundsätzlich gut vertrauen lässt. Das gilt auch für die Mengenangaben, selbst dort, wo sie auf den ersten Blick möglicherweise üppig erscheinen mögen. Gerade bei einem Buch, in dem Feta die Hauptzutat ist, sind größere Käsemengen konzeptionell stimmig und nicht einfach überzogen. Wer sich auf das Buch einlässt, sollte deshalb nicht vorschnell an genau dieser Stelle sparen, denn die Rezepturen wirken insgesamt durchdacht und ausgewogen.

Ein etwas genauerer Blick lohnt sich allerdings bei den Portionsangaben. Hier entsteht stellenweise der Eindruck, dass einige Gerichte eher als Vorspeise oder Bestandteil eines größeren Menüs gedacht sind, ohne dass dies ausdrücklich kenntlich gemacht wird. Als vollständiges Hauptgericht für die angegebene Personenzahl können einzelne Rezepte deshalb unter Umständen etwas knapp ausfallen. Hilfreich ist es daher, die Angaben vorab aufmerksam zu prüfen und je nach Anlass mitzudenken, ob ein Gericht eher als kleine Mahlzeit, Beilage oder Vorspeise angelegt ist.Dieser kleine Vorbehalt ändert jedoch nichts daran, dass das Buch insgesamt sehr zuverlässig arbeitet. Die Rezepte sind klar beschrieben, gut nachvollziehbar und in ihrer Anlage stimmig, sodass man ihnen beim Nachkochen weitgehend bedenkenlos folgen kann.

8. Besonderheiten

Eine der größten Besonderheiten dieses Buches liegt ohne Frage in seinem gelungenen Umgang mit einem eigentlich riskanten Konzept. Ein monothematisches Kochbuch, das sich ganz auf Feta konzentriert, könnte leicht eintönig werden — zumal es sich um eine geschmacklich recht dominante Zutat handelt. Gerade deshalb ist es bemerkenswert, wie ideenreich und abwechslungsreich Natacha Comar den Einsatz von Feta gestaltet. Das Buch zeigt sehr überzeugend, dass sich dieser Käse weit vielseitiger einsetzen lässt, als man zunächst vermuten könnte. Genau darin liegt seine besondere Stärke: Es bleibt über die gesamte Anlage hinweg lebendig und überraschend und vermeidet gerade jene Monotonie, die thematisch eng gefassten Kochbüchern sonst manchmal anhaftet. Hinzu kommt eine sehr alltagsfreundliche Benutzerführung. Besonders praktisch ist der quadratische Infokasten zu Beginn jedes Rezepts, der auf einen Blick die wichtigsten Angaben bündelt: Portionszahl, Zubereitungszeit, Garzeit und passende Saison. Diese klare, kompakte Form der Orientierung ist im Küchenalltag ausgesprochen hilfreich und erhöht den Nutzwert des Buches deutlich. Dass die Rezepte darüber hinaus konsequent nach Zeitaufwand gegliedert sind, erweist sich ebenfalls als große Stärke. Gerade für ein Buch, das nicht nur inspirieren, sondern tatsächlich benutzt werden will, ist diese Struktur sehr gelungen. Eine weitere Besonderheit liegt in der durchdachten Registergestaltung am Ende des Buches. Neben einem alphabetischen Rezeptverzeichnis gibt es auch ein Zutatenregister, das die verwendeten Zutaten übersichtlich erschließt. Das ist besonders praktisch, weil sich auf diese Weise nicht nur gezielt bestimmte Rezepte wiederfinden lassen, sondern auch spontan nach Gerichten gesucht werden kann, die zu vorhandenen Zutaten oder aktuellen Vorlieben passen. Gerade im Alltag ist das ein echter Mehrwert.
So zeigt sich „Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ nicht nur als stimmiges Themenkochbuch, sondern auch als sehr benutzerfreundlich angelegtes Arbeitsbuch für die Küche. Besonders für Liebhaber*innen der mediterranen vegetarischen Küche, die sich auf neue Ideen einlassen und Feta in ganz unterschiedlichen Facetten entdecken möchten, bietet es viele reizvolle Anknüpfungspunkte.

9. Preis-Leistungsverhältnis

Preis: 24 Euro

Mit einem Preis von 24 Euro liegt „Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ eher im unteren Bereich dessen, was für hochwertig gestaltete Kochbücher inzwischen üblich ist. Dafür bietet das Buch ausgesprochen viel: eine gebundene Ausgabe mit stabiler Verarbeitung, die sich auch im Küchenalltag gut nutzen lässt, 160 Seiten, ein ansprechendes Layout, gelungene Food-Fotografie und vor allem eine Vielzahl wirklich überzeugender Rezeptideen. Gerade weil das Buch nicht nur optisch ansprechend gestaltet ist, sondern auch inhaltlich mit einem klar durchdachten Konzept, hoher Alltagstauglichkeit und erfreulicher Rezeptvielfalt punktet, wirkt der Preis sehr angemessen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist damit insgesamt als sehr stimmig zu bewerten.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Feta – Vegetarisch geniessen mit griechischem Flair“ ist ein Kochbuch, das auf sehr schöne Weise beweist, dass auch ein monothematisches Konzept tragen kann — wenn es mit genug Ideen, Geschmack und Gespür umgesetzt wird. Gerade bei einer so präsenten Zutat wie Feta wäre die Gefahr groß gewesen, dass sich vieles wiederholt oder die Gerichte auf Dauer zu ähnlich wirken. Genau das passiert hier aber nicht. Stattdessen zeigt Natacha Comar, wie vielseitig sich Feta in der vegetarischen Küche einsetzen lässt: mal ganz präsent, mal eher im Hintergrund, mal würzig und cremig, mal nur als gezielt eingesetzter Akzent. Besonders gelungen ist dabei, dass das Buch nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch im Alltag funktioniert. Die Gliederung nach Zeitaufwand, die saisonale Kennzeichnung, die übersichtliche Gestaltung und die klar formulierten Rezepte machen es leicht, tatsächlich mit diesem Buch zu kochen und nicht nur darin zu blättern. Auch optisch ist es sehr ansprechend gestaltet und vermittelt genau das mediterrane Lebensgefühl, das der Titel verspricht.

Kleine Abstriche gibt es lediglich bei einzelnen Portionsangaben, die nicht immer ganz trennscharf zwischen Vorspeise, Beilage und Hauptgericht unterscheiden, sowie an wenigen Stellen, an denen eine zusätzliche Erklärung hilfreich gewesen wäre. Insgesamt fällt das jedoch wenig ins Gewicht, weil das Buch in seiner Grundidee, seiner Umsetzung und seinem praktischen Nutzwert sehr stimmig ist.

Wer mediterrane vegetarische Küche liebt und Feta nicht nur als Beigabe zu Salat oder Ofengemüse versteht, sondern seine Möglichkeiten neu entdecken möchte, findet hier ein ideenreiches, sehr gut nutzbares und erfreulich abwechslungsreiches Kochbuch. Ein Buch, das aus einer scheinbar kleinen Idee erstaunlich viel macht — und gerade deshalb in Erinnerung bleibt.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Austernpilzpfanne auf Souflaki-Art (S. 69)
Die Austernpilze werden in griechischem Joghurt, Knoblauch, Oregano, Zitronensaft, heller Misopaste, Sojasauce und Olivenöl mariniert. Wie der Rezepttitel sagt, soll die Zubereitung eigentlich in der Pfanne erfolgen – ich habe den Backofen gewählt und das hat bestens geklappt. Für die Feta-Sauce wird Feta zerbröselt und mit Joghurt, Dill, Petersilie und Zitronensaft verrührt.
Sehr lecker! Man kann es auch auf Reis servieren – hier war mir aber mehr nach einem Pita-Brot.
Tarte Tatin mit Fenchel (S. 114)
Eine köstliche Tarte – allerdings reicht die Portion nicht für vier Personen, sondern lediglich für zwei. Sonst wäre man sehr traurig, nicht mehr von der Köstlichkeit probieren zu dürfen. In den Mürbeteig kommen Saaten (Fenchel, Sesam, Leinsamen). Für den Belag wird der Fenchel in der Pfanne vorgegart – in Ahornsirup und Fenchelsaat. Nach dem Backen kommt noch Feta darüber und Balsamico-Creme. Wirklich hervorragend!
Kolokithopita – Zucchini-Feta-Auflauf mit knusprigem Filoteig
(S. 130)
Braucht etwas länger im Ofen, gibt aber eine wunderbare frische und knusprige Mahlzeit ab. Zwischen die Filoteigblätter kommt eine Mischung aus Eiern, Feta, griechischem Joghurt und Minze sowie geraspelten Zucchini. Wunderbar frisch und sommerlich!

Eine weitere Rezension zu „Feta – Vegetarisch genießen mit griechischem Flair“ findet sich bei Susanne auf magentratzerl.de

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