Helena und Vikki Moursellas – OPA!

1. Eckdaten

Titel: „OPA! Griechischer Genuss wie in der Taverne“

Autorinnen: Helena und Vikki Moursellas

Verlag: Knesebeck (engl. Ausgabe Smith Street Books)

Erscheinungsjahr: 2026 (engl. Ausgabe 2025)

2. Inhalt und Konzept

Mit „OPA! – Griechischer Genuss wie in der Taverne“ möchten Helena und Vikki Moursellas nicht nur Rezepte der griechischen Küche vermitteln, sondern ein bestimmtes Lebens- und Essgefühl einfangen. Im Mittelpunkt steht die Taverne als Ort, an dem Essen, Gastfreundschaft und Gemeinschaft untrennbar miteinander verbunden sind. Nicht das einzelne, sorgfältig angerichtete Gericht soll hier die Hauptrolle spielen, sondern ein Tisch, an dem viele verschiedene Speisen zusammenkommen, geteilt und in Gesellschaft genossen werden. Bereits der Titel greift diesen Gedanken auf. Der Ausruf „Opa!“ kann in Griechenland je nach Situation Freude, Begeisterung, Ermutigung oder auch Überraschung ausdrücken. Für die Autorinnen steht er vor allem für die Wärme der griechischen Kultur und die Lebensfreude, die sie mit gemeinsamen Mahlzeiten verbinden. Damit formuliert das Buch von Beginn an einen hohen atmosphärischen Anspruch: Es möchte nicht allein zeigen, wie bestimmte Gerichte zubereitet werden, sondern die Küche zu einem Ort machen, an dem Menschen zusammenkommen, lange essen, erzählen und feiern.

Der Zugang der Zwillingsschwestern zur griechischen Küche ist stark biografisch geprägt. Helena und Vikki Moursellas wuchsen in Australien auf, verbrachten als Kinder jedoch regelmäßig längere Zeit bei ihrer Familie in Griechenland. Besonders prägend waren offenbar die Sommer auf der Chalkidiki, wo Verwandte eine kleine Taverne betrieben. Dort erlebten sie die Tavernenküche nicht nur als Gäste, sondern halfen beim Abräumen, kamen mit den Besucher*innen ins Gespräch und entwickelten nach eigener Aussage früh ihre Freude am Bewirten. Diese Erinnerungen bilden den persönlichen Ausgangspunkt des Buches. „OPA!“ beschränkt sich jedoch nicht auf die Familiengeschichte der Autorinnen. Für die Recherche reiste Helena Moursellas gemeinsam mit ihrer Mutter Sophie durch Griechenland, besuchte Tavernen und führte Gespräche mit Wirt*innen und Köch*innen. Einige von ihnen stellten den beiden offenbar auch Rezepte zur Verfügung. Das Buch verbindet daher unterschiedliche Quellen: Gerichte aus dem familiären Umfeld, Erinnerungen aus der Kindheit, bekannte Klassiker der griechischen Küche sowie Rezepte, welche die Autorinnen auf ihren Reisen kennengelernt und für das Buch adaptiert haben. Ergänzt werden sie durch Geschichten über einzelne Tavernen und die Menschen, die dort kochen und bewirten.

Die Gliederung orientiert sich folgerichtig weniger an einer klassischen Menüabfolge als an der Speisekarte einer griechischen Taverne. Nach einer Einführung in den griechischen Vorratsschrank folgen die Kapitel Vorspeisen, Aus dem Meer, Fleisch, Aus dem Backofen, Gemüse, Desserts und schließlich Zum Wohl! mit passenden Getränken. Diese Struktur unterstreicht das Prinzip der gemeinsam gedeckten Tafel: Vorspeisen, Gemüsegerichte, Fisch, Fleisch und Ofengerichte müssen nicht zwingend nacheinander serviert werden, sondern können miteinander kombiniert und in die Mitte des Tisches gestellt werden.

Positiv fällt zunächst auf, dass die Autorinnen die griechische Tavernenküche nicht ausschließlich mit sommerlichen Inselbildern, gegrilltem Fisch und dem Blick aufs Meer gleichsetzen. In der Einführung verweisen sie auch auf Tavernen in Athen und Thessaloniki, in Bergregionen und kleineren Orten. Die Küche verändert sich je nach Region und Lage: An der Küste prägen Fisch und Meeresfrüchte die Speisekarten, während andernorts kräftige Eintöpfe, geschmortes Fleisch, Gemüsegerichte oder lange im Ofen und im Tontopf gegarte Speisen eine größere Rolle spielen. Das Buch verspricht damit zumindest konzeptionell ein breiteres Bild der griechischen Küche, als der ausgesprochen sommerliche Umschlag zunächst vermuten lässt.

Gerade an dieser Stelle entsteht allerdings auch eine zentrale Frage für die weitere Bewertung. „OPA!“ beruft sich wiederholt auf traditionelle Tavernenküche und auf Rezepte, die in Griechenland über Generationen weitergegeben wurden. Gleichzeitig handelt es sich ausdrücklich nicht um eine dokumentarische Sammlung unverändert übernommener Originalrezepte. Die Autorinnen wählen aus, übertragen, bearbeiten und präsentieren die Gerichte für ein heutiges internationales Kochbuchpublikum. Das ist grundsätzlich kein Mangel – Küchen entwickeln sich weiter, und auch Tavernen kochen keineswegs überall nach denselben unveränderlichen Regeln. Entscheidend ist vielmehr, wie transparent das Buch mit dieser Bearbeitung umgeht. Denn das Grundkonzept aus familiären Erinnerungen, Tavernenporträts und geselligen Rezepten ist zweifellos sympathisch und zugänglich – besonders außergewöhnlich ist es innerhalb der inzwischen umfangreichen Auswahl griechischer Kochbücher jedoch zunächst noch nicht.

Struktur des Buches

Vorspeisen
Den Auftakt des Rezeptteils bilden 15 Vorspeisen, wobei der Begriff hier im großzügigen Sinne einer griechischen Tafel zu verstehen ist. Es geht weniger um kleine, klar abgegrenzte erste Gänge als um Speisen, die gemeinsam bestellt, in die Mitte des Tisches gestellt und miteinander geteilt werden. Die kurze Kapiteleinführung greift genau diese Situation auf: Sobald die Speisekarte herumgereicht wird, nennt jede*r die eigenen Favoriten, bis sich der zunächst leere Tisch mit Tellern, Karaffen, Pitabrot und vielleicht auch der einen oder anderen Bratkartoffel füllt. Damit wird das Prinzip der Parea, also des gemeinsamen Essens in Gesellschaft, nicht nur in der allgemeinen Einführung beschworen, sondern unmittelbar auf die Auswahl und das Servieren der Gerichte übertragen.

Die Rezeptauswahl ist ausgesprochen breit gefächert. Zu den vertrauten Klassikern gehören der pikante Käsedip Tirokafteri, Taramosalata, einfaches Pitabrot mit Knoblauchöl, Dolmades sowie gebackener Feta mit Tomaten und Paprika. Dabei werden bekannte Gerichte durchaus variiert: Die Weinblätter sind hier nicht vegetarisch, sondern mit Lammfleisch gefüllt, die griechischen Pommes werden mit Ziegenfeta und Oregano serviert, und frittierte Zucchini und Auberginen erhalten durch Fenchelsamen eine etwas eigenständigere Würzung. Daneben finden sich Gerichte, die deutlich weiter vom üblichen Repertoire eines durchschnittlichen griechischen Restaurants in Deutschland entfernt sind. Dazu gehören etwa roher Thunfisch mit Blutorangen-Schalotten-Vinaigrette, frittierte gefüllte Oliven oder Kichererbsenpuffer mit Minzjoghurt. Die Zusammenstellung reicht damit von unkomplizierten Dips und Broten über Frittiertes und Käsegerichte bis hin zu etwas feineren, moderner wirkenden Kombinationen. Sie bietet sowohl Vertrautes als auch genügend Abwechslung für Leser*innen, die die griechische Küche bereits besser kennen.

Besonders wichtig für das Konzept des Buches sind die beiden in das Kapitel integrierten Tavernentagebücher. Sie heben sich bereits optisch durch hellblaue Seiten von den übrigen Rezeptseiten ab. Vorgestellt werden jeweils eine konkrete Taverne, ihre Lage, ihre Geschichte und die Menschen, die dort kochen. Zusätzlich sind Adresse und Telefonnummer angegeben, sodass die Porträts nicht nur atmosphärische Einschübe bleiben, sondern zugleich den Charakter kleiner kulinarischer Reiseempfehlungen annehmen. Das erste Tavernentagebuch führt in die familiengeführte Taverna Tou Charis im Dorf Eggares auf Naxos. Erzählt wird von der Köchin Evgenia, ihrer Familie und einem besonders üppigen Kartoffelomelett mit Graviera, das in der Taverne aus 15 Eiern zubereitet wird. Für das Buch wurde das Rezept auf eine haushaltstauglichere Menge übertragen. Das zweite Porträt gilt der Taverne Sta Fys’ Aera auf Tinos, deren Betreiber Nikos regionale Erzeugnisse, saisonales Gemüse und alte Texte über die Inselküche in seine Arbeit einbezieht. Das zugehörige Rezept für Kagianas, Eier mit Artischocken und Tomaten, steht exemplarisch für diese saisonal und regional geprägte Küche. Gerade diese Seiten gehören zu den überzeugenderen Elementen des Buchkonzepts. Sie stellen nachvollziehbare Verbindungen zwischen einem Gericht, einem konkreten Ort und den dort arbeitenden Menschen her. Dadurch erhalten die Rezepte eine Herkunft und eine Geschichte, die über eine allgemeine Berufung auf griechische Tradition hinausgehen. Gleichzeitig fällt auf, dass in diesem Kapitel lediglich zwei der 15 Rezepte unmittelbar einem solchen Tavernenbesuch zugeordnet sind. Das Tavernenkonzept strukturiert und rahmt das Buch damit zwar erkennbar, wird aber nicht bei jedem einzelnen Rezept konsequent dokumentiert.

Insgesamt gelingt den Vorspeisen dennoch ein abwechslungsreicher Einstieg. Die Auswahl bildet typische Bestandteile einer geselligen griechischen Tafel ab, beschränkt sich aber nicht auf die bekanntesten Standards. Klassische Tavernenrezepte stehen neben regional geprägten Gerichten und einigen moderneren Kombinationen. Schon dieses erste Kapitel zeigt damit eine Stärke des Buches: Es ist zugänglich, ohne vollkommen vorhersehbar zu sein, und bietet für unterschiedliche Vorlieben etwas – von Käse, Brot und frittiertem Gemüse bis zu Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchten. Zugleich wird hier bereits sichtbar, dass die behauptete Nähe zur griechischen Tavernenkultur vor allem dort besonders überzeugend ist, wo konkrete Orte und Personen vorgestellt werden.

Aus dem Meer
Das zweite Rezeptkapitel widmet sich mit erneut 15 Rezepten der griechischen Fisch- und Meeresfrüchteküche. Die Einführung zeichnet dabei zunächst das klassische Bild einer Psarotaverna, einer Fischtaverne unmittelbar am Meer: Der Fang des Tages bestimmt die Speisekarte, kleinere Fische werden frittiert, Oktopus hängt zum Trocknen in der Sonne, und besonders vertrauenswürdig erscheinen den Autorinnen jene Lokale, deren überschaubares Angebot tatsächlich von der täglichen Verfügbarkeit abhängt. Tavernen mit sehr umfangreichen Fischkarten betrachten sie dagegen eher skeptisch, weil dort häufig auf importierte oder tiefgekühlte Ware zurückgegriffen werde. Die Rezeptauswahl reicht von einfachen, stark vom Ausgangsprodukt lebenden Zubereitungen bis zu deutlich ausgearbeiteteren Gerichten. Zu den eher klassischen Varianten gehören gebratene Rotbarben, Calamari vom Grill mit Fava und eingelegten Zwiebeln, Sardinen mit Tomaten und Majoran oder Oktopus mit Kapern und Zitrone. Solche Rezepte entsprechen dem Grundgedanken der griechischen Fischküche, bei der ein möglichst frisches Produkt mit wenigen, aber passenden Zutaten in den Mittelpunkt gestellt wird. Daneben bietet das Kapitel jedoch eine ganze Reihe raffinierterer Kombinationen, die über die schlichte Zubereitung des Tagesfangs hinausgehen. Riesengarnelen werden mit einer Fenchel-Kapern-Butter serviert, Schwertfisch mit gebratenen Trauben und einer Salsa aus grünen Oliven kombiniert. Oktopus schmort in Rotwein und wird mit kleiner Pasta gereicht, während Miesmuscheln als Saganaki mit roter Paprika und Venusmuscheln mit Zitronenreis auf den Tisch kommen. Auch Garnelen-Giouvetsi oder Spaghetti mit Garnelen und geschmorten Tomaten zeigen, dass Fisch und Meeresfrüchte hier keineswegs nur gegrillt oder frittiert werden, sondern häufig Teil eines vollständigen, aromatisch vielschichtigen Gerichts sind. Eine besonders schöne Einzelidee ist die Ouzomayonnaise zu den frittierten Ährenfischen. Gerade solche begleitenden Komponenten machen das Buch auch dann interessant, wenn sich das eigentliche Rezept mangels passender Fischart nicht genau umsetzen lässt. Die Mayonnaise dürfte ebenso gut zu einem anderen kleinen frittierten Fisch oder zu einem gebratenen Fischfilet passen. Damit liefert das Kapitel stellenweise nicht nur vollständige Rezepte, sondern auch einzelne Bausteine, die sich unabhängig davon weiterverwenden lassen.

Die große praktische Einschränkung liegt naturgemäß in der Verfügbarkeit der Zutaten. Garnelen, Sardinen, Muscheln, Calamari oder tiefgekühlter Oktopus lassen sich inzwischen auch in Deutschland vergleichsweise gut beschaffen. Bei Ährenfischen, frischer Rotbarbe oder einem ganzen Snapper wird es hingegen außerhalb größerer Städte und gut sortierter Fischgeschäfte deutlich schwieriger. Auch Oktopus ist zwar erhältlich, aber nicht immer in der Qualität, von der eine griechische Taverne am Meer idealerweise ausgehen kann. Das ist dem Buch kaum als konzeptioneller Mangel anzulasten: Eine Sammlung griechischer Fischrezepte kann den Mittelmeerraum nicht abbilden, ohne auch dessen typische Fischarten einzubeziehen. Für die Alltagstauglichkeit wäre allerdings hilfreich, wenn an geeigneten Stellen Alternativen oder Austauschmöglichkeiten genannt würden.

Nur einmal wird das Kapitel durch ein Tavernentagebuch unterbrochen. Vorgestellt wird das Yperokeanio im Athener Hafen Piräus, eine Fischtaverne, die mit ihrer Einrichtung an die 1950er-Jahre erinnert und sich zugleich einer lebendigen, sich weiterentwickelnden Tavernenkultur verpflichtet sieht. Die Speisekarte orientiert sich an der Küche der Kykladeninsel Kimolos, von der die Familie des Betreibers stammt. Das zugehörige Rezept für gegrillte Sardinen mit Tomaten auf Röstbrot verbindet einen schlichten Fisch mit einer unkomplizierten, aber ausgesprochen appetitlichen Servieridee. Wie bereits bei den Vorspeisen geben Adresse, Telefonnummer, Bilder und Hintergrundinformationen dem vorgestellten Lokal ein konkretes Gesicht. Mit nur einem Porträt ist das Tavernentagebuch in diesem Kapitel allerdings deutlich weniger präsent als zuvor. Auch hier zeigt sich deshalb: Am stärksten wird das Buch immer dann, wenn ein Gericht unmittelbar mit einem bestimmten Ort, einer Person oder einer kulinarischen Tradition verknüpft wird.

Insgesamt gehört Aus dem Meer zu den vielfältigeren Kapiteln des Buches. Es bildet sowohl die einfache, produktorientierte Fischküche der Taverne als auch ambitioniertere Kombinationen ab und vermeidet dadurch Eintönigkeit. Die Rezeptideen reichen von vertrauten Zubereitungen bis zu Gerichten, die man in einem allgemeinen griechischen Kochbuch nicht unbedingt erwarten würde. Wer Zugang zu einem guten Fischhandel hat und bereit ist, bei einzelnen Arten flexibel zu ersetzen, findet hier deutlich mehr als nur gegrillten Fisch mit Zitrone und Olivenöl.

Fleisch

Mit neun Rezepten fällt das Fleischkapitel deutlich kompakter aus als die beiden vorhergehenden Abschnitte. Inhaltlich deckt es jedoch genau jene Gerichte ab, die viele Leser*innen vermutlich als Erstes mit der griechischen Küche verbinden. Wer beim Gedanken an eine Taverne an Souvlaki, würzige Fleischbällchen oder gegrilltes Lamm denkt, wird hier schnell fündig. Bereits die Kapiteleinführung macht deutlich, dass Fleisch in Griechenland zwar eine wichtige Rolle spielt, aber anders verstanden wird als in vielen mitteleuropäischen Küchen. Es wird traditionell gemeinsam gegessen, geteilt und häufig auf dem Holzkohlegrill zubereitet. Die Autorinnen erläutern außerdem den Stellenwert des sogenannten Tsiknopempti, eines landesweiten Grilltages vor Beginn der Fastenzeit, und ordnen die Fleischgerichte damit erneut in ihren kulturellen Zusammenhang ein. Solche kurzen Hintergründe gehören zu den sympathischen Stärken des Buches, weil sie den Rezepten zusätzliche Einordnung geben, ohne belehrend zu wirken. Die Rezeptauswahl verbindet Bekanntes mit einigen weniger alltäglichen Gerichten. Klassiker wie Hähnchensouvlaki mit griechischen Pommes, Biftekia mit Tzatziki oder Loukaniko stehen neben Schweinekoteletts mit Grillpaprikabutter und Schweinebauch mit Zitrone und Oregano. Auch Lamm spielt eine wichtige Rolle, etwa in Form von Lammkoteletts mit Peperoncini und Schalotten oder langsam geschmorter Lammbrust mit Zitronen. Wer Innereien schätzt, findet mit gebratener Lammleber zudem ein Rezept, das in deutschen griechischen Restaurants inzwischen eher selten auf der Speisekarte steht. Gerade dadurch wirkt das Kapitel angenehm ausgewogen. Es erfüllt einerseits die Erwartungen an ein griechisches Kochbuch, beschränkt sich andererseits aber nicht ausschließlich auf die bekannten Restaurantklassiker. Die Bandbreite reicht vom unkomplizierten Grillgericht bis zu etwas traditionelleren oder heute seltener gekochten Zubereitungen.

Das einzige Tavernentagebuch führt diesmal in die Taverna Kronos nach Thessaloniki. Im Mittelpunkt steht eine Familiengeschichte, die bis in die 1960er-Jahre zurückreicht. Berühmt ist das Lokal für seine Soutzoukakia, deren Rezept nach Aussage der Betreiber seit Jahrzehnten nahezu unverändert geblieben ist. Besonders schön ist hier die Aussage, dass die Gäste nicht wegen eines prestigeträchtigen Weins kämen, sondern weil sie sich willkommen und wie zu Hause fühlten. Dieser Gedanke greift erneut das Leitmotiv des Buches auf: Gastfreundschaft und Atmosphäre sind mindestens ebenso wichtig wie das Essen selbst. Passend dazu wird das Rezept für Soutzoukakia vom Grill vorgestellt. Auffällig ist dabei, dass die Autorinnen das Originalrezept nicht einfach übernehmen, sondern nach einem Gespräch mit dem Koch versuchen, dessen Gewürzmischung möglichst genau nachzuempfinden. Genau solche Stellen machen das Tavernenkonzept glaubwürdig: Man hat nicht den Eindruck, dass lediglich bekannte Rezepte gesammelt wurden, sondern dass tatsächlich Begegnungen mit Köch*innen und ihren Spezialitäten hinter den Gerichten stehen. Insgesamt ist das Fleischkapitel vielleicht das klassischste des gesamten Buches. Große Überraschungen bleiben zwar aus, dafür überzeugt die Auswahl durch ihre Authentizität und Alltagstauglichkeit. Viele Gerichte lassen sich mit Zutaten zubereiten, die problemlos erhältlich sind, und dürften besonders Leser*innen ansprechen, die genau jene Küche suchen, die sie aus guten griechischen Tavernen oder Restaurants kennen. Gleichzeitig sorgen einzelne traditionelle Spezialitäten und das Tavernentagebuch dafür, dass das Kapitel nicht beliebig wirkt, sondern seinen Platz im Gesamtkonzept des Buches findet.

Aus dem Backofen
Mit zwölf Rezepten gehört das Kapitel zwar nicht zu den umfangreichsten des Buches, vermittelt aber vielleicht am stärksten das Gefühl griechischer Hausmannskost. Schon die Einleitung beschreibt jene langsam gegarten Ofengerichte, die in Griechenland unter dem Begriff Mageirefta zusammengefasst werden: Speisen, die stundenlang schmoren oder backen und in vielen Tavernen täglich frisch zubereitet werden. Man spürt sofort, dass hier weniger die schnelle Küche als vielmehr gemeinsames Essen, Geduld und Gastfreundschaft im Mittelpunkt stehen. Die Rezeptauswahl verbindet erneut bekannte Klassiker mit einigen weniger geläufigen Gerichten. Zucchiniblüten mit Reisfüllung, Paprikaschoten mit Käse-Tomaten-Füllung, Pastitsio, Papoutsakia oder Stifado gehören zu den Gerichten, die viele Griechenlandurlauber*innen bereits kennen und lieben gelernt haben. Gleichzeitig sorgen Rezepte wie Brathähnchen mit Salzzitrone und Lauch oder Lamm Kleftiko mit gebackenen Tomaten und Kartoffeln für neue Impulse. Auch die Fleischbällchen tauchen noch einmal auf – diesmal allerdings als in Tomatensauce geschmorte Variante aus dem Backofen, wodurch deutlich wird, dass das Buch nicht einfach Rezepte sammelt, sondern unterschiedliche regionale Zubereitungsarten eines Gerichts zeigt. Besonders gelungen ist dabei die ausgewogene Mischung aus vegetarischen und fleischhaltigen Rezepten. Gemüsegerichte stehen hier selbstverständlich gleichberechtigt neben Schmorgerichten mit Fleisch. Dadurch entsteht ein authentisches Bild der griechischen Küche, das weit über das in Deutschland oft verbreitete Bild einer reinen Grillküche hinausgeht.

Erneut ergänzen zwei Tavernentagebücher das Kapitel. Das erste führt auf die Kykladeninsel Amorgos in die abgelegen gelegene Taverne To Steki Tou Machera. Im Mittelpunkt steht Kyria Sofia, die ihre Gerichte mit dem griechischen Begriff „Meraki“ beschreibt – also mit Herz, Hingabe und Leidenschaft. Besonders sympathisch ist, dass die Autorinnen nicht nur ihre Küche vorstellen, sondern auch erzählen, wie sie zunächst vergeblich versuchten, Sofia für das Buch zu gewinnen und schließlich herzlich empfangen wurden. Das beigesteuerte Rezept für Revithada, langsam im Ofen gegarte Kichererbsen, verdeutlicht zugleich einen schönen redaktionellen Ansatz: Da das Original traditionell im Holzofen gegart wird, wurde es behutsam für einen normalen Haushaltsbackofen angepasst. Solche Hinweise erhöhen den praktischen Nutzen des Buches erheblich. Die zweite Taverne führt nach Kreta in das Farm-to-Table-Restaurant Ntounias. Hier steht kompromisslose Regionalität im Mittelpunkt. Gemüse, Eier und Fleisch stammen überwiegend aus eigener Produktion, gekocht wird traditionell über offenem Holzfeuer. Das beigesteuerte Rezept für Katsikaki Tsigariasto, ein langsam in Olivenöl gegartes Zicklein, vermittelt diese Philosophie eindrucksvoll. Gleichzeitig zeigt sich hier aber auch eine kleine Einschränkung: Zicklein gehört hierzulande nicht zu den leicht verfügbaren Fleischsorten und dürfte für viele Hobbyköch*innen nur schwer zu beschaffen sein. Das schmälert die Authentizität keineswegs, macht aber deutlich, dass sich nicht jedes Gericht ohne Weiteres in einer deutschen Küche nachkochen lässt. Gerade diese beiden Tavernen verdeutlichen noch einmal, worin eine der größten Stärken des Buches liegt. Die Rezepte stehen nie für sich allein, sondern sind eng mit Menschen, Orten und Traditionen verknüpft. Dadurch entsteht weit mehr als eine Rezeptsammlung – man begleitet die Autorinnen gewissermaßen auf ihrer kulinarischen Reise durch Griechenland. Insgesamt zeigt das Kapitel „Aus dem Backofen“ eindrucksvoll, wie vielseitig die griechische Küche tatsächlich ist. Zwischen vertrauten Klassikern, regionalen Spezialitäten und liebevoll erzählten Begegnungen entsteht ein abwechslungsreiches Kapitel, das sowohl Anfänger*innen als auch erfahrenen Griechenland-Fans viele Anregungen bietet und den Charakter des Buches konsequent fortführt.

Gemüse
Mit zehn Rezepten fällt das Gemüsekapitel etwas kompakter aus als die vorherigen, verdeutlicht aber eindrucksvoll, welch zentrale Rolle Gemüse in der griechischen Küche spielt. Bereits die Einleitung macht klar, dass frisches, saisonales Gemüse in Griechenland weit mehr ist als eine Beilage. Langsames Garen, hochwertige Zutaten und einfache Zubereitungen lassen Tomaten, Auberginen, Zucchini oder Blattgemüse ihren vollen Eigengeschmack entfalten – ganz ohne unnötige Raffinessen. Der Titel des Kapitels führt zunächst allerdings ein wenig in die Irre. Tatsächlich besteht ein großer Teil der Rezepte aus Salaten, die jedoch überwiegend auf Gemüse basieren und deshalb durchaus ihren Platz in diesem Kapitel haben. Neben dem unverzichtbaren Choriatiki, dem klassischen griechischen Bauernsalat, finden sich beispielsweise ein Kräuterkartoffelsalat, ein Dakos-Salat (der Klassiker aus Kreta mit Gerstenzwieback) oder ein Salat aus Schwarzaugenbohnen. Ergänzt wird die Auswahl durch bekannte Beilagen wie Patates Lemonates, die herrlich zitronigen Ofenkartoffeln, ebenso wie durch weniger geläufige Kombinationen, etwa Rote Bete mit Mizithra-Käse oder Okra mit Tomaten. Gerade diese Mischung aus vertrauten Klassikern und regionalen Spezialitäten macht das Kapitel abwechslungsreich. Wer die griechische Küche bislang vor allem mit Fleischgerichten verbindet, entdeckt hier ihre ausgesprochen gemüsereiche Seite. Viele Rezepte eignen sich als Vorspeise, Beilage oder leichtes Sommergericht und lassen sich unkompliziert in den Alltag integrieren.

Das begleitende Tavernentagebuch führt diesmal nach Athen in die traditionsreiche Taverna Oikonomou. Die beinahe hundertjährige Taverne steht für eine schnörkellose, regionale Küche und vermittelt eindrucksvoll, dass Gastfreundschaft und gutes Essen oft wichtiger sind als spektakuläre Inszenierungen. Passend dazu steuert sie ein Rezept für Lahanodolmades – Kohlrouladen mit einer cremigen Avgolemono-Sauce – bei. Dieses Gericht verbindet klassische Hausmannskost mit einer der typischsten Zubereitungsarten der griechischen Küche, denn die zitronige Ei-Sauce begegnet einem in Griechenland weit häufiger als nur in der bekannten Avgolemono-Suppe. Insgesamt wirkt dieses Kapitel bewusst bodenständig. Es verzichtet auf große Effekte und zeigt stattdessen, wie vielfältig und aromatisch selbst einfache Gemüsegerichte sein können. Gerade diese unprätentiöse Herangehensweise passt hervorragend zum Grundgedanken des gesamten Buches: authentische Tavernenküche, bei der hochwertige Zutaten und traditionelle Rezepte im Mittelpunkt stehen.

Dessserts
Mit 13 Rezepten gehört das Dessertkapitel für mich zu den stärksten Abschnitten des gesamten Buches. Gerade weil süße Gerichte in vielen griechischen Kochbüchern eher stiefmütterlich behandelt werden, überrascht die Vielfalt dieser Auswahl ausgesprochen positiv. Zwar fehlen diesmal die stimmungsvollen Tavernentagebücher, doch die Rezepte selbst machen dieses kleine Manko mehr als wett.
Natürlich finden sich klassische griechische Süßspeisen wie reife Feigen mit Honig und Joghurt oder Honigbällchen mit Pistazien, doch die Autorinnen gehen weit darüber hinaus. Gleichzeitig finden sich Rezepte, die man in griechischen Kochbüchern deutlich seltener entdeckt. Ein Pudding im Filoteig, verschiedene Eisvarianten oder Gebäck wie die aromatischen Orange-Olivenöl-Kekse zeigen, dass die griechische Patisserie weit mehr zu bieten hat, als häufig angenommen wird. Selbst vermeintlich einfache Ideen wie Schoko-Mandel-Knusperhäufchen fügen sich stimmig in das Kapitel ein und sorgen für zusätzliche Abwechslung. Ein persönliches Highlight war für mich das Ouzo-Zitrus-Sorbet. Bereits die Autorinnen schreiben, dass dieses Rezept das neue Lieblingssorbet werden könnte – und genau das kann ich nach dem Nachkochen bestätigen. Die Kombination aus frisch gepresstem Mandarinen- und Orangensaft mit einer großzügigen, aber erstaunlich fein eingebundenen Portion Ouzo ist außergewöhnlich gelungen. Der Anisgeschmack drängt sich keineswegs in den Vordergrund, sondern sorgt lediglich für eine elegante aromatische Tiefe. Das Ergebnis ist ein wunderbar erfrischendes Sorbet, das für mich zu den stärksten Rezepten des gesamten Buches gehört. Auch der Zitronen-Joghurt-Kuchen konnte mich überzeugen. Er ist wunderbar saftig, angenehm frisch und zeigt, dass die Rezepte trotz ihrer Raffinesse alltagstauglich bleiben. Insgesamt beweist dieses Kapitel eindrucksvoll, dass die griechische Küche weit mehr zu bieten hat als Baklava und Galaktoboureko. Wer gerne backt oder nach außergewöhnlichen Desserts sucht, wird hier viele neue Lieblingsrezepte entdecken.

Zum Wohl!
Mit sechs Getränkerezepten bildet dieses letzte Kapitel einen stimmigen Abschluss des Buches. Wie schon in den vorherigen Kapiteln beschränken sich die Autorinnen nicht auf die offensichtlichen Klassiker, sondern präsentieren eine abwechslungsreiche Mischung aus traditionellen Getränken und modernen Interpretationen. Ergänzt wird das Ganze durch zwei weitere Tavernentagebücher, die diesmal ganz im Zeichen der griechischen Getränkekultur stehen.

Natürlich darf der perfekte griechische Kaffee nicht fehlen. Das Rezept erklärt die traditionelle Zubereitung ebenso sorgfältig wie die Bedeutung des Kaffees als festen Bestandteil des griechischen Alltags. Kaffee ist hier weit mehr als ein Getränk – er ist Anlass zum Innehalten, für Gespräche und für stundenlanges Beisammensein. Genau dieses Lebensgefühl transportiert das Kapitel sehr schön. Daneben finden sich moderne Cocktails wie ein Frappé, ein „The Med“ auf Basis von Mastixlikör, Orangensaft und Basilikum oder ein Ouzo Sour mit Olivenöl, der zeigt, wie kreativ traditionelle Zutaten eingesetzt werden können. Manche Spirituosen – allen voran Mastixlikör – dürften hierzulande nicht in jedem Supermarkt erhältlich sein. Über gut sortierte Feinkostgeschäfte oder den Onlinehandel lassen sie sich jedoch meist problemlos beziehen. Auch der Granatapfel-Spritz sorgt noch einmal für sommerliche Leichtigkeit.
Besonders spannend fand ich den Besuch in der Taverne Tapanemo auf Amorgos. Dort stammt das vorgestellte Rezept für Psimeni Raki, einen traditionellen, aromatisierten Raki, der mit Gewürznelken, Zimt, Sternanis, einer besonderen Minzsorte und Zucker langsam zu einem würzigen Digestif veredelt wird. Solche regionalen Spezialitäten begegnen einem selbst in umfangreichen Griechenland-Kochbüchern nur selten und zeigen einmal mehr, wie tief die Autorinnen in die kulinarische Kultur des Landes eingetaucht sind.

Damit endet das Buch genauso stimmungsvoll, wie es begonnen hat: nicht mit einem spektakulären Finale, sondern mit einem letzten Glas, einem guten Gespräch und dem Gefühl, eine kulinarische Reise durch Griechenland erlebt zu haben. Genau diese Atmosphäre zieht sich konsequent durch das gesamte Werk und macht seinen besonderen Reiz aus.

Ein kleines Detail, das ich immer besonders schätze, ist das umfangreiche Register am Ende des Buches. Neben dem klassischen Rezeptverzeichnis enthält es auch ein Zutatenregister. Gerade bei einem so umfangreichen Kochbuch ist das Gold wert, denn so findet man auch spontan passende Rezepte, wenn noch Feta, Auberginen oder Kichererbsen verarbeitet werden wollen. Solche durchdachten Details sorgen dafür, dass ein Kochbuch nicht nur schön im Regal aussieht, sondern auch regelmäßig in der Küche landet.

3. Zielgruppe

Dieses Buch richtet sich an alle, die Griechenland nicht nur bereisen, sondern auch zu Hause erleben möchten. Durch die Mischung aus traditionellen Rezepten, persönlichen Tavernenporträts und atmosphärischen Reiseeindrücken spricht es sowohl passionierte Griechenland-Fans als auch Menschen an, die die mediterrane Küche für sich entdecken möchten. Dank der überwiegend alltagstauglichen Rezepte eignet sich das Buch sowohl für ambitionierte Hobbyköch*innen als auch für weniger erfahrene Kochbegeisterte, die authentische Gerichte ohne unnötige Komplexität zubereiten möchten.

Besonders viel Freude werden Leser*innen haben, die mehr suchen als eine reine Rezeptsammlung. Die Geschichten hinter den Gerichten, die Begegnungen mit den Tavernenfamilien und die zahlreichen Einblicke in das griechische Alltagsleben verleihen dem Buch einen erzählerischen Mehrwert, der weit über das Kochen hinausgeht. „OPA!“ ist kein Kochbuch für den schnellen Feierabend, sondern eines, in dem man gerne blättert, schmökert und sich festliest. Es lädt dazu ein, Rezepte bewusst auszuwählen, ein Stück Griechenland in die eigene Küche zu holen und dabei ganz nebenbei etwas über Land, Leute und Esskultur zu erfahren.

4. Rezepte und Vielfalt

Mit insgesamt 111 Rezepten bietet „OPA!“ eine beeindruckende Bandbreite der griechischen Küche. Das Spektrum reicht von kleinen Mezze über Suppen, Gemüsegerichte, Fisch und Fleisch bis hin zu Ofengerichten, Desserts und Getränken. Dabei gelingt den Autorinnen eine ausgewogene Mischung aus bekannten Klassikern wie Pastitsio, Stifado oder Choriatiki Salata und weniger geläufigen regionalen Spezialitäten, die selbst erfahrene Griechenlandurlauber*innen häufig noch nicht kennen.

Besonders überzeugend ist die Verbindung der Rezepte mit den insgesamt zwölf porträtierten Tavernen. Deren Gerichte fügen sich nicht wie Fremdkörper in das Buch ein, sondern bereichern die Sammlung um authentische Familienrezepte und erzählen gleichzeitig die Geschichten der Menschen dahinter. So entsteht der Eindruck, tatsächlich durch Griechenland zu reisen und an jedem Ort eine Spezialität kennenzulernen.
Erfreulich ist außerdem die Ausgewogenheit der Rezeptauswahl. Vegetarische Gerichte nehmen einen deutlich größeren Raum ein, als viele vielleicht erwarten würden, ohne dass Fleisch- und Fischliebhaber*innen zu kurz kommen. Gerade die zahlreichen Gemüsegerichte zeigen eindrucksvoll, welchen Stellenwert saisonale Zutaten in der griechischen Küche haben.

Ein besonderes Highlight sind für mich die Dessert- und Getränkekapitel. Während viele griechische Kochbücher diesem Bereich nur wenig Aufmerksamkeit schenken, finden sich hier zahlreiche originelle Ideen – vom köstlichen Ouzo-Zitrus-Sorbet über Kuchen und Gebäck bis hin zu aromatischen Getränken wie Psimeni Raki oder modernen Cocktails auf Basis griechischer Spirituosen. Diese Kapitel runden das Buch hervorragend ab und machen deutlich, dass die griechische Küche weit mehr zu bieten hat als ihre bekanntesten Klassiker. Besonders gut gefällt mir, dass sich „OPA!“ nie auf den bekannten Kanon beschränkt. Natürlich fehlen die Klassiker nicht, aber fast jedes Kapitel hält auch Rezepte bereit, die ich so bislang noch in keinem anderen griechischen Kochbuch entdeckt habe. Genau diese Mischung aus Vertrautem und Neuem sorgt dafür, dass das Buch auch für Leser*innen interessant bleibt, die bereits mehrere Kochbücher zur griechischen Küche besitzen.

5. Schwierigkeitsgrad

Die Rezepte in „OPA!“ bewegen sich überwiegend im mittleren Schwierigkeitsbereich. Wer bereits etwas Kocherfahrung mitbringt und keine Scheu vor mehreren Arbeitsschritten hat, wird mit den Anleitungen gut zurechtkommen. Viele Gerichte sind zwar unkompliziert aufgebaut, verlangen jedoch etwas Zeit für Vorbereitung, Marinieren oder längere Garzeiten – ganz so, wie man es von einer traditionellen Tavernenküche erwarten würde. Positiv fällt auf, dass die Autorinnen die einzelnen Arbeitsschritte klar und verständlich beschreiben. Die Rezepte sind logisch aufgebaut und verzichten auf unnötig komplizierte Fachbegriffe. Gleichzeitig setzen sie aber auch ein gewisses Grundverständnis für Küchentechniken voraus. Absolute Kochanfänger*innen werden bei einzelnen Rezepten möglicherweise etwas mehr Zeit benötigen, ambitionierte Hobbyköch*innen dürften dagegen kaum vor größere Schwierigkeiten gestellt werden.

Eine gewisse Herausforderung besteht stellenweise weniger in der Zubereitung als in der Beschaffung einzelner Zutaten. Während die meisten Gemüse, Fleischsorten und Grundzutaten problemlos erhältlich sind, gilt dies nicht uneingeschränkt für alle Fischarten oder einzelne regionale Spezialitäten wie Zicklein oder Mastixlikör. Hier ist unter Umständen etwas Flexibilität oder die Bereitschaft gefragt, gut sortierte Feinkostgeschäfte oder den Onlinehandel zu nutzen. Besonders gelungen finde ich, dass die Rezepte trotz ihrer Authentizität alltagstauglich bleiben. Viele Gerichte lassen sich gut vorbereiten und eignen sich hervorragend für gemeinsame Essen mit Familie oder Freund*innen – ganz im Sinne der griechischen Tavernenkultur. Auch aufwendigere Rezepte wirken nie unnötig kompliziert, sondern folgen einer nachvollziehbaren Küchenlogik.

Insgesamt richtet sich „OPA!“ daher weniger an Einsteiger*innen, die ihre ersten Kochversuche unternehmen, als an Hobbyköch*innen, die Freude daran haben, sich etwas Zeit zu nehmen und traditionelle Gerichte sorgfältig zuzubereiten. Wer genau das sucht, wird mit einem Kochbuch belohnt, das fordert, ohne zu überfordern. Meine bisherigen Nachkocherfahrungen bestätigen diesen Eindruck. Alle Rezepte, die ich bislang ausprobiert habe, ließen sich problemlos umsetzen. Die Anleitungen waren jederzeit gut nachvollziehbar und führten zuverlässig zu überzeugenden Ergebnissen. Gerade diese Verlässlichkeit ist für mich ein wichtiges Qualitätsmerkmal eines guten Kochbuchs.

6. Fotografie und Design

Bildqualität
Die Fotografien in „OPA!“ erfüllen unterschiedliche Aufgaben und unterscheiden sich deshalb auch bewusst in ihrer Bildsprache. Neben den hochwertigen Food-Fotografien finden sich zahlreiche Reiseaufnahmen aus Griechenland: Gassen, Tavernen, Küstenlandschaften oder typische Alltagsszenen wirken teilweise fast wie gelungene Urlaubsfotos. Dazu kommen immer wieder Aufnahmen der beiden Autorinnen selbst oder der Menschen, denen sie auf ihrer Reise begegnet sind. Gerade diese Mischung verleiht dem Buch seinen persönlichen Charakter und unterstreicht den dokumentarischen Ansatz.

Die eigentlichen Rezeptfotos überzeugen dagegen durch ihre Authentizität. Die Speisen sind appetitlich inszeniert, ohne künstlich oder überstylt zu wirken. Statt perfekter Studioästhetik vermitteln sie den Eindruck echter Tavernenküche. Ein fertig gegrillter Fisch darf beispielsweise ganz selbstverständlich auf einer umgedrehten Plastikkiste auf seinen Einsatz warten – genau so, wie man es in Griechenland tatsächlich erleben kann. Auch Zutatenaufnahmen greifen diese natürliche Bildsprache auf und sorgen für zusätzliche Atmosphäre. Verantwortlich für die Fotografie zeichnen Bonnie Coume, Sofoklis Nikolis und Helena Moursellas, deren Handschrift das gesamte Buch prägt.

Nutzung der Bilder
Nahezu jedes Rezept wird von einem Foto des fertigen Gerichts begleitet. Damit erfüllen die Bilder in erster Linie eine atmosphärische und dekorative Funktion. Schritt-für-Schritt-Aufnahmen oder technische Detailfotos sucht man bewusst vergeblich. Besonders schön finde ich, dass auf vielen Bildern Menschen zumindest angedeutet präsent sind – sei es durch Hände, einen angeschnittenen Oberkörper oder beim gemeinsamen Essen. Dadurch wird ein zentraler Gedanke des Buches immer wieder sichtbar: Essen ist in Griechenland weit mehr als reine Nahrungsaufnahme, sondern Ausdruck von Gemeinschaft und Gastfreundschaft.
Auch die Tavernenporträts leben von ihren Fotografien. Die Betreiber*innen, das Interieur und die Umgebung wirken nicht wie inszenierte Werbeaufnahmen, sondern wie Erinnerungsfotos einer Reise zu guten Freund*innen. Dadurch gewinnen die Geschichten zusätzlich an Glaubwürdigkeit und emotionaler Nähe.

Layout und Gestaltung
Gestalterisch gehört „OPA!“ zu den stärksten Kochbüchern der vergangenen Monate. Bereits das von Gemma Leslie gestaltete Cover zieht mit seiner farbenfrohen, illustrativen Gestaltung die Blicke auf sich und vermittelt sofort mediterrane Lebensfreude. Die Kapitel werden jeweils mit künstlerisch gestalteten Doppelseiten eröffnet, deren Illustrationen den Charakter des folgenden Abschnitts aufgreifen. Der Stil wirkt locker und fast skizzenhaft, besitzt dabei aber einen hohen Wiedererkennungswert und verleiht dem Buch eine unverwechselbare Identität.

Die eigentlichen Rezeptseiten sind angenehm ruhig gestaltet. Weißer Hintergrund, klar voneinander getrennte Zutatenlisten und Zubereitungsschritte sowie eine kurze, fett gesetzte Einleitung sorgen für eine sehr gute Lesbarkeit. Die Kombination aus einer modernen serifenlosen Schrift und einer Schreibmaschinenschrift als gestalterischem Akzent wirkt frisch und zugleich unaufdringlich. Ergänzende Tipps oder Servierempfehlungen am unteren Seitenrand erhöhen zusätzlich den praktischen Nutzen.
Auch die Gestaltung der Tavernenvorstellungen überzeugt. Sie beginnen jeweils mit einer dunkelblauen Einstiegsseite samt kleiner Karte zur geografischen Einordnung und setzen sich anschließend auf hellblauen Doppelseiten fort. Dadurch sind diese Abschnitte sofort als eigenständige Erzählebenen erkennbar, ohne den Lesefluss zu unterbrechen.

Besonders gelungen finde ich, wie konsequent Fotografie, Illustration und Layout miteinander harmonieren. Alles wirkt wie aus einem Guss und spiegelt die Handschrift der beiden Autorinnen wider: jung, lebendig, authentisch und gleichzeitig ausgesprochen hochwertig gestaltet. Genau diese gestalterische Geschlossenheit macht „OPA!“ zu einem Kochbuch, das man ebenso gern durchblättert wie daraus kocht.

7. Sprache und Anleitungen

Die Rezeptanleitungen in „OPA!“ sind angenehm klar und prägnant formuliert. Die Autorinnen verzichten auf unnötige Ausschmückungen und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Die einzelnen Arbeitsschritte bauen logisch aufeinander auf und lassen sich problemlos nachvollziehen. Trotz ihrer Kürze bleiben die Anleitungen vollständig, sodass beim Nachkochen kaum Fragen offenbleiben. Besonders gelungen finde ich, dass die Rezepte ausnahmslos auf einer Doppelseite Platz finden. Lästiges Umblättern während des Kochens entfällt, was die praktische Arbeit in der Küche deutlich angenehmer macht. Für mich ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil, der im Alltag oft mehr ausmacht, als man zunächst vermuten würde. Den Rezepten vorangestellt sind kurze Einleitungen, die einen echten Mehrwert bieten. Sie erläutern häufig den regionalen Ursprung eines Gerichts, erzählen etwas über dessen Bedeutung oder geben hilfreiche Hinweise zu Zutaten und möglichen Alternativen. Dadurch wirken die Rezepte nie isoliert, sondern bleiben stets in ihrem kulinarischen und kulturellen Kontext verankert.

Einen ganz anderen Ton schlagen die Reiseberichte und Tavernenporträts an. Hier wird die Sprache persönlicher und erzählerischer. Die Autorinnen berichten von ihren Begegnungen mit den Wirt*innen, schildern besondere Momente ihrer Reise und vermitteln ihre Begeisterung für die griechische Gastfreundschaft, ohne dabei ins Kitschige oder Verklärte abzurutschen. Vielmehr entsteht das Gefühl, sie auf ihrer Reise ein Stück begleiten zu dürfen. Gerade dieser Wechsel zwischen sachlich-präzisen Rezepten und atmosphärischen Reisegeschichten macht den besonderen Reiz von „OPA!“ aus. Das Buch liest sich nicht wie eine Aneinanderreihung von Rezepten, sondern wie eine kulinarische Reise durch Griechenland. Die Sprache unterstützt dieses Konzept auf überzeugende Weise: freundlich, persönlich und nahbar, dabei aber immer angenehm zurückhaltend und nie unnötig ausschweifend.

8. Besonderheiten

Die größte Besonderheit von „OPA!“ ist ohne Zweifel das konsequent durchgehaltene Tavernenkonzept. Während viele Kochbücher Rezepte lediglich mit einigen Reiseeindrücken oder kurzen Anekdoten ergänzen, machen Helena und Vikki Moursellas die griechische Taverne selbst zum Mittelpunkt ihres Buches. Die zwölf porträtierten Familienbetriebe sind weit mehr als dekoratives Beiwerk – sie prägen den Aufbau des gesamten Werkes und verleihen ihm eine erzählerische Struktur. Dabei entsteht ein spannender Wechsel zwischen den Rezepten der porträtierten Tavernen und den eigenen Familienrezepten der Autorinnen sowie klassischen Gerichten der griechischen Küche. Dadurch wirkt „OPA!“ weder wie ein reines Restaurantkochbuch noch wie eine klassische Rezeptsammlung. Vielmehr entsteht eine sehr stimmige Verbindung aus kulinarischer Entdeckungsreise, persönlichem Reisebericht und alltagstauglichem Kochbuch.

Besonders gelungen finde ich, dass die Tavernen nicht idealisiert werden. Statt Hochglanzrestaurants stehen kleine Familienbetriebe im Mittelpunkt, die oft seit Generationen bestehen und deren Küche von regionalen Traditionen geprägt ist. Auch die Fotografien tragen zu diesem authentischen Eindruck bei: Die Tavernen wirken häufig schlicht und funktional eingerichtet – mit einfachen Tischen und Stühlen, die nach mitteleuropäischen Maßstäben nicht immer besonders gemütlich erscheinen. Doch genau das macht ihren Charme aus. Die Autorinnen beschönigen nichts und zeigen die Tavernen so, wie sie sind. Im Mittelpunkt stehen nicht Design oder Ausstattung, sondern die Menschen und ihre Küche. Dadurch vermittelt das Buch ein ehrliches Bild der griechischen Esskultur und macht deutlich, dass die schönsten kulinarischen Erlebnisse häufig dort entstehen, wo mit Leidenschaft und Überzeugung gekocht wird.

Ein weiterer Pluspunkt ist die große Bandbreite der Rezepte. Klassiker wie Pastitsio oder Stifado stehen selbstverständlich neben weniger bekannten regionalen Spezialitäten, sodass sowohl Griechenland-Neulinge als auch erfahrene Liebhaber*innen der griechischen Küche Neues entdecken können. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass das Buch weit über eine Sammlung bekannter Urlaubsgerichte hinausgeht.

Für mich ist genau diese Verbindung aus Reise, Begegnungen und Rezepten das Alleinstellungsmerkmal von „OPA!“. Das Buch vermittelt nicht nur, wie griechische Gerichte zubereitet werden, sondern auch, warum sie dort entstanden sind, welche Menschen sie bis heute kochen und welche Geschichten sich mit ihnen verbinden. Dadurch bleibt nach dem Zuklappen weit mehr in Erinnerung als nur eine Handvoll gelungener Rezepte.

9. Preis-Leistungsverhältnis

Preis: 34 Euro

Mit einem Preis von 34 Euro bewegt sich „OPA!“ im mittleren bis leicht gehobenen Preissegment der aktuellen Kochbucherscheinungen. Angesichts der gebotenen Qualität halte ich diesen Preis jedoch für absolut angemessen. Das Buch überzeugt nicht nur durch seinen außergewöhnlichen Inhalt, sondern auch durch seine hochwertige Ausstattung. Der robuste Hardcover-Einband, das angenehme Hochformat und das schwere, hochwertige Papier vermitteln bereits beim ersten Durchblättern einen sehr wertigen Eindruck und versprechen, auch häufiges Nachschlagen in der Küche problemlos zu überstehen.

Hinzu kommen die aufwendige Gestaltung, die stimmigen Fotografien, die zahlreichen Illustrationen sowie das durchdachte Gesamtkonzept mit den zwölf Tavernenporträts. Man erhält eben nicht nur eine Sammlung von Rezepten, sondern gleichzeitig ein Reisebuch, einen Einblick in die griechische Esskultur und eine Fülle kulinarischer Inspirationen. Besonders gefällt mir, dass auch die äußere Gestaltung dem hohen inhaltlichen Anspruch gerecht wird. Das wunderschöne Cover macht „OPA!“ zu einem Kochbuch, das man nicht im Regal verstecken möchte. Es eignet sich hervorragend als Coffee Table Book oder als dekorativer Blickfang in der Küche und vermittelt schon beim Anschauen ein Stück Sommer, Urlaub und mediterrane Lebensfreude.

Für mich stimmt hier das Gesamtpaket bis ins Detail. Wer 34 Euro für „OPA!“ investiert, erhält ein hochwertig ausgestattetes Kochbuch mit einem originellen Konzept, hervorragender Alltagstauglichkeit und einer Gestaltung, an der man sich auch lange nach dem Kochen noch erfreut. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist deshalb aus meiner Sicht ausgezeichnet.

10. Gesamteindruck und Empfehlung

Mit „OPA!“ ist Helena und Vikki Moursellas weit mehr gelungen als ein weiteres Kochbuch über die griechische Küche. Es ist eine kulinarische Liebeserklärung an Griechenland, seine Tavernen und die Menschen, die dort Tag für Tag mit großer Leidenschaft kochen. Gerade diese Verbindung aus authentischen Rezepten, persönlichen Reiseeindrücken und den Geschichten hinter den Gerichten verleiht dem Buch eine besondere Tiefe und hebt es deutlich von vielen vergleichbaren Titeln ab. Besonders überzeugt hat mich, wie konsequent das Konzept umgesetzt wurde. Die Tavernenporträts wirken nie wie ein dekorativer Zusatz, sondern bilden das Herzstück des Buches. Sie schaffen einen kulturellen und emotionalen Rahmen, in den sich die Rezepte ganz selbstverständlich einfügen. Dadurch entsteht beim Lesen und Kochen immer wieder das Gefühl, selbst ein Stück durch Griechenland zu reisen.

Auch handwerklich lässt „OPA!“ kaum Wünsche offen. Die Rezepte sind zuverlässig, verständlich geschrieben und haben in meinem Praxistest ausnahmslos überzeugt. Hinzu kommen die hochwertige Ausstattung, das gelungene Layout und die stimmige Bildsprache, die das mediterrane Lebensgefühl wunderbar transportieren, ohne jemals künstlich oder überladen zu wirken. Natürlich richtet sich das Buch in erster Linie an Menschen, die Freude an der griechischen Küche haben oder sie näher kennenlernen möchten. Wer ausschließlich auf der Suche nach schnellen Feierabendgerichten ist, wird hier zwar ebenfalls fündig, sollte aber vor allem die Lust mitbringen, sich auf die Geschichten, Menschen und Traditionen einzulassen, die dieses Buch so besonders machen.

„OPA!“ ist für mich deshalb weit mehr als ein Kochbuch. Es ist ein Stück Griechenland für zu Hause – ehrlich, herzlich und voller Genuss. Ich bin sicher, dass ich noch viele Rezepte daraus kochen werde und dass es seinen festen Platz in meiner Kochbuchsammlung behalten wird. Wer die griechische Küche liebt oder sie jenseits der bekannten Klassiker entdecken möchte, dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.

11. Bewertung

Gesamtbewertung: 🥄🥄🥄🥄🥄 🥄

Bewertung nach Kategorien:
• Inhalt und Konzept: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Zielgruppe: 🥄🥄🥄🥄
• Rezepte und Vielfalt: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Schwierigkeitsgrad: 🥄🥄
• Fotografie und Design: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Sprache und Anleitungen: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Besonderheiten: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄
• Preis-Leistungs-Verhältnis: 🥄🥄🥄🥄🥄🥄

12. Nachgekocht

Revithokeftedes – Kichererbsenpuffer mit Minzjoghurt (S. 42)
Hier war die Zubereitung etwas herausfordernd, weil die Kichererbsenmasse nicht so recht sich zum Bällchen formen lassen wollte. Neben Kichererbsen, die zum Teil grob püriert werden, kommen noch Petersilie, rote Zwiebel, Ei, Paprikapulver und Zimt sowie etwas Mehl mit hinein in die Puffer.
Sie werden chön knusprig in Olivenöl ausgebacken – sehr lecker mit einem Klecks frischem Minze-Joghurt. 😋

Biftekia mit Tzatziki (S. 114)
In die Biftekia kommen eine geraspelte Tomate, Petersilie und getrocknete Minze und Oregano und etwas Rotwein sowie rote Zwiebeln und Knoblauch natürlich – sehr aromatisch. Die Konsistenz ist einfach unglaublich gut. Das Tsatsiki wird klassisch zubereitet, allerdings noch mit etwas Minze zusätzlich gewürzt. Beides wunderbar – auch gerne im Sommer vom Grill!

Papoutsakia – Auberginen mit Hackfleisch und Béchamelsauce (S. 149)
Der Name bedeutet übersetzt „gefüllte Schuhe“ – und tatsächlich erinnern die halbierten, üppig gefüllten Auberginen mit ein bisschen Fantasie daran. Im Grunde sind Papoutsakia eine Abwandlung der klassischen Moussaka, allerdings ohne Kartoffeln und ohne Grießkruste. Stattdessen bleibt die mit Kreuzkümmel, Oregano und Zimt gewürzte Hackfleischsauce direkt auf der zuvor im Ofen gebackenen Aubergine. Darüber kommt eine ausgesprochen üppige Béchamelsauce, die durch ein Eigelb und Käse noch einmal besonders reichhaltig wird. Muskat war im Rezept nicht vorgesehen – aber auf Muskat in einer Béchamelsauce wollte und konnte ich nun wirklich nicht verzichten. 😄 Zum Abschluss folgen Semmelbrösel und nochmal Käse, bevor alles unter dem Grill goldbraun zusammenfindet.
Und was soll ich sagen? Das passte geschmacklich ganz wunderbar zusammen: würzig, cremig, käsig und sehr, sehr lecker. Allerdings auch ausgesprochen mächtig. Auf den frischen Oregano zum Schluss sollte man nicht verzichten – der gab tatsächlich das gewisse Etwas.

Salat aus Schwarzaugenbohnen (S. 172)
Ein simpler Bohnensalat – vielleicht gerade deshalb auch so köstlich. Es kommen noch Staudensellerie und Frühlingszwiebeln mit hinein und eine ganz einfache Dressing aus Weißwein, Essig und Olivenöl. Außerdem viel Dill und Petersilie. Wunderbar auf einer Tafel, bei einem Picknick oder als Beilage zum Grillen.
 

Ouzo-Zitrus-Sorbet (S. 216)
„Es würde uns nicht überraschen, wenn dieses Rezept dein Lieblingssorbet wird!“, steht in der Einleitung geschrieben. Das hat funktioniert – und wie! 😍 Danach kann man süchtig werden. Mandarinen- und Orangensaft werden mit Zuckersirup und reichlich Ouzo wunderbar cremig in der Eismaschine. Erst hatte ich befürchtet, dass der Ouzo zu dominant wird. Aber das Gegenteil war der Fall – er gibt eine ganz feine Anisnote an das Sorbet, die ganz hervorragend passt. 

Yiaourtopita – Zitronen-Joghurt-Kuchen (S. 205)
Ein saftig-säuerlich-erfrischender Kuchen, der mit einem Klecks Joghurt serviert besonders gut schmeckt. Die Basis ist ein Biskuitteig, der durch Joghurt besonders saftig, aber auch etwas kompakter wird. Getränkt wird er zudem nach dem Backen mit Zitronensirup. Auch eine schöne Entdeckung. 

 

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