„Gut bei Hitze – Erfrischende einfache Rezepte“ von Katharina Seiser, Brandstätter Verlag 2026.
Konzept in Kürze
„Gut bei Hitze“ möchte zeigen, wie unkompliziertes, genussvolles Kochen an heißen Sommertagen gelingen kann. Im Mittelpunkt stehen Gerichte, die leicht, frisch und alltagstauglich sind und auch bei hohen Temperaturen Lust aufs Kochen machen. Katharina Seiser weist im Vorwort allerdings selbst darauf hin, dass manche der Rezepte bereits auf ihrer Website, in ihrer Kolumne oder in früheren Kochbüchern erschienen sind. „Viele“ wurden eigens für dieses Buch neu entwickelt und andere „neu rezeptiert“. Für Leser*innen, die ihre Bücher und ihr Schaffen bereits kennen, ist der Mehrwert dieser Neuerscheinung damit begrenzt.
Zielgruppe
Das Buch richtet sich vor allem an Menschen, die unkompliziert und saisonal kochen möchten. Für Neueinsteiger*innen bietet das Buch einen sehr guten Überblick über Katharina Seisers Sommerküche. Wer ihre bisherigen Bücher bereits im Regal stehen hat, sollte hingegen wissen, dass sich neben zahlreichen neu entwickelten Rezepten auch vertraute Gerichte und Themen wiederfinden.
Gerade aufgrund der bewusst einfachen, alltagstauglichen Rezepte eignet sich das Buch aber hervorragend für Kochanfänger*innen. Ob junge Menschen, die ihre ersten Schritte am Herd machen, oder Erwachsene, die bislang nur selten selbst gekocht haben – die klaren Anleitungen und unkomplizierten Rezepte erleichtern den Einstieg und machen es auch an heißen Tagen leicht, selbst den Kochlöffel in die Hand zu nehmen.
Rezepte und Vielfalt
Die Rezepte sind bewusst einfach gehalten und setzen auf gut erhältliche Zutaten sowie klassische Kombinationen. Salate, kalte Gemüsegerichte, leichte warme Speisen und fruchtige Desserts prägen das Buch, auch erfrischende Getränke sind zu finden. Das funktioniert hervorragend für heiße Tage und macht die Rezepte alltagstauglich. Die Rezeptauswahl fällt insgesamt erstaunlich breit aus. Neben klassischen Sommergerichten wie Gazpacho, kalter Rote-Bete-Suppe, Caprese oder Wassermelonensalat mit Feta – hier mit einem kleinen Ingwer-Twist im Dressing – finden sich auch zahlreiche Rezept mit Tofu und anderen pflanzlichen Zutaten, die insbesondere ein jüngeres oder pflanzenaffines Publikum ansprechen dürften.
Das Buch versammelt somit traditionelle Sommerklassiker ebenso wie modernere, oft gemüsebetonte Gerichte. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein rein vegetarisches Kochbuch. Zwischen den pflanzenbasierten Rezepten finden sich immer wieder Gerichte mit Fleisch oder Fisch – ein Hinweis, der insbesondere für Leser*innen hilfreich ist, die Katharina Seiser bislang vor allem mit ihrer vegetarischen oder veganen Küche verbinden.
Die thematisch breite Auswahl sorgt dafür, dass unterschiedliche Geschmäcker angesprochen werden.
Gestaltung und Sprache
Die sommerlich hellen Bilder machen Lust aufs Nachkochen, das Layout ist übersichtlich und angenehm ruhig gestaltet. Besonders gelungen finde ich das klar strukturierte Register, das das Wiederfinden einzelner Rezepte erleichtert. Die Rezeptanleitungen sind klar verständlich formuliert und führen Schritt für Schritt durch die Zubereitung. Katharina Seiser schreibt in einem freundlichen, persönlichen Ton und duzt ihre Leser*innen in diesem Buch erstmals. Dadurch entsteht eine angenehme Nähe, ohne dass die Anleitungen an Klarheit verlieren.
Zeitgemäß wirkt der QR-Code zu einer begleitenden Spotify-Playlist. Deren Mischung aus bekannten Sommerklassikern und ganz wenig aktuelleren Titeln spiegelt den Charakter des Buches auf bemerkenswerte Weise wider: Viel Vertrautes, sorgfältig ausgewählt und stimmungsvoll zusammengestellt, aber nur wenig wirklich Neues.
Fazit
„Gut bei Hitze“ ist ein gelungenes Kochbuch für alle, die unkomplizierte Sommerküche suchen oder Katharina Seisers Arbeit erstmals kennenlernen möchten. Die Rezepte sind sorgfältig entwickelt, klar beschrieben und machen Lust darauf, auch an heißen Tagen selbst zu kochen.
Wer Katharina Seisers bisherige Bücher bereits gut kennt, wird das Buch jedoch möglicherweise mit einer anderen Erwartung lesen. Zwar sind viele Rezepte eigens für dieses Buch entwickelt oder im Hinblick auf das Thema „Hitze“ überarbeitet worden, zugleich begegnet man aber auch vertrauten Gerichten, Themen und der charakteristischen Handschrift der Autorin. Dadurch fiel der persönliche Neuigkeitswert für mich geringer aus, als ich ihn bei einer Neuerscheinung erwartet hatte.
Diese Einschätzung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die handwerkliche Qualität des Buches. Rezeptentwicklung, Fotografie, Gestaltung und sprachliche Umsetzung bewegen sich auf gewohnt hohem Niveau. Meine zurückhaltendere Bewertung bezieht sich vielmehr auf den wahrgenommenen Mehrwert für Leserinnen, die Katharina Seisers bisheriges Werk bereits gut kennen. Für Neueinsteigerinnen ist „Gut bei Hitze“ daher eine klare Empfehlung, für langjährige Begleiter*innen eher eine sorgfältig kuratierte Ergänzung als ein unverzichtbarer Neuzugang.
Bewertung: 🥄🥄🥄 (3 von 6 Löffeln)
