Tanja Dusy – Airfryer for Family

 

1. Eckdaten

Titel: „Airfryer for Family“

Autorin: Tanja Dusy

Verlag: GU Verlag

Erscheinungsjahr: 2025

2. Inhalt & Konzept

Airfryer-Bücher gibt es momentan wie Sand am Meer. Kaum ein Verlag, der nicht gleich mehrere Titel rund um Heißluftfritteusen veröffentlicht hat. Oft stehen dabei entweder spektakuläre Snack-Rezepte, maximal einfache „5-Zutaten-Küche“ oder die Bindung an bestimmte Gerätemarken im Mittelpunkt. Genau deshalb war es mir wichtig, auch einmal ein Airfryer-Buch vorzustellen, das einen anderen Ansatz verfolgt. „Airfryer for Family“ von Tanja Dusy versteht den Airfryer nämlich nicht als trendiges Küchengadget, sondern als pragmatisches Werkzeug für den Familienalltag. Im Mittelpunkt stehen schnelle, unkomplizierte und alltagstaugliche Gerichte, die trotzdem frisch gekocht wirken und ernährungsbewusst bleiben. Dabei geht es nicht darum, möglichst spektakuläre Crunch-Effekte oder TikTok-taugliche Food-Hacks zu präsentieren, sondern darum, Familienküche realistischer, entspannter und zeitsparender zu gestalten.

Schon die Einleitung macht deutlich, wohin die Reise geht: Dusy beschreibt sehr offen den Spagat zwischen Beruf, Familienorganisation, unterschiedlichen Geschmäckern und dem Wunsch, trotzdem gemeinsam und möglichst ausgewogen zu essen. Der Airfryer wird dabei als Hilfe verstanden, um genau diesen Alltag etwas leichter zu machen — nicht perfekt, sondern praktikabel. Besonders gelungen finde ich, dass das Buch dabei nie belehrend wirkt. Statt dogmatischer Ernährungstipps setzt Dusy auf Gelassenheit, Flexibilität und Lösungen, die tatsächlich im Alltag funktionieren können. Auch das Thema „gesundes Fastfood“ zieht sich als roter Faden durch das Buch: Selbstgemachte Nuggets, schnelle Gemüsegerichte oder unkomplizierte Snacks sollen zeigen, dass schnelles Essen nicht automatisch Fertigessen bedeuten muss.

Eine der größten Stärken des Buches ist für mich seine breite Alltagsperspektive. „Airfryer for Family“ ist weit mehr als eine reine Rezeptsammlung. Neben den eigentlichen Gerichten enthält das Buch zahlreiche praktische Zusatzinformationen:

  • Hinweise zum Kochen mit dem Airfryer
  • Tipps zu Fettarten und Zubehör
  • Garzeittabellen
  • Orientierungshilfen zu Portionsgrößen
  • Gedanken zur Familienorganisation und Esskultur

Gerade die modellunabhängige Herangehensweise empfinde ich als großen Pluspunkt. Viele Airfryer-Bücher orientieren sich stark an bestimmten Marken oder Gerätegrößen, was die Nutzbarkeit oft einschränkt. Dusy dagegen erklärt Unterschiede zwischen Geräten allgemeinverständlich und gestaltet die Rezepte so, dass sie grundsätzlich mit verschiedenen Modellen funktionieren. Auffällig ist außerdem die warme, familiennahe Grundhaltung des Buches. Immer wieder geht es um gemeinsames Essen, um Entlastung im Alltag, um Kinder am Kochen zu beteiligen oder darum, auch in stressigen Zeiten entspannter mit Ernährung umzugehen. Dadurch ist das Buch auch ein modernes Familienkochbuch — nur eben mit dem Airfryer als technischem Helfer.

Struktur des Buches

Die Kapitelstruktur orientiert sich weniger an klassischen Menüfolgen als vielmehr an Alltagssituationen und typischen Familienmomenten. Die Rezepte sind unter anderem gegliedert in:

  • „Morgens“
  • „Fastfood“
  • „Gemüse“
  • „Fisch & Fleisch“
  • „Süßes“

Ergänzt werden diese Kapitel durch umfangreiche Einführungsseiten mit Hintergrundwissen rund um die Nutzung des Airfryers, Garzeiten, Portionsgrößen und praktische Küchentipps. Dadurch wirkt das Buch insgesamt sehr zugänglich und alltagsnah. Man merkt schnell, dass hier nicht nur Rezeptideen gesammelt wurden, sondern dass tatsächlich darüber nachgedacht wurde, welche Probleme Familien beim täglichen Kochen haben — und wie ein Airfryer dabei sinnvoll unterstützen kann.
Zu den Kapiteln im Einzelnen:

„Morgens – oder auch mal abends“
Schon der Titel des ersten Kapitels zeigt sehr gut, wie Tanja Dusy dieses Buch versteht: nicht dogmatisch, sondern alltagsnah und flexibel. „Morgens — oder auch mal abends“ denkt Frühstück nämlich nicht als feste Tageszeit, sondern als unkomplizierte Familienküche, die immer dann funktioniert, wenn es schnell gehen soll oder etwas Herzhaftes und Einfaches gebraucht wird.

Mit 26 Grundrezepten — viele davon zusätzlich in mehreren Varianten — bietet das Kapitel bereits erstaunlich viel Vielfalt. Die Bandbreite reicht von klassischen Frühstücksideen über Snackgerichte bis hin zu kleinen schnellen Mahlzeiten, die problemlos auch als Abendessen oder Partyfood funktionieren.

Vertreten sind unter anderem:

  • verschiedene Granola- und Müslivarianten
  • Porridge mit Extras wie frittierten Zimtäpfelchen oder als „Baked Carrot Cake Porridge“
  • Müsliriegel und Frühstücksmuffins
  • Blitzbrötchen und Ruckzuck-Brote
  • herzhafte Ideen wie Omeletts, Toasts oder Flammkuchenbrötchen
  • kleine Snacks und Fingerfood
  • Mini-Pizzen, Frühlingsröllchen oder gefülltes Gemüse

Besonders gelungen finde ich dabei die Balance zwischen Zugänglichkeit und kreativen Ideen. Die Rezepte wirken bewusst unkompliziert und alltagstauglich, gleichzeitig bringt Dusy immer wieder kleine geschmackliche Drehungen hinein: Currypulver im Toast Hawaii, knusprige Edamame-Bohnen, Grünkohlchips oder unterschiedliche Gewürzkombinationen sorgen dafür, dass die Gerichte trotz ihrer Einfachheit nicht langweilig wirken. Auffällig ist außerdem, dass das Kapitel stark familienorientiert gedacht ist. Viele Rezepte lassen sich gut teilen, variieren oder gemeinsam essen. Gleichzeitig bleibt die Küche bewusst kindertauglich, ohne sich komplett auf klassische „Kinderessen“-Klischees zu reduzieren. Es gibt durchaus Gemüseideen und Zutaten, die vielleicht nicht jede Familie sofort ausprobiert, die aber niedrigschwellig genug präsentiert werden, um neugierig zu machen. Gerade dadurch wirkt das Kapitel angenehm modern: schnelle Küche, die nicht nur auf Toast und Tiefkühlware setzt, sondern versucht, mit überschaubarem Aufwand etwas Frisches und Eigenständiges auf den Tisch zu bringen.

„Fast Food, aber mal gesund…“
Das zweite Kapitel macht wahrscheinlich am deutlichsten sichtbar, worum es Tanja Dusy in „Airfryer for Family“ eigentlich geht: vertraute Lieblingsgerichte so umzudenken, dass sie alltagstauglich, familienfreundlich und gleichzeitig etwas ausgewogener werden — ohne dabei den Genussgedanken zu verlieren. Mit 13 Grundrezepten greift Dusy genau die Gerichte auf, die viele Familien tatsächlich regelmäßig essen möchten oder die Kinder oft einfordern: Pommes, Nuggets, Burger, Wings oder Fingerfood. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass sie daraus keine reine „Fritteusenparty“ macht, sondern zeigt, wie sich klassische Fastfood-Ideen mit frischen Zutaten, Gemüse und unterschiedlichen Ernährungsweisen verbinden lassen.

Besonders gelungen finde ich die Mischung aus bekannten Klassikern und moderneren Alternativen:

  • klassische Pommes, Wedges und Süßkartoffel-Fries
  • Zucchinifritten mit Parmesan
  • Kohlrabi-Fries mit Quark-Dip
  • Falafel mit Tahin-Dip
  • Bohnen-Quesadillas
  • Veggie-Pilz-Fajitas
  • Chicken Wings und Knusperflügel
  • Chicken Nuggets mit Mangodip
  • vegane Tofu-Nuggets mit Avocado-Dip

Gerade die vegetarischen und veganen Varianten wirken dabei nicht wie ein Pflichtprogramm, sondern tatsächlich durchdacht. Der Veggie-Bohnen-Burger mit Süßkartoffel, roter Bete und Kidneybohnen oder die Tofu-Nuggets mit cremigem Cashew-Avocado-Dip zeigen, dass Dusy den Airfryer nicht nur für klassische Fleischgerichte nutzt, sondern bewusst vielseitig denkt. Auffällig ist außerdem, wie niedrigschwellig die Rezepte bleiben. Obwohl immer wieder moderne Zutaten oder gesündere Komponenten eingebaut werden, wirken die Gerichte nie übertrieben gesundheitsorientiert oder kompliziert. Auch bei etwas mutigeren Ideen bleibt alles klar familienkompatibel und geschmacklich zugänglich. Besonders stark ist dabei die Botschaft des Kapitels: Fastfood muss nicht automatisch industrielles Fertigessen bedeuten. Viele der Gerichte lassen sich mit überschaubarem Aufwand selbst herstellen, individuell anpassen und sogar an unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse angleichen. Gerade für Familien dürfte dieses Kapitel deshalb eines der praktischsten des gesamten Buches sein. Es liefert viele Ideen für Situationen, in denen eigentlich „etwas Schnelles“ gefragt ist — ohne sofort bei Tiefkühlpizza oder Lieferdienst zu landen.

„Hauptsache Gemüse!“
Mit insgesamt 38 Grundrezepten bildet „Hauptsache Gemüse“ eindeutig das Herzstück von „Airfryer for Family“ — und zugleich das Kapitel, das am stärksten zeigt, wie vielseitig Tanja Dusy den Airfryer einsetzt. Hier geht es längst nicht mehr nur darum, etwas knusprig zu backen oder Fertigprodukte aufzuwärmen. Stattdessen nutzt Dusy das Gerät als echtes Werkzeug für kreative, moderne und alltagstaugliche Gemüseküche. Besonders auffällig ist dabei die enorme Bandbreite der Rezepte. Das Kapitel verbindet Salate, Pasta-Gerichte, Aufläufe, Gemüseklassiker, internationale Küche und kleine Familiengerichte miteinander, ohne beliebig zu wirken. Viele Rezepte greifen bekannte Wohlfühlgerichte auf und geben ihnen durch Gewürze, Zubereitungsarten oder Gemüsekombinationen einen neuen Dreh.

So finden sich beispielsweise:

  • Brotsalat mit Feta
  • Gnocchi-Salat mit Mozzarella und im Airfryer gebackenen Gnocchi
  • Sommersalat mit paniertem Knusper-Schafskäse
  • knuspriger Bratkartoffelsalat mit Radieschen und Gurke
  • Herbstsalat mit Kürbis, Linsen und würzigem Orangendressing
  • Wintersalat mit Quinoa, roter Bete und Kürbiskernen

Gerade die Salatideen zeigen sehr schön, wie geschickt Dusy mit Texturen arbeitet. Immer wieder kommen knusprige Komponenten ins Spiel, die den Gerichten mehr Tiefe verleihen und gleichzeitig die Stärken des Airfryers sinnvoll nutzen.

Auch international wird es spannend:
Tandoori-Blumenkohl mit Naan-Brot, Erdnuss-Mie-Nudeln mit Knuspertofu oder Spinatschnecken aus Filoteig bringen Aromen ins Spiel, die zwar familienfreundlich bleiben, aber dennoch über klassische Standardküche hinausgehen. Dabei bleibt die Würzung immer zugänglich — mutig genug, um interessant zu sein, aber nicht so exotisch, dass Familien sofort abgeschreckt würden. Besonders gelungen finde ich außerdem, wie selbstverständlich Dusy moderne Ernährungsansätze integriert, ohne daraus ein „Gesundheitsbuch“ zu machen. Viele Rezepte reduzieren Kohlenhydrate, arbeiten mit Gemüsealternativen oder setzen auf ausgewogene Kombinationen:

  • Blumenkohl-Polenta mit Kürbis
  • Sellerie-Halbmonde (Schnitzel)
  • Gemüsebratlinge
  • Quetschkartoffeln mit Schnittlauchcreme
  • Halloumi-Spießchen mit Tomatenreis
  • Ratatouille für Faule
  • kunterbunter Gemüsekuchen mit Zucchini und Paprika

Dabei bleibt die Küche stets alltagstauglich und familientauglich. Genau das macht dieses Kapitel für mich so stark: Es zeigt, dass Gemüseküche weder kompliziert noch langweilig sein muss. Statt erhobenem Zeigefinger liefert Dusy einfache, kreative Ideen, die helfen können, aus typischen Familienroutinen herauszukommen und mehr Abwechslung auf den Tisch zu bringen. Man merkt hier besonders deutlich, dass „Airfryer for Family“ nicht nur ein Technikbuch sein möchte, sondern ein modernes Familienkochbuch, das den Airfryer nutzt, um frisches und abwechslungsreiches Kochen einfacher in den Alltag zu integrieren.

„Fisch und Fleisch – fein ausgewählt“
Das Kapitel „Fisch und Fleisch — fein ausgewählt“ zeigt besonders deutlich, wie stark Tanja Dusy familienorientiertes Wohlfühlessen mit moderner Alltagstauglichkeit verbindet. Mit 27 Grundrezepten und zahlreichen Varianten liest sich dieses Kapitel beim Durchblättern fast wie eine Sammlung jener Gerichte, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen spontan auf einen Wunschzettel schreiben würden. Auffällig ist dabei vor allem die Mischung aus vertrauten Klassikern, Restaurantlieblingen und internationalen Einflüssen. Viele Rezepte wirken bewusst niedrigschwellig und vertraut, bekommen aber durch Beilagen, Gewürze oder Gemüseanteile eine zeitgemäße und oft ausgewogenere Note. Schon der Einstieg mit selbstgemachten Fischstäbchen zeigt diesen Ansatz sehr schön. Statt Tiefkühlkost kombiniert Dusy sie beispielsweise mit Brokkolistampf oder serviert Knusperfisch mit Möhrchenremoulade. Auch Fischpflanzerl mit Gurkensalat oder unkomplizierte Fischfiletgerichte machen deutlich, dass der Airfryer hier nicht nur für Snacks gedacht ist, sondern durchaus komplette Hauptgerichte ermöglicht.

Dazu kommen zahlreiche international inspirierte Rezepte:

  • Teriyaki-Lachs-Spieße
  • Garnelen-Bratnudeln
  • Saté-Spießchen mit Sommerrollensalat
  • General Tso’s Hähnchen
  • Asia-Rindfleisch mit Brokkoli
  • süß-saures Schweinefleisch

Gerade diese Gerichte bringen viel Abwechslung ins Buch, bleiben aber gleichzeitig so angepasst, dass sie auch für Familienküchen realistisch nachkochbar wirken. Die Würzung bleibt aromatisch und abwechslungsreich, ohne zu speziell oder überfordernd zu werden. Daneben finden sich viele klassische Familiengerichte:

  • Sonntagsbrathähnchen
  • Geschnetzeltes in Paprikarahm
  • Mini-Schnitzel mit Kartoffelsalat
  • Hackbraten im Mini-Format
  • Shepherd’s Pie
  • Bifteki mit Feta
  • Polpette in Tomatensoße
  • Bratwurst-Gröstl mit Kraut

Besonders clever finde ich dabei, wie Dusy immer wieder Gemüse oder leichtere Komponenten integriert, ohne dass die Gerichte ihren Wohlfühlcharakter verlieren. Paprika, Brokkoli, Kürbis, Bohnen oder Zucchini werden ganz selbstverständlich eingebaut und machen viele Rezepte ausgewogener, ohne dass sie dadurch wie „gesunde Ersatzgerichte“ wirken. Genau darin liegt für mich eine der größten Stärken dieses Kapitels: Es versucht nicht, klassische Familiengerichte radikal neu zu erfinden, sondern entwickelt sie behutsam weiter. Die Gerichte bleiben vertraut, sättigend und kinderfreundlich — bekommen aber mehr Frische, mehr Gemüse und oft auch mehr internationale Einflüsse und werden dadurch optisch und ernährungstechnisch bunter.  Dadurch entsteht ein Kapitel, das vermutlich viele Familien im Alltag tatsächlich regelmäßig nutzen könnten. Denn hier geht es nicht um spektakuläre Foodtrends, sondern um Essen, das realistisch nachgekocht werden kann und gleichzeitig genug neue Ideen liefert, um aus dem üblichen Wochenplan auszubrechen.

„Was Süsses: Kuchen & Dessert“
Natürlich darf in einem Familienkochbuch auch der süße Teil nicht fehlen — und Tanja Dusy macht schon im Vorwort sehr sympathisch deutlich, dass nicht nur Kinder gerne naschen. Mit 21 Grundrezepten widmet sich das letzte große Kapitel deshalb ganz bewusst Desserts, kleinen Kuchen, süßen Snacks und unkomplizierten Backideen für den Alltag. Besonders interessant finde ich dabei, dass Dusy auch hier den Airfryer nicht bloß als Ersatzbackofen nutzt, sondern versucht, dessen Stärken sinnvoll einzusetzen: kleine Portionen, schnelles Backen, unkomplizierte Desserts und spontane Süßspeisen, die sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen.

Das zeigt sich schon bei Rezepten wie:

  • Tassenauflauf mit roter Grütze
  • Schokogrießauflauf mit Himbeeren
  • kleine Apfelstrüdelchen aus Jufka- oder Filoteig
  • heiße Pfirsiche mit Ricotta
  • süße Zimtbananen mit griechischem Joghurt
  • Mini-Beeren-Crumble
  • Bratapfel mit Nüssen

Gerade diese kleineren Desserts wirken ausgesprochen alltagstauglich und passen sehr gut zur Grundidee des Buches: schnelle Wohlfühlküche für Familien, ohne riesigen Aufwand oder lange Backzeiten. Daneben finden sich aber auch klassische Kuchen- und Gebäckideen im Mini-Format:

  • fluffiger Apfelkuchen
  • Schwarzwälder Kirschquarkkuchen
  • Kleine Tarte Tatins mit Ananas
  • Vanilletörtchen mit Beeren
  • Nussschnecken
  • Zimtschneckenhörnchen
  • verschiedene Muffinvarianten
  • knusprige Teigtaschen aus Blätterteig mit Früchten oder Nüssen

Besonders charmant ist dabei, wie Dusy immer wieder bekannte Klassiker modern interpretiert. Das Kuchensandwich mit Beeren erinnert beispielsweise an das fast schon nostalgische Biskuitomelett früherer Jahrzehnte und bringt diesen Klassiker in zeitgemäßer Form zurück. Auch ernährungsbewusstere Ideen fehlen nicht. Die Schokobohnen-Brownies auf Basis schwarzer Bohnen kommen komplett ohne Mehl aus und bieten eine glutenfreie Alternative, ohne dabei wie typisches „Verzichtsgebäck“ zu wirken. Genau solche Rezepte zeigen erneut, dass Dusy gesündere oder alternative Ansätze ganz selbstverständlich integriert, ohne daraus ein dogmatisches Ernährungskonzept zu machen. Gleichzeitig bleibt das Buch angenehm ehrlich in seinen Möglichkeiten. Gerade beim Backen zeigt sich eben auch eine natürliche Grenze des Airfryers: Manche Rezepte — etwa Cookies oder Muffins — müssen portionsweise gebacken werden, weil die Geräte schlicht nicht die Kapazität eines klassischen Backofens haben. Dass das Buch trotzdem viele praktikable Lösungen anbietet, macht die Rezepte umso realistischer.

Abgeschlossen wird das Buch durch ein sehr gelungenes Register. Besonders hilfreich ist das alphabetische Rezeptverzeichnis nach Zutaten und Zubereitungen, das die Orientierung deutlich erleichtert. Ergänzt wird es durch ein zusätzliches Kapitelregister in der Reihenfolge des Buchaufbaus. Gerade bei einem Familienkochbuch, das im Alltag schnell funktionieren soll, ist diese doppelte Struktur ausgesprochen praktisch und benutzerfreundlich.

Insgesamt endet „Airfryer for Family“ damit genauso, wie das Buch begonnen hat: pragmatisch, zugänglich und darauf bedacht, Familien möglichst unkompliziert durch den Kochalltag zu begleiten.

3. Zielgruppe

Auch wenn der Titel „Airfryer for Family“ zunächst sehr klar nach einem klassischen Familienkochbuch klingt, greift diese Einordnung aus meiner Sicht eigentlich zu kurz. Natürlich richtet sich das Buch in erster Linie an Familien mit Kindern — und gerade dort dürften viele der Rezepte hervorragend funktionieren. Gleichzeitig ist die Zielgruppe deutlich breiter, als der Titel zunächst vermuten lässt.

Denn vieles, was Tanja Dusy hier präsentiert, passt genauso gut zu:

  • Singles
  • Studierenden
  • Paaren
  • kleinen Haushalten
  • Berufstätigen mit wenig Zeit
  • Menschen, die unkompliziert, aber trotzdem frisch kochen möchten

Gerade der Airfryer spielt dabei seine typischen Stärken aus: kleine Portionen, kurze Garzeiten, wenig Aufwand und schnelles Arbeiten ohne langes Vorheizen. Viele Rezepte eignen sich deshalb hervorragend für den Alltag von Menschen, die nicht stundenlang kochen möchten, aber trotzdem Wert auf abwechslungsreiches und modernes Essen legen. Besonders gelungen finde ich dabei, dass das Buch trotz seiner Alltagstauglichkeit nie in reine Convenience-Küche abrutscht. Die Gerichte bleiben frisch, kreativ und oft überraschend vielseitig, ohne kompliziert zu werden. Genau dadurch spricht das Buch vermutlich auch Leser*innen an, die zwar pragmatisch kochen möchten, aber dennoch Freude an neuen Ideen und guten Aromen haben.

Sehr passend erscheint mir das Buch außerdem für größere Kinder und Jugendliche, die erste eigene Kocherfahrungen sammeln möchten. Die Rezepte wirken übersichtlich, nachvollziehbar und technisch wenig einschüchternd. Gerade ein Airfryer kann hier ein niedrigschwelliger Einstieg ins selbstständige Kochen sein, weil viele Gerichte unkompliziert gelingen und vergleichsweise sicher umzusetzen sind. Hinzu kommt die freundliche und zugängliche Gestaltung des Buches, die den Eindruck verstärkt, dass hier bewusst keine Hochglanz-Foodie-Küche inszeniert wird, sondern alltagstaugliches Kochen für echte Lebenssituationen. Dadurch eignet sich das Buch nicht nur für erfahrene Hobbyköch*innen, sondern auch sehr gut für Menschen, die sich erst langsam an regelmäßiges Selberkochen herantasten möchten.

4. Rezepte und Vielfalt

Anzahl der Rezepte
Mit über 120 Grundrezepten — viele davon zusätzlich in mehreren Varianten — bietet „Airfryer for Family“ eine ausgesprochen große Bandbreite für ein Airfryer-Kochbuch. Dabei deckt Tanja Dusy nicht nur einzelne Trendgerichte oder Snackideen ab, sondern denkt den Airfryer tatsächlich als vielseitiges Alltagsgerät für unterschiedlichste Mahlzeiten und Situationen. Besonders positiv fällt auf, dass die Rezepte weit über die typischen Airfryer-Klassiker hinausgehen. Natürlich finden sich Pommes, Nuggets oder Muffins im Buch — das erwarten Leser*innen vermutlich auch. Gleichzeitig zeigt Dusy aber immer wieder, wie vielseitig der Airfryer eingesetzt werden kann:

  • für Salate mit knusprigen Komponenten
  • Gemüsegerichte
  • internationale Küche
  • Aufläufe
  • kleine Kuchen und Desserts
  • schnelle Familiengerichte
  • vegetarische und vegane Varianten

Dadurch entsteht nicht der Eindruck eines kurzlebigen Trendbuches, sondern eines erstaunlich breit aufgestellten Familienkochbuchs.

Vielfalt der Gerichte
Die größte Stärke des Buches liegt für mich eindeutig in seiner Vielfalt. Kaum ein anderes Airfryer-Buch, das ich bislang ausprobiert habe, verbindet Alltagstauglichkeit, moderne Küche und Familienorientierung so ausgewogen miteinander. Besonders gelungen finde ich, dass Dusy unterschiedlichste Geschmäcker berücksichtigt:

  • klassische Familienküche
  • internationale Gerichte
  • vegetarische und vegane Rezepte
  • leichte Gemüsegerichte
  • Wohlfühlgerichte
  • Snacks
  • süße Rezepte
  • moderne „Healthy Fastfood“-Ideen

Dabei bleibt die Küche immer zugänglich und machbar. Die Rezepte wirken kreativ, ohne unnötig kompliziert zu werden. Genau das dürfte auch erklären, warum die Gerichte im Alltag tatsächlich funktionieren können und nicht bloß schön auf dem Papier aussehen. Sehr positiv ist außerdem, dass sich die Rezepte trotz der großen Menge kaum wiederholen. Selbst ähnliche Grundideen werden oft unterschiedlich interpretiert oder mit neuen Gewürzen, Dips oder Komponenten kombiniert.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf Dusys weitere Airfryer-Bücher. Inzwischen hat sie für den GU-Verlag mehrere Titel veröffentlicht — darunter größere Hardcover-Ausgaben ebenso wie kleinere Küchenratgeberformate. Auffällig ist dabei, dass sich die Rezeptwelten nur vergleichsweise wenig überschneiden. Wer also Gefallen an ihrem Stil findet, entdeckt auch in den anderen Büchern viele neue Ideen und zusätzliche Inspirationen. Gerade die kleineren GU-Küchenratgeber wirken dabei teilweise sogar noch experimentierfreudiger und innovativer, während „Airfryer for Family“ für mich die größte inhaltliche Breite bietet und am stärksten bündelt, was Dusys Stil ausmacht:
eine moderne, kreative und vielseitige Alltagsküche, die trotzdem realistisch nachkochbar bleibt.

Originalität & Kreativität
Obwohl der Markt für Airfryer-Bücher inzwischen nahezu überfüllt wirkt, gelingt es Tanja Dusy erstaunlich gut, eigene Akzente zu setzen. Viele Rezepte greifen bekannte Familienklassiker auf, werden aber durch neue Gewürze, Gemüsevarianten oder internationale Einflüsse spannend weiterentwickelt. Besonders gelungen finde ich dabei die Balance zwischen Vertrautheit und Neugier. Die Gerichte wirken nie künstlich extravagant, enthalten aber immer wieder kleine Ideen, die den Küchenalltag interessanter machen:

  • knuspriger Schafskäse im Salat
  • Tandoori-Blumenkohl
  • Bohnen-Brownies
  • Gemüsechips
  • Pulled-Pilz-Burger
  • Erdnuss-Mie-Nudeln
  • süße Pizza
  • Filoteig-Schnecken

Gerade dadurch schafft das Buch etwas, das vielen Airfryer-Titeln fehlt: Es inspiriert tatsächlich dazu, Neues auszuprobieren, ohne dabei die Alltagstauglichkeit aus den Augen zu verlieren.

5. Schwierigkeitsgrad 

„Airfryer for Family“ bewegt sich insgesamt bewusst auf einem sehr alltagstauglichen und niedrigschwelligen Niveau — und genau das ist eine seiner größten Stärken. Tanja Dusy gelingt es nämlich, unkomplizierte Küche zu präsentieren, ohne dass die Rezepte banal oder langweilig wirken. Die meisten Gerichte kommen mit überschaubaren Arbeitsschritten aus, benötigen keine besonderen Vorkenntnisse und lassen sich auch von Kochanfänger*innen gut umsetzen. Gleichzeitig wirken die Rezepte durch Gewürze, Kombinationen und kleine kreative Ideen modern und abwechslungsreich.

Besonders positiv fällt auf:

  • viele kurze Zubereitungszeiten
  • wenig komplizierte Küchentechniken
  • gut erhältliche Zutaten
  • übersichtliche Rezeptaufbauten
  • realistische Alltagsportionen
  • nachvollziehbare Arbeitsabläufe

Gerade im Vergleich zu manchen anderen Airfryer-Büchern wirkt hier vieles tatsächlich praktikabel. Die Rezepte scheinen nicht darauf ausgelegt zu sein, möglichst spektakulär zu wirken, sondern im echten Familienalltag zu funktionieren. Dabei schafft Dusy eine sehr gute Balance: die Gerichte sind einfach genug für stressige Wochentage, bieten aber trotzdem genügend Raffinesse, damit auch Menschen, die gerne kochen, neue Ideen entdecken können. Besonders die Würzungen, Gemüsevarianten und internationalen Einflüsse sorgen dafür, dass die Küche trotz ihrer Zugänglichkeit nicht eintönig wird.

Sehr gelungen finde ich außerdem, dass sich das Buch auch gut für größere Kinder und Jugendliche eignet, die erste eigene Kocherfahrungen sammeln möchten. Die Rezepte wirken klar strukturiert, wenig einschüchternd und technisch gut beherrschbar. Gerade der Airfryer kann hier ein sinnvoller Einstieg ins selbstständige Kochen sein, weil viele Gerichte unkompliziert gelingen und vergleichsweise sicher zuzubereiten sind. Natürlich gibt es einzelne Rezepte, die etwas mehr Vorbereitung oder Organisation verlangen — etwa aufwendigere Aufläufe, gefüllte Gerichte oder manche Backrezepte. Insgesamt bleibt das Niveau jedoch angenehm realistisch und konsequent alltagsorientiert. Damit passt der Schwierigkeitsgrad sehr gut zur Grundidee des Buches: moderne Familienküche, die kreativ sein darf, aber nicht kompliziert werden muss.

6. Fotografie und Design

Wie viele Kochbücher aus dem Gräfe und Unzer-Verlag fügt sich auch „Airfryer for Family“ gestalterisch klar in die bekannte GU-Optik der Themenkochbuch-Reihe ein. Für das Layout verantwortlich zeichnet Horst Moser von independent medien-design. Trotz des hohen Wiedererkennungswerts entwickelt das Buch jedoch einen ganz eigenen, sehr familiennahen Charakter. Dazu tragen vor allem die Illustrationen von Julia Hollweck bei. Kleine Tiere, Gemüsezeichnungen und verspielte Details lockern die Seiten immer wieder auf und nehmen dem Thema Airfryer viel von seiner technischen Nüchternheit. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Mischung verschiedener Schriftarten: Neben klaren, gut lesbaren Druckschriften kommen handschriftlich wirkende Elemente zum Einsatz, die das Layout wärmer und persönlicher erscheinen lassen. Gerade dadurch wirkt das Buch weniger wie ein technisches Gerätekochbuch und eher wie ein modernes Familienkochbuch für den Alltag. Auch die Covergestaltung von Simone Mellar (Zero Media München) fügt sich stimmig in dieses Konzept ein. Insgesamt entsteht ein freundlicher, zugänglicher Eindruck, der bewusst nicht auf sterile Küchentechnik oder übertrieben trendige Social-Media-Optik setzt.

Die Fotografien von Jan Wischnewski, Maria Brinkop und Viktoria Kornfeld aus den Stockfood Studios orientieren sich dagegen stärker an moderner Food- und Magazinästhetik. Alle Rezepte sind bebildert, die Fotos wirken appetitlich, farbenfroh und hochwertig inszeniert. Dabei stehen allerdings weniger Schritt-für-Schritt-Erklärungen als vielmehr Appetitwirkung im Vordergrund. Einen didaktischen Mehrwert bieten die Bilder daher kaum, optisch tragen sie jedoch stark dazu bei, dass das Buch sehr einladend wirkt.

Besonders gelungen ist zudem die Benutzerfreundlichkeit. Zutatenlisten und Zubereitungsschritte sind klar voneinander getrennt, die Seiten wirken übersichtlich und gut strukturiert. Es muss nicht hin und her geblättert werden, weil Rezepte über zwei Seiten gehen. Dadurch bleibt das Buch auch im hektischen Küchenalltag angenehm lesbar und schnell nutzbar — ein Punkt, der gerade bei einem alltagsorientierten Familienkochbuch nicht unterschätzt werden sollte.

7. Sprache und Anleitungen

Auch sprachlich bleibt „Airfryer for Family“ konsequent bei seinem alltagsnahen Ansatz. Tanja Dusy schreibt unkompliziert, direkt und angenehm zugänglich, ohne dabei künstlich locker oder übertrieben trendig wirken zu wollen. Der Ton des Buches passt sehr gut zur gesamten Gestaltung: freundlich, pragmatisch und darauf ausgerichtet, Hemmschwellen abzubauen. Besonders positiv fällt auf, dass das Buch nie belehrend wirkt. Trotz vieler moderner und teilweise ernährungsbewusster Ideen entsteht nicht der Eindruck eines strengen Gesundheitsratgebers. Stattdessen vermittelt Dusy eher das Gefühl, den Küchenalltag entspannter und einfacher gestalten zu wollen. Interessant ist dabei auch, dass bestimmte Ernährungsformen bewusst kaum hervorgehoben werden. Obwohl sich im Buch durchaus vegane, vegetarische oder sogar glutenfreie Rezepte finden, werden diese nicht auffällig gekennzeichnet oder als besonderes Konzept vermarktet. Das wirkt fast wie eine bewusste Entscheidung: Moderne Ernährungsweisen werden selbstverständlich integriert, ohne sie ständig sprachlich in den Vordergrund zu stellen.

Gerade dadurch bleibt das Buch angenehm niedrigschwellig. Die Gerichte sollen offenbar einfach schmecken und funktionieren — unabhängig davon, ob sie nebenbei vegan, glutenfrei oder kohlenhydratreduziert sind. Wahrscheinlich trägt genau diese pragmatische Herangehensweise dazu bei, dass sich das Buch auch für Familien eignet, die sich nicht intensiv mit Ernährungstrends beschäftigen möchten, aber trotzdem offener für moderne und ausgewogenere Küche werden wollen.

Die Rezeptanleitungen selbst sind überwiegend eher knapp gehalten, bleiben dabei aber gut verständlich und klar strukturiert. Die einzelnen Arbeitsschritte wirken nachvollziehbar und konzentrieren sich auf das Wesentliche, ohne sich in langen Erklärungen zu verlieren. Gerade für die schnelle Alltagsküche passt diese reduzierte Art der Anleitung sehr gut.

8. Besonderheiten

Eine der größten Besonderheiten von „Airfryer for Family“ liegt für mich darin, dass das Buch den aktuellen Airfryer-Trend deutlich reflektierter und vielseitiger nutzt als viele vergleichbare Titel. Statt die Heißluftfritteuse nur als Gerät für Snacks, Tiefkühlprodukte oder schnelle Knuspereffekte zu präsentieren, versteht Tanja Dusy den Airfryer als echtes Alltagswerkzeug für moderne Familienküche.Gerade dadurch hebt sich das Buch angenehm von vielen trendgetriebenen Veröffentlichungen ab. Es geht hier weniger um spektakuläre Social-Media-Rezepte oder technische Spielereien, sondern vielmehr um die Frage, wie Kochen im Alltag einfacher, abwechslungsreicher und gleichzeitig entspannter funktionieren kann.

Eine weitere Besonderheit ist die auffallend pragmatische Haltung des Buches. Moderne Ernährungsformen wie vegetarische, vegane oder glutenfreie Küche werden zwar selbstverständlich integriert, aber nie plakativ hervorgehoben. Dadurch entsteht ein sehr niedrigschwelliger Zugang, der vermutlich auch Leser*innen anspricht, die sich sonst eher nicht gezielt mit Ernährungstrends beschäftigen würden. Ebenfalls positiv fällt auf, dass das Buch bewusst modellunabhängig arbeitet. Während viele Airfryer-Kochbücher stark an bestimmte Marken oder Gerätegrößen gekoppelt sind, bleiben die Rezepte hier allgemein nutzbar und flexibel auf unterschiedliche Geräte übertragbar. Gerade für Leser*innen, die keinen bestimmten Premium-Airfryer besitzen, ist das ein großer Vorteil.

Hinzu kommt die ungewöhnlich familienfreundliche Gesamtgestaltung. Die verspielten Illustrationen, die zugängliche Sprache und die unkomplizierten Rezepte machen das Buch auch für größere Kinder und Jugendliche interessant, die erste eigene Kocherfahrungen sammeln möchten. Und schließlich gehört für mich auch die erstaunlich geringe Rezeptüberschneidung mit Dusys anderen Airfryer-Büchern zu den Besonderheiten dieses Titels. Obwohl inzwischen mehrere Bücher der Autorin zum Thema erschienen sind, ergänzt „Airfryer for Family“ diese sinnvoll, statt lediglich Bekanntes zu wiederholen. Gerade dadurch eignet sich das Buch sowohl als Einstieg in das Thema Airfryer-Küche als auch als Erweiterung für Leser*innen, die bereits andere Titel der Autorin besitzen.

9. Preis-Leistungsverhältnis

Preis: 28 Euro

Mit einem Preis von 28 Euro bewegt sich „Airfryer for Family“ zwar eher im oberen Bereich dessen, was viele klassische Airfryer-Kochbücher kosten, der Preis erscheint hier jedoch absolut gerechtfertigt. Das Buch ist großformatig, hochwertig gebunden und insgesamt sehr solide ausgestattet. Hinzu kommen über 120 vielseitige Rezepte, zahlreiche Varianten sowie viele ergänzende Informationen rund um die Nutzung des Airfryers. Auch gestalterisch wirkt das Buch durchdacht und sorgfältig produziert.

Vor allem aber bekommt man hier deutlich mehr als eine schnelle Sammlung von Trend-Rezepten. „Airfryer for Family“ funktioniert vielmehr wie ein modernes Familienkochbuch, das den Airfryer sinnvoll in den Alltag integriert und dabei erstaunlich viele unterschiedliche Geschmäcker und Lebenssituationen abdeckt. Gerade die große Rezeptvielfalt, die hohe Alltagstauglichkeit und die Tatsache, dass sich die Gerichte kaum wiederholen, sorgen dafür, dass das Buch langfristig nutzbar bleibt und nicht wie viele kurzfristige Trendtitel nach wenigen Wochen wieder im Regal verschwindet. Insgesamt bietet das Buch deshalb ein sehr stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis — sowohl hinsichtlich der Ausstattung als auch inhaltlich.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Airfryer for Family“ gehört zu den stärkeren und durchdachteren Airfryer-Kochbüchern, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Während viele Titel rund um Heißluftfritteusen stark auf schnelle Trendgerichte, Snacks oder reine Gerätebegeisterung setzen, verfolgt Tanja Dusy einen deutlich alltagsnäheren Ansatz. Das Buch versteht den Airfryer nicht als Lifestyle-Gadget, sondern als praktisches Küchenwerkzeug, das helfen kann, frisches und abwechslungsreiches Kochen einfacher in den Alltag zu integrieren. Genau dadurch wirkt das Konzept angenehm zeitlos und deutlich nachhaltiger als viele kurzfristige Trendtitel. Besonders sympathisch ist dabei, dass Dusy trotz aller Begeisterung für das Gerät eine sehr pragmatische Haltung einnimmt. Schon im Vorwort macht sie deutlich, dass auch ein Airfryer kein Gerät für jede Mahlzeit und jeden Tag sein muss. Vielmehr plädiert sie für Abwechslung beim Kochen und dafür, Küchentechnik als Unterstützung zu verstehen — nicht als Ersatz für jede andere Art des Kochens. Gerade diese unaufgeregte Haltung hebt das Buch angenehm von manch überdrehtem Technik-Hype ab.

Besonders überzeugend ist die große Bandbreite der Rezepte. Von Frühstücksideen über gesündere Fastfood-Varianten, moderne Gemüseküche, internationale Einflüsse bis hin zu Desserts deckt das Buch unterschiedlichste Geschmäcker ab, ohne beliebig zu wirken. Gleichzeitig bleiben die Rezepte konsequent alltagstauglich, verständlich und realistisch umsetzbar. Auch die Balance zwischen Familienfreundlichkeit und kulinarischer Vielfalt gelingt ausgesprochen gut. Die Gerichte sind zugänglich genug für Kinder und stressige Wochentage, bieten aber gleichzeitig genügend kreative Ideen, moderne Zutaten und interessante Würzungen, um auch erfahrene Hobbyköch*innen anzusprechen. Hinzu kommen die hochwertige Gestaltung, die durchdachte Benutzerfreundlichkeit und die modellunabhängige Herangehensweise, die das Buch für viele unterschiedliche Haushalte interessant machen — weit über klassische Familienküchen hinaus.

Gerade deshalb eignet sich „Airfryer for Family“ nicht nur für Familien mit Kindern, sondern ebenso für Singles, Paare, Studierende oder alle, die unkompliziert, modern und abwechslungsreich kochen möchten, ohne dafür stundenlang in der Küche zu stehen.

Das Buch ist hervorragend gemacht, aber weniger ein kulinarisches Herzensprojekt mit starker persönlicher Handschrift als vielmehr ein extrem solides, modernes und sehr klug konzipiertes Gebrauchskochbuch. Auch die Fotografie bleibt eher magazinartig-funktional als wirklich atmosphärisch oder emotional. Und manche Rezepte bewegen sich trotz aller Vielfalt natürlich bewusst nah an bekannten Familienklassikern, weil genau das Teil des Konzepts ist. Wer aber nach einem Airfryer-Kochbuch sucht, das mehr bietet als schnelle Snackideen und dabei trotzdem pragmatisch und zugänglich bleibt, findet hier eines der vielseitigsten und alltagstauglichsten Bücher zu diesem Thema.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Beilagengemüse: Spargel mit Parmesan (S. 100)
Der Spargel wird in Knoblauch-Olivenöl und Parmesan gewälzt und ist dann nach 10 Minuten im Airfryer (bei 180 Grad) gegart. Darauf kommt eine Mischung aus Tomaten, Basilikum und Pinienkernen sowie etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer. Einfacher und schneller geht es kaum. Auch bestimmt eine tolle Beilage zum Grillen. Für mich auch durchaus ein Hauptgericht!

 

Lieblings-Hähnchen: Kräuter-Hähnchen-Streifen (S. 140)
Vielseitig zu kombinieren – hier zum leichten Lunch mit Salat aus dem Garten kombiniert: Hähnchenbrustfilet wird zunächst in Ei, das mit Senf, Knoblauch, Salz und Pfeffer gewürzt wird, gewendet und dann in einer Mischung aus Semmelbrösel und getrockneten italienischen Kräutern gewälzt – mit Öl besprühen und in ca. 10 Minuten sind die krossen, aromatischen Filetstücke servierfertig. 

Dicker Heidelbeer-Pfannkuchen (S. 25)
Mit Quark und Vanille im Teig und mit Dinkelmehl gebacken. Hier wurde er gleich aus der Ofenform gelöffelt, man kann ihn natürlich auch stürzen. Sehr fein!

Cremige Paprika-Spaghetti (S. 91)
Pasta geht immer – und diese hier ist einfach und schnell gemacht und schön mild im Geschmack (daher auch gut für Kids). Die Paprika werden mit Olivenöl gemischt und im Airfryer auf hoher Temperatur geröstet, nach der Hälfte der Zeit (das dauert insgesamt nur gute 10 Minuten) kommen noch Knoblauch und wenig Tomate dazu. Das wird dann mit blanchierten Mandeln und Frischkäse im Mixer püriert und noch mit Sherryessig und Salz/Pfeffer abgeschmeckt: fertig! Schöne Idee für eine extrem schnell auf dem Tisch stehende Paprikasauce! 

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