1. Eckdaten
Titel: „Pasta & Verdura – 80 italienische Pasta- und Gemüserezepte“
Autorin: Cettina Vicenzino
Verlag: DK Verlag
Erscheinungsjahr: 2026
Rezensionsexemplar – vielen Dank!
2. Inhalt & Konzept
„Pasta & Verdura“ ist weit mehr als eine klassische Rezeptsammlung – es ist eine sehr persönliche, kulturell geprägte Annäherung an die italienische Küche, in der Pasta nicht als Hauptdarstellerin allein steht, sondern in enger Verbindung mit Gemüse gedacht wird. Cettina Vicenzino entwickelt dabei einen Ansatz, der sich bewusst zwischen Tradition und Gegenwart bewegt: Die italienische Küche wird nicht museal konserviert, sondern als lebendige, sich ständig weiterentwickelnde Kultur verstanden. Das wird bereits in der Einleitung deutlich, in der sie mit dem Bild der „Küche zwischen gestern, heute und morgen“ (S. 10) arbeitet.
Besonders spannend ist dabei ihr Zugang über das Würzen: Die sogenannte „Bassotto-Methode“ (nach ihrer Mutter benannt) steht exemplarisch für ein Verständnis von Geschmack, bei dem auch kleine Mengen tierischer Produkte gezielt eingesetzt werden – nicht als Hauptkomponente, sondern als aromatische Verstärker. Gleichzeitig öffnet sie die Küche klar in Richtung vegetarischer und teilweise veganer Interpretationen, ohne dogmatisch zu werden. Dieses Spannungsfeld – zwischen Tradition, persönlicher Familiengeschichte und moderner, gemüsebetonter Küche – zieht sich konsequent durch das gesamte Buch.
Was „Pasta & Verdura“ zudem besonders macht, ist die starke erzählerische Ebene. Schon die Widmung zeigt, wie eng das Buch mit biografischen Erinnerungen verknüpft ist: Pasta wird hier als emotionales Lebensmittel verstanden – als Trost, Ritual und Lebensgefühl. Hinzu kommen immer wieder eingestreute kulturelle und kulinarische Exkurse, die weit über reine Kochanleitungen hinausgehen. Beispiele aus dem Inhaltsverzeichnis zeigen das sehr deutlich:
- Mythen rund um das Pastabesteck
- Einblicke in Pastamanufakturen
- Erklärungen zu Pastanamen
- Einordnung regionaler Unterschiede innerhalb Italiens
Diese Einschübe funktionieren nicht wie Beiwerk, sondern strukturieren das Buch aktiv mit und verleihen ihm fast schon einen essayistischen Charakter. Auch die Haltung zur „Authentizität“ ist bemerkenswert reflektiert: Vicenzino hinterfragt die Vorstellung einer starren, ursprünglichen italienischen Küche und zeigt stattdessen, wie sehr Austausch, Migration und Innovation diese geprägt haben. Das macht das Buch inhaltlich deutlich vielschichtiger als viele klassische Länderküchen-Kochbücher.
Struktur des Buches
Die Struktur folgt einem klaren, aber zugleich atmosphärisch sehr passenden Prinzip: den Jahreszeiten.
- Frühling (Primavera)
- Sommer (Estate)
- Herbst (Autunno)
- Winter (Inverno)
Diese saisonale Gliederung sorgt nicht nur für Orientierung, sondern spiegelt auch den zentralen Gedanken des Buches wider: Kochen im Einklang mit verfügbaren Zutaten. Innerhalb der Kapitel werden die Rezepte immer wieder durch die bereits erwähnten „Kultur und Kulinarik“-Einschübe sowie durch „Pastawissen“-Abschnitte ergänzt. Dadurch entsteht ein Wechsel zwischen Praxis (Rezepten) und Hintergrundwissen. Sehr positiv fällt zudem das umfangreiche Register auf: Es ist sowohl nach Zutaten als auch nach Gerichten differenziert aufgebaut und ermöglicht eine ausgesprochen gezielte Navigation – ein klarer Pluspunkt für den praktischen Einsatz in der Küche. Insgesamt ergibt sich eine Struktur, die sowohl intuitiv nutzbar ist als auch zum Schmökern einlädt – ein Balanceakt, der nicht jedem Kochbuch gelingt.
Einleitung
Die Einleitung von „Pasta & Verdura“ ist mit rund 40 Seiten ungewöhnlich umfangreich – und genau das merkt man ihr auch an. Sie ist kein kurzes Vorwort, sondern ein eigenständiger, inhaltlich dichter Einstieg, der das gesamte Buch trägt. Gleich zu Beginn wird deutlich, wie persönlich dieses Buch ist. Cettina Vicenzino widmet es ihrer Mutter Maria Basotto – und verankert ihr Kochverständnis unmittelbar in dieser Beziehung. Das erste Gericht, das sie beschreibt, ist zugleich das emotionalste: eine ganz schlichte Pasta mit Tomatensauce, die sie bis heute jedes Jahr am Geburtstag ihrer Mutter zubereitet. Gerade diese Einfachheit wird dabei zum Schlüssel – denn sie zeigt, dass guter Geschmack nicht aus Komplexität entsteht, sondern aus Sorgfalt, Produktqualität und einem sicheren Gespür für Balance. Von diesem sehr persönlichen Ausgangspunkt aus weitet sich der Blick schnell. Vicenzino führt ihre Leser*innen in die kulturellen und historischen Hintergründe der Pasta ein und verortet insbesondere die Trockennudel in Sizilien als wichtigen Ursprungspunkt der italienischen Pastakultur. Sie zeichnet nach, wie sich aus einfachen Zutaten wie Mehl und Wasser über Jahrhunderte hinweg eine hochentwickelte Esskultur herausgebildet hat – und macht dabei deutlich, dass Pasta immer auch ein Produkt von Austausch, Migration und Weiterentwicklung ist. Ein zentrales Element der Einleitung ist das Thema Würzen, das sie eng mit ihrer Mutter und deren Kochweise verknüpft. Die sogenannte Basotto-Methode – benannt nach Maria Basotto – beschreibt eine Art zu kochen, bei der kleine Mengen tierischer Zutaten gezielt eingesetzt werden, um Tiefe und Umami zu erzeugen, ohne dass Fleisch oder Fisch im Mittelpunkt stehen. Dabei benennt Vicenzino sehr konkret, welche Zutaten für sie geschmacklich prägend sind: Pancetta, Guanciale, Speck, Sardellen und Parmigiano Reggiano auf der einen Seite – sowie auf der anderen Seite bewusst auch vegane Würzmittel wie Tomatenwasser und Miso. Gerade diese Kombination zeigt, wie selbstverständlich sie zwischen traditioneller italienischer Küche und modernen, pflanzenbetonten Ansätzen vermittelt. Es geht nicht um Verzicht oder Dogma, sondern um Geschmack – und darum, ihn klug aufzubauen.
Im Anschluss daran wird die Einleitung zunehmend handwerklich und führt sehr systematisch in das Thema Pasta ein. Der Abschnitt zum Pastawissen ist dabei bemerkenswert umfassend. Vicenzino stellt verschiedene Pastateige vor – sowohl mit Ei als auch ohne – und erweitert das Spektrum zusätzlich um einen glutenfreien Teig auf Basis von Reis- und Maismehl sowie Flohsamenschalen. Damit öffnet sie das Thema Pasta deutlich und macht es für unterschiedliche Ernährungsweisen zugänglich, ohne den Anspruch an Qualität zu verlieren. Besonders anschaulich wird es bei den praktischen Anleitungen:
Sie zeigt Schritt für Schritt, wie man Teig ausrollt, wie Tagliatelle geschnitten werden und wie sich Pasta auch maschinell herstellen lässt. Ergänzt wird das durch Hinweise zum passenden Equipment – ein Aspekt, der gerade für Einsteiger*innen enorm hilfreich ist. Ein weiterer spannender Teil sind die bunten Gemüseteige, die sie sowohl mit als auch ohne tierische Zutaten einfärbt. Damit verbindet sich das zentrale Thema des Buches – Pasta und Gemüse – bereits auf der Ebene des Teigs. Auch die Füllungen werden differenziert vorgestellt: von klassischer Fleischfüllung über Ricotta-Spinat bis hin zu kreativeren Varianten wie Kürbis-Amaretti oder Kartoffel-Minze. Das zeigt früh, wie breit das geschmackliche Spektrum des Buches angelegt ist. Bei den Saucen und Grundzubereitungen fehlt natürlich kein Klassiker: Ein Ragù Bolognese gehört ebenso dazu wie Pesto – sowohl in der klassischen Basilikum-Version als auch als Tomaten-Pesto. Besonders interessant ist daneben die sogenannte saure Butter, die weniger bekannt ist und zeigt, dass das Buch auch jenseits der Standards spannende Impulse setzt. Abgerundet wird dieser Grundlagenblock durch sehr praxisnahe Hinweise zu den Zutaten – insbesondere zu unterschiedlichen Mehlsorten und der Rolle von Hartweizengrieß – sowie durch konkrete Anleitungen zum Kochen, Trocknen, Lagern und Einfrieren von Pasta. Diese Einleitung leistet damit zweierlei: Sie verankert das Buch emotional und kulturell – und liefert gleichzeitig ein fundiertes handwerkliches Fundament. Genau diese Kombination macht sie so stark und hebt „Pasta & Verdura“ deutlich über viele andere Kochbücher hinaus.
Frühling – Primavera
Das Frühlingskapitel umfasst die Monate März bis Mai und versammelt insgesamt 16 Rezepte, die ganz klar von der Leichtigkeit und Frische dieser Jahreszeit geprägt sind. Schon auf der Einleitungsseite macht Cettina Vicenzino deutlich, welche Zutaten sie hier im Blick hat: Blumenkohl, Spargel, Beten, Karotten, Pastinaken, Kohlrabi, Mangold, Salbei, Bärlauch, Lauch, Zucchiniblüten, Artischocken, Gurke, Erbsen, Fava-Bohnen und Zuckererbsen – eine Auswahl, die sofort Lust auf den ersten Marktbesuch im Jahr macht. Die Rezepte greifen diese Vielfalt sehr unterschiedlich auf und zeigen bereits im ersten Kapitel, wie breit das Spektrum dieses Buches angelegt ist. Da ist zum Beispiel „Orazios Pasta“ mit kurzer Pasta, Fava-Bohnen und jungen roten Tropea-Zwiebeln – ein Gericht, das mit wenigen Zutaten auskommt und gerade dadurch seine Frische entfaltet. Ganz anders, aber ebenso spannend, ist die Pastapastete mit weißem Spargel und weißen Champignons, die in einen Mürbeteig gehüllt und mit Béchamelsauce gefüllt wird. Das ist deutlich üppiger, fast schon festlich und zeigt, dass Pasta hier auch in überraschenden Formen gedacht wird. Optisch besonders eindrucksvoll ist die offene Mangoldlasagne mit Zucchiniblüten, während die schwarzen Reis-Rigatoni mit weißer Blumenkohlcreme mit starken Farbkontrasten spielen. Überhaupt ist die Gestaltung der Gerichte im Frühling häufig sehr visuell gedacht. Ein schönes Beispiel dafür ist die „blaue Blume“ mit Fava-Bohnen, Erbsen und grünem Spargel. Hier wird der Pastateig mit blauem Spirulina-Pulver eingefärbt und zu einer Blütenform verarbeitet – verspielt, aber zugleich technisch interessant. Auch die Corzetti (hier mit Petersilienwasser grün gefärbt) zeigen diese kreative Handschrift. Serviert werden sie mit gefüllten Salbeiblättern, die mit Gran Padano, Sardellen und Zitronenabrieb gefüllt und ausgebacken werden – ein Gericht, das aromatisch sehr fein ausbalanciert ist und gleichzeitig eine gewisse Raffinesse mitbringt. Wer es leichter mag, findet mit den Rohkost-Ravioli aus gelber Bete eine spannende Alternative, während mit den Anellini in Gemüsesuppe mit Ei auch eine klassische, eher bodenständige Variante vertreten ist. Sehr frühlingshaft wirkt auch das Kräuter-Orzo-Risotto mit Stracciatella, in das ganze 250 Gramm gemischte Kräuter einfließen – grüner und aromatischer kann man diese Jahreszeit kaum auf den Teller bringen. Daneben finden sich auch ungewöhnlichere Ideen wie die geflochtene Lasagne mit Lauch und Mozzarella, die ein schönes Schachbrettmuster ergibt, oder die Pizza-Pasta mit Erbsen, Oliven, Pilzen und Ei, bei der Pasta als Boden dient und das Gericht am Ende tatsächlich wie eine Pizza wirkt. Auch ein fruchtiger Salat mit (Gurken-) Melone und Mango ist Teil des Kapitels und zeigt, dass hier nicht strikt zwischen klassischen Kategorien gedacht wird. Natürlich fehlen auch traditionelle Gerichte nicht: Die Gnudi toscani, also Spinat-Ricotta-Klößchen, gehören ebenso dazu und bringen eine vertraute, klassische Note in das Kapitel.
Ein besonders praktisches Detail ist die Bilderstrecke zur Verarbeitung von Artischocken, die Schritt für Schritt zeigt, wie man sie küchenfertig macht – genau solche Einschübe erhöhen den Nutzwert des Buches spürbar. Der begleitende Einschub zu den „Mythen über das Pastabesteck“ ist ein schönes Beispiel für den Ton des Buches: informativ, aber mit einem Augenzwinkern.Vicenzino greift hier die klassische Frage auf, ob man Pasta „richtig“ mit der Gabel oder mit Gabel und Löffel isst – und zeigt, dass viele vermeintliche Regeln eher auf Etikette als auf tatsächliche Praxis zurückgehen. Historische Bezüge wie der „Galateo“ (so eine Art italienischer „Knigge“) werden ebenso angesprochen wie moderne Diskussionen. Besonders sympathisch ist dabei ihre eigene Haltung: Sie stellt die unterschiedlichen Argumente dar – von praktischen Gründen wie dem Auffangen der Sauce bis hin zu Fragen der Tischmanieren – und kommt am Ende zu einem sehr persönlichen Fazit. Dass sie selbst nicht auf den Löffel verzichten möchte, bringt genau diese Mischung aus Wissen, Erfahrung und individueller Freiheit auf den Punkt, die das gesamte Buch prägt.
Der Frühling setzt damit einen sehr gelungenen Auftakt: Die Gerichte wirken frisch, kreativ und oft überraschend, ohne dabei beliebig zu sein. Gemüse steht klar im Mittelpunkt, wird aber immer wieder durch gezielte aromatische Akzente ergänzt – ganz im Sinne der in der Einleitung beschriebenen Kochphilosophie. Gleichzeitig zeigt sich hier bereits, was das Buch insgesamt ausmacht:
Es verbindet klassische italienische Küche mit neuen Ideen, handwerklicher Präzision und einer großen Lust am Ausprobieren.
Sommer – Estate
Das Sommerkapitel umfasst die Monate Juni bis August und bringt mit 16 Rezepten die ganze aromatische Fülle dieser Jahreszeit auf den Teller. Bereits die einleitende Zutatenliste macht die Richtung klar: Auberginen, Tomaten, Paprika, Zucchini, Basilikum, Minze sowie Feigen und Aprikosen bilden das geschmackliche Fundament dieses Kapitels – sonnenreif, intensiv und oft mit einer leichten Süße, die typisch für den Sommer ist. Die Rezepte greifen diese Zutaten in sehr unterschiedlichen Facetten auf und bewegen sich dabei souverän zwischen klassisch inspirierten und modernen Interpretationen. Gleich zu Beginn zeigt sich diese Bandbreite: Mafaldine mit Feigen, Auberginen und Pancetta verbinden süße und herzhafte Komponenten, während Garganelli mit rohen Tomaten, Ziegenkäse, Pistazien und Minze ganz auf Frische und Kontraste setzen. Typisch für Vicenzino ist auch im Sommer ihre Lust am spielerischen Umgang mit Form und Präsentation. Besonders deutlich wird das bei der in einer ausgehöhlten Aubergine servierten Pasta alla Norma – ein visuell starkes Gericht, das gleichzeitig tief in der sizilianischen Tradition verankert ist. Überraschend und zugleich schlüssig ist die Einbindung von Couscous mit Paprika-Minzsauce und schwarzen Kichererbsen. Was zunächst irritieren mag, wird von der Autorin sauber hergeleitet: Couscous besteht aus Hartweizengrieß und Wasser und gehört damit technisch zur Pasta – genauer zur Pastina, also sehr kleinen Pastaformen. Gleichzeitig verweist sie auf die sizilianische Küche, in der Couscous fest verankert ist. Ein schönes Beispiel dafür, wie sie kulinarische Grenzen erweitert, ohne beliebig zu werden. Auch die weiteren Gerichte zeigen diese Mischung aus Kreativität und Verwurzelung: Die Calamarata mit süßsaurer Paprika, Nüssen, Kapern und Burrata bringt intensive Aromen zusammen, während die Ziti für den Strand – geschichtet mit Tomaten, Erbsen, Ei, Käse und Pancetta – fast wie eine transportable Pastatorte funktioniert und damit auch praktisch gedacht ist. Verspielt-modern wird es bei Zucchini und Tomaten, gefüllt mit Mac and Cheese, während die Sopresine in weißem Tomatenwasser mit minimalen Zutaten eine überraschend elegante Wirkung erzielen.
Ein zentrales Motiv des Kapitels ist – wenig überraschend – die Tomate in all ihren Facetten:
Von der Pasta mit dreierlei Tomaten (geröstet, getrocknet und frisch) bis hin zu klassischen Kombinationen wie Bucatini mit Tomaten, Sardellen, Knoblauch und gerösteten Semmelbröseln zeigt Vicenzino, wie viel Tiefe sich aus diesem vermeintlich einfachen Produkt herausholen lässt. Auch regionale Klassiker finden ihren Platz, etwa die Spaghetti all’assassina aus Apulien, die für ihre intensive, fast angebratene Aromatik bekannt sind. Daneben stehen wieder experimentellere Ansätze:
Schwarze Lorighittas mit Mandel-Tomaten-Pesto, eingefärbt mit Aktivkohle statt Sepia, öffnen das Gericht bewusst für eine vegetarische und vegane Küche. Oder die Agnolotti mit Gorgonzola, Aprikosen, Paprika und Nussbutter, die deutlich opulenter daherkommen und süß-herzhafte Kombinationen ausreizen. Abgerundet wird das Kapitel durch weitere kreative Ideen wie gefüllte Pasta-Röllchen mit gegrilltem Gemüse und Käse oder selbstgemachte außergewöhnlichere Pastaformen wie Cartellate, die erneut den handwerklichen Aspekt des Buches unterstreichen.
Der Einschub „La Pasta del Pastificio“ erweitert das Kapitel um eine kultur- und produktionsgeschichtliche Perspektive. Vicenzino nimmt die Leser*innen mit in die Welt der Pastamanufakturen – insbesondere nach Gragnano, die „Stadt der Pasta“. Dabei wird sehr anschaulich, dass Pasta in Italien längst nicht mehr nur ein hausgemachtes Produkt ist, sondern tief in einer handwerklich-industriellen Tradition verankert ist. Besonders interessant ist die Gegenüberstellung von Bronzematrizen und Teflonformen: Während Bronze eine raue Oberfläche erzeugt, an der Saucen besser haften, führt Teflon zu glatter Pasta mit geringerer Bindung – dafür aber schnellerer und günstigerer Produktion. Auch die Trocknungstemperatur wird als entscheidender Qualitätsfaktor herausgestellt: langsame, schonende Trocknung verbessert Geschmack und Struktur, während hohe Temperaturen zwar effizienter, aber qualitativ nachteilig sind. Solche Einblicke gehen deutlich über ein klassisches Kochbuch hinaus und stärken den handwerklichen Anspruch des Buches. Der zweite Einschub widmet sich den Pastanamen und -formen und ist nicht nur optisch sehr ansprechend, sondern auch inhaltlich äußerst informativ. Hier wird deutlich, wie eng Sprache, Form und Herkunft miteinander verbunden sind: Von Farfalle („Schmetterlinge“) über Orecchiette („Öhrchen“) bis hin zu Garganelli oder Culurgiones erzählt jede Form ihre eigene Geschichte – oft mit regionalem oder historischem Hintergrund. Ergänzt wird das durch eine systematische Einordnung: Begriffe wie pasta corta (kurze Pasta), pasta lunga (lange Pasta), pasta fresca und pasta secca werden klar erklärt und helfen dabei, die Vielfalt der Pasta nicht nur visuell, sondern auch strukturell zu verstehen. Diese Doppelseiten funktionieren fast wie ein kleines Nachschlagewerk innerhalb des Buches und erhöhen den praktischen Nutzwert deutlich.
Der Sommer wirkt insgesamt opulenter, aromatisch dichter und spielerischer als der Frühling. Während im Frühling oft die Leichtigkeit und Frische im Vordergrund stehen, geht es hier stärker um Intensität, Reife und Kontraste – süß und salzig, roh und gegart, schlicht und üppig. Besonders gelungen ist dabei, dass Vicenzino die Rezepte nicht nur saisonal denkt, sondern sie immer wieder mit kulturellem Wissen, handwerklichen Einblicken und einer großen Lust am Experimentieren verbindet.
Herbst – Autunno
Das Herbstkapitel umfasst die Monate September bis November und bringt mit 17 Rezepten eine deutlich erdigere, tiefere und aromatisch komplexere Küche auf den Teller. Die saisonale Zutatenliste liest sich entsprechend kraftvoll: Weißkohl, Blumenkohl, Süßkartoffeln, Fenchel, Spinat, Kürbis, Pilze, Trauben, Birnen, Mais sowie Nüsse, Oliven und Kastanien prägen dieses Kapitel – Zutaten, die Wärme, Fülle und Struktur mitbringen. Im Vergleich zu Frühling und Sommer verschiebt sich hier der Fokus spürbar: Die Gerichte werden herzhafter, vielschichtiger und oft auch mutiger in ihren Kombinationen.Ein schönes Beispiel ist Maltagliati mit Weißkohl, Kokos und schwarzem Sesam – eine Kombination, die zunächst überrascht, aber genau diese Mischung aus Bodenständigkeit und globalen Einflüssen zeigt, die Vicenzinos Küche auszeichnet. Sehr charakteristisch ist auch der Umgang mit Formen und Farben: Fogli d’ulivo, die „Olivenblätter“, werden mit Spinat grün eingefärbt und greifen die Natur nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell auf. Serviert mit einem Olivencrumble entsteht hier ein Gericht, das handwerklich und gestalterisch gleichermaßen überzeugt. Aromatisch besonders dicht wird es bei Gerichten wie den Mezzi Rigatoni mit Sardellen, Pilzen, Birne und Umamibröseln – hier treffen salzig, süß, erdig und bitter aufeinander, ergänzt durch Zutaten wie Walnuss, Rotwein und sogar dunkler Schokolade. Das ist anspruchsvoll, aber sehr durchdacht komponiert.
Auch klassische Gerichte werden herbstlich interpretiert: Die Fettuccine Alfredo mit Kürbiscreme oder eine Carbonara mit Steinpilzen greifen bekannte Konzepte auf und führen sie saisonal weiter. Überhaupt spielen Pilze, Nüsse und Umami eine zentrale Rolle: Die Tagliatelle mit Blumenkohl, Steinpilzen, Walnüssen und Miso sind dafür ein Paradebeispiel – ein Gericht, das fast schon als „Umami-Baukasten“ gelesen werden kann. Daneben stehen kräftige, sehr eigenständige Ideen wie:
- Pappardelle aus Kastanienmehl mit Pilz-Bohnensauce – rustikal und aromatisch dicht
- Pici mit gerösteten Trauben, roten Zwiebeln und Salbei – süß-herb und sehr herbstlich
- Pasta mit karamellisiertem Fenchel und Pfifferlingen – bittersüß und elegant
Auch das Spiel mit Texturen wird weitergeführt: Frittierte Tortellini für den Aperitivo bringen Knusprigkeit ins Spiel, während Gerichte wie Bucatini mit grünem Blumenkohl, Sardellen, Safran, Pinienkernen und Rosinen klassische süß-salzige Kontraste der italienischen Küche aufgreifen. Spannend ist zudem der Blick über den Tellerrand: Orecchiette in Erdnussbuttersauce mit Shiitake oder Spaghetti aglio e olio mit Mais und fermentierter Chili zeigen deutlich asiatische Einflüsse – ohne dass das Buch seine kulinarische Identität verliert. Und selbst vermeintlich „moderne“ Ansätze wie Möhrenzoodles werden hier integriert, ohne in Richtung Low-Carb abzudriften: Die Kombination mit (schwarzer) Pasta zeigt, dass es eher um Textur und Kontrast als um Verzicht geht.
Der Einschub zur Carbonara ist inhaltlich einer der stärksten Momente des Buches, weil er weit über ein einzelnes Rezept hinausgeht. Vicenzino nutzt die Carbonara als Fallbeispiel, um Grundprinzipien der italienischen Küche zu erklären – und räumt dabei mit einem der größten Mythen überhaupt auf: der Vorstellung einer „einzig echten“ Version. Besonders spannend ist der historische Blick:
Die heute oft als „klassisch“ verstandene Kombination aus Guanciale, Ei, Pecorino und Pfeffer ist keineswegs so eindeutig tradiert, wie häufig behauptet wird. Vielmehr zeigt sich, dass sich das Gericht erst im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelt und verändert hat. Selbst ein Spitzenkoch wie Gualtiero Marchesi arbeitete mit Sahne – ein Detail, das die oft dogmatisch geführte Debatte deutlich relativiert. Auch die Ursprungsfrage wird differenziert betrachtet: Von amerikanischen Einflüssen nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu verschiedenen frühen Rezeptvarianten zeigt sich, dass die Carbonara eher ein dynamisches Produkt kulinarischer Entwicklung ist als ein festgeschriebenes Original. Der zentrale Gedanke dieses Einschubs ist deshalb grundlegend: Die italienische Küche ist kein statisches Regelwerk, sondern ein lebendiges System, das sich ständig weiterentwickelt. Gerade vor dem Hintergrund der oft emotional geführten Diskussionen um „Authentizität“ wirkt dieser Abschnitt angenehm sachlich – und gleichzeitig befreiend.
Der Herbst markiert im Buch einen klaren Wendepunkt: Die Küche wird tiefer, komplexer und mutiger in ihren Kombinationen. Während im Sommer noch Frische und Leichtigkeit dominieren, geht es hier stärker um Aromenschichtung, Textur und Kontrast. Gleichzeitig zeigt sich besonders deutlich Vicenzinos Handschrift: Sie verbindet klassische italienische Grundlagen mit globalen Einflüssen, ungewöhnlichen Kombinationen und einem sehr bewussten Umgang mit Geschmack.
Winter – Inverno
Das Winterkapitel umfasst die Monate Dezember bis Februar und bringt mit 17 Rezepten eine Küche auf den Tisch, die deutlich in Richtung Wärme, Tiefe und Substanz geht. Die saisonalen Zutaten spiegeln das konsequent wider: Chicorée, Wirsing, Kartoffeln, Rosenkohl, Topinambur, Schwarzwurzeln, Steckrübe, Radicchio, Schwarzkohl sowie Zitrusfrüchte, Mandeln und wilder Fenchel prägen dieses Kapitel.Im Vergleich zu den vorherigen Jahreszeiten verschiebt sich der Fokus hier noch einmal: Die Gerichte werden erdiger, oft deftiger, aber gleichzeitig überraschend raffiniert und kontrastreich. Gleich zu Beginn zeigt sich diese Bandbreite: Ein Kichererbseneintopf mit Tubetti rigati und frittierter Pasta verbindet rustikale Hausmannskost mit spannender Textur. Die Buchweizenpasta mit Wirsing, Kartoffeln und roten Zwiebeln knüpft daran an und bringt eine fast schon alpine, sehr bodenständige Note ins Spiel. Dem gegenüber stehen ausgesprochen feine, fast elegante Gerichte wie die Cappellacci in Orangenbrühe mit Rosenkohl und Ricotta-Klößchen – hier wird mit Säure, Bitterkeit und Cremigkeit gearbeitet, was dem Winterkapitel eine überraschende Leichtigkeit verleiht. Überhaupt spielen Zitrusnoten eine zentrale Rolle: Die Margherite in Orangensauce mit dreierlei Schärfe oder die Mezzi Rigatoni mit Zitrone, Radicchio und Sardellen zeigen, wie gezielt Frische gegen die Schwere der Saison gesetzt wird. Typisch für Vicenzino ist auch hier wieder der kreative Umgang mit Form:
Pastabuletten aus Spinat, Kartoffeln und Zitrone oder frittierte Favabohnen-Pasta greifen traditionelle Ideen auf und interpretieren sie neu – oft mit historischem Bezug, wie bei der sizilianischen Fava-Zubereitung. Ein zentrales Motiv des Kapitels ist zudem die Wiederentdeckung klassischer Wintergemüse: Die Steckrübe erhält gleich mehrfach ihren Auftritt – etwa als Püree zu gefüllten Sacchettini oder in Kombination mit Tagliolini und Basilikum. Auch Schwarzwurzel, Topinambur und Schwarzkohl werden selbstverständlich integriert und zeigen, wie selbstverständlich alte Gemüsesorten hier Teil einer modernen Küche sind. Herzhaft und aromatisch dicht wird es bei Gerichten wie:
- Pasta-Risotto mit Speck, Radicchio und Amarena-Kirschen – süß, bitter, salzig in einem Gericht
- Anolini gefüllt mit `Nduja in Kartoffel-Mandel-Brühe – elegant, raffiniert und doch bodenständig
- Paccheri mit Schwarzwurzel, Ricotta und Zwiebelchutney – erdig, cremig und leicht süßlich
Auch optisch bleibt das Buch seinem Anspruch treu: Geflochtene Pasta mit Topinambur und Stängelkohl auf Karottensugo zeigt erneut, wie stark hier Form, Farbe und Komposition zusammenspielen.
Der Einschub zu den regionalen Unterschieden gehört zu den grundlegenden Texten des Buches, weil er ein zentrales Missverständnis auflöst: Die italienische Küche ist keine einheitliche Küche. Vicenzino arbeitet sehr klar heraus, dass sich Nord- und Süditalien nicht nur geschmacklich, sondern bereits auf der Ebene der Zutaten unterscheiden: Im Norden dominiert Weichweizen und Ei, im Süden hingegen Hartweizen und Wasser. Daraus ergeben sich völlig unterschiedliche Pastakulturen – sowohl in der Herstellung als auch in der Textur. Auch klimatische und geografische Bedingungen spielen eine zentrale Rolle: Was wächst, bestimmt, was gekocht wird – und daraus entstehen regionale Identitäten, die sich bis heute in den Rezepten widerspiegeln. Besonders gelungen ist der Umgang mit dem Thema „Authentizität“: Vicenzino macht deutlich, dass Varianten keine Abweichungen sind, sondern natürliche, kulturell gewachsene Interpretationen. Selbst scheinbar feststehende Gerichte wie Lasagne existieren in zahlreichen regionalen Ausprägungen – von der klassischen Bologneser Variante bis zu reichhaltigen Versionen wie den Vincisgrassi aus den Marken. Auch die Vielfalt der Pastanamen und -formen wird in diesem Zusammenhang verständlich: Mit mehreren hundert Formen, regionalen Bezeichnungen und eigenen Geschichten wird klar, dass Pasta weit mehr ist als ein standardisiertes Produkt. Der Einschub liefert damit den theoretischen Unterbau für das gesamte Buch:
Er erklärt, warum Vicenzinos Küche so frei wirkt – und gleichzeitig tief in der italienischen Tradition verankert ist.
Der Winter bildet den konsequenten Abschluss des Buches: Hier verdichtet sich alles, was zuvor angelegt wurde. Die Gerichte sind intensiv, kontrastreich und oft überraschend, gleichzeitig aber immer noch klar in der italienischen Küche verankert. Besonders auffällig ist die Balance zwischen Herzhaftigkeit und Frische, zwischen klassischen Zutaten und ungewöhnlichen Kombinationen. Gerade die Integration von Wintergemüse und alten Sorten zeigt, wie sehr dieses Buch auch als Plädoyer für eine saisonale, bewusste Küche gelesen werden kann.
Bevor das Buch mit Register und Danksagung schließt, findet sich noch eine hilfreiche Doppelseite unter dem Titel „Erwähnungen im Buch und weitere Tipps“. Hier bündelt Vicenzino praktische Empfehlungen rund um das Thema Pasta: von Herstellern für Pastamaschinen und Zubehör über Anbieter von Pastakursen bis hin zu ausgewählten Pastaproduzenten, Zutatenquellen und weiterführender Literatur. Diese Sammlung versteht sich weniger als bloße Liste, sondern vielmehr als kuratiertes Netzwerk an Bezugsquellen und Inspiration, das den praktischen Nutzen des Buches sinnvoll erweitert und über die eigentlichen Rezepte hinausführt.
3. Zielgruppe
Dieses Kochbuch richtet sich an Leser*innen, die sich intensiver mit Pasta beschäftigen möchten – sowohl handwerklich als auch geschmacklich. Es ist kein Einsteigerbuch im klassischen Sinne, auch wenn grundlegende Techniken in der Einleitung ausführlich erklärt werden. Besonders angesprochen fühlen dürften sich ambitionierte Hobbyköch*innen, die Freude daran haben, Pasta selbst herzustellen, neue Kombinationen auszuprobieren und sich auch auf ungewöhnlichere Zutaten und Aromen einzulassen. Die Rezepte setzen eine gewisse Offenheit voraus – etwa für Kombinationen wie Birne mit Sardellen, Miso in der Pastasauce oder Erdnussbutter mit Orecchiette.
Gleichzeitig bietet das Buch auch für Fortgeschrittene einen echten Mehrwert, weil es nicht nur Rezepte liefert, sondern Zusammenhänge erklärt, Techniken vermittelt und kulinarisches Hintergrundwissen integriert – etwa zur Herstellung, zu regionalen Unterschieden oder zur Produktqualität. Für absolute Kochanfänger*innen hingegen ist das Buch nur bedingt geeignet, da einige Rezepte und Techniken Erfahrung, Organisation und ein gewisses Maß an Küchensicherheit erfordern. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird mit einem sehr breiten und inspirierenden Zugang zur Pastaküche belohnt. Kurz gesagt: Ein Buch für alle, die Pasta nicht nur kochen, sondern verstehen, gestalten und weiterdenken wollen.
4. Rezepte und Vielfalt
Die Rezeptauswahl dieses Buches ist bemerkenswert breit und zugleich klar fokussiert: Im Zentrum stehen Pasta-Gerichte als Hauptspeisen, die in unterschiedlichsten Facetten durch alle Jahreszeiten geführt werden. Ergänzt wird das Spektrum punktuell durch Suppen und Eintöpfe mit Pasta, die vor allem im Herbst- und Winterkapitel eine Rolle spielen. Besonders hervorzuheben ist jedoch der außergewöhnlich kreative Ansatz der Autorin. Neben neu interpretierten Klassikern finden sich hier zahlreiche echte Neuschöpfungen, die weit über das hinausgehen, was man aus der traditionellen italienischen Küche kennt. Dabei bleibt das Buch jedoch stets geerdet: Die Rezepte bauen fast immer auf italienischen Grundtechniken und -strukturen auf, die dann kreativ weitergedacht werden. Dieser Spagat zwischen Tradition und Innovation gelingt erstaunlich stimmig.
Ein weiterer Aspekt der Vielfalt liegt in der Formensprache der Pasta selbst: Unterschiedliche Pastaformen – von klassischen bis hin zu selbstgemachten Spezialformen – werden gezielt eingesetzt und teilweise auch gestalterisch inszeniert. Das verleiht dem Buch eine zusätzliche Ebene, die über reine Rezeptvielfalt hinausgeht. Auffällig ist zudem die große Bandbreite an Geschmacksprofilen:
von leicht und frisch über intensiv würzig bis hin zu tief umami-geprägt oder bewusst kontrastreich (süß-salzig, bitter-fruchtig).
Wer in diesem Buch ausschließlich die „reine Lehre“ italienischer Klassiker sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch bereit ist, sich auf eine experimentellere, kreative Pastaküche einzulassen, wird reich belohnt: Die Rezepte eröffnen neue Perspektiven, erweitern den eigenen Geschmackshorizont und gehen in ihrer Ideenvielfalt deutlich über das hinaus, was viele Kochbücher in diesem Bereich bieten. Gerade für Leser*innen mit gut gefülltem Kochbuchregal entsteht hier ein echter Mehrwert – weil dieses Buch nicht nur wiederholt, sondern weiterdenkt.
5. Schwierigkeitsgrad
Der Schwierigkeitsgrad dieses Kochbuchs bewegt sich insgesamt im mittleren bis gehobenen Bereich, wobei sich die Herausforderung weniger aus komplizierten Kochtechniken als vielmehr aus Zutatenverfügbarkeit, handwerklichem Anspruch und konzeptioneller Komplexität ergibt. Ein zentraler Aspekt ist die Beschaffung der Zutaten: Während viele Rezepte mit gut sortierten Supermärkten problemlos umsetzbar sind, gibt es immer wieder Komponenten, die schwerer zugänglich sind. Dazu zählen etwa spezielle Produkte wie Puntarelle, Stracciatella oder bestimmte Pastaformen, die häufig nur im italienischen Feinkosthandel erhältlich sind. Ähnlich verhält es sich mit Zutaten für die gestalterischen Elemente des Buches: Färbemittel wie blaue Spirulina sind in der Regel nur online verfügbar, während Aktivkohle noch vergleichsweise leicht zu beschaffen ist. Auch besondere Mehlsorten wie Buchweizen- oder Kastanienmehl sind inzwischen zwar deutlich verbreiteter, aber nicht überall selbstverständlich erhältlich.
Ein weiterer Punkt betrifft die Verwendung von spezifischen Gewürzen und Gewürzmischungen. Hier greift die Autorin mehrfach auf Produkte eines bestimmten Herstellers zurück. Zwar werden die Mischungen in der Regel erläutert und Alternativen genannt, dennoch wirkt diese Form der Nennung stellenweise entbehrlich und kann als unnötige Produktplatzierung wahrgenommen werden. Für viele Hobbyköch*innen stellt sich zudem die praktische Frage, ob sich die Anschaffung spezieller Pfeffersorten oder Gewürzmischungen tatsächlich lohnt.
Auf der handwerklichen Ebene fordert das Buch ebenfalls ein gewisses Maß an Erfahrung: Die Herstellung von Pasta – insbesondere mit unterschiedlichen Mehlsorten oder in speziellen Formen – erfordert Übung, Gefühl für Teigkonsistenzen und etwas Zeit. Auch die Kombination einzelner Komponenten innerhalb der Gerichte ist teilweise anspruchsvoll und verlangt Aufmerksamkeit. Dem gegenüber stehen jedoch zahlreiche Rezepte, die sich mit gängigen Zutaten und überschaubarem Aufwand umsetzen lassen. Wer sich auf die einfacheren Gerichte konzentriert oder bereit ist, einzelne Komponenten pragmatisch zu ersetzen, kann auch ohne Spezialausstattung sehr gut mit dem Buch arbeiten.
6. Fotografie und Design
Bildqualität
Die Bildqualität dieses Buches ist herausragend und gehört ganz klar zu seinen großen Stärken. Die Fotografien stammen überwiegend von Cettina Vicenzino selbst, ergänzt durch einzelne Aufnahmen von Joachim Kummerer – insbesondere dort, wo die Autorin selbst im Bild ist. Alle Rezepte sind bebildert, was einen enormen Mehrwert darstellt. Die Gerichte werden dabei nicht nur dokumentiert, sondern inszeniert: Lichtführung, Perspektive und Komposition sind durchgehend auf hohem Niveau. Häufig dominieren leicht schräge Perspektiven oder Aufnahmen von oben, die die Gerichte sehr greifbar machen. Auffällig ist der bewusste Umgang mit Farbe: Die Bildsprache arbeitet mit gedeckten, oft leicht gedämpften Tönen und gezielten Hell-Dunkel-Kontrasten. Dadurch entsteht ein sehr edler, ruhiger Gesamteindruck – nichts wirkt überladen oder künstlich überhöht.
Neben den fertigen Gerichten überzeugen auch die Aufnahmen von Zutaten, Arbeitsprozessen und Landschaften. Gerade die Bilder aus Italien transportieren Atmosphäre und Lebensgefühl und fügen sich stimmig in das Gesamtkonzept ein.
Nutzung der Bilder
Die Bilder sind nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional sehr gut eingesetzt. Ein großer Pluspunkt sind die Schritt-für-Schritt-Aufnahmen, die zentrale Arbeitsschritte – insbesondere bei der Herstellung und Formung von Pasta – anschaulich darstellen. Gerade bei weniger bekannten Pastaformen bieten diese eine echte Unterstützung und erhöhen die Nachkochbarkeit deutlich. Darüber hinaus gibt es immer wieder Doppelseiten, die ausschließlich der Bildwirkung gewidmet sind. Diese wirken wie kleine visuelle Pausen und tragen dazu bei, das italienische Lebensgefühl zu transportieren – sei es durch Landschaften, Marktszenen oder stimmungsvolle Detailaufnahmen. Besonders gelungen ist auch die Kombination unterschiedlicher Motive: Zutaten, fertige Gerichte und atmosphärische Bilder werden häufig bewusst nebeneinandergestellt, wodurch ein sehr stimmiger Gesamtfluss entsteht.
Layout & Gestaltung
Das Layout, gestaltet von Veronika Rickert, unterstreicht die hohe gestalterische Qualität des Buches konsequent. Die Struktur der Rezepte ist klar und funktional:
- Ein kursiv gesetzter Einführungstext eröffnet jedes Rezept und gibt kurze Einblicke in Hintergrund oder Idee des Gerichts.
- Die Zutatenlisten sind übersichtlich nach Komponenten gegliedert (z. B. Pasta, Sauce, Füllung), was die Orientierung erleichtert.
- Die Zubereitungsschritte sind klar voneinander abgesetzt, sodass man sich auch während des Kochens gut zurechtfindet.
Typografisch setzt das Buch auf eine klassische Serifenschrift, die den eleganten Gesamteindruck verstärkt. Die Farbgestaltung bleibt durchgehend zurückhaltend:
Jede Jahreszeit ist mit pastelligen, leicht gedämpften Farbtönen versehen, die sich durch die jeweiligen Kapitel ziehen und für zusätzliche Orientierung sorgen. Ein kleiner praktischer Nachteil ergibt sich daraus, dass Rezepte häufiger über zwei Seiten hinweg verlaufen. Gerade beim Kochen – insbesondere bei Teigarbeiten – kann das Umblättern etwas unpraktisch sein. In der Praxis bleibt das jedoch handhabbar und schmälert den insgesamt sehr positiven Eindruck nur geringfügig.
Insgesamt überzeugt „Pasta & Verdura“ durch eine außergewöhnlich stimmige Verbindung aus Ästhetik und Funktionalität. Die Gestaltung wirkt hochwertig, durchdacht und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt – ein Buch, das nicht nur zum Kochen, sondern auch zum Anschauen und Durchblättern gemacht ist.
7. Sprache und Anleitungen
Alle Texte und Rezepte stammen von Cettina Vicenzino selbst, das Lektorat übernahm Sarah Holzwarth – und das merkt man dem Buch durchweg positiv an. Auffällig ist zunächst die hohe sprachliche Qualität: Die Texte sind klar, präzise und gut strukturiert. Fehler oder Unstimmigkeiten fallen nicht auf, was für eine sehr sorgfältige redaktionelle Arbeit spricht. Besonders überzeugend sind die Anleitungen. Auch bei komplexeren Zubereitungsschritten – etwa beim Formen von Pasta oder beim Zusammenspiel mehrerer Komponenten – gelingt es der Autorin, die einzelnen Schritte verständlich, nachvollziehbar und gut aufeinander aufbauend zu erklären. Man fühlt sich beim Kochen sicher geführt, ohne dass die Beschreibungen unnötig ausufern.
Der Ton der Texte ist dabei zugewandt und persönlich, ohne ins Beliebige oder allzu Erzählerische abzudriften. Vicenzino vermittelt spürbar ihre Begeisterung für die italienische Küche, ihre kulturellen Hintergründe und die handwerklichen Details – und das mit einer Mischung aus Fachwissen und Leidenschaft, die sehr authentisch wirkt. Dabei ist durchaus ein gewisses Sendungsbewusstsein erkennbar: Die Autorin hat eine klare Haltung zur Küche, zu Zutaten und zu Geschmack. Diese Haltung wird jedoch nicht belehrend formuliert, sondern einladend und inspirierend vermittelt. Leser*innen werden nicht unter Druck gesetzt, sondern mitgenommen. Gerade diese Balance macht den besonderen Reiz der Texte aus:Sie sind informativ, ohne trocken zu sein, und persönlich, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Die Sprache und die Qualität der Anleitungen tragen wesentlich dazu bei, dass das Buch trotz seiner inhaltlichen Tiefe gut zugänglich bleibt. Vicenzino gelingt es, Komplexität verständlich zu machen und gleichzeitig Begeisterung zu transportieren – eine Kombination, die nicht selbstverständlich ist.
8. Besonderheiten
„Pasta & Verdura“ hebt sich in mehrfacher Hinsicht deutlich von klassischen Pasta-Kochbüchern ab. Eine der größten Besonderheiten ist die konsequente Verbindung von Pasta und Gemüse. Gemüse ist hier nicht Beilage, sondern gleichwertiger Partner – oft sogar der eigentliche Mittelpunkt des Gerichts. Diese Perspektive zieht sich stringent durch alle Kapitel und verleiht dem Buch eine klare inhaltliche Linie. Hinzu kommt der ausgeprägte kreative und experimentelle Ansatz. Vicenzino bewegt sich bewusst über die Grenzen der traditionellen italienischen Küche hinaus, ohne ihre Wurzeln zu verlassen. Es entstehen Gerichte, die klassische Techniken mit neuen Ideen kombinieren und dabei ungewöhnliche Zutaten und Aromen einbeziehen. Gerade dieser Mut zu Neuschöpfungen macht das Buch besonders spannend – vor allem für Leser*innen, die bereits viele Kochbücher besitzen und nach neuen Impulsen suchen. Ein weiteres prägendes Element ist die Verknüpfung von Rezepten mit kulinarischem Wissen und kulturellem Kontext. Die Einschübe zu Themen wie Pastaherstellung, Pastaformen, Carbonara oder regionalen Unterschieden in Italien gehen deutlich über das hinaus, was man in vielen Kochbüchern findet. Sie erweitern das Buch um eine informative Ebene und machen es gleichzeitig zu einem Lesebuch. Auch die starke persönliche Handschrift der Autorin ist hervorzuheben. Die Verbindung zur eigenen Familiengeschichte, insbesondere zur Mutter Maria Basotto, verleiht dem Buch eine emotionale Tiefe, die sich durch viele Texte zieht, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Nicht zuletzt zeichnet sich das Buch durch seine gestalterische Qualität aus. Die Kombination aus hochwertiger Fotografie, durchdachtem Layout und atmosphärischen Bildstrecken sorgt dafür, dass „Pasta & Verdura“ nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch überzeugt. In der Summe entsteht ein Kochbuch, das weit über eine reine Rezeptsammlung hinausgeht:
Es ist Inspiration, Wissensquelle und persönliches Küchenporträt zugleich. Gerade diese Vielschichtigkeit macht den besonderen Reiz aus – und hebt das Buch deutlich aus der Masse vergleichbarer Titel hervor.
9. Preis-Leistungsverhältnis
Preis: 27 Euro
Mit einem Preis von 27 Euro bewegt sich „Pasta & Verdura“ im mittleren Segment für Kochbücher – bietet dafür jedoch ein Gesamtpaket, das deutlich darüber hinausgeht. Bereits auf der materiellen Ebene überzeugt das Buch: Es handelt sich um ein hochwertig verarbeitetes, gebundenes Kochbuch, das sich gut in der Küche nutzen lässt und auch bei häufiger Verwendung stabil bleibt.
Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch im Inhalt: Das Buch vereint eine große Bandbreite an Rezepten, fundiertes kulinarisches Hintergrundwissen, ausführliche technische Anleitungen sowie eine herausragende visuelle Gestaltung. Diese Kombination findet man in dieser Dichte und Qualität nur selten. Hinzu kommt die besondere konzeptionelle Stärke: Die Rezepte gehen in ihrer Kreativität und Eigenständigkeit deutlich über das hinaus, was viele Kochbücher bieten. Man erhält hier nicht nur Inspiration, sondern auch echte neue Impulse, die das eigene Kochen nachhaltig bereichern können. Auch die zahlreichen Einschübe, die sich mit Themen wie Pastaherstellung, regionalen Unterschieden oder kulinarischen Grundlagen beschäftigen, erhöhen den Wert des Buches zusätzlich. Es ist damit nicht nur ein Kochbuch, sondern zugleich ein Wissens- und Inspirationsbuch.
Gemessen an Umfang, Qualität und inhaltlicher Tiefe ist der Preis mehr als angemessen. „Pasta & Verdura“ bietet ein außergewöhnlich stimmiges Gesamtpaket und kann ohne Einschränkung als sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bezeichnet werden – gerade auch im Vergleich zu vielen anderen Titeln in diesem Bereich.
10. Gesamteindruck und Empfehlung
„Pasta & Verdura“ ist ein Kochbuch, das beeindruckt – nicht laut, nicht effekthascherisch, sondern durch Substanz, Haltung und eine außergewöhnlich klare kulinarische Idee. Was mich besonders überzeugt hat, ist die Konsequenz, mit der Cettina Vicenzino ihr Konzept verfolgt: Pasta wird hier nicht isoliert gedacht, sondern immer in Verbindung mit Gemüse, mit Jahreszeiten, mit Herkunft und mit Geschmack. Das zieht sich durch jedes Kapitel und gibt dem Buch eine starke innere Geschlossenheit.
Gleichzeitig ist es ein Buch, das fordert und belohnt. Es fordert durch ungewöhnliche Kombinationen, durch neue Perspektiven auf bekannte Gerichte und durch den Anspruch, sich auch einmal auf Zutaten oder Techniken einzulassen, die vielleicht nicht sofort vertraut sind. Und es belohnt mit genau dem, was man sich von einem wirklich guten Kochbuch erhofft: neue Ideen, neue Geschmackserlebnisse und das Gefühl, beim Kochen tatsächlich etwas dazuzulernen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Balance zwischen Tradition und Innovation. Vicenzino verlässt die italienische Küche nie wirklich – und erweitert sie gleichzeitig mit großer Selbstverständlichkeit. Das wirkt weder konstruiert noch gewollt modern, sondern organisch gewachsen.
Auch gestalterisch ist das Buch ein echtes Highlight. Die Fotografie, das Layout und die gesamte Anmutung machen es zu einem Kochbuch, das man nicht nur nutzt, sondern gerne immer wieder in die Hand nimmt. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt die teilweise aufwendigere Zutatenbeschaffung sowie die gelegentlichen Produktnennungen, die nicht zwingend notwendig gewesen wären. Beides schmälert den Gesamteindruck jedoch nur gering.
„Pasta & Verdura“ ist ein Buch für alle, die Pasta lieben – und bereit sind, sie neu zu denken. Es richtet sich an neugierige, experimentierfreudige Hobbyköch*innen, die nicht nur nach Rezepten suchen, sondern nach Inspiration und Weiterentwicklung. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein Kochbuch, das über den Moment hinaus wirkt – und sehr wahrscheinlich einen festen Platz im eigenen Kochbuchregal einnimmt. Dieses Buch inspiriert, erweitert den eigenen kulinarischen Horizont und bleibt im Kopf: inhaltlich stark, konzeptionell klar, gestalterisch auf höchstem Niveau und mit einer beeindruckenden Vielfalt an Ideen.
11. Bewertung
Gesamtbewertung:
Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept:
• Zielgruppe:
• Rezepte und Vielfalt:
• Schwierigkeitsgrad:
• Fotografie und Design:
• Sprache und Anleitungen:
• Besonderheiten:
• Preis-Leistungs-Verhältnis:
12. Nachgekocht
Eine vegetarische Hommage an die Bolognese – mit einem Soffritto aus Schalotten, Möhre und Knoblauch, fein gehackter Blumenkohl als Basis, dazu angeröstete Walnüsse für die perfekte Textur, getrocknete Steinpilze für Tiefe, eine mitgekochte Parmesanrinde – Basilikum und dann dieser kleine Twist am Ende: ein Löffel dunkles Miso. Dazu geriebener Parmesan, frisch geriebener schwarzer Pfeffer und noch etwas gutes Olivenöl und es ist perferkt! Ganz viel umami und so ist das Ergebnis unglaublich aromatisch, herzhaft und so befriedigend, dass man wirklich nichts vermisst.
Eine super Kombination. In den Pastateig kommt ein Anteil Buchweizenmehl mit hinein und etwas Kakao und Kaffeepulver. Nur ganz wenig, aber das verstärkt wunderbar das nussige Aroma des Buchweizens. Für die Sauce werden die Pilze erst ohne Fett angebraten. Dann kommen Knoblauch und Schalotte dazu und erst dann die Butter, anschließend Kokoscreme, Erdnussbutter und Pasta-Wasser. Gewürzt wird mit Rosenharissa, rotem Kampotpfeffer, Zuckerrübensirup, Aceto Balsamico, Zitronensaft und Erdnüsse kommen für den Crunch auch noch mit dazu. Frische Petersilie darübergeben und servieren.
Das Ergebnis war geschmacklich wirklich topp.

Premiere für mich – meine ersten Corzetti. Cettina schreibt, dass man nicht unbedingt einen Corzetti-Stempel braucht, es tut auch einen Kinderstempel für Knete, ein Keksstempel oder eine entsprechende Ausstechform mit Muster. Wie auch immer – das Stempeln muss ich noch ein bisschen üben…
, aber Teig und Geschmack waren perfetto! 
So grün wird der Teig durch Petersilienwasser. Dafür wird Petersilie mit Wasser aufgemixt und abgeseiht und dann als Wasser für den Teig benutzt. Der Hammer sind die gefüllten Salbeiblätter…
So mega köstlich!!
Kleine Umami-Bomben.
Hier besonders klein, weil mein Salbei nach dem Winter nun erst langsam wieder loslegt, aber dann isst man halt eins mehr…
Zwischen zwei Salbeiblätter kommt eine Füllung aus Grana Pandano, Sardellen und Zitronenabrieb. Dann wird das gefüllte Doppelblatt in Teig gewälzt und in Olivenöl ausgebacken. Im Ofen warmhalten und dann die Corzetti kochen. Währenddessen Butter und etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Salbeiblätter kurz darin erhitzen und dann Zitronensaft zugeben und die Corzetti darin schwenken. Jetzt alles schnell zusammen servieren und ggf. noch etwas Butter on top setzen. Muss aber nicht sein. Ist wirklich ein Genuss!

Der Stracciatella war hier allerdings ein Burrata di Bufala, so wie es Cettina auch ersatzweise empfiehlt. Das Rezept ist dem Kapitel Frühling zugeordnet und schöpft auch aus dem Vollen – im Kräuterbeet!

Stattliche 250g gemischte Kräuter kommen hinein, in Sahne aufgemixt. Die Orzo-Pasta wird wie beim Risotto zubereitet und zum Schluss kommt noch neben der Butter etwas helles Miso und grüner Bergpfeffer dazu. Serviert wird mit dem Käse in der Mitte – da empfehle ich, daran zu denken, ihn rechtzeitig aus der Kühlung zu holen. Hier war er noch ganz kalt. Das war suboptimal. 
Und es wird noch etwas Butter, Olivenöl sowie Zitronenschale und einige rote Pfefferkörner hinüber gegeben und Grana Padano darf nicht fehlen! So schmeckt der Frühling!



Die Bucatini waren hier Tagliatelle ☺️, aber ansonsten bin ich dem Rezept sklavisch gefolgt: Die Semmelbrösel werden in einer Pfanne mit etwas Olivenöl angeröstet und dann mit Pecorino, abgeriebener Zitrone- und Orangenschale sowie Petersilie und Fenchelgrün gemischt. Kleingehackte getrocknete Tomaten (in Öl eingelegte) werden zusammen mit Sardellen, Ingwer, Knoblauch und Fenchelsamen angeschmort. Die tropfnasse fast gare Pasta kommt dazu und auch noch etwas Pastawasser, so dass die Pasta in der Pfanne gar kochen kann und dabei wunderbar die Aromen der Sauce aufnimmt. Vor dem Servieren mit den Semmelbröseln vermengen und mit Olivenöl beträufelt servieren. Himmlisch! 🤩
Eine weitere Rezension zu „Pasta e Verdura“ findet man bei Susanne auf magentratzerl.de

Eine tolle Rezension, danke dafür. So ganz das Richtige ist das Buch für mich nicht, und das ist doch auch was wert, der Schutz vor einem Fehlkauf.
Lieben Dank! Ja, darum geht es ja immer auch – den passenden Deckel zum Topf zu finden. 😄
Gehst du eigentlich im echten Leben auch in jedes Geschäft und erzählst den Verkäufern und Kunden lautstark, welche Produkte für dich ein Fehlkauf wären? Dein Kommentar ist auch etwas paradox: Einerseits lobst du die Rezension, andererseits erklärst du das Buch, das die Rezensentin hier schätzt und empfiehlt, zum potenziellen ‚Fehlkauf‘. Damit wertest du am Ende nicht nur ein wichtiges kulturelles Werk ab, sondern indirekt auch den Geschmack und das Urteilsvermögen der Rezensentin.
Was für ein unnötiger Kommentar, den man sich einfach auch hätte sparen können!
Ich denke Denise hat mich schon verstanden- für mich ganz speziell wäre dieses Buch ein Fehlkauf geworden und ich bin Denise dankbar für ihre ausführliche Besprechung.