Cornelia Poletto – MOINgiorno!

1. Eckdaten

Titel: „MOINgiorno! – Meine kulinarische Reise von Hamburg nach Palermo“

Autorin: Cornelia Poletto

Verlag: ZS Verlag

Erscheinungsjahr: 2026

Rezensionsexemplar – vielen Dank! 

2. Inhalt und Konzept

In „Moingiorno!“ verbindet Cornelia Poletto ihre Heimat Hamburg mit der italienischen Küche, die ihren beruflichen Weg geprägt hat. Der Untertitel „Meine kulinarische Reise von Hamburg nach Palermo“ beschreibt dabei auch eine persönliche Entwicklung: Zwischen den Rezepten erzählt sie von ihrer Ausbildung, prägenden Begegnungen, den Anfängen als selbstständige Gastronomin und ihrem heutigen Verständnis von Küche und Gastlichkeit.

Die Rezepte greifen diese Verbindung auf unterschiedliche Weise auf. Neben italienischen Gerichten stehen Neuinterpretationen deutscher Klassiker: Räucheraal findet seinen Weg in die Carbonara, Birnen, Bohnen und Speck werden zum Pastagericht, und Panna cotta bekommt rote Grütze zur Begleitung. Mit Pasta „Berliner Art“ und einem Risotto nach dem Vorbild der Frankfurter grünen Sauce reicht der deutsche Einfluss über Norddeutschland hinaus. Dazwischen bleibt Platz für italienische Klassiker und persönliche Lieblingsgerichte.

Poletto vermittelt außerdem, welche Bedeutung gute Produkte, handwerkliche Sorgfalt und vorbereitete Grundlagen für ihre Küche haben. Parmesan, Spargel und Tomaten erhalten eigene Rezeptstrecken mit einleitender Warenkunde und Verwendungstipps. Saucen, Fonds und andere Basiszubereitungen tauchen anschließend in weiteren Gerichten wieder auf. Das Buch lädt damit dazu ein, sich eine kleine Sammlung solcher Grundlagen zu erarbeiten und sie unterschiedlich einzusetzen. Für einzelne Gerichte bedeutet diese Arbeitsweise allerdings zusätzliche Vorbereitung. Gastlichkeit gehört ebenso zum Konzept wie das Kochen selbst. In ihren Erinnerungen und einleitenden Texten spricht Poletto über gemeinsame Mahlzeiten, den Umgang mit Gästen und das Essen mit ihrem Team. So entsteht neben der Rezeptsammlung ein kulinarisches Selbstporträt, das ihre Erfahrungen aus der Gastronomie und ihre Freude am Zusammenbringen von Menschen vermittelt.

Struktur des Buches

Die sechs Hauptkapitel folgen der klassischen italienischen Speisenfolge: Aperitivi, Antipasti, Primi, Secondi pesce, Secondi carne und Dolci. Dazwischen sind drei produktbezogene Rezeptstrecken zu Parmesan, Spargel und Tomaten eingeschoben. Insgesamt ergeben sich 78 Rezepteinträge, zu denen auch Getränke, Saucen, Fonds und einzelne Komponenten gehören. Ein Vorwort von Tim Mälzer und Polettos eigene Einleitung eröffnen das Buch. Fünf biografische Abschnitte begleiten die Rezepte chronologisch von ihrer Ausbildung ab 1992 bis zur Gegenwart. Diese Passagen sind auf gelbem Grund gestaltet. Ergänzende Zutaten- und Wissenstexte setzen sich durch einen blauen Hintergrund ab; hinzu kommen großzügige Doppelseiten mit einzelnen Gedanken oder Küchentipps und Fotografien. Am Ende erleichtern eine Rezeptübersicht und ein Zutatenregister das Wiederfinden.

Aperitivi
Den Auftakt bilden drei Getränke und fünf kleine Speisen. Amalfi-Spritz, Limonata und Bellini stimmen auf das Essen ein. Für die Limonata wird zunächst ein eigener Sirup angesetzt, während Poletto beim Pfirsichpüree für den Bellini auch eine käufliche Alternative nennt. Auf der herzhaften Seite reicht die Auswahl von saisonalem Rohkostgemüse mit Bagnetto verde piemontese über pikanten Thunfischdip bis zu Crostini mit Entenleber und Balsamico-Zwiebeln. Zucchini piccata mit Kräutercreme und das mit Mozzarella, Trüffelbutter und Parmaschinken gefüllte „Bikini-Kill-Sandwich“ ergänzen die Auswahl. Ein Schaumwein-Special mit Remigio Poletto verbindet persönliche Erinnerungen an die Aperitivo-Kultur mit Informationen zu italienischen Schaumweinen.

Parmesan
Die erste produktbezogene Rezeptstrecke zeigt Parmesan in acht unterschiedlichen Rollen. Knusprige Röllchen, Biscotti mit Rosmarin und Parmesan-Chips passen noch zum Aperitif. Parmesancreme und eine leichte Parmesansauce eröffnen weitere Verwendungsmöglichkeiten; für gefüllte Parmesan-Profiteroles gibt es ebenfalls ein Rezept. Ungewöhnlicher ist das Parmesaneis mit weißer Kuvertüre, das später im Buch einen Tomaten-Brot-Salat begleitet. Eine Pinsa mit Burrata, grünem Spargel und Prosciutto di Parma vervollständigt das Kapitel. Die Einleitung ergänzt Hinweise zu Herstellung, Reifung, Kennzeichnung und Lagerung sowie Anregungen, wie sich die Zubereitungen kombinieren lassen.

Antipasti
Bei den Vorspeisen wird die Auswahl umfangreicher – hier finden sich 13 Rezepte. Schon der römische Krabbensalat mit Sylter Brotchips und Radieschen greift die Verbindung zwischen Italien und Norddeutschland auf. Daneben stehen Artischocken im Ganzen mit Safran-Aioli und Tomaten-Kräuter-Vinaigrette sowie mehrere Carpaccio-Varianten: vom Rind, mit Trüffel, vom Lachs mit Zitrusfrüchten und Queller oder von Steinpilzen mit Rosmarin. Für Letztere nennt Poletto Steinchampignons als Alternative. Weitere Beispiele sind die sizilianische Auberginen-Caponata mit Burrata und Basilikumöl, ein Salat mit roter Bete, Radicchio und Ziegenfrischkäse sowie Feldsalat mit Kartoffeldressing und Räucheraal. Der Tomaten-Brot-Salat mit Parmesaneis führt eine Komponente aus dem vorherigen Special weiter. Thunfischtatar, süßsauer eingelegter Wolfsbarsch und warmer Linsensalat mit Wachtelbrust und Trüffel erweitern das Spektrum.

Spargel
Das Spargel-Special mit acht Rezepten widmet sich überwiegend dem weißen Spargel. Die Zubereitungen reichen vom Garen im Pergamentpapier über eingelegte Spargelspitzen mit Estragon und Senfsaat bis zum weißen Spargelrisotto mit Minze. Ein eigener Fond nutzt Schalen und Abschnitte als Grundlage. Knuspriges Risotto mit Spargelsalat, ein Salat mit Orangen-Vinaigrette, eine Spargel-Tarte-Tatin mit Salzpistazien und eine kalte Spargelsuppe mit Räucherlachs und Focaccia-Croûtons ergänzen die Auswahl. Ein hervorgehobener Tipp erläutert, wie aus übrig gebliebenem Risotto knusprig gebratene Stücke werden. Die Einleitung behandelt Frische, Schälen und Garmethoden und erklärt Überlegungen zur Zubereitung des Spargelrisottos.

Primi
Hier zeigt sich in den zehn Rezepten besonders deutlich, wie Poletto mit vertrauten Gerichten und regionalen Bezügen spielt. Pasta „Berliner Art“ übernimmt Kalbsleber, Apfel und Perlzwiebeln; ein Risotto greift die Frankfurter grüne Sauce auf. Spaghetti mit Räucheraal und Ei variieren die Carbonara, während Nudeln mit Birnen, Bohnen und Speck eine Hamburger Auslegung der Pasta e fagioli ergeben. Daneben finden sich Kartoffelravioli mit Pfifferlingen und Pancetta, Tortelli alla Norma, Spaghetti alla Nerano sowie Orecchiette mit Grünkohl und Salsiccia. Eine grüne Gemüsesuppe mit Minzöl und Fregola Sarda mit Meeresfrüchten und Fenchelsalat vervollständigen das Kapitel. Wer vor allem ein umfangreiches Pastabuch erwartet, sollte die Gewichtung kennen: Die Primi bilden eine kompakte Auswahl innerhalb eines deutlich breiter angelegten Kochbuchs.

Tomate
Dieses Special konzentriert sich auf Grundlagen, Konservierung und unterschiedliche Formen der Aromenkonzentration. Eingelegte und halbgetrocknete Cocktailtomaten stehen neben einer klassischen Tomatensauce aus frischen Tomaten und Dosentomaten. Hinzu kommen Tomatenfondue à la Poletto, Tomaten-Kräuter-Vinaigrette, Tomatenessenz und ein Tomatenrisotto. Mehrere dieser insgesamt sieben Zubereitungen werden an anderer Stelle im Buch benötigt. Besonders die Tomatenessenz ist als vielseitiger Vorrat gedacht; Poletto empfiehlt, sie portionsweise einzufrieren. Das Kapitel macht damit ihre Arbeitsweise nachvollziehbar: Einmal hergestellte Grundlagen sollen verschiedene Gerichte bereichern. Ihr Nutzen setzt entsprechende Vorbereitungszeit voraus.

Secondi pesce
Das Fischkapitel mit seinen sieben Rezepten reicht von Fischfrikadellen mit Zitronen-Kapern-Sauce und Backfisch mit Zitronenremoulade bis zum Helgoländer Hummer mit Tomaten, Tropea-Zwiebeln und Fenchel. Vertraute Gerichte erhalten dabei eine eigene Ausarbeitung: Der Pannfisch wird mit Kartoffelkruste, Erbsenstampf und Senfsamensauce serviert, der Seelachs bekommt eine Knusperkruste à la Bordelaise. Scholle mit Pancetta und Gurkenspaghetti sowie pochierter Kabeljau in „verrücktem Wasser“ ergänzen das Kapitel. Auch hier führen Verweise zurück zu den Tomatenzubereitungen: Für den Kabeljau wird beispielsweise die zuvor vorgestellte Essenz benötigt.

Secondi carne
Bei den sieben Fleischgerichten stehen Bauernhuhn mit Ofengemüse und ein Salsiccia-Hotdog mit Apfel-Fenchel-Salat, Zitronen-Aioli und Parmesan-Chips neben italienisch geprägten Braten- und Steakgerichten. Dazu gehören venezianisches Fächersteak mit grüner Pfeffersauce, Porchetta und Mailänder Kalbskotelett. Das Ragout vom Salzwiesenlamm verbindet cremige Polenta mit grünem Spargel, Artischocken, halbgetrockneten Tomaten, Minze und Pistazien. Ein piemontesischer Sauerbraten mit Tropea-Zwiebeln und Selleriepüree schließt die Auswahl ab.

Dolci
Zum süßen Abschluss setzt sich in zehn Rezepten das Wechselspiel zwischen italienischen und deutschen Anregungen fort. Panna cotta wird mit roter Grütze kombiniert, ein Hefezopf greift die Franzbrötchen auf. Daneben stehen sizilianischer Orangen-Mandel-Kuchen, Semifreddo mit Kirschen, Pistazien und Cantuccini sowie Affogato mit Vanilleeis und Pistazien. Die Kaffee-Zabaione „Espresso Martini“ mit piemontesischem Haselnusseis gehört laut Poletto auch zum Repertoire ihres Restaurants. Grießknödel mit Vierländer Zwetschgenröster erinnern an ihre Ausbildung bei Heinz Winkler. Quark-Soufflé, Kirschkompott und das mit Spumante und Wodka zubereitete Zitronensorbet „Connys Zitronenjette“ vervollständigen das Kapitel. Ein Wissenseinschub erläutert die Unterschiede zwischen Röster, Kompott und Früchteragout. Mit dem letzten biografischen Abschnitt von 2011 bis heute endet schließlich auch die persönliche Reise durch das Buch.

Abgerundet wird das Buch durch zwei Register: „Alle Rezepte auf einen Blick“ bietet eine kompakte Übersicht, während das Zutatenregister hilft, passende Rezepte zu dem zu finden, was vielleicht noch im Kühlschrank liegt.

3. Zielgruppe

„Moingiorno!“ spricht zunächst Cornelia-Poletto-Fans an, die neben ihren Rezepten auch die persönliche Geschichte dahinter kennenlernen möchten. Auch wer bereits Bücher von ihr im Regal hat, kann hier weitere Anregungen finden – gerade durch die Verbindungen zwischen italienischer Küche und deutschen Gerichten. Freude macht das Buch vor allem Menschen, die gerne kochen, etwas Erfahrung mitbringen und bereit sind, Zeit und Sorgfalt zu investieren. Die Zubereitungen sind überwiegend gut nachvollziehbar, können aber aus zahlreichen Arbeitsschritten bestehen. Beim Pannfisch mit Kartoffelkruste, Erbsenstampf und Senfsamensauce stehen entsprechend mehrere Töpfe und Pfannen auf dem Herd. Vieles wird selbst hergestellt; gelegentlich müssen zunächst Grundlagen aus anderen Rezepten vorbereitet werden. Wer dieses Vorgehen schätzt und vom handwerklichen Hintergrund einer Spitzenköchin lernen möchte, findet hier lohnende Aufgaben. Für die schnelle Feierabendküche eignet sich das Buch nur eingeschränkt. Anfänger*innen dürften mit manchen der komplexeren Gerichte gefordert sein.

Erfreulich zugänglich bleibt überwiegend der Einkauf: Die meisten Zutaten lassen sich im gut sortierten Supermarkt finden. Für schwerer erhältliche Produkte nennt Poletto häufig Alternativen. Ihr Anspruch an die Qualität kann allerdings ins Geld gehen. Schon die von ihr bevorzugten Honigtomaten sind vergleichsweise kostspielig; besondere Zutaten wie Trüffel oder Hummer erhöhen das Budget zusätzlich. Mit einem Augenzwinkern erzählt sie selbst von unterschiedlichen Prioritäten beim Restauranteinkauf: Ihre Begeisterung für die besten Produkte musste sich nicht immer mit der kaufmännischen Perspektive decken.

Für Menschen, die vegetarisch kochen, bietet das Buch einzelne reizvolle Gerichte und zahlreiche Gemüsezubereitungen. Als gezielte Anschaffung für eine vegetarische Küche ist es jedoch weniger geeignet: Fleisch und Fisch nehmen auch außerhalb der eigens dafür vorgesehenen Kapitel einen deutlichen Platz ein.

4. Rezepte und Vielfalt

Die Kreativität und die große Bandbreite der Rezepte gehören für mich zu den besonderen Stärken von „Moingiorno!“. Cornelia Poletto verbindet Zutaten und kulinarische Traditionen mit spürbarer Freude am Ausprobieren. Dabei reicht ihre Auswahl vom Spargel im Pergamentpapier, der mit wenigen Begleitern auskommt und ganz das Produkt in den Mittelpunkt stellt, bis zu Gerichten mit zahlreichen sorgfältig ausgearbeiteten Komponenten. Auch ein Sandwich oder ein Salsiccia-Hotdog haben hier ihren selbstverständlichen Platz.

Besonders einfallsreich finde ich die Verbindungen zwischen italienischer Küche und deutschen Klassikern. Kalbsleber, Apfel und Perlzwiebeln begegnen uns als Pasta „Berliner Art“, die Kräuter der Frankfurter grünen Sauce finden ins Risotto. Beim Pannfisch entwickelt Poletto aus der norddeutschen Vorlage ein Gericht mit Kartoffelkruste, Erbsenstampf und Senfsamensauce. Das verlangt mehr Arbeit, hat mich beim Nachkochen geschmacklich aber begeistert. Zu den mutigsten Ideen zählt für mich die Pasta e fagioli alla amburghese: Birnen, Bohnen und Speck mit Nudeln zu kombinieren, macht mich sogar neugierig, obwohl ich dem ursprünglichen Gericht wenig abgewinnen kann. Diese Lust am Kombinieren zieht sich durch das gesamte Buch. Parmesaneis begleitet einen Tomaten-Brot-Salat, Minze ergänzt weißes Spargelrisotto, und Panna cotta bekommt rote Grütze zur Seite. Dazwischen stehen vertraute italienische Gerichte, Gemüsezubereitungen, kleine Aperitifbegleiter sowie Fisch- und Fleischgerichte. Trotz ihrer Erfahrung in der Spitzengastronomie bewahrt sich Poletto dabei einen bodenständigen Zugang. Ein Gericht darf schlicht sein, wenn es einer guten Zutat gerecht wird. Gerade das Nebeneinander von solchen reduzierten Zubereitungen, reichhaltigen Kleinigkeiten und aufwendigeren Gerichten macht die Sammlung für mich so vielseitig und reizvoll.

5. Schwierigkeitsgrad

Aufwendig ja, kompliziert überwiegend nicht: Diese Unterscheidung trifft die Rezepte in „Moingiorno!“ für mich am besten. Besondere Vorkenntnisse oder anspruchsvolle Profitechniken sind meist nicht erforderlich. Die einzelnen Zubereitungsschritte sind gut zu bewältigen; verständliche Beschreibungen und hilfreiche Tipps unterstützen dabei. Was man allerdings mitbringen sollte, sind Zeit, Geduld und Muße. Mehrere Teilkomponenten wollen vorbereitet, Saucen eingekocht und die verschiedenen Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt werden. Dazu kommen gelegentlich Basiszubereitungen aus anderen Kapiteln. Die Herausforderung liegt deshalb vor allem in der Planung und im Umfang der Küchenarbeit.

Ebenso wichtig sind die vorgesehenen Zutaten und ihre Qualität. Wo Poletto Alternativen nennt, lässt sich entsprechend variieren. Darüber hinaus können eigenmächtige Abkürzungen oder ein Austausch prägender Zutaten das Ergebnis verändern. Wer sich auf ihre Zubereitungen einlässt und ihnen die nötige Zeit gibt, findet hier gut machbare Gerichte – auch ohne Erfahrung in der Spitzengastronomie.

6. Fotografie und Design

Bildqualität

Die Fotografie von Jan-Peter Westermann und das Foodstyling von Pio und Kathrin Heuser machen Lust aufs Kochen. Die Gerichte sind auf modernem Geschirr ansprechend arrangiert, häufig mit wenig Beiwerk. Hell-Dunkel-Kontraste setzen Zutaten und Speisen wirkungsvoll in Szene. Dazu kommen Einblicke in die Küche und Aufnahmen von Köch*innen bei der Arbeit, die den Bezug zum Restaurant herstellen. Cornelia Poletto und ihr ehemaliger Mann und heutiger beruflicher Weggefährte Remigio sind ebenfalls wiederholt zu sehen. In den biografischen Abschnitten ergänzen ältere Aufnahmen die Geschichte. Das gibt dem Buch eine persönliche, zugängliche Seite und verbindet die Speisenbilder mit den Menschen dahinter.

Bei aller Freude an der Fotografie stimmen Bild und Rezept für mich allerdings nicht durchgehend überein. Beim Pannfisch ist der für die Senfsamensauce vorgesehene Estragon auf dem Foto nicht erkennbar. Das Steinpilz-Carpaccio wird mit Champignons gezeigt – immerhin eine Alternative, die auch im Rezept ausdrücklich genannt wird. Das Kartoffeldressing zum Feldsalat fiel bei meiner Zubereitung deutlich anders aus als die kräftig gelbe, üppig wirkende Sauce auf dem Buchfoto. Solche Unterschiede schmälern für mich etwas die Verlässlichkeit der Bilder als Orientierung für das eigene Ergebnis. Insgesamt bleibt die Foodfotografie jedoch sehr ansprechend und vermittelt viele reizvolle Ideen für das Anrichten.

Nutzung der Bilder

Die Bilder zeigen überwiegend fertige Gerichte, gelegentlich auch einzelne Komponenten oder Ausschnitte. Ihr Schwerpunkt liegt auf Atmosphäre, Appetit und einer Vorstellung davon, wie das Essen auf dem Teller aussehen kann. Schrittfolgen sind die Ausnahme. Bei den Kartoffelravioli mit Pfifferlingen und Pancetta gibt es eine solche Bildfolge. Die Aufnahmen sind allerdings klein und zeigen Cornelia Poletto stärker als die entscheidenden Handgriffe. Als praktische Anleitung beim Nachkochen helfen sie mir deshalb nur begrenzt. Einen didaktischen Mehrwert bieten die Fotografien insgesamt kaum. Vermisst habe ich ausführliche Bildanleitungen dennoch nicht: Die sprachlichen Beschreibungen tragen die Zubereitung und machen die Arbeitsschritte ausreichend verständlich.

Layout und Gestaltung

Das von Katharina Fesl gestaltete und von Claudia Wolff gesetzte Buch wirkt großzügig und einladend. Fotografien bekommen viel Raum, ebenso Rezepte, die sich über eine ganze Doppelseite erstrecken können. Dazwischen werden auf Seiten Bilder bewusst kleiner eingesetzt und mit Weißraum umgeben. Dieser Wechsel gibt dem Buch einen angenehmen Rhythmus.
Die Farbgestaltung unterstützt zugleich die Orientierung: Die biografischen Abschnitte sind gelb hinterlegt, die Zutaten- und Wissenseinschübe blau. Auf den übrigen Seiten bilden Weiß und dunkelblaue Schrift eine ruhige Grundlage. Klare serifenlose Schriften in den Rezepten ergänzen sich stimmig mit den Serifenschriften der Überschriften. Italienische Rezepttitel und deutsche Untertitel verbinden den Charakter des Buches mit einer schnellen inhaltlichen Einordnung. Auch innerhalb der Rezepte ist die Gliederung hilfreich. Zutatenlisten sind nach Komponenten unterteilt und deutlich von der Zubereitung getrennt. Entsprechende Zwischenüberschriften in den Arbeitsschritten erleichtern es, zusammengehörige Angaben wiederzufinden. Wo ein längeres Rezept vollständig auf einer aufgeschlagenen Doppelseite Platz findet, entfällt zudem das Umblättern während des Kochens. Angaben zu benötigten Utensilien und Zubereitungszeiten ergänzen die praktische Ausstattung. Die Zeitangaben erscheinen mir allerdings teilweise optimistisch und eher am geübten Arbeiten in einer Profiküche orientiert. Für die heimische Küche würde ich bei manchen Gerichten mehr Zeit einplanen.

7. Sprache und Anleitungen

Die Rezeptanleitungen sind knapp, klar und nach Komponenten gegliedert. Bei den von mir nachgekochten Gerichten konnte ich den Arbeitsschritten gut folgen; konkrete Fehler sind mir bislang nicht aufgefallen. Hilfreiche Tipps ergänzen die Beschreibungen, ohne sie zu überladen. An einzelnen Stellen wären zusätzliche Erläuterungen für weniger erfahrene Köch*innen willkommen. Insgesamt bieten die Anleitungen aber eine verlässliche Grundlage, um auch umfangreichere Gerichte erfolgreich zuzubereiten. Die gelegentlichen Abweichungen zwischen Rezept und Foto lassen sich damit nicht abschließend erklären. Da die Zubereitungen bei mir grundsätzlich funktionierten, sehe ich die Unstimmigkeiten eher aufseiten der Abbildungen. Eine sichere Zuordnung ist anhand meiner Kocherfahrungen allein allerdings nicht möglich.

Die einleitenden Zutatenporträts verbinden persönliche Vorlieben mit Warenkunde und praktischen Hinweisen. Poletto erläutert beispielsweise, worauf sie beim Spargel achtet, wie sie Parmesan verwendet oder welche Tomatenzubereitungen sie vorrätig hält. Solche Passagen erschließen ihre Arbeitsweise und verknüpfen das Küchenwissen mit konkreten Rezepten.

Die biografischen Texte erzählen geradlinig von Ausbildung, beruflichen Wendepunkten, Familie und gastronomischen Projekten. Einzelne Erinnerungen machen die Geschichte anschaulich: der missglückte erste Fernsehauftritt, die schwierigen Anfänge des eigenen Restaurants oder das gemeinsame Essen mit dem Team. Dabei lerne ich vor allem die Köchin und Unternehmerin kennen – ihren Qualitätsanspruch, ihre Disziplin und ihre Vorstellung von Gastlichkeit. Als Person bleibt Poletto für mich dennoch etwas auf Abstand. Auch private Einblicke sind meist eng mit ihrem Berufsleben verbunden; Gefühle werden eher benannt als ausführlich entfaltet. Der Ton wirkt kontrolliert, sachlich und stellenweise trocken-humorvoll. Das empfinde ich eher als norddeutsche Zurückhaltung denn als jene überschwängliche Herzlichkeit, die man mit italienischer Gastlichkeit verbinden mag. Die Texte vermitteln Persönlichkeit, ohne große Vertrautheit entstehen zu lassen. Zur Einordnung gehört allerdings die im Impressum ausgewiesene Teamarbeit: Die Texte stammen von Bettina Wündrich und Theresa Hallermann, die Rezepte werden Cornelia Poletto und Kathrin Heuser gemeinsam zugeschrieben. Die persönliche Stimme, die uns im Buch begegnet, ist somit redaktionell gestaltet. Wie unmittelbar sie Polettos eigene Ausdrucksweise wiedergibt, lässt sich daraus nicht ableiten.

8. Besonderheiten

Besonders macht „Moingiorno!“ für mich die Verbindung von kulinarischer Biografie und Rezeptsammlung. Die Erinnerungen an Ausbildung, Selbstständigkeit und Restaurantalltag geben den Gerichten einen persönlichen Zusammenhang. So erfährt man etwa, dass die Grießknödel auf ein frühes Dessert aus Polettos Ausbildung zurückgehen oder der Feldsalat mit Kartoffeldressing und Räucheraal ihren ersten Fernsehauftritt begleitete. Die Rezepte werden damit auch zu Stationen ihres beruflichen Weges. Eigenständig ist vor allem ihr Umgang mit den beiden kulinarischen Bezugspunkten Deutschland und Italien. Poletto stellt deren Gerichte und Zutaten miteinander in Beziehung: Aus Birnen, Bohnen und Speck wird Pasta, die Frankfurter grüne Sauce liefert die Kräuteridee für ein Risotto. Diese Verbindungen gehören für mich zu den einfallsreichsten Momenten des Buches. Hinzu kommen die drei ausführlichen Rezeptstrecken zu Parmesan, Spargel und Tomaten. Sie zeigen, wie vielseitig sich einzelne Produkte einsetzen lassen, und vermitteln Grundlagen, die über ein Gericht hinausreichen. Auch Tipps zur Resteverwertung und zum Anlegen von Vorräten erweitern den Nutzen. Darin wird Polettos gastronomische Erfahrung besonders greifbar: Viele Gerichte bauen auf sorgfältig vorbereiteten Komponenten auf. Das eröffnet Möglichkeiten zum Weiterkochen, verlangt beim ersten Zubereiten aber zusätzliche Zeit. Bemerkenswert finde ich schließlich die Selbstverständlichkeit, mit der einfache und aufwendige Gerichte nebeneinanderstehen. Spargel im Pergamentpapier, ein reichhaltiges Sandwich und Helgoländer Hummer passen hier in dieselbe Sammlung. Entscheidend scheint für Poletto, was eine Zutat oder eine Kombination geschmacklich leisten kann. Gerade diese Offenheit macht das Buch für mich zu einer vielseitigen Quelle neuer Kochideen.

9. Preis-Leistungsverhältnis

Preis: 29,90 Euro

Für 29,90 Euro bietet „Moingiorno!“ aus meiner Sicht ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der feste Einband, die stabile Bindung und die großzügige, sorgfältige Gestaltung machen das Buch zu einer hochwertigen Anschaffung, die auch beim Gebrauch in der Küche überzeugt.
Inhaltlich bekommt man eine vielseitige Sammlung mit 78 Rezepteinträgen, ergänzendem Küchenwissen und biografischen Einblicken. Neben vollständigen Gerichten bieten gerade die Grundzubereitungen und Verwendungstipps Anregungen, auf die man immer wieder zurückgreifen kann. Die kreative Rezeptauswahl und die ansprechende Fotografie runden das Angebot ab. Für ein Kochbuch dieser Ausstattung und inhaltlichen Qualität finde ich den Preis ausgesprochen fair.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

„Moingiorno!“ ist für mich ein ausgesprochen kreatives und vielseitiges Kochbuch. Cornelia Poletto verbindet ihre italienisch geprägte Küche mit deutschen Gerichten und Zutaten auf eine Weise, die neugierig macht. Pasta „Berliner Art“, Risotto mit Frankfurter grüner Sauce oder Nudeln mit Birnen, Bohnen und Speck zeigen, wie einfallsreich sie vertraute Geschmacksbilder weiterdenkt. Zugleich lässt sie einfachen Zubereitungen ihren Platz und stellt gute Produkte in den Mittelpunkt.

Den in der Einleitung formulierten Anspruch, ihre kulinarischen Prägungen, Lieblingsrezepte und Erfahrungen als Gastgeberin zusammenzubringen, erfüllt das Buch für mich weitgehend. Die biografischen Einschübe machen ihren beruflichen Weg nachvollziehbar, die Zutatenkapitel vermitteln ihr Küchenverständnis. Persönlich bleibt der Ton dabei eher zurückhaltend. Der Untertitel beschreibt vor allem eine Reise durch Polettos kulinarische Entwicklung; eine geografisch angelegte Erkundung Italiens sollte man nicht erwarten.

Beim Nachkochen hat mich vieles überzeugt: das unkomplizierte Pilz-Carpaccio ebenso wie die aufwendige Caponata, die leichte Parmesansauce, der Pannfisch und der Affogato mit Pistazien. Der Feldsalat mit Kartoffeldressing blieb für mich dagegen hinter meinen Erwartungen zurück. Insgesamt überwiegt die Freude an gelungenen Gerichten deutlich. Meine wichtigste Einschränkung betrifft die Zeit, die diese Küche verlangt. Die einzelnen Schritte sind überwiegend gut machbar und verständlich beschrieben. Mehrere Komponenten und zusätzlich benötigte Basisrezepte können die Zubereitung jedoch erheblich verlängern. Die in der Einleitung betonte Konzentration auf das Produkt führt hier keineswegs automatisch zu wenig Küchenarbeit. Dafür hätte ich mir gelegentlich mehr ausdrücklich angebotene Abkürzungen gewünscht. Die großzügige Gestaltung erleichtert die Orientierung; einzelne Unstimmigkeiten zwischen Rezepten und Fotos trüben das ansonsten sehr ansprechende Gesamtbild etwas.

Empfehlen würde ich „Moingiorno!“ allen, die gerne mit Sorgfalt kochen, neue Kombinationen entdecken und von Polettos gastronomischer Erfahrung profitieren möchten. Fans finden zusätzlich Einblicke in ihren Werdegang. Wer vor allem schnelle Feierabendgerichte oder eine überwiegend vegetarische Sammlung sucht, wird weniger gut bedient. Für 29,90 Euro bekommt man ein hochwertig gestaltetes Buch mit vielen lohnenden Anregungen – und guten Gründen, sich Zeit zum Kochen zu nehmen.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Steinchampignons-Carpaccio mit Rosmarin (S. 66f.)
Das Rezept gibt an, dass entweder Steinpilze oder Steinchampignons genutzt werden können. Letztere sind natürlich einfacher verfügbar. Für das Carpaccio wird dann einfach ein Rosmarinzweig in Olivenöl schön knusprig ausgebraten, dann wird das warme Öl mit Zitronensaft und Honig und Pfeffer und Salz zu einer Marinade vermengt. Mit dieser wird der Teller bestrichen, dann kommen die Pilzscheiben darauf. Die restliche Marinade darf darüber geträufelt werden, mit Rosmarin und Parmesan garnieren und sofort servieren. Köstlich!

Sizilianische Auberginen-Caponata mit Burrata & Basilikumöl (S. 72f.)
Für die Caponata werden zunächst die Auberginen gesalzen, damit sie etwas Wasser ziehen. Gut abgetrocknen und dann in einen Schmortopf mit Tomaten, Olivenöl, viel Olivenöl 😁 , und grünen Oliven sowie Kapern geben. Dann werden Staudensellerie und Würfel von weißer Zwiebel in kochendem Wasser kurz blanchiert und dürfen mit in den Topf zum restlichen Gemüse.
Diese Mischung darf dann 2 Stunden im Ofen schmoren, im offenen Topf.
Währenddessen werden Pinienkerne angeröstet und aus Rapsöl und Basilikum ein Basilikumöl hergestellt. Dafür wird das Öl erhitzt auf 60°, dann darf das gehackte Basilikum darin gute 20 Minuten ziehen, alles pürieren und abseihen. Außerdem wird noch Balsamico bianco mit der selben Menge Zucker in einem Topf erhitzt, bis sich der Zucker ganz aufgelöst hat. Diese Mischung kommt, wenn das Gemüse fertig ist, mit in den Topf und ersetzt somit die Rosinen, auf die Cornelia Poletto hier verzichtet. Damit bekommt die Caponata ihre süß-säuerliche Note und wird nun auf gehacktem Rucola geschichtet. Darauf kommt eine halbe Burrata, etwas Basilikumöl und dann kann auch schon gegessen werden. Ein Hochgenuss! Wirklich eine sehr schöne Variante.

Pesce in padella – Pannfisch mit Kartoffelkruste, Erbsenstampf und Senfsamensauce (S. 160f.)
Das war eine ziemliche Küchenschlacht, die sich aber gelohnt hat. Der Fisch ist ein Doradenfilet, das mit einer Kartoffelkruste belegt wird – dafür werden Kartoffeln fein gehobelt und in einer Mischung aus geklärter Butter und Stärke gewendet. Dann kommen sie schuppenartig angeordnet auf den Fisch und werden auf der Seite angebraten, bevor sie final kurz in den Backofen kommen. Für die Sauce werden Senfsamen mit Schalotte in Apfelsaft und Estragonessig aufgekocht, bis alle Flüssigkeit verdampft ist – dann kommt es erst mal zur Seite und man zerlässt Butter in einem anderen Topf und gibt die Estragonstiele (ohne die abgezupften Blättchen) und Schalottenwürfel dazu. Das wird dann mit Weißwein abgelöscht und darf um die Hälte einkochen. Danach wird Fischfond angegossen und nun darf es erneut bis auf etwas mehr die Hälfte einkochen. Dann entfernt man die Estragonstiele und bindet die Sauce mit kalter Butter und schmeckt sie mit Zitrone und Salz ab. Erst jetzt kommen der Estragon und die Senfsaat dazu. Die Sauce schmeckt ganz hervorragend. Das gilt auch für den Erbsenstampf – dafür wird wiederum Schalotte in Butter angeschmort und dann kommen Erbsen, ein Thymianzweig und etwas Brühe dazu. Ein paar Erbsen retten und dann mit Olivenöl pürieren. Etwas Zitronenschale und schwarzen Pfeffer zufügen. Fertig. Es war wirklich fantastisch lecker!

Fonduta di Parmigniano Reggiano – Leichte Parmesansauce (S. 42)
Diese Fonduta ist wirklich ganz hervorragend – das liegt nicht zuletzt an den Kräutern, die hier Verwendung finden: mit Schalotten und Knoblauch werden Lorbeer, Salbei, Thymian und Rosmarin angeschwitzt, dann kommt wenig Risottoreis dazu und abgelöscht wird dann mit einer Mischung aus Noilly Prat und Weißwein. Dann kommen nur noch Gemüsebrühe und Sahne dazu und nachdem das alles 30 Minuten köcheln und einkochen durfte schließlich noch der Parmesan. Etwas Muskat rundet das Ganze ab, dass dann nur noch durch ein Sieb passiert werden muss. Lässt sich auch gut einfrieren, schreibt Poletto – probiere ich gerade aus. Ganz köstliche Sauce!!

Insalata con anguilla affumicata e salsa di patate – Feldsalat mit Kartoffeldressing
und Räucheraal
(S. 76)

Poletto schreibt, dass sie diesen Salat in ihrer ersten Folge von „Kerner kocht!“ zubereitet hat und sich gleich zu Beginn in Finger geschnitten hat. Sowas passiert. Ich mag die einzelnen Komponenten des Salats gern – sie schreibt, dass man den Räucheraal auch durch Räucherforelle ersetzen kann, die zumindest hier leichter zu bekommen ist. Das habe entsprechend auch getan. Dennoch fand ich die Komposition insgesamt etwas fad und hatte mir vom Kartoffeldressing mit in Kümmel-Wasser gekochten und durchgepressten Kartoffeln, überbrühten Schalottenwürfeln, Gemüsebrühe, Balsamico bianco und Traubenkernöl irgendwie mehr erhofft. Gut gefallen hat mir, dass der Räucherfisch in etwas Gemüsebrühe in einer Pfanne kurz erwärmt wird. Statt frischen Meerrettich zu verwenden, ist hier ein Meerrettichfrischkäse zum Einsatz gekommen. 

Affogato al caffè e pistacchio – Espresso mit Vanilleeis und Pistazien (S. 210)
Damit kann man gar nichts falsch machen – das immer ein Volltreffer! Das gilt auch für die Pistaziencreme, die man aus weißer Kuvertüre, Sahne und Pistazienmus (100% Pistazien) selbst herstellt. Die schmeckt auch fantastisch aufs Brötchen… 😋 Damit wird eine vorgekühlte Tasse ausgestrichen und darauf kommen geröstete Pistazien, eine Kugel Vanilleeis und noch einmal ein paar Pistazien, bevor ein heißer Espresso aufgegossen wird – fantastico! 

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